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Montag, 4. Juni 2018

NK-SB-NK, hin durchs Sulzbachtal, zurück durchs Saar- und Bliestal




Dienstfahrt nach Saarbrücken

Mit dem Auto geht's auch nicht wesentlich schneller...


Heute hatte ich eine dienstliche Besprechung im Landtag des Saarlandes - ausnahmsweise erlaubte ich mir einmal eine Verletzung der Kleiderordnung, damit ich mit dem Rad hinfahren konnte.

Entlang der Saar in Höhe des Kraftwerks Römerbrücke
Mit dem Rennrad ins 21 km entfernte und 170 hm niedriger liegende Saarbrücken kann man, wie ich herausfand, bequem mit weniger als 200 Watt Durchschnittsleistung in unter vierzig Minuten fahren!

Nach dem dienstlichen Termin - es war mittlerweile nach 16 Uhr - erlaubte ich mir eine etwas längere Heimfahrt über Sarreguemines, ich wollte dort mal die Brücke über die D662 fahren, die ich bisher noch nie gefahren war.

Auf dem Weg dorthin sah ich in Sarreguemines angekommen auf dem Radweg ein Auto entgegenkommen - ungewöhnlich, dachte ich mir. Es stellte sich heraus, dass dies die Polizei war, hinter dem Wagen gingen mehrere Beamte und durchsuchten das Schilf.

Die Brücke über die Saar (D662) bei Sarreguemines
Ich hatte keine Ahnung, wieso, bis mir einfiel, dass die Nachrichten von einem jungen Mann berichtet hatten, der in der Blies schwimmen wollte, obwohl Hochwasser war.

Wenige hundert Meter später sah ich auf der Wiese neben dem Radweg mehrere Frauen und einige Kinder und Jugendliche laut klagen und weinen. Mir lief es eiskalt de Rücken runter. Später gab es dann wohl die traurige Gewissheit...

Ich musste das eine Zeitlang aus den Kleidern schütteln und verpasste fast die Einfahrt auf die D662, fand aber schließlich die Brücke und den anschließenden Radweg durchs Industrie- und Gewerbegebiet. Letztlich verließ ich Sarreguemines über die D662 und folgte dem Bliestalradweg flußaufwärts bis Blieskastel, dann ging's durchs Kirkeler Bachtal und über den Eschweilerhof heim.

Sonntag, 11. Februar 2018

#tokyo2018 #44 Nochmal langer Lauf am Leinpfad, aber ein bisschen flotter



Bäääääm!

Super langer Lauf mit Rekord-VO²-Max-Wert!


Heute morgen schälte ich mich schon um 6 Uhr aus dem Bett, denn ich wollte früh zu meinem letzten richtig langen Lauf starten (nächste Woche sind's eine Woche vor dem Marathon ja "nur" noch 27 km).

Vorgenommen hatte ich mir eine Wiederholung des Laufs der Woche davor vom Kanu-Club in Saarbrücken, kurz vor dem Kraftwerk Römerbrücke bis nach Sarreguemines an der Pont de Steinbach, wo der Saarkanal so richtig beginnt, und dann dieselbe Strecke zurück.

Kurz vor acht Uhr in Frankreich: Weiße Strecke!
Ich war deshalb so früh dran, weil ich im Abschluss unbedingt noch auf die närrische Verhandlung nach Wellesweiler wollte - vorweggenommen, das klappte auch und hat sich echt gelohnt!

Um 07.30 Uhr ging's also los, und schon auf den ersten Metern spürte ich heftigen Gegenwind und bekam jede Menge Schnee ins Gesicht.

Sollte das so bleiben? Zum Glück nicht, nach fünf Minuten ließ der Schnee nach und hörte zwischenzeitlich sogar ganz auf, und der Wind flaute ein wenig ab, wenn er auch konstant aus der Richtung kam, in die ich unterwegs war.

Egal, dachte ich mir, dann hab ich halt auf dem Rückweg Rückenwind - war auch so.


km 10 bzw. 25 Höhe  Fonderie Lorraine SAS
Ich lief nach Gefühl, Ziel waren eigentlich 5:20/km, aber die 5:13/km kamen mir derart locker aus den Beinen, dass ich dabei blieb.

Auf dem Rückweg, nun mit dem Wind im Rücken, musste ich sogar bewusst bremsen, um nicht zu schnell zu werden.

