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Montag, 1. Juni 2020

Idarkopf, and then some...

Über den Hunsbuckel, Part III



Jetzt aber der Idarkopf!

Jede Menge Auf und ab im schönen Hunsrück




Start war wieder am Rathaus in Nohfelden
So wie jede gute Filmreihe drei Teile hat, so war auch nach der schönen Fahrt gestern klar, dass meine „Kopf-Ausflüge“ in den Hunsrück vom 23. und 31. Mai kein „Double Feature“ bleiben würden: Dafür hatte mir die Fahrt gestern einfach zu viel Spaß gemacht.

Und meine ursprüngliche Absicht, auf den Idarkopf, den siebthöchsten Berg des Hunsrücks, zu fahren, hatte mich logischerweise nicht losgelassen. Außerdem rattert in meinem Schädel seit Tagen die "Kopfkarte", wenn ich mich nach und nach an frühere Touren in einer bestimmten Region erinnere und dann wie in einem Puzzlespiel langsam die Teile zusammensetze, die dann irgendwann ein großes Ganzes ergeben - ein faszinierender Prozess!

Zwischen dem Nahetal und Ellweiler
Meine Frau Doris hatte heute Spätdienst, daher hatte ich am Nachmittag schön Zeit. Ich war wieder zum Start nach Nohfelden gefahren, so wie gestern, und auch diesmal sollte meine Runde im Traunbachtal beginnen, allerdings mit einer leichten Variation zu gestern. Zum einen wollte ich nicht an der Mündung des Traunbachs in die Nahe ins Tal einfahren, sondern schon kurz vorher am Steinbruch Ellweiler nahe der A 62 über einen kleinen Hügel springen, um nach Ellweiler zu kommen.

Die Strecke hoch ins Mündungsgebiet des Idarbaches bzw. nach Hüttgeswasen teilweise über die B269 von Brücken aus war mir nicht ganz unbekannt, weil ich im Mai 2017 beim Schmelzer Möve-Marathon genau diese schon einmal in umgekehrter Richtung gefahren war. Daher variierte ich auch hier leicht, um noch mal was Neues zu sehen - aber dazu später mehr!

Das Kriegerdenkmal in Ellweiler
Wie gestern war das Wetter herrlich, und ich merkte von Anfang an, dass ich recht gute Beine hatte. So sprang ich flugs über den Hügel, der das Kellerbachtal vom Traunbachtal trennt, und schon war ich in Ellweiler, wo mir zum ersten Mal das massive Kriegerdenkmal im Ort auffiel. Das Eiserne Kreuz springt einem direkt ins Auge - für mich ruft das von Jahr zu Jahr mehr und mehr  unangenehme Gefühle hervor.

Ich bin ein Freund der Erinnerungskultur, und diese Monumente in den Orten überall sollten nicht nur erhalten, sondern sogar ausgebaut und gepflegt werden, weil sie uns an dunkle Zeiten gemahnen und auch die konkrete Verbindung gerade zum Heimatort der Toten herstellen, so dass sie dort nicht vergessen werden. Aber es ist an der Zeit, diesen Fokussierung auf die Soldaten und den ganzen heroischen Beigeschmack mal zu überdenken. Eiserne Kreuze, Waffen, Helme, teilweise anderes Kriegsgerät - muss das heute noch sein?

Ortsausgang Brücken - hier begann der Anstieg
Warum ergänzt man diese Denkmäler nicht beispielsweise um die Menschen aus diesen Orten, die, ohne "gefallen" zu sein, in den Weltkriegen bzw. auch kurz davor oder danach umkamen - gleich aus welchem gewaltsamen Grund? Viele starben in Konzentrationslagern oder als Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft - auch ihrer sollte an solchen Orten gedacht werden. Eine schöne, lohnende Aufgabe für lokale Heimatforscher. Der Gedanke begleitete mich noch eine ganze Weile.

In Brücken bog ich dann nicht wie am Tag vorher in Richtung Erbeskopf ab, sondern fuhr weiter parallel zum Osthang des "Hunsbuckels", allerdings auch hier gleich nach dem Ortsende parallel zum Löschertsgraben bergauf in Richtung Buhlenberg. Hier hat man kurz vorm Ortseingang nach rechts blickend einen wunderschönen Blick auf die Kreisstadt Birkenfeld, wo ich später noch hinkommen sollte.

Kurz vor Buhlenberg: Blick hinunter nach Birkenfeld
Ich durchfuhr den Ort, im Ort hätte ich links über die Hauptstraße und einen Waldweg, der teilweise asphaltiert sein soll, zur "Kalle Bure" kommen können, angeblich eine der schönsten Quellen der Region und beliebtes Ziel vieler Mountainbiker.

Aber ich wollte meine 28er-Rennradreifen nicht über Gebühr Stress aussetzen - sie sollten heute noch genug bekommen. Auf jeden Fall wäre ich dann aber in Rinzenberg rausgekommen, wo ich nun eben über die Hauptstraße hinkam.

Kurz danach stieß ich dann auf die B269 und befuhr diese in Richtung Erbeskopf für einige hundert Meter. Bis hierhin entsprach die Strecke genau dem umgekehrten Verlauf wie beim Möve-Marathon.

Oberhambach, Anstieg nach Hattgenstein
Blick zurück aufs Schwimmbad des Ferienparks
Ich wollte aber was Neues sehen! Also bog ich an der nächsten Kreuzung rechts ins Hambachtal ein, einem Nebental des Schwollbachs und war auch schon gleich mitten im Ferienpark Hambachtal in Oberhambach. Statt talabwärts zu fahren, bog ich gleich wieder nach links ab mitten durch die Wohnanlagen des Ferienparks (hier hatten offenbar vor einiger Zeit gleich mehrere Orkane gewütet, der Baumbestand oder das, was davon übrig war, sah jedenfalls so aus) auf die L175 in Richtung Hattgenstein.

Der Ort würde besser "Hattgensteil" heißen! Hier verläßt man das Hambachtal endgültig und gelangt auf den Höhenzug zwischen Hambach- und Schwollbachtal und über eine lange Gerade direkt zurück zur B269 - nach rechts zweigt mittendrin die "Sprudelstraße" ab, die zur Produktionsstätte der bekannten Schwollener Sprudel GmbH & Co KG führt.

In Hattgenstein: 600m, 60 hm (10% im Schnitt)
Ich fuhr aber zurück auf die B269 und von da an stetig bergan, parallel zum jungen Schwollbach und immer weiter in Richtung Hüttgeswasen.

Ein interessanter Ort: Nur wenige Häuser beherbergen sowohl ein Institut für tiergestützte Pädagogik (im alten Forsthaus), aber auch ein Etablissement mit dem Namen "Fun & Joy", dem das Corona-Virus offensichtlich den Garaus gemacht hat.

Auch lokalgeschichtliche Berühmtheiten residierten hier: Johann Peter Petri (* 1752; † nach 1812), Räuber und Komplize des „Schinderhannes“, lebte mit seiner Familie elf Jahre lang als Holzfäller und Köhler in Hüttgeswasen. Das ist der, von dem das Kinderkartenspiel "Schwarzer Peter" möglicherweise seinen Namen hat...

Auf der B269 schraubt man sich nach oben auf den Hunsbuckel...
Von dort ging's dann bergab an die "große Kreuzung" B269/B422/L169 hinunter ins Quellgebiet des Idarbaches und über die B422 den Idarbach hinab - wie gestern! Diesmal kannte ich die Strecke halt, über Allenbach, Wirschweiler und Sensweiler ging's nach Bruchweiler links des Idarbachtals.

