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Freitag, 13. Oktober 2017

#granfondo_2017_20 Tour de Ligne Maginot Aquatique


Endlich mal wieder Lothringen!


Die 5.000 Rennrad-Kilometer für 2017 standesgemäß vollendet


Heute verband ich eine Einkaufsfahrt nach Grossbliederstroff mit einer schönen Radrunde nach Lothringen in die Gegend um die Ligne Maginot Aquatique und das dahinter liegende Tal bzw. Einzugsgebiet der Albe.

Zunächst mal ging's das Lixinger Bachtal hoch
Einige Infos zur "Ligne Maginot Aquatique":  Auf Betreiben von André Maginot, des damaligen französischen Kriegsministers, wurde im Januar 1930 das französische Finanzierungsgesetz zur Organisation der Verteidigung der Landesgrenzen erlassen.

Dieses beschloss die flächendeckende Befestigung zweier Regionen, die den gesamten Nordosten Frankreichs abdecken: die befestigte Region von Metz und des Lautertals.

Zwischen beiden Regionen erstreckt sich über rund vierzig Kilometer das so genannte Einfallstor an der Saar gegenüber dem heutigen Saarland, damals ein von Deutschland aufgrund des Versailler Vertrags von 1919 getrenntes Gebiet. Anfang 1935 wurde die Saar wieder an Deutschland angegliedert und der offene Landstrich an der Saar wurde somit zum potenziellen „Einfallstor“ für den Feind.

Um dem abzuhelfen, wurden bereits 1927 Untersuchungen angestellt, um das zwischen den Quellen der Nied in Deutschland und der Saar gelegene „Einfallstor an der Saar“ durch ein natürliches Hindernis zu blockieren: das Wasser.
So hätte die "Ligne maginot aquatique" geflutet ausgesehen

Das Projekt einer Verteidigungslinie in dieser Region beruht auf einem raffinierten System defensiver Flutungen. Anfang 1931 wird das Projekt durch André Maginot abgesegnet, und das Flutungssystem wird von 1932 bis 1934 zwischen Hoste und Wittring errichtet. Da sich die Wasserversorgung im Westen schwieriger darstellte, wurden dort die Wasserläufe zu Panzersperren umgebaut.

Um ihre Wirkung vollständig zu entfalten, mussten die defensiven Flutungsanlagen von der Artillerie beschützt und unter Beschuss gehalten werden können; die Artillerieposten wurden unweit der Hauptverteidigungslinie angeordnet. Entsprechend wurde die Region mit einer Reihe von Kasematten, Bunkern und weiteren Befestigungen versehen. (Quelle: https://www.sarreguemines-tourisme.com/images/Brochures/LaligneMaginotaquatique.pdf).

Zunächst ging's mal durch Grossbliederstroff den Lixinger Bach hoch und über Bousbach und die Höhe von Tenteling ins daneben gelegene Strichbachtal, dann gleich über Dietzling und Metzing wieder hoch nach Guebenhouse, raus aus dem Einzugsgebiet der Saar hin in Richtung des Mutterbachs, eines Nebenbachs der Albe.

Hier wollte ich mal was Neues ausprobieren und mir den Étang de Welschhof ansehen, den ich bisher immer nur aus der Entfernung gesehen hatte.Also bog ich auf die D674 nicht wie gewohnt nach rechts in Richtung Puttelange-aux-Lacs ab, sondern nach links in Richtung Ernestviller/Woustviller, dann rechts auf die Brücke über die A4.

Erste, nicht so schöne Überraschung dabei: Die Straße ist offenbar zurückgebaut und von sehr schlechter Qualität, mit dem Rennrad kaum zu bewältigen. Auch hinter der Brücke wird's nicht besser, und zu allem Überfluß ist die Abfahrt in Richtung See auch noch mit Bremssschwellen überzogen, die mich mächtig durchschüttelten.


Die Brücke über den Étang de Welschhof

Dann aber ist man auf der Brücke über den See, und der Anblick ist traumhaft. Dutzende kleine Fischerhütten im Wasser bieten ein einmaliges Bild. Und noch dazu schien die Sonne bei klarstem Himmel, nur geschmückt von einige Wattewölkchen. Klasse!

Man merkt schon, dass die Gegend mal deutsch war...
Mit dem Rennrad kommt man dann super am Rande des Sees vorbei, überfährt den Deich und landet am Ende in Grundviller (natürlich in der Rue de l'Ètang).

Von dort ging's rüber quer über die D656 nach Rémering-lès-Puttelange und weiter nach Diefenbach, wo ich mir - auch zum ersten Mal - den dortigen Étang de Diefenbach besah (auch hier parkten vor den Häusern rund um den See jede Menge Autos mit saarländischen Kennzeichen).