Ab dem "alten Kran" bei Grossbliederstroff auf Höhe des Betriebsgeländes der Fonderie Lorraine SAS (übrigens ein Joint Venture der ZF Friedrichshafen AG und der VOIT Automotive GmbH unter Technologieführerschaft der VOIT Automotive und ein tolles Beispiel für den gemeinsamen Wirtschaftsraum SaarLorLux und die klasse grenzüberschreitende Zusammenarbeit!) löste ich dann die Handbremse und testete mal meine Tempohärte aus. Ziel waren eigentlich 4:40/km, aber ich lief ganz locker und ohne jedes Problem im Bereich 4:25-4:27/km, so dass ich dabei blieb, bis die 35 km voll waren.

Am Ende stand eine 2:55er-Zeit, ein Gesamtschnitt von 5:00/km. Ich war sehr zufrieden. Vor allem machte die Muskulatur das Ganze super mit, und am Ende warf mir meine Garmin noch eine neue Rekordmarke für den VO²-Max-Wert aus: 62!

Wahnsinn, letzte Woche hatte ich mit der 60 erstmals die "6" vorne, und jetzt das. Die Uhr prophezeit mir sogar eine Marathonbestzeit von 2:38:06! Spätestens da weiß ich dann aber, dass das schon sehr pseudowissenschaftlich ist...

Trotzdem: Das sieht gut aus! Ich werde vielleicht beim Training diese Woche noch ein bisschen vorsichtig bleiben und die Intervalle am Donnerstag (3*5 km im Marathontempo) lieber etwas langsamer laufen (4:25/km oder so) um mit dem Muskel nichts zu riskieren. Dass es notfalls auch schneller geht, weiß ich jetzt!

Was meine Gesamtlaufleistung seit meinem "Comeback" als Läufer Ende 2008 angeht, habe ich heute die 14.000 km überwunden. Bis Ende des Jahres (zum zehnjährigen) will ich wie gesagt bei 15.000 km sein!

Sonntag, 4. Februar 2018

#tokyo2018 #38 Langer Lauf am Leinpfad


Längster Lauf der Vorbereitung - Ausgabe 1/2

Von Saarbrücken nach Sarreguemines und zurück



Start war am "Huwel" beim Durchstich unter der A620
Heute hätte eigentlich der obligatorische Test-Halbmarathon zum Abschluss der siebten von zehn Trainingswochen auf dem Plan gestanden.

Nachdem ich mir aber vor 14 Tagen in Köln beim zweiten angesetzten Testlauf den biceps fermoris im linken Oberschenkel verletzt habe (ob's "nur" eine Verhärtung war oder sogar ein leichter Riss, weiß ich bis heute nicht), habe ich nach zwei Tagen Pause mit ruhigem, aber beständigem Laufen den Muskel wieder einigermaßen stabilisiert, auch dank der Hilfe meines Physios Jörg-Hüther Funk und meines Freundes und Docs Mark Neufang. Ich vermeide seitdem aber schnellere Läufe als 4:45/km, Steigerungen und Antritte - offenbar der richtige Ansatz, denn der Muskel erholt sich offenbar.

Ein Testhalbmarathon mit 4:00/km wollte ich dem biceps fermoris aber auf keinen Fall zumuten - ich weiß, wie schnell ich laufen kann, dafür bin ich schon lange genug "im Geschäft", und je mehr Zeit seit der Verletzung vergeht, bis ich wieder richtig belaste, desto besser.

Der Leinpfad war immer noch gezeichnet vom Hochwasser
Lieber schone ich die Fasern bis zum 25.02. und entscheide wohl erst in Tokyo, ob ich's riskiere und es mit der Pace 4:15/km über 42,195 km probiere - oder ob ich eher defensiv laufe und keine erneute Verletzung riskiere.

Nach meinem Körpergefühl wäre jedenfalls ein so schnelles Laufen schon heute viel zu früh und nicht gut für den Muskel. Also habe ich lieber den langen Lauf vom nächsten Sonntag heute schon gemacht und werde ihn am nächsten Sonntag - dann plangemäß - wiederholen.

Heute ging's von Saarbrücken nach Sarreguemines - eine Strecke, die ich sowohl vom Deutsch-Französischen Halbmarathon, der regelmäßig um März stattfindet, wie von unzähligen Radfahrten wie aus dem Effeff kenne.

Vom Saarbrücker Kanu-Club in Sankt Arnual bis zur Pont de Steinbach am Ortsausgang von Sarreguemines in Richtung Rémelfing sind's genau 17,5 km, hin und zurück also 35.

Zusammenfluß von Blies und Saar in Sarreguemines
Ich lief gegen 10.30 Uhr los, auf den Ohren "Eine kurze Geschichte der Menschheit" des Universalhistorikers Yuval Noah Harari. Total interessant!

U.a. vertritt Harari die These, von seinen psychischen und organischen Voraussetzungen her sei der Mensch noch immer ein Jäger und Sammler.