Im Gegensatz zu gestern hielt ich mich jetzt aber im Ort links und fuhr weiter in Richtung Höhengrat des Hunsrücks.


Links lag der Steingerüttelkopf (wie ich so höre, leider nicht für Rennradtouren erschlossen), die fünfthöchste Erhebung von Rheinland-Pfalz (und des Hunsrücks, der die ersten sechs Plätze der entsprechenden Liste belegt) und sogar noch elf Meter höher als der Idarkopf.

Zu diesem war ich ja unterwegs - aber den beiden (dem armen Steingerüttelkopf wie dem Idarkopf)
fehlt halt auch die Dominanz, um als eigenständiger Berg zu gelten - beiden leiden eben unter dem die Landschaft dominierenden Erbeskopf. Und das, obwohl z.B. der Steingerüttelkopf fast zehn Meter höher ist als die Hohe Acht in der Eifel und der Idarkopf nur ca. einen Meter niedriger.
Unterwegs nach Bruckweiler: Vorne die Wildenburg,
rechts die Taleinkerbung des Idarbachtals
Es ging ordentlich bergan, dann gab's eine kurze Abfahrt ins Tal des jungen Fischbachs, dem ich später wieder begegnen sollte - hier war ich nun gerade mal 200m von seiner Quelle entfernt - und dann gleich wieder hoch auf den Grat des Hunsrücks, der an dieser Stelle das Einzugsgebiet der Mosel von dem des Rheins trennt.


Nun war ich schon wieder klar über 700m über N.N. - aber vor mir lag erst mal eine recht lange, schnelle Abfahrt in Richtung Dhrontal nach Hinzerath, von wo aus ich dann den Anstieg zum Idarkopf in Angriff nehmen wollte.
Ich fuhr also ab bis an den Ortseingang, machte noch ein paar Fotos von der Hunsrückhöhenstraße und begann wieder zu klettern.


Hinzerath - im Hintergrund die Hunsrückhöhenstraße
Irgendwann nach dem Forsthaus kam dann links die schnurgerade, asphaltierte Straße aus Richtung Morbach aus dem Wald heraus, die auf der anderen Seite ihre ebenso schnurgarde, asphaltierte Fortsetzung in Richtung Idarkopf fand. Hier wollte ich rein! (OK, jetzt kann ich's ja zugeben - Minuten vorher hatte ich die Abfahrt schlicht verpasst...)
Das war nun wieder ein Stück Abenteuer. Ich wusste eben nicht sicher, ob die Straße rennradgeeignet (d.h. durchgehend asphaltiert im optimalen, nur leicht geschottert im sonstigen Fall) war oder was mich genau erwartete. Das ist ja das Spannende!


Aber zunächst mal rollte es prächtig, ganz leicht bergab und wie gesagt schnurgerade. Für 1,5 Kilometer. Dann kam aber ein genauso langes Stück, das man nur noch mit ganz viel gutem Willen unter "strade bianche" (weiße Straßen, nach der Färbung des am häufigsten benutzten Kiesschotters) kategorisieren konnte.

Über ein wenig Schottertraße ging's dann doch...
Egal, es ging. Dann kam wieder ein kurzes Stück Asphalt, und schon ging's in die heftige Steigung, die aus Richtung Hochscheid Richtung Idarkopf führte.
Zwischen Hinzerath und Hochscheid wandert übrigens die Wasserscheide zwischen Mosel und Rhein herunter vom Grat, und zwar genau über die kurze, gerade Strecke durch den Wald, die ich eben gefahren war: Dort hatte ich noch den Käsbach überquert, einen der Quellbäche der Dhron, die der Mosel zufließt.


Nun am Ende der Traverse lag links von mir die Quelle des Kreischbachs, der sich weiter unten im Tal mit anderen kleinen Bächen (Altbach, Hirschbach, Wahlenauer Bach, Koppelbach, Strunzelbach) zum Idarbach vereinigt.

Achtung: Das war nicht der Idarbach, den ich bei Allenbach verlassen hatte, sondern ein kleinerer Bach gleichen Namens, der durch Rhaunen fließt und später in den Hahnenbach mündet, welcher wiederum bei Kirn der Nahe zufließt - und somit später dem Rhein.


Idarkopf: Lohn für die Mühen ist ein herrliches Panorama!
Die Steigung hoch zum Idarkopf hat's in sich. Von dem Moment an, wo ich auf die Hauptstraße kam, bis zur Passhöhe, wo's links ab recht flach auf mäßigem Untergrund in Richtung Idarkopf geht, überwindet man - abgesehen von wenigen flachen Metern am Anfang und am Ende - auf knapp zwei Kilometern satte 126 Höhenmeter, das ergibt 6,5% Steigung im Schnitt.

Für geübte Rennradfahrer kein Problem, aber Alltags- und Hobbyfahrer stoßen da schon an ihre Grenzen, zumal einige "Knüppel" drin sind.
Dann bog ich links ab und fuhr die restlichen zwei Kilometer bis hoch zum Idarkopf. Oben angekommen, entschädigte mich ein grandioser Fernblick auf die Landschaft des Idarbachtals hinunter in Richtung Nahetal. Und wieder einen Gipfel abgehakt, auf dem ich bisher noch nicht war. Leider war der große Aussichtsturm coronabedingt ebenso gesperrt wie der auf dem Erbeskopf.


Zwischen Stipshausen und Hammerbirkenfeld
Dann ging's in die Abfahrt in Richtung Stipshausen. Von dort sprang ich wieder über eine Wasserscheide, raus aus dem Idarbach-Einzugsgebiet rüber ins Fischbachtal.

An eben jenem Fischbach, den ich wie gesagt ja schon früher überquert hatte, füllte ich meine Flasche wieder auf und machte mich auf zurück in Richtung Bruckweiler.

Von dort fuhr ich zunächst mal wie gestern: Durch Kempfeld am Fuße des Wildenburger Kopfes wieder hinunter ins Idarbachtal, vorbei an der Steinbachtalsperre, über Katzenloch den Idarbach hinunter, aber diesmal nicht bis nach Tiefenstein, sondern diesmal bog ich rechts ab bergan in Richtung Kirschweiler.

Die Steigung war kurz und hart, aber das Dörfchen ist schön: Noch heute wird das gewerbliche Leben Kirschweilers von Betrieben des Edelsteinschleifer- und Goldschmiedehandwerkes geprägt, früher ein Markenzeichen der einstmals reichen Region um Idar-Oberstein.

Kirschweiler: Ein schönes Dörfchen!
Wahrzeichen sind der Edelsteinbrunnen in der Mitte des Dorfes und der Kristallbrunnen an der Hans-Becker-Halle. Hier gibt's auch einen Golfclub - der Vereinsname lautet - wenig überraschend - "Edelstein".

Da ich ohnehin "auf der Höhe" war, gelangte ich auch schnell nach Hettenrodt, das ich bisher immer nur aus Tiefenstein kommend angefahren war.

Nun ging's hinunter ins Siesbachtal, aber die Abfahrt über die L175 war echt eine Entdeckung, die ich umgekehrt unbedingt mal fahren muss: So eine schöne, gleichmäßige, gewundene Straße mitten durch Waldgebiet finden Rennradfahrer selten!

Über Nockenthal, wo nochmal eine knackige Steigung wartete, gelangte ich ins Schwollbachtal, das ich hinabfuhr bis Niederbrombach, dann ging's weiter in Richtung Elchweiler wie gestern. Hier schnappte ich mir die Strava-KOM auf dem "Udo-Bölts-Quälstich", die ich leider kurz darauf an einen schnelleren Sportkameraden verlor - aber egal, ich weiß, dass ich sie mal hatte!