Danach fuhr ich durch den Wald Richtung Hoste, mittendurch zwischen den beiden Seen "Étang de Hoste-Haut" und "Étang de Hoste-Bas", letzterer ebenfalls ein Fischersee.

Kurz vor Altrippe nah der Wasserscheide Albe/Nied
All diese Seen waren Teil der "Ligne maginot aquatique" - ich fuhr dann weiter über Leyviller, Altrippe und Maxstadt, ehe ich hinter Laning zum höchsten Punkt der Rundfahrt kam, ein Wasserbunker kurz vor Frémestroff.

Nach einer schönen Abfahrt durch Freybouse hinunter auf die D674 ging's dann raus aus dem Einzugsbereich der "deutschen Nied" wieder rüber in Richtung Albetal.

In Hellimer überquerte ich die Zelle, einen Nebenfluß der Albe, und dieselbe kurz danach erstmal in Nelling, dann ging's hoch nach Insming und wieder runter über die Albe zwischen Kappelkinger und Überkinger.

Das Schöne an der Gegend: Richtig flach ist's nicht, es gibt schon Wellen und sogar einige kurze, knackige Anstiege, aber insgesamt rollt es richtig gut. Ich hatte einen Schnitt von über 29 km/h.

Langsam nahte der Abend kurz vor Hirbach
Nun ging es langsam zurück in Richtung Mutterbach, ich wollte dann über den Radweg zwischen Grundviller und Hambach. Es wurde auch langsam dunkel, aber nicht schlimm - Beleuchtung hatte ich ja dabei. So ging's dann über die Rue principale entlang des Étang de Hirbach durch den gleichnamigen Weiler und weiter nach Rémering-lès-Puttelange, wo ich wieder auf den Hinweg traf und diesem bis nach Grundviller folgte, dann ging's über den Radweg entlang und unter der A4 durch nach Hambach, wo ich kurz Pause machte und die Lampen montierte.

Der Rest war einfach: Hambach, Roth, die Rue de la Montagne runter nach Sarreguemines und dann immer entlang der Haupstraße (an den Leinpfad fuhr ich nicht mehr) in Richtung Record.

Am Ende schöne 102,3 km in 3:30h. Mit 242 Watt im Schnitt (257 normalisiert) hab ich mich schon schön ausgepowert, aber nicht entleibt. Wie immer ein sehr befriedigendes Erlebnis! Und endlich die 5.000 km mit dem Rennrad für 2017 voll. Insgesamt (mit Laufen und MTB) sind's noch 150 bis zu den 7.000!











Sonntag, 11. Dezember 2016

115 km mit Staatskanzlei und viel Lothringen




Nach zwei Tagen Pause machte ich mich heute an einen Versuch meines ersten 100-km-Gran Fondo seit fast vier Monaten, als ich im Italien-Urlaub am Monte Baldo unterwegs war.

Der Fischbach in Saarbrücken-Rußhütte
Die Wettervorhersage war so la-la, aber soviel vorweg: Ich hatte Glück. Bis auf einen ganz kurzen Schauer, den ich kaum spürte, blieb mir Regen erspart, gegen Ende zeigte sich sogar die Sonne.

Kurz vor 10 Uhr ging's los, um 11 Uhr musste ich in Saarbrücken in der Staatskanzlei sein, um Bernhard Walzer, unserem SRB-Bahnfachwart, Vorsitzender der RF Homburg und Vater von Bahn-Olympiasieger Andreas Walzer, zur Verleihung der Sportplakette des Saarlandes zu gratulieren.

Über Elversberg, Bildstock, Quierschied, Fischbach, Saarbrücken-Rußhütte ging's in die Landeshauptstadt zur Staatskanzlei.

Bei der Ehrung mit Sportminister Klaus Boullion, Bernhard
Walzer und Homburgs OB Rüdiger Schneidewind
Ich schaffte es locker pünktlich und konnte nach der Verleihung gegen 11.40 Uhr meine Fahrt fortsetzen.

Über die Forbacher Straße anstatt der Metzer Straße (weniger befahren und am Ende mit einem tollen Kopfsteinpflaster-Part, da fühlte man sich wie bei Paris-Roubaix) ging's über die Bellevue in Richtung Goldene Bremm und dann hoch nach Spicheren. Der Himmel zog zu, und es gab für zwei Minuten einen ganz leichten Niesel, aber als der dann aufhörte, war's das mit Regen.