Unsere heutige Lebensform bezeichnet er als Selbstversklavung. Jetzt versteh ich viel besser, warum ich so gerne laufe...


Zwischen km 13 und 15 hatte ich heute einen kleinen Hänger, danach lief's aber wie geschmiert, vor allem die letzten zehn Kilometer in etwas schnellerer Pace. Das machte auch der Oberschenkel problemlos mit!

Interessant, was man auf der Strecke so alles sieht, wenn man nicht mit dem Rad und 25-30 km/h unterwegs ist.

Kurz vorm Wendepunkt - hinten die Pont de Steinbach
Den Zufluß des Strichbachs in die Saar in Sarreguemines  erkannte ich erstmals so richtig, ebenso den des Lixinger Bachs in Grossbliederstroff.

Auch total schön - eine Darstellung des Verlaufs der Saar von "Saarelouis" bis nach Sarrealbe an der Mauer gegenüber des Port de plaisance in Sarreguemines mit einer kurzen Darstellung aller Kommunen am Flusslauf nebst ihrer Sehenswürdigkeiten.

Auf dem Rückweg setzte mir neben dem Gegenwind vor allem der einsetzende Schnee- und Graupelfall ein wenig zu.

Kurz vor Grossbliederstroff bei km 25 schaltete ich dann einen Gang höher auf ein Tempo so um die 4:37/km, was der Muskel problemlos mitmachte. Ich konnte das Tempo auch gut halten.

So war ich knapp 3 Stunden nach dem Start wieder zurück in Saarbrücken. Das hat richtig Spaß gemacht!

Aller Voraussicht nach mach ich genau das Gleiche nächsten Sonntag noch einmal!

Schöner Nebeneffekt: Meine Garmin fenix 3 zeigte mir einen VO²Max-Wert von 60 an.

Die "6" hatte ich noch nie vorne, seit ich Laufuhren nutze, die den Wert ermitteln.

Viel drauf geben sollte man nicht, die "Messung" ist keine wissenschaftliche und eher als "Schätzung" zu verstehen, aber einen groben Hinweis gibt sie schon!

Morgen geht's dann weiter mit einem lockeren Lauf über 70 Minuten in 5:40/km, wahrscheinlich in der Mittagspause.

Freitag, 13. Oktober 2017

#granfondo_2017_20 Tour de Ligne Maginot Aquatique


Endlich mal wieder Lothringen!


Die 5.000 Rennrad-Kilometer für 2017 standesgemäß vollendet


Heute verband ich eine Einkaufsfahrt nach Grossbliederstroff mit einer schönen Radrunde nach Lothringen in die Gegend um die Ligne Maginot Aquatique und das dahinter liegende Tal bzw. Einzugsgebiet der Albe.

Zunächst mal ging's das Lixinger Bachtal hoch
Einige Infos zur "Ligne Maginot Aquatique":  Auf Betreiben von André Maginot, des damaligen französischen Kriegsministers, wurde im Januar 1930 das französische Finanzierungsgesetz zur Organisation der Verteidigung der Landesgrenzen erlassen.

Dieses beschloss die flächendeckende Befestigung zweier Regionen, die den gesamten Nordosten Frankreichs abdecken: die befestigte Region von Metz und des Lautertals.

Zwischen beiden Regionen erstreckt sich über rund vierzig Kilometer das so genannte Einfallstor an der Saar gegenüber dem heutigen Saarland, damals ein von Deutschland aufgrund des Versailler Vertrags von 1919 getrenntes Gebiet. Anfang 1935 wurde die Saar wieder an Deutschland angegliedert und der offene Landstrich an der Saar wurde somit zum potenziellen „Einfallstor“ für den Feind.

Um dem abzuhelfen, wurden bereits 1927 Untersuchungen angestellt, um das zwischen den Quellen der Nied in Deutschland und der Saar gelegene „Einfallstor an der Saar“ durch ein natürliches Hindernis zu blockieren: das Wasser.
So hätte die "Ligne maginot aquatique" geflutet ausgesehen

Das Projekt einer Verteidigungslinie in dieser Region beruht auf einem raffinierten System defensiver Flutungen. Anfang 1931 wird das Projekt durch André Maginot abgesegnet, und das Flutungssystem wird von 1932 bis 1934 zwischen Hoste und Wittring errichtet. Da sich die Wasserversorgung im Westen schwieriger darstellte, wurden dort die Wasserläufe zu Panzersperren umgebaut.

