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Samstag, 26. August 2017

#granfondo_2017_17 Ronde de l'Étang du Stock avec Roman




Spätsommerexpress zum Stockweiher


Mit Roman im D-Zug-Tempo bis fast zum Rhein-Marne-Kanal und zurück


Für heute hatten Roman und ich uns einiges vorgenommen: Eine schöne Runde durch Lothringen und das Albe-Tal mit einem Abstecher nach Munster, dann bis zum Stockweiher und von dort aus den Saarkanal bis Saaralbe "auf Zug" fahren. Den Rest - mal sehen. Ein 200er sollte es aber für mich schon werden (für Roman fraglos mehr, er kam aus Hüttigweiler zum Treffpunkt nach NK).

Roman am Beginn des Anstiegs Saartal - Rouhling
Pünktlich, sogar überpünktlich um 05.56 Uhr ging's los. Wir fuhren zunächst unspektakulär über das Rohrbachtal, Güdingen und die Saar hinauf bis nach Grossbliederstroff.

Dann wurd's schön - und ernst. Hoch nach Rouhling fuhr jeder sein Tempo, da musste ich dann doch abreissen lassen, in solch langen Anstiegen kann ich Roman nicht folgen. Zumindest konnte ich ihn aber noch sehen, als ich in Rouhling ankam, so dass er nicht allzu lange warten musste. Nun ging's über die Höhe in Richtung Cadenbronn / Nouseviller-Saint-Nabor, wo ich einen Vorsprung hatte, wenn auch nur an Wissen - ich zeigte Roman die Nebenstrecke abseits der D81, auf der man Cadenbronn vollasphaltiert umfahren kann und die einen tollen Ausblick bis hin zu den Vogesen bietet.

Ausstellung in der Kirche in Munster
Wir blieben dann aber auf der D81 durch Metzing in Richtung Gubenhouse und fuhren durch Puttelange-aux-Lacs und Rémering-lès-Puttelange, durch Hilsprich und andere schöne lotrhingische Dörfer.

Die Albe überquerten wir zwischen Nelling und Insming, dann ging's durch Albestroff, über die Rose, und schon waren wir in Munster.

Weithin sichtbares Wahrzeichen der kleinen Gemeinde ist das namengebende „Münster“ – die Stiftskirche Saint-Nicolas aus dem 13. Jahrhundert mit ihren 73 Meter hohen Türmen. Die Kirche wurde im 15. und 18. Jahrhundert modernisiert.

Das besondere an ihr: Die "Cathedral Basilica of the Immaculate Conception" in Denver, Colorado ist eine nahezu vollkommene Kopie dieser Kirche. Der Detroiter Architekt Leon Coquard entwarf nämlich die Kathedrale im französisch-gothischen Stil nach Plänen, die ihm vom Bischof  überlassen wurden. Dieser hieß Nicholas Chrysostom Matz und war - na, wer kann sich's denken? - genau: gebürtig aus Münster.

Danach ging's weiter in südwestlicher Richtung, zunächst durch Insviller Richtung Loudrefing. Eine Überraschung gab's: Einige Kilometer "strade bianchi" in Richtung der Gleise des TGV, die wir dann aber zum Glück wieder auf Aspahlt querten. Da hatten wir beide Glück, dass die Dackelschneider heil blieben!
Gravel, baby!

Nach ca. 80 km kamen wir durch Belles-Fôrets, Roman spannte sich vorn rein und hielt das Tempo hoch. Zum Glück hatte ich keinen "jour sans", sondern recht gute Beine, und kam gerade so mit.

Hier waren wir nun ganz in der Nähe des Étang du Lindre und damit schon fast aus dem Einzugsgebiets der Saar raus - wir kamen durch Fribourg, wo wenige hundert Meter entfernt  die Seille entspringt, ein Nebenfluß der Mosel.