In Spicheren fuhr ich oben aus dem Ort raus und runter nach Etzing ins Tal des Waeschbachs, einens Nebenbachs des Lixinger Bachs, der direkt neben der Großbliederstroffer Schleuse in die Saar fließt.

Die Spicherer Höhen, Schauplatz der berühmten Schlacht 1870
Dann ging's gleich wieder hoch auf die D31 zwischen Behren-lès-Forbach und Kerbach. Dann kam eine lange Abfahrt runter ins Lixinger Bachtal, ehe eine der längste Auffahrten des Tages kam - da trat ich immerhin im Schnitt fast 300 Watt hoch, das stellte mich ganz zufrieden.

Zwischen Cadenbronn und Nousseviller-Saint-Nabor kreuzte ich die Römerstraße, die oben auf der Höhe zwischen den Tälern des Lixinger Bachs und des Strichbachs verläuft.

Sie war ich schon öfter gefahren, unter anderem beim RAID Sarre-Moselle 2015.

Puttelange-aux-Lacs
Runter nach Metzing, und gleich wieder hoch nach Guebenhouse, ehe es Richtung Autobahn A4 ging und dann unter dieser durch nach Puttelange-aux-Lacs. Nun war klar, was mich erwartete: Fast zehn  Kilometer geradeaus mit einigen Wellen in Richtung Sarrealbe, vorbei an der Ligne Maginot Aquatique.

Ich hatte zwischendrin nach 57,5 km auch Bergfest, aber fühlte jetzt schon, dass ich's mal wieder übertrieben hatte.25,8 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, 200 Watt - definitiv zuviel. So nahm ich erstmal ein wenig Druck vom Pedal.

In Sarrealbe angekommen, probierte ich anstatt der Route am Kanal vorbei mal einen neuen Weg - hoch nach Willerwald und dann rechts über die Rue de Herbitzheim. Kurzes und klares Fazit: Not recommended!

Sarrealbe
Die Straße ist nach der bebauten Ortslage superschlecht und für Rennrad kaum geeignet, bestenfalls teilweise - und auch dann nur bedingt.

Man kommt dann irgendwie unten in Herbitzheim raus, fährt unter der Autobahn durch und ist froh, endlich wieder richtigen Aspahlt unter den Reifen zu haben.

Auf dem Stück vorbei am Kanal zwischen Herbitzheim und Wittring kam ich mit 196 Watt Leistung immerhin auf einen Schnitt von 33,4 km/h.

Auf den Höhen zwischen Saar- und Bliestal
Ich sparte dann aber wieder Energie, denn nun stand die schlimmste Steigung des Tages an - kurz, aber brutal.

Auf 1,1 km auf dem Chemin de Wiesviller überwand ich 83 Höhenmeter - und das mit immerhin schon 75 Kilometern in den Beinen. Das ist im Winter was anderes als im Sommer.

Ich war schon ganz schön müde. Trotzdem schaffte ich das Auf und Ab durch Wiesviller und Woelfling-lès-Sarreguemines hoch auf die Hermeskappel-Höhe, dann ging's in rasender Fahrt runter nach Bliesbruck ins Bliestal und dort endlich auf den flachen Radweg.

Ich war ziemlich platt. Zwar hatte ich meine Fahrweise auf der zweiten Hälfte bisher etwas ökonomischer gestaltet, aber trotzdem merkte ich die Müdigkeit.

Der Eschweilerhof in der Nachmittagssonne
Die folgenden 16 km auf dem Bliestal-Radweg bis Blieskastel fuhr ich auf Sparflamme: 30er-Schnitt, 161 Watt.

So hatte ich noch genügend Kraft für die letzten Steigungen hoch nach Kirkel, aus Kirkel raus und durch Eschweilerhof sowie am Ende den Franzosenweg. Der fiel mir trotz allem richtig schwer, die Beine waren ganz schön dick.

Am Ende war ich aber zufrieden: Eine schöne Tour, im Zeitplan geblieben war ich auch, und so kam ich noch ohne Stress aufs Weihnachtskonzert des Verkehrsvereins!

Mit der Fahrt heute habe ich immerhin die 5000-km-Schallmauer (Laufen und Radfahren kombiniert) für 2016 durchbrochen - nach 7.394 (2014), 6.819 (2015) und 5.682 (2013) das vierte Jahr in Folge mit mehr als 5.000 km, wobei bis auf 2014, wo ich im ersten Halbjahr verletzungsbedingt fast gar nicht lief, immer so ca. 1.500 km davon Laufkilometer dabei waren. Da ist also noch ein wenig Luft nach oben im Dezember - hoffentlich gibt es noch ein paar schöne Wochenenden zum Radfahren, vor allem für die Rapha Festive 500!

Die Fahrt als Video