Der Naheradweg zwischen Birkenfeld und Neubrücke
Oben angekommen, also oberhalb von Birkenfeld, variierte ich wieder und fuhr über den Radweg direkt hinab in die Stadt. Dort fand ich schnell den wunderbar ausgebauten Naheradweg entlang des Steinaubachs, der parallel zur B41 verläuft.

Auf dem drückte ich meine Durchnittsgeschwindigkeit bis nach Neubrücke mit einer 5:34 für die 3,57 km (Schnitt: 40,0 km/h) in Richtung der 28,0 km/h für die gesamte Runde hoch.

Diese "28" zementierte ich dann auf dem letzten Stück von Neubrücke die Nahe hoch bis zum Auto.

Auch zum Ende hin waren die Beine noch echt gut. Auf der ersten Hälfte meiner Runde bis zum Idarkopf hoch war ich die 51,5 km in einem Schnitt von 25,1 km/h gefahren (Normalized Power 247 Watt, Höhenmeter 1.162), die zweiten 52,5 km überwiegend "bergab" hingegen mit einem Schnitt von 31,7 km/h (Normalized Power 230 Watt, Höhenmeter immer noch 643).

Die letzten Kilometer die Nahe hinauf nach Nohfelden
Ich hab schon wieder mindestens fünf Ideen für weitere Touren in der Gegend. Beim nächsten Mal werde ich die Verbindung von Hermeskeil auf den Erbeskopf erkunden, das Drohntal, den Weg von Morbach nach Hinzerath ebenso. Dann geht's auch mal hoch zur Burg Wildenburg, an der ich jetzt schon mehrfach vorbeigefahren bin.

Der Hunsrück braucht sich von der Schönheit der Landschaft, dem Abwechselungsreichtum der Routen und vor allem der Qualität der Straßen wirklich nicht hinter anderen "Radsport-Eldorados" zu verstecken. Und ich hab noch nicht mal 30% "abgegrast".

Also - da kommt noch was!








Sonntag, 24. Februar 2019

#gf1902 Mit Julian nach Enchenberg


Gestern war der erste Streich...


... und der zweite folgt sogleich! Der nächste Hunderter - mit Julian Lange


Heute hatte ich mir (bei noch besserem, vor allem wärmerem, Wetter als gestern schon) gleich den nächsten Granfondo vorgenommen. Schon seit längerem hatte ich mit dem Neu-Saarländer Julian Lange, einem Triathleten, der im Wirtschaftsministerium arbeitet, vorgehabt, eine längere Radtour zu bestreiten und ihm dabei die Schönheiten unserer Region zu zeigen.

Blick bis zu den Vogesen - das Wetter war super!
Eigentlich wollte ich, ganz euphorisch nach dem schönen Hunderter gestern mit Mark und Sven, von Neunkirchen aus mit dem Rad durchs Rohrbachtal und dann später auch wieder so zurück, also ca. 160 km fahren. Aber zwei Nachmittags- bzw. Abendtermine kultureller Art (u.a. das Winterkonzert der Musikfreunde Münchwies) ergaben dann doch ein zeitliches Korsett, das mich zur Anreise nach Güdingen mit dem Auto zwang.

Egal! Ich traf Julian dort pünktlich, und wir rollten erstmal gemütlich ein und lernten uns kennen, indem wir am Treidelpfad auf französischer Seite die Saar hinaufpedalierten. Der Ex-Berliner war erstaunt, wie schnell wir in Frankreich waren (nach 300m, um genau zu sein), aber ihm gefiel die Strecke von Anfang an. Durch Sarreguemines ging's, und dann immer entlang des Saarkanals, der vorbei an Rémelfing, Sarreinsming, Zetting und Wittring mäandert.

Spaß hatten wir jede Menge!
In Wittring verließen wir dann den Kanal und fuhren das Achental hoch, dann über Kalhausen und Schmittviller rüber ins Tal des Rahlinger Bachs. Hier wurde dem jungen Preußen erstmals klar, dass das Saarland und die es umgebende Region mitunter einen hügeligen Charakter aufweist. Er war aber gnädig mit mir und ließ mich meine schlechte Form nicht durch Attacken oder Ähnliches spüren.

So ging's weiter über den Peterbach, hoch nach Butten in Richtung Ratzwiller über die D723 und raus aus dem Tal des Peterbachs.

Das Spielersbachtal, in das wir jetzt kamen, ist eines der schönsten Rennradreviere der Gegend und mit der Ratzviller Mühle auch ein echter Kultort, zu dem beispielsweise die jährliche Saisoneröffnungsfahrt des RV Edelweiß Bliesransbach geht. Julian jedenfalls war ganz begeistert ob der Schönheit der Region.

Der Spielersbach sammelt alle Zuflüsse aus den beiden Tälern von Saint-Louis-lès-Bitche einerseits bzw. Soucht/Meisenthal andererseits ein und führt sie der Eichel, einem Nebenfluss der Saar, zu.

In Enchenberg mit Bürgermeister Bernard Fath
Am Treffunkt dieser Bäche angekommen, machen wir uns an den Anstieg aus dem Tal heraus und fuhren nach Montbronn und von dort nach Enchenberg, der Hangarder Partnergemeinde, um uns in der Auberge Sainte Vérène in der Ortsmitte zu stärken. Dabei trafen wir auch den Bürgermeister, meinen lieben Freund Bernard Fath, der sich ein wenig zu uns gesellte.


So gestärkt nahmen wir dann den Höhenzug zwischen den Blies- und Saareinzugsgebieten in Angriff und kamen über Rohrbach-lès-Bitche wieder ins Achetal, diesmal ins obere nach Groß-Réderching, ehe wir über Hermeskappel runter ins Bliestal fuhren und ab Bliesbrueck bliesabwärts wieder nach Sarreguemines kamen. Die letzten 30 dann doch eher flachen Kilometer fuhren wir zügig, aber recht gemütlich, wobei Julian seinem jugendlichen Alter entsprechend für mich den Wind schlucken musste. Machte ihm aber wenig aus!

Eine schöne Runde, und ich bin froh, dem Neu-Saarländer einen kleinen Teil unserer wunderschönen Grenzregion nähergebracht zu haben. Ich hatte schon den Eindruck, seine Neugier geweckt zu haben. Wir waren uns darüber einig, bald wieder eine Ausfahrt zu unternehmen. Das hat wirklich Spaß gemacht!

Samstag, 23. Februar 2019

#gf1901 Kottweiler-Schwanden muss sein - am besten mit Sven & Mark!


Erster Hunderter für 2019!


Mit Mark und Sven "in die Palz"


Das schon fast frühlingshafte Wetter mitten im normalerweise kalten und ungemütlichen Februar weckt ganz komische Gefühle in einem, wenn man in die Garage kommt und dort sein Rennrad stehen sieht. Ich war schon seit Tagen darum herum geschlichen, hatte hier und da ein wenig rumgeschraubt, geschmiert, gewienert und konnte auch ansonsten irgendwie nicht die Finger davon lassen.

Heute am Sonntag kam Mark mich abholen, und wir stiefelten gemeinsam los in Richtung Furpach, um uns auf den Weg nach Waldmohr zu machen, wo Sven auf uns wartete. Wo es genau hingehen sollte, hatten wir dabei bewußt offengelassen.

Erste Pause in Waldmohr bei Sven daheim
Zunächst mal waren wir beide froh über das tolle Wetter, wenn es auch doch noch ein wenig kühl war. Aber wenn man in der Sonne fuhr, spürte man schon ihre Kraft.