Nun ging's aber wieder ostwärts Richtung Étang du Stock! Und nach fast genau 100 km auf meinem Tacho waren wir dann am Saarkanal, wo wir den "Afterburner" zündeten - in weniger als einer Stunde flogen wir den Leinpfad entlang des Kanals runter bis nach Sarrealbe, mit einem 35,8er-Schnitt! Hätten Roman und ich gewußt, dass uns damit bis zur KOM nur knapp 45 Sekunden fehlten, hätten wir mit Sicherheit noch etwas mehr Gas gegeben - so mussten wir dann halt mit den Podestplätzen zufrieden sein ;-).

Kaffeestopp in Sarrealbe
In Sarrealbe gönnten wir uns dafür aber in der Kultkneipe "Le crocodile" einen leckeren Kaffee!

Danach ging's zurück in Richtung Sarreguemines - wir wählten die Route über Willerwald, Hambach und Neufgrange, denn flach getreten hatten wir nun echt genug.

In Sarreguemines machten wir uns dann auf den Bliestal-Radweg und ließen's von nun an locker ausrollen - nächster und letzter Stopp war dann das "Rumpelfass" in Limbach.

Danach war schon fast "Cooldown" angesagt - die letzten zehn Kilometer strampelten wir wirklich locker runter. Roman begleitete mich noch bis nach Hause, ehe er den 15 km langen Heimweg nach Hüttigweiler antrat - nach Studium seiner Strava-Aufzeichnung weiß ich jetzt auch, dass er sich den nötigen Brennstoff im Bäckerhaus Ecker geschnappt hat ;-).

War eine richtig klasse Runde!

Sonntag, 2. Juli 2017

#granfondo_2017_11 Excursion en Lorraine



Elfter Hunderter 2017


Ausflug ins Lothringen - immer wieder schön!

Blick ins herrliche Lothringen kurz vor Théding an der D30

Ich werd ja oft gefragt: "Wo nimmst Du eigentlich in diesem Amt die Zeit her, so lange Ausdauersport-Einheiten zu machen?"

Die Frage wird oft nicht aus Interesse gestellt, sondern impliziert einen kleinen, gemeinen Vorwurf: "Während andere arbeiten und ihren repräsentativen Verpflichtungen nachgehen, fährst Du Rad!" - oder so ähnlich.

Das ist mit ein Grund, warum ich so offen darüber blogge - jeder kann sehen, wie ich mir die Zeit mache. Zum Beispiel so wie heute - man kann Sonntagsmorgens vier Stunden Radfahren und trotzdem ab 10 Uhr Kirchgänge, Repräsentanztermine und ähnliches machen. Wenn man um 05:30 Uhr losfährt, haut das hin.

Das macht natürlich im Sommer mehr Spaß, aber auch im Herbst und Winter geht das. Dann wird halt mehr gelaufen, das geht auch mit Kopflampe auf verkehrsarmen Strecken, z.B. rund um die Redener Halde.

Heute ging's ins schöne Lothringen. ich wollte mal in der Nähe von Spicheren eine neue Route austesten und im Bereich der "Ligne Maginot aquatique" die Strecke über Cappel bis Hellimer fahren, von dort dann über Puttelange-aux-Lacs zurück.

Der Anstieg raus aus Spicheren direkt nach Etzling
Das Rohrbachtal hinunter, dann über Güdingen und Alsting gelangte ich nach Spicheren, und dann kam gleich mal der erste "Klopper": Der Anstieg die rue d'etzling hoch zum Chemin du Chateau d'eau: Fast 50 hm auf 600m. Aua!

Über Etzling ging's dann nach Gaubiving, Folkling, Théding nach Farébersviller und dann über die A4 drüber nach Cappel, vorbei am Forét de Farschviller, an dessen Westseite die "deutsche Nied" entspringt.

Ab hier rollte es richtig gut, ich war nun auch so richtig auf Betriebstemperatur und trat ab der Querung der A4 in Richtung Süden bis zur erneuten Querung auf dem Rückweg eine NP ("Normalized Power" ist der Leistungsdurchschnitt, gemessen in Watt, der die Änderungen in den Fahrbedingungen berücksichtigt -Wind, viele Antritte und Veränderungen in der Höhe werden hier mit einberechnet) von 250 Watt bei einem Schnitt von 31,3 km/h.

Zurück an der Saar bei Grossbliederstroff
In Sarreguemines leitete mich meine auf gpsies.com erstellte Route übrigens auf dem Weg ins Saartal die Rue des Haagwald bis zum Ende runter - da stand ich dann vor einem Waldweg, aber es ging leidlich mit dem Rennrad, ehe ich wieder auf der mir bekannten Rue de Woustviller war, die mich dann sicher runter an die Saar führte.

Der Rest war locker - über Güdingen und das Rohrbachtal hinauf ging's heimwärts, diesmal aber durch Spiesen und nicht über Elversberg. Die Spieser Hohl am Ende tat dann zwar ein bißchen weh, aber von den 3:36 war ich angenehm überrascht - nur 14 sec. hinter meiner Bestzeit.




Sonntag, 11. Dezember 2016

115 km mit Staatskanzlei und viel Lothringen




Nach zwei Tagen Pause machte ich mich heute an einen Versuch meines ersten 100-km-Gran Fondo seit fast vier Monaten, als ich im Italien-Urlaub am Monte Baldo unterwegs war.

Der Fischbach in Saarbrücken-Rußhütte
Die Wettervorhersage war so la-la, aber soviel vorweg: Ich hatte Glück. Bis auf einen ganz kurzen Schauer, den ich kaum spürte, blieb mir Regen erspart, gegen Ende zeigte sich sogar die Sonne.

Kurz vor 10 Uhr ging's los, um 11 Uhr musste ich in Saarbrücken in der Staatskanzlei sein, um Bernhard Walzer, unserem SRB-Bahnfachwart, Vorsitzender der RF Homburg und Vater von Bahn-Olympiasieger Andreas Walzer, zur Verleihung der Sportplakette des Saarlandes zu gratulieren.

Über Elversberg, Bildstock, Quierschied, Fischbach, Saarbrücken-Rußhütte ging's in die Landeshauptstadt zur Staatskanzlei.

Bei der Ehrung mit Sportminister Klaus Boullion, Bernhard
Walzer und Homburgs OB Rüdiger Schneidewind
Ich schaffte es locker pünktlich und konnte nach der Verleihung gegen 11.40 Uhr meine Fahrt fortsetzen.

Über die Forbacher Straße anstatt der Metzer Straße (weniger befahren und am Ende mit einem tollen Kopfsteinpflaster-Part, da fühlte man sich wie bei Paris-Roubaix) ging's über die Bellevue in Richtung Goldene Bremm und dann hoch nach Spicheren. Der Himmel zog zu, und es gab für zwei Minuten einen ganz leichten Niesel, aber als der dann aufhörte, war's das mit Regen.

In Spicheren fuhr ich oben aus dem Ort raus und runter nach Etzing ins Tal des Waeschbachs, einens Nebenbachs des Lixinger Bachs, der direkt neben der Großbliederstroffer Schleuse in die Saar fließt.

Die Spicherer Höhen, Schauplatz der berühmten Schlacht 1870
Dann ging's gleich wieder hoch auf die D31 zwischen Behren-lès-Forbach und Kerbach. Dann kam eine lange Abfahrt runter ins Lixinger Bachtal, ehe eine der längste Auffahrten des Tages kam - da trat ich immerhin im Schnitt fast 300 Watt hoch, das stellte mich ganz zufrieden.

Zwischen Cadenbronn und Nousseviller-Saint-Nabor kreuzte ich die Römerstraße, die oben auf der Höhe zwischen den Tälern des Lixinger Bachs und des Strichbachs verläuft.