In Waldmohr bei Sven gab's zunächst mal einen leckeren Kaffee von seiner bezaubernden Ehefrau, ehe es dann gemeinsam weiterging, immer entlang des jungen Glan bis hinter den Eichelscheiderhof und vorbei am Munitionsdepot der US-Streitkräfte.

Ab Vogelbach ging's dann über die Kaiserstraße (L395) immer nach Osten. Wir hatten ekligen Gegenwind, und teilweise fuhren wir auch noch im Bergschatten des Höhenzugs. Aber in Landstuhl ging es dann in Richtung Östliche Pfälzer Moorniederungen, und Sven übernahm die Funktion des Guides.

Immer gut, wenn man einen dabei hat, der sich, insbesondere auf gut asphaltierten Routen abseits der Hauptstraßen, auskennt! Wir fuhren zunächst zum Hembach bis an die westlichste Außenstelle der Landebahn des US-Flughafens Ramstein, dann weiter in Richtung Mohrbach, außen um Ramstein herum und nach Miesenbach. Dabei kamen wir auch am "Big Emma" vorbei, ein Lokal, das so richtig zu Ramstein, den dort gern verkehrenden Amerikanern und der Pfalz passt: Die Schnitzelportion mit 250g ist "1/4", die volle Portion konsequenterweise ein Kilo. Fleisch.

In den östlichen Pfälzer Moorniederungen bei Ramstein
Aber es schmeckt lecker, und die Bedienungen sind sehr freundlich. Kann man mal machen!

In und am Miesenbach machten wir bei bestem Sonnenwetter Futterpause, ehe es weiter zur "Wendestelle" und dem nördlichsten Streckenpunkt ging: Kottweiler-Schwanden, ein Rodungsort, 1349 erstmals urkundlich erwähnt. Zu sehen gibt's hier eigentlich nix, aber der Name ist schon Kult unter Radfahrern.

Ich hatte hier auch exakt 50 km auf dem Tacho - Zeit, die Heimreise anzutreten. Es ging den Schwanderbach runter nach Steinwenden und dann wieder weiter westwärts.

Bis Niedermohr fuhren wir den dem Glan zustrebenden Mohrbach hinab, dann ging's auf einer ebenfalls mir bisher unbekannten, abseits der Hauptstraße gelegenen Strecke (danke, Sven!) unter der A62 durch und direkt nach Süden Richtung Spesbach, Hütschenhausen und Ziegelhütte.

Futterpause in Miesenbach!
Nun überquerten wir wieder den Glan und fuhren über Miesau wieder auf die Kaiserstraße glanaufwärts zurück nach Waldmohr, wo wir zum zweiten Mal bei Sven gefüttert und getränkt wurden. Diesmal gab's sogar noch leckeren Kuchen, den wir uns aber auch verdient hatten!

Mit Sven und Mark machen mir die Wochenendrunden so richtig Spaß. Wir sind alle fast genau gleich alt, nehmen das Radfahren sportlich, aber nicht zu wild und genießen einfach die gemeinsame Zeit auf dem Rad. Dabei unterhalten wir uns über Persönliches, Sport, Politik, Kultur  - was eben so ansteht. Wenn man sich auch persönlich mag, macht das dann auch doppelt so viel Spaß. Und wenn einer wie Sven auch noch einen guten Kaffee kocht und immer leckeren Kuchen zuhause hat, dreimal so viel!

Mark und ich machten uns dann auf den Heimweg, bis Altstadt so, wie wir gekommen waren, aber dann ließen wir es auf den letzten Kilometern durch Limbach etwas ruhiger angehen. Mein Ziel war die Hirschberghalle, wo das Auto stand, mit dem meine Tochter zur Generalprobe für die Kappensitzung der Furpacher Eulenspiegel gefahren war. Mark verabschiedete sich in Kohlhof von mir, ich drehte noch einige Extraschleifen durch Furpach, um die 100 km auch wirklich vollzukriegen, und beendete eine tolle Runde mit einem knappen 26er-Schnitt. Ganz ok für diese Jahreszeit!






Samstag, 25. August 2018

#granfondo_2018_16 Füssen-Ammergau-Plansee-Reutte-Füssen


Schönste Rennradrunde seit langem


Durchs Ammergebirge und den Schwangau - und das ziemlich flott


Auf dieses Wochenende im späten August hatten meine Familie und ich uns schon lange gefreut: Ludwig² in Füssen mit Mathias Stockinger, Kristin Backes und Anna Hofbauer, drei tolle Musicaldarstellern, die wir schon bei anderen Produktionen in Neunkirchen kennengelernt haben (Kristin ist ein "Kind" des Neunkircher Musical-Projekts, und Mathias ein echter "Neinkeijer Bub").

Foggernsee mit Ammergebirge im Hintergrund
Kurz und knackig: Anreise Samstag morgen, abends Besuch des Musicals und Sonntags Rückreise über Stuttgart, wo wir uns das Finale der Deutschland-Tour ansehen wollten. So verpasste ich zwar leider die Deutschlandtour-Etappe in Merzig, aber das Alternativprogramm war das wert.

Wir kamen gut durch, so dass ich bereit um kurz nach halb zwölf das Rad ausgepackt und zusammengebaut sowie die Klamotten angezogen und auch ansonsten alles vorbereitet hatte (Trinkflasche, Riegel, Lampen - das Wetter ließ sozusagen alle Optionen offen).

Während meine Frau und unsere Töchter die Innenstadt von Füssen erkundeten, machte ich mich auf entlang des (ziemlich leeren) Forggensees den Lech abwärts. Parallel zur Hauptstraße findet sich dort ein tolles Radwegenetz, zu Beginn war dieses natürlich noch sehr wellig, weil Schleichbach, Bernmoosbach und viele andere kleine Bäche dem See zufließen und so natürlich kleine Täler gegraben haben, die es zu überwinden galt.

Jenseits der Wasserscheide - Blick aufs untere Ammertal
Langsam stellte sich aber ein Rhythmus ein, und schließlich erreichte ich den Premer Lechsee, einen kleinen Vor-See, ehe ich bei Lechbruck am See den Lech überquerte und sein Einzugsgebiet nach knapp 30 km und exakt einer Stunde Fahrzeit verließ - nun war ich im Wassereinzugsgebiet der Ammer (die später Amper heißt) und steuerte den Flußlauf hoch in Richtung - tata! - Ammergebirge bzw. Oberammergau.

Ich hatte gute Beine, es war auch relativ windstill - so kam ich gut voran, und das Profil erwies sich als gar nicht mal so schlimm.

Ich fuhr rechts des Flusses auf einer Anhöhe dahin: Flach war's selten, aber die Steigungen waren moderat, so dass ich ein gutes Tempo halten konnte. Bei Saulgrub verfuhr ich mich einmal kurz, aber dann fand ich den Weg zurück auf die B23 schnell, und es ging leicht bergab hinunter in Richtung Unterammergau bzw. Ammertal.

Unterwegs nach Oberammergau!
Nun wurde es flach, und es war für einige Kilometer problemlos möglich, einen Schnitt nahe 40 km/h zu fahren.

Vor bzw. in Unterammergau konnte man das majestätisch aufragende Ammergebirge erstmals richtig schön sehen. Es drohte schon die ganze Zeit zu regnen, aber noch blieb's trocken.

Als nächstes kam ich nach Oberammergau, bekannt vor allem durch die alle zehn Jahre stattfindenden Passionsspiele, die zuletzt im Jahr 2010 aufgeführt wurden, sowie die ortsansässigen Kunsthandwerker mit Herrgottschnitzern und die mit Lüftlmalerei verzierten Häuser.