Sie war ich schon öfter gefahren, unter anderem beim RAID Sarre-Moselle 2015.

Puttelange-aux-Lacs
Runter nach Metzing, und gleich wieder hoch nach Guebenhouse, ehe es Richtung Autobahn A4 ging und dann unter dieser durch nach Puttelange-aux-Lacs. Nun war klar, was mich erwartete: Fast zehn  Kilometer geradeaus mit einigen Wellen in Richtung Sarrealbe, vorbei an der Ligne Maginot Aquatique.

Ich hatte zwischendrin nach 57,5 km auch Bergfest, aber fühlte jetzt schon, dass ich's mal wieder übertrieben hatte.25,8 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, 200 Watt - definitiv zuviel. So nahm ich erstmal ein wenig Druck vom Pedal.

In Sarrealbe angekommen, probierte ich anstatt der Route am Kanal vorbei mal einen neuen Weg - hoch nach Willerwald und dann rechts über die Rue de Herbitzheim. Kurzes und klares Fazit: Not recommended!

Sarrealbe
Die Straße ist nach der bebauten Ortslage superschlecht und für Rennrad kaum geeignet, bestenfalls teilweise - und auch dann nur bedingt.

Man kommt dann irgendwie unten in Herbitzheim raus, fährt unter der Autobahn durch und ist froh, endlich wieder richtigen Aspahlt unter den Reifen zu haben.

Auf dem Stück vorbei am Kanal zwischen Herbitzheim und Wittring kam ich mit 196 Watt Leistung immerhin auf einen Schnitt von 33,4 km/h.

Auf den Höhen zwischen Saar- und Bliestal
Ich sparte dann aber wieder Energie, denn nun stand die schlimmste Steigung des Tages an - kurz, aber brutal.

Auf 1,1 km auf dem Chemin de Wiesviller überwand ich 83 Höhenmeter - und das mit immerhin schon 75 Kilometern in den Beinen. Das ist im Winter was anderes als im Sommer.

Ich war schon ganz schön müde. Trotzdem schaffte ich das Auf und Ab durch Wiesviller und Woelfling-lès-Sarreguemines hoch auf die Hermeskappel-Höhe, dann ging's in rasender Fahrt runter nach Bliesbruck ins Bliestal und dort endlich auf den flachen Radweg.

Ich war ziemlich platt. Zwar hatte ich meine Fahrweise auf der zweiten Hälfte bisher etwas ökonomischer gestaltet, aber trotzdem merkte ich die Müdigkeit.

Der Eschweilerhof in der Nachmittagssonne
Die folgenden 16 km auf dem Bliestal-Radweg bis Blieskastel fuhr ich auf Sparflamme: 30er-Schnitt, 161 Watt.

So hatte ich noch genügend Kraft für die letzten Steigungen hoch nach Kirkel, aus Kirkel raus und durch Eschweilerhof sowie am Ende den Franzosenweg. Der fiel mir trotz allem richtig schwer, die Beine waren ganz schön dick.

Am Ende war ich aber zufrieden: Eine schöne Tour, im Zeitplan geblieben war ich auch, und so kam ich noch ohne Stress aufs Weihnachtskonzert des Verkehrsvereins!

Mit der Fahrt heute habe ich immerhin die 5000-km-Schallmauer (Laufen und Radfahren kombiniert) für 2016 durchbrochen - nach 7.394 (2014), 6.819 (2015) und 5.682 (2013) das vierte Jahr in Folge mit mehr als 5.000 km, wobei bis auf 2014, wo ich im ersten Halbjahr verletzungsbedingt fast gar nicht lief, immer so ca. 1.500 km davon Laufkilometer dabei waren. Da ist also noch ein wenig Luft nach oben im Dezember - hoffentlich gibt es noch ein paar schöne Wochenenden zum Radfahren, vor allem für die Rapha Festive 500!

Die Fahrt als Video