Dass die nächsten Passionsspiele bevorstehen, aber nicht unmittelbar (sondern erst 2020), sah man überall. Innerorts wurden fast alle Straßen erneuert, überall wurde gebaut. Teilweise konnte ich das Rad nur schieben.

In Oberammergau
Danach ging's weiter die Ammer hoch, aus dem Ort heraus und rein ins Ammergebirge. Seinen Namen hat das Gebiet übrigens möglicherweise durch die nahe Bernsteinstraße (vgl. Ammer = Amber).

Es folgten wunderschöne Streckenabschnitte durch einsame Wälder und vorbei an moorigen Wiesen, es ging zwar immer leicht bergan, aber ich konnte fast fahren wie im Flachen. Erst gegen Ende der Anfahrt zum Ammersattel begann eine leichte Steigung.

Dann kam die Grenze zu Österreich, ehe es in die letzten zwei Serpentinen ging. Als ich den Sattel schließlich überfuhr und mich auf die Abfahrt in Richtung Plansee freute, fing es dann doch noch an zu regnen. Kühler geworden war es schon länger, ganz unten im Ammertal hatte es noch so um die 15° C gehabt, nun waren's noch 9° C.

Wo sich Linder und Kolhbach zur Ammer vereinen...
Die Abfahrt durch den Ammerwald, immer den Torsäulenbach runter ist relativ unspektakulär und schon fast langweilig, vielleicht kam es mir auch nur wegen des Wetters so vor.

Schließlich kam ich an den Plansee, mittlerweile war der Schnitt über die 30 km/h geklettert, und die "3" vorne wollte ich jetzt schon noch heimbringen.

Der Regen wurde stärker, aber ich blieb tapfer und trat kräftig in die Pedale. Am Ende des Plansees folgt nochmal eine leichte Steigung, ehe es dann in rasanter Abfahrt über ca. drei km in die Ebene des Lech nach Reutte geht.

Ich war völlig durchnässt und wollte einfach nur noch zurück. Es machte jetzt auch keinen Spaß mehr. Aber ich konnte das Ziel schon riechen und mobilisierte durch Pflach, Brandstatt und Musau meine letzten Kräfte.

Die letzten beiden Serpentinen vorm Ammersattel
Exakt diesen Streckenteil hatte ich vor über acht Jahren schon mal befahren, allerdings in entgegengesetzter Richtung - beim Radmarathon im Thannheimer Tal 2010!

Dann überquerte ich die Fernpasstraße und bog nach rechts ab, nun waren es nur noch knapp vier Kilometer bis nach Füssen, das ich schliesslich zitternd vor Kälte, aber abgekämpft und glücklich erreichte - mit einem Schnitt von 30,7 km/h, oh leck!

Gleich in die warme Badewanne und zwei Stunden Ruhe! Jetzt war ich bereit für das kulturelle Highlight, das folgen sollte. Trotz des nassen Endes war das eine meiner schönsten Radtouren im gesamten Jahr!







Mittwoch, 15. August 2018

#granfondo_2018_15 Saarlandschwein in Gold


Du musst ein Schwein sein in dieser Welt...

Und jetzt bin ich eins - ein Saarlandschwein und stolz darauf!



Die Prinzen sangen es schon 1995. Gut, das Lied hatte einen anderen Hintergrund - wenn auch Sebastian Krumbiegel singt "wer hart ist, laut und sich besäuft" und das in gewisser Weise auf die Wahnsinnstruppe vom Mittwoch passen könnte (natürlich erst NACH der Fuhre!).

Platt nach Start: Das hielt uns aber nicht auf!
Aber dass man als Ausdauerradfahrer im Saarland ein Schwein sein muss, stimmt eigentlich.

2014 hatte Sebastian Giffhorn vom RSC Überherrn die geniale Idee, eine Strecke zu bauen, die möglichst genau den Grenzen des Saarlandes folgt und dabei mit dem Rennrad befahrbar ist.

2014 konzipiert, 2015 erstmals gefahren, 2016 wieder - danach gewann die Strecke durch Vernetzung auf Strava und Facebook schnell Kultstatus unter saarländischen Rennradfahrern. Mehr zur Geschichte des Saarlandschweins, den Regeln (Frikadellenweck in Freudenburg ist Pflicht!) und allem weiteren gibt es hier.

Eine interessante Ergänzung: Die Strecke führt durch 22 der 52 saarländischen Städte und Gemeinden (Saarbrücken, Grossrosseln, Völklingen, Überherrn, Wallerfangen, Rehlingen-Siersburg, Merzig, Mettlach, Perl, Losheim am See, Weiskirchen, Wadern, Nonnweiler, Nohfelden, Freisen, Sankt Wendel, Ottweiler, Neunkirchen, Bexbach, Homburg, Blieskastel und Gersheim) und durch alle sechs Landkreise einschließlich des Regionalverbandes Saarbrücken. Man begleitet bzw. überfährt dabei einen Großteil der nennenswerten saarländischen Bäche und Flüsse (u.a. Saar, Rossel, Bist, Nied, Leukbach, Mosel, Holzbach, Wadrillbach, Lösterbach, Prims, Nahe, Oster, Erbach, Blies und Bickenalb). Köllerbach, Fischbach, Rohrbach, Sulzbach, Ellbach, Ill und Theel liegen bzw. entspringen einfach zu zentral.

Durch folgende 30 Kommunen kommt man also nicht:  Beckingen,  Bous,  Dillingen, Ensdorf, Eppelborn, Friedrichsthal, Heusweiler, Illingen, Kirkel, Kleinblittersdorf, Lebach, Mandelbachtal, Marpingen, Merchweiler, Nalbach, Namborn, Oberthal, Püttlingen, Quierschied, Riegelsberg, Saarlouis, Saarwellingen, Schiffweiler, Schmelz, Schwalbach, Spiesen-Elversberg, St. Ingbert, Sulzbach, Tholey und Wadgassen.

Abfahrt von Creutzwald nach Überherrn
Mein Freund Roman Baltes ist die Runde schon mehrfach gefahren, letztmals am vergangenen Samstag in einer gemütlichen Randonneursversion, heute wollten wir mit einer mindestens ein Dutzend Mann starken, einigermaßen tempoharten Gruppe den "Goldstatus" (unter 11:30h Nettozeit incl. Frikadellenweck in Freudenburg) erfahren.

Roman, der mit Sicherheit beste Randonneur des Saarlandes, fährt solche Runden als Training - für mich sollte es radfahrtechnisch und konditionsmäßig eine Herausforderung und der Saisonhöhepunkt werden.

Mit an Bord waren Andreas Walzer, elffacher deutsche Meister, Weltmeister und Olympiasieger und damit einer der erfolgreichsten "echten" saarländischen Sportler aller Zeiten, der die Runde als Vorbereitung auf den Ötztaler Radmarathon fuhr, Michael Rothfuchs, Klaus Buchinger, Michael Fries, Peter Neumann, Christian Müller, Carsten Kaldenhoff, Fred Wiehr, Harald Rauch, Jean-Pierre Philippe, Roland Heeg, Maurice Helmin, Marvin Malkowski, Roman und ich.

Zwischendurch begleitete uns "Dr. Wutz" Sebastian Giffhorn (von Klarenthal bis Mettlach), David Bohlen (von Blieskastel bis zum Ende) und in Hemmersdorf lasen wir noch Peter Thiel auf, der bis hinter Biringen mit uns fuhr. Viele der Jungs kannte ich von früheren gemeinsamen Fahrten, aber einige lernte ich auch neu kennen - gleich schon mal ein Gewinn zu Beginn des Tages, der um 06:00 Uhr mit dem gemeinsamen Treffen am Ulanenpavillon in Saarbrücken begann.

Beim Beruser Sender: Blick nach Lothringen
Carsten K. aus S. ließ uns ein bisschen warten und fuhr uns nach einigen Kilometern auf, aber für eine so frühe Zeit und mit so vielen Leuten gilt ein gemeinsamer Start um 6:15 Uhr noch als diszipliniert, würde ich mal sagen. So rollten wir - noch ordentlich belampt ob des erst erblühenden Tageslichts - über die Brücke am Kraftwerk und entlang des Leinpfades entlang der Saar in Richtung Klarenthal.

Die Truppe harmonierte von Beginn an gut, beim Einrollen gab es gleich nette Gespräche und viele Handshakes, man kannte sich oder lernte sich kennen.


An der Burbacher Schleuse der erste Schreckmoment: Einer der Kollegen, Roland Heeg, hatte schon platt! Jaja, der Leinpfad. Eigentlich ein Spitzenradweg, wenn nicht einige Hirnlose dort immer wieder Glas zerdeppern würden. Aber schnell war gemeinsam der Schaden behoben und es ging weiter. Kurz danach bei Klarenthal trafen wir Sebastian, und der erste einigermaßen fordernde Anstieg des Tages nach zehn Kilometern - über die Warndtstraße (L163) raus aus dem Saar- und rein ins Rosseltal - sorgte erstmals für ordentliche Betriebstemperatur in den Beinen der Fahrer.

Raus aus dem Ihner Bachtal: Niedaltdorf
Es ging durch Grossrosseln und Emmersweiler die Rossel hinauf hinein in den Warndtwald. Einige der Jungs ließen es schon recht früh krachen und traten die Wellen mit Schmackes hoch - ich hielt mich zurück aus Respekt vor der Länge der Tour.

Über St. Nikolaus und Karlsbrunn erreichten wir Lauterbach, den Heimatort unserer saarländischen Spitzenfahrerin Lisa Klein, ehe es über die Creutzwalder Straße erstmals kurz rüber nach Frankreich ging - über Creutzwald kamen wir nach Überherrn.

Dort hielt Roman an der Tanke die erste Predigt, die dann auch wirkte: "Männer, ihr kenne so weiderfahre, mir iss das egal, awwa ich garantiere aich, ich fahre aich allegare kaputt hinneraus. Denke an die Schwächere in der Grupp!" Offenbar fand der Guide die richtigen Worte, wie auch später Andreas Walzer, der uns allen mal so richtig beibrachte, wie man im Zug fährt. Das war schon sehr hilfreich!

Alte Rennfahrer unter sich: Peter Thiel und Andreas Walzer
Nun ging's über die Bist hoch auf den Saargau über den wunderschönen, serpentinenreichen Anstieg nach Berus, dort dann hoch zum Sender Felsberg-Berus, der 1970 mal Etappenziel der Tour de France war (damals gewann Alain Vasseur aus Frankreich die in Belgien gestartete Etappe, er ist der Vater des späteren Profis, Tour-de-France Etappensiegers und Präsidenten des internationalen Radsportprofiverbandes Cedric Vasseur). 

Nächster Ort sollte nun Ittersdorf sein, hier fuhren wir teilweise auf der Strecke des Rennens des RSC Überherrn, das immer im April die Straßenrennsaison im Saarland einläutet, hinunter ins Tal des Ihner Bachs, eines Nebenbachs der Nied, durch Leidingen und Ihn bis Niedaltdorf.

Kurz vor Niedaltdorf am Sudelfels mussten wir nochmal anhalten, bei Michael Rothfuchs war eine Speiche gebrochen. Soviel vorab: Der Reparaturversuch war leider nicht von Dauer. Doch zunächst ging's weiter über Niedaltdorf und Hemmersdorf, wo wir Peter Thiel auflasen, über die Nied in die nächste Steigung hoch nach Fürweiler.

Hier verließ uns Klaus Buchinger leider, er fühlte sich einfach nicht fit - sowas kommt vor. Schade, aber dann besser auf den Körper hören als sich kaputtzufahren. Wir anderen fuhren weiter über den Gau, durch Oberesch und Biringen in Richtung des Beginns der europäischen Skulpturenstraße "Steine an der Grenze".
Wellingen (Merzig)

75 km waren nun absolviert, also nahezu ein Viertel der Strecke. Das Wetter war perfekt, ab und an Sonne, aber nicht nur, nicht zu warm, nicht zu kalt, kaum Wind - mehr konnte man wirklich nicht verlangen!

Es ging nun steil runter nach Büdingen, einem Stadtteil von Merzig. Hier war die Tour für Michael Rothfuchs leider zu Ende: Eine zweite Speiche war, wohl unter der Belastung der kurzen, aber knackigen Abfahrt runter ins Tal des Scheibelsbachs, gebrochen und das Rad lief so unrund, dass an eine Weiterfahrt nicht zu denken war. So musste Michael leider aussteigen und sich abholen lassen.

Zu fünfzehnt gestartet, waren wir jetzt nur noch dreizehn Schweinekandidaten, unsere zeitweiligen Begleiter nicht mit eingerechnet. Der Witz von der "wilden 13" machte die Runde, aber Roman bemerkte richtigerweise, dass das ja eigentlich nur zwölf waren, die nicht richtig zählen konnten. Gut, wenn man mit Sportkameraden fährt, die aus praktischer Übung als Vorleseeltern die "Klassiker" von Michael Ende noch kennen!

Ab Wellingen nahm Andreas Walzer die Zügel in die Hand und disziplinierte die Horde in Sachen "effektives Fahren im Verbund", so dass wir nun gut und schnell, aber auch "energieeffizient" über den Norden des Saargaus rollten: Wehingen, Tünsdorf, Hellendorf (kurz dahinter überquerten wir den noch jungen, erst knapp einen Kilometer fließenden Leukbach, ihn sollten wir später wiedersehen) und Borg ließen wir hinter uns, und dann ging's auch schon bergab über die A8, vorbei am Pillinger Hof, hinein nach Perl und runter an die Mosel, die wir nun flußabwärts begleiteten und wiederum unter der A8 durchfuhren.


Im Zug geht's immer besser!
Den westlichsten Punkt der Strecke hatten wir nun erreicht, exakt 100km waren für all die, die in Saarbrücken gestartet waren, nun absolviert. Kurz danach waren wir am tiefsten Punkt der Strecke, nachdem wir Besch und Nennig passiert hatten, und machten uns auf in den nächsten Anstieg hinaus aus dem Moseltal durch die rheinland-pfälzischen Örtchen Kreuzweiler, Breinsdorf und Beuren hinüber ins Leukbachtal.

Hier mussten wir ein wenig auf Marvin Malkowski warten, der ziemlich litt - er musste dem (zu) hohen Anfangstempo Tribut zollen und stieg kurz danach in Freudenburg auch aus.

"Lernen durch Schmerz, Motivation durch Entsetzen" - diesen Spruch hab ich mal bei der Bundeswehr gelernt. Na ja, muss nicht unbedingt sein, aber ein Körnchen Wahrheit ist sicher drin. Nächstes Mal klappt's, Marvin!

Blick ins Leukbachtal
Runter durch Kirf und Kollesleuken ins Leukbachtal (der Bach fließt in Richtung Saarburg und fällt dort nach einer Umlenkung durch Menschenhand über den bekannten Wasserfall 18 Meter tief, ehe er der Saar zufließt), dann ein harter Konter hoch nach Freudenburg - hier versteckten sich einige der über 4.000 Höhenmeter der gesamten Tour.

Dann waren wir aber endlich in Freudenburg und konnten in der Fleischerei Thielmann den Frikadellenweck verdrücken, der das silberne Saarlandschwein erst vergoldet!

Ich nutzte die Gelegenheit wie alle anderen auch, um die Trinkflasche aufzufüllen. Mittlerweile hatte ich drei davon geleert, also 2,4 Liter seit dem Start getrunken (am Ende sieben, also 5,6 Liter) - kein pures Wasser, sondern eine Dextrosemischung, die gemeinsam mit den zwischendurch konsumierten Riegeln und Geldrops für ausreichend "Kraftstoff" sorgt. Gut über 2.000 kcal hatte ich nämlich mit Sicherheit schon verbrannt.

Der Frikadellenweck in Freudenburg - Saarlandschweinkult!
Wir ließen uns ein wenig Zeit, in der Zwischenzeit fuhr uns eine Gruppe starker Fahrer um David Büschler und Jannik Lambert auf, die ebenfalls auf "wutziger Tour" waren. Dann ging's weiter hoch nach Weiten und dann auf die Eichenlaubstraße, vorbei an Orscholz und dem Leukerkopf und runter nach Keuchingen.

Auf der Abfahrt erreichte ich mit 80,4 km/h meine Tageshöchstgeschwindigkeit. Mehr war nicht drin, die 100 km/h werd ich wohl nie knacken - mit zunehmendem Alter sinkt meine Risikobereitschaft, ein eigentlich guter Prozess, den ich schon seit einigen Jahren beobachte.

Wir überquerten die Saar, durchfuhren Mettlach (hier verließ uns Sebastian, ihn trafen wir aber am Ende des Tages wieder, er fuhr zwischenzeitlich ans andere Ende des Saarlandes zur RTF nach Bliesransbach) und verließen Mettlach wieder auf der Eichenlaubstraße vorbei am Freibad in Richtung Losheim, ehe es links hoch nach Britten ging.

Der Anstieg rollt gut, aber auch lang - fast 9 km geht es stetig bergauf, ehe man hinter Britten ist. Dort wartete die Gruppe aber wie immer, bis alle da waren.

Nach einer kurzen Zwischenabfahrt ging's weiter bergan - durch Bergen, über den jungen Losheimer Bach, durch Scheiden (das höchste Dorf des Saarlandes), vorbei an der "schönen Aussicht" (mit knapp 500m über N.N. auch der höchste Punkt der Strecke), wo wir uns wieder sammelten, und dann runter nach Waldhölzbach, vorbei an Zwalbach und nach Rappweiler.

Wir befanden uns nun auf der Gemarkung Weiskirchen und befuhren die der nördlichen Landesgrenze am nächsten gelegene, zu ihr parallel laufende Straße. Die Grenze zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz im Norden wird durch einen Bergrücken vom Schimmelkopf bis zum Dollberg, den beiden höchsten saarländischen Bergen, bestimmt und nur von den Bachläufen des Wadrillbaches, des Lösterbaches und der Prims durchbrochen.

Im höchsten Ort des Saarlandes: Scheiden
Wir kamen nun nach Weiskirchen und verließen die Originalroute kurz, um an der Shell-Tankstelle an der L151 (Auf der Heide) "aufzutanken". Hier müssen uns dann die Jungs um David und Jannik überholt haben, später trafen wir sie in Nonnweiler beim Kaffetrinken wieder.

Weiter ging's über den Holzbach durch Konfeld, raus aus Weiskirchen, rüber auf die Gemarkung der Stadt Wadern: Steinberg, Reidelbach, Wadrill, Sitzerath und weiter in Richtung Nonnweiler.

Hierbei überquerten wir die Täler verschiedener Bäche: Wahnbach, Fußwiesenbach, Gehweiler Seebach, Wadrill, Wadriller Dörrbach, Oberlösterner Lohbach und schließlich Löster. Logisch, dass es da ständig auf und ab ging und viele Höhenmeter zusammenkamen!

Die "schöne Aussicht" zwischen Scheiden und Waldhölzbach
Mit genau 500m über N.N. nicht nur der höchste, sondern
auch der schönste Punkt der Strecke!
Aber nach ca. 170 km waren wir dann in Nonnweiler und erreichten den nördlichsten Punkt der Strecke, sogar etwas nördlicher als auf der Standardstrecke:

Wegen Bauarbeiten war die Trierer Straße, wo am Kreisel aus dem Löstertal kommend kurz nach der Überfahrung der Autobahn A1 eigentlich der nördlichste Punkt ist, gesperrt und wir mussten auf der Ringstraße eine kleine Umleitung fahren, an deren Ende wir dann auch die Jungs vom EHLiminator-Team beim Kaffeetrinken sahen.

Für uns ging's weiter auf der Achterbahn, aber nach dem Erklimmen des Hammerbergs in Nonnweiler (nomen est omen!) nach der Überquerung der Prims und raus aus deren Tal hatten wir erstmal eine längere Abfahrt zum Erholen und gleichzeitigen Hochschrauben des Schnitts vor uns.

In Nohfelden an der Mündung des Freisbachs
in die Nahe. Direkt vor mir: Andreas Walzer
Durch Otzenhausen, Schwarzenbach und Waldbach ging's nach Sötern, dort folgten wir dem Söterbach vorbei am großen Hörmann-Werk in Richtung Nahetal nach Türkismühle. Oben in  Otzenhausen war meine Durchschnittsgeschwindigkeit auf 26,9 km/h abgesunken, aber nun, da wir in der Gruppe mit 37 km/h im Schnitt bei nur 140 Watt NP (Normalized Power, eine Schätzung der Leistung, die ich erbracht hätte, wenn ich meine Leistung über diesen Abschnitt vollkommen konstant gehalten hätte) dahinrollten, stieg sie langsam wieder an.

So ging es runter bis nach Nohfelden, wo wir die Nahe überquerten und über die B41/L315 durch Wolfersweiler, Asweiler und Eitzweiler entlang des Freisbachs, der in Nohfelden in die Nahe mündet, in Richtung Freisen fuhren. Im Ort ging's dann die Schulstraße hoch, und vorbei an Rathaus und der Bruchwaldhalle, dort, wo die Sportfreunde der "Grünen Hölle Freisen" im September wieder ihre legendäre CTF veranstalten, strebten wir dem mit knapp 495m zweithöchsten Punkt unserer Tour entgegen.

Die Einmündung in die L122 liegt genau auf der Wasserscheide zwischen Nahe und Oster, und so ging es nun wieder eine ganze Zeit richtig schön bergab. Das "Anstiegsstück" entlang des Freisbachs (12 km) bewältigten wir in 26 Minuten (27,5 km/h) bei einer NP von 210 Watt bei mir - also alles immer noch im grünen Bereich!

"Auftanken" am Dorfbrunnen in Osterbrücken
Jetzt ging's wieder schneller: Durch Oberkirchen und Haupersweiler (zwischendrin sprang der Kilometerzähler auf 200) verließen wir Freisen und kamen nach Osterbrücken auf das Gebiet der Kreisstadt Sankt Wendel. In Osterbrücken liegt einer meiner Lieblings-Dorfbrunnen, dort erfrischten wir uns alle und füllten unsere Flaschen wieder auf, ehe es auf die letzten 100 km ging, weiter in Richtung Marth, Niederkirchen, Saal und Werschweiler.

Danach folgten zwei kleine Anstiege bei Dörrenbach und heraus aus Fürth, wo wir den Landkreis Neunkirchen betraten und das Tal der Oster verließen, hinüber ins Tal des Schönbachs, eines Nebenbaches der Oster, nach Lautenbach, wie Fürth ein Stadtteil von Ottweiler. Das Durchschnittstempo stieg ständig - man sah, die Gruppe harmonierte gut, alle waren noch fit und so machte das gemeinsame Fahren richtig Spaß!

Hoch zur Wasserscheide zwischen Oster- und Schönbachtal
zwischen Fürth und Lautenbach
Es ging hinauf nach Münchwies, nun hatte ich als "Neinkeijer" endlich Heimspiel und strengte mich auch ordentlich an. Die 8:45, die ich vom Schönbachtal bis hoch nach Frankenholz brauchte, waren nur drei Sekunden langsamer als meine Bestzeit für diesen Abschnitt, die ich 2011 gefahren war, damals allerdings nicht mit schon 218, sondern nur mit 51 km vorheriger Fahrt in den mittlerweile ja auch sieben Jahre älteren Beinen!

Durch Frankenholz und Höchen (hier fuhren wir nahe an der Quelle des Glan auf der linken Straßenseite vorbei, kurz danach passierten wir die des Erbachs auf der rechten Straßenseite) ging's nach Jägersburg in den Einzugsbereich des Erbachs, dann über Reiskirchen und Erbach hinein nach Homburg (hier war der östlichste Punkt der Strecke).

Dort machten wir in der Talstraße beim Bäckerhaus Ecker die letzte große Pause (75 km lagen nun noch vor uns) und futterten den Verkäuferinnen die Kuchentheke restlos leer. Andreas Walzer setzte sich kurz ab und ging seine Tochter Sara abholen, die uns später ein gutes Stück begleitete. Wir anderen fuhren über Beeden ins Tal der Blies nach Wörschweiler, wo Andreas und Sara zur Gruppe stießen, und machten uns über Bierbach auf nach Blieskastel und nach Webenheim. Dort trafen wir einen weiteren Begleiter, David Bohlen.

Ab Wörschweiler der doppelte Walzer: Andreas und Sara
Nun standen die letzten Anstiege an! Nicht vergessen: Das Saarlandschwein soll die Landesgrenze möglichst genau abbilden, also brauchte es noch eine Annäherung an die deutsch-französische Grenze rechts der Bickenalb.

So "kletterten" wir hinter Mimbach hoch nach Böckweiler, fuhren ab ins Bickenalbtal nach Altheim, über die Bickenalb, dann hoch in Richtung Brenschelbach und rüber nach Riesweiler, ehe wir wieder hinunterfuhren ins Bickenalbtal nach Peppenkum und den letzten echten Anstieg des Tages in Richtung "Totenkopf" durch Medelsheim - über die Wasserscheide Bickenalb/Blies zu den Quellen des Erzbachs - angingen.

Hier zeigte vor allem Sara, dass sie in der Tradition der Familie Walzer ein echtes Radsporttalent ist. Obwohl sie eigentlich Triathletin ist und ja auch Zeit ins Lauf- und Schwimmtraining investieren muss, zeigte sich auch dem einen oder anderen männlichen Rennradfahrer, wo der Hammer hängt und kam nur wenige Sekunden nach der Spitzengruppe oben auf dem Berg an. Chapeau!

Die L103 im oberen Schelmenbachtal vor Böckweiler
Nach der Abfahrt hinunter nach Gersheim (dort verließ uns Sara und fuhr die Blies hoch nach Hause) befuhren wir ein Stück lang den Bliestalradweg durch Reinheim und verließen Deutschland, um den allergrößten Teil der restlichen 34 km durchs "Vallée de la Blies" in Frankreich zu fahren - größtenteils bildet die Blies dort die Landesgrenze.

In der Gruppe rollte es weiterhin gut, Roman und Carsten sammelten auch Harald ein, der bis dahin als ältester Fahrer des Peletons bravourös gefahren war, nun aber das hohe Tempo der Gruppe nicht mehr ganz halten konnte.

So führte unser Guide uns wieder zusammen, und durch Bliesbruck, Blies-Ébersing, Frauenberg, Blies-Schweyen und Blies-Guersviller ging's nach Sarreguemines, zum südlichsten Streckenpunkt.

Andreas auf der D82A in Sarreguemines, direkt bei der
Mündung der Blies in die Saar. Nur noch 18 km!
Dort blieben wir auf der Hauptstraße, der D33, um über Grossbliederstroff (hier überschritten wir die 300-km-Marke) wieder nach Deutschland zu kommen.

In Güdingen ging's dann auf die letzten Kilometer durch St. Arnual, über die Brücke am Kraftwerk an den Staden und zum Ulanenpavillon.

Ich sprintete die letzten 300m sogar, weil mein Tacho, der in Güdingen endlich auf die 29,0 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit gesprungen war, nochmal knapp auf 28,9 km/h absackte. Mit Erfolg: Am Ende hatte ich den 29er-Schnitt. Ha!

Am Ulanenpavillon angekommen, warteten schon Sebastian, der Rest der Familie Kaldenhoff und einige andere Schweinchenfreunde auf die neuen Saarlandschweine! Es gab ein großes Hallo, viel Freude und Händeschütteln und erst mal für alle gut was zu trinken. Wir saßen noch eine Zeitlang zusammen, machten Witzchen und frotzelten uns gegenseitig, ehe sich jeder auf den Heimweg machte - Roman natürlich standesgemäß mit dem Rad, er hatte somit am Ende des Tages um die 360 km auf dem Tacho. Wow!

Einige alte und viele neue Schweine (v.l.n.r.) hinten: Michael Fries, Peter Neumann, Roman Baltes, ich, Christian Müller, Carsten Kaldenhoff, Fred Wiehr, Harald Rauch, vorne: Jean-Pierre Philippe, Roland Heeg, Andreas Walzer, Maurice Helmin
2013 spottete der "Heimathorst" Seehofer vor rund 4500 Zuhörern in Passau über das schönste, kleinste und europäischste Bundesland der Welt. Das ganze Saarland sei nur so groß wie mancher bayerische Landkreis. Wenn man im Saarland sei und ein Fahrrad leihe, tauche deshalb die Frage auf: "Was machen wir nachmittags?"

Das will ich Dir sagen, Horsti: Nachdem wir einmal ganz rumgefahren sind um unsere Heimat, genießen wir kühle Getränke im Ulanen-Pavillon am Staden in Saarbrücken. Du hingegen hast Dich nach dem gut gesetzten Konter von Annegret Kramp-Karrenbauer ("Ich lade ihn herzlich ein, die Schönheiten des Saarlandes per Rad zu erkunden") nicht entblödet, die Einladung zuerst anzunehmen und dann auf "unbestimmte Zeit" zu verschieben.

Tja. Die einen "schwaaten die Schniss", wie wir im Saarland sagen, die anderen ziehen's durch.

Solche Leute sind mir lieber. Ich kann mich nur bei allen Kameraden bedanken, das hat wahnsinnig Spaß gemacht und ich habe viele neue Freunde gefunden. Allein oder mit nur 2-3 Mitfahrern ist so eine Fahrt mit Sicherheit nur halb so schön und ganz klar viel anstrengender. Danke auch nochmal an Sebastian für die geniale Idee und Roman für die tolle Organisation dieser Gruppe. Jederzeit gerne wieder! Es war mir ein Fest!