Um ihre Wirkung vollständig zu entfalten, mussten die defensiven Flutungsanlagen von der Artillerie beschützt und unter Beschuss gehalten werden können; die Artillerieposten wurden unweit der Hauptverteidigungslinie angeordnet. Entsprechend wurde die Region mit einer Reihe von Kasematten, Bunkern und weiteren Befestigungen versehen. (Quelle: https://www.sarreguemines-tourisme.com/images/Brochures/LaligneMaginotaquatique.pdf).

Zunächst ging's mal durch Grossbliederstroff den Lixinger Bach hoch und über Bousbach und die Höhe von Tenteling ins daneben gelegene Strichbachtal, dann gleich über Dietzling und Metzing wieder hoch nach Guebenhouse, raus aus dem Einzugsgebiet der Saar hin in Richtung des Mutterbachs, eines Nebenbachs der Albe.

Hier wollte ich mal was Neues ausprobieren und mir den Étang de Welschhof ansehen, den ich bisher immer nur aus der Entfernung gesehen hatte.Also bog ich auf die D674 nicht wie gewohnt nach rechts in Richtung Puttelange-aux-Lacs ab, sondern nach links in Richtung Ernestviller/Woustviller, dann rechts auf die Brücke über die A4.

Erste, nicht so schöne Überraschung dabei: Die Straße ist offenbar zurückgebaut und von sehr schlechter Qualität, mit dem Rennrad kaum zu bewältigen. Auch hinter der Brücke wird's nicht besser, und zu allem Überfluß ist die Abfahrt in Richtung See auch noch mit Bremssschwellen überzogen, die mich mächtig durchschüttelten.


Die Brücke über den Étang de Welschhof

Dann aber ist man auf der Brücke über den See, und der Anblick ist traumhaft. Dutzende kleine Fischerhütten im Wasser bieten ein einmaliges Bild. Und noch dazu schien die Sonne bei klarstem Himmel, nur geschmückt von einige Wattewölkchen. Klasse!

Man merkt schon, dass die Gegend mal deutsch war...
Mit dem Rennrad kommt man dann super am Rande des Sees vorbei, überfährt den Deich und landet am Ende in Grundviller (natürlich in der Rue de l'Ètang).

Von dort ging's rüber quer über die D656 nach Rémering-lès-Puttelange und weiter nach Diefenbach, wo ich mir - auch zum ersten Mal - den dortigen Étang de Diefenbach besah (auch hier parkten vor den Häusern rund um den See jede Menge Autos mit saarländischen Kennzeichen).

Danach fuhr ich durch den Wald Richtung Hoste, mittendurch zwischen den beiden Seen "Étang de Hoste-Haut" und "Étang de Hoste-Bas", letzterer ebenfalls ein Fischersee.

Kurz vor Altrippe nah der Wasserscheide Albe/Nied
All diese Seen waren Teil der "Ligne maginot aquatique" - ich fuhr dann weiter über Leyviller, Altrippe und Maxstadt, ehe ich hinter Laning zum höchsten Punkt der Rundfahrt kam, ein Wasserbunker kurz vor Frémestroff.

Nach einer schönen Abfahrt durch Freybouse hinunter auf die D674 ging's dann raus aus dem Einzugsbereich der "deutschen Nied" wieder rüber in Richtung Albetal.

In Hellimer überquerte ich die Zelle, einen Nebenfluß der Albe, und dieselbe kurz danach erstmal in Nelling, dann ging's hoch nach Insming und wieder runter über die Albe zwischen Kappelkinger und Überkinger.

Das Schöne an der Gegend: Richtig flach ist's nicht, es gibt schon Wellen und sogar einige kurze, knackige Anstiege, aber insgesamt rollt es richtig gut. Ich hatte einen Schnitt von über 29 km/h.

Langsam nahte der Abend kurz vor Hirbach
Nun ging es langsam zurück in Richtung Mutterbach, ich wollte dann über den Radweg zwischen Grundviller und Hambach. Es wurde auch langsam dunkel, aber nicht schlimm - Beleuchtung hatte ich ja dabei. So ging's dann über die Rue principale entlang des Étang de Hirbach durch den gleichnamigen Weiler und weiter nach Rémering-lès-Puttelange, wo ich wieder auf den Hinweg traf und diesem bis nach Grundviller folgte, dann ging's über den Radweg entlang und unter der A4 durch nach Hambach, wo ich kurz Pause machte und die Lampen montierte.

Der Rest war einfach: Hambach, Roth, die Rue de la Montagne runter nach Sarreguemines und dann immer entlang der Haupstraße (an den Leinpfad fuhr ich nicht mehr) in Richtung Record.

Am Ende schöne 102,3 km in 3:30h. Mit 242 Watt im Schnitt (257 normalisiert) hab ich mich schon schön ausgepowert, aber nicht entleibt. Wie immer ein sehr befriedigendes Erlebnis! Und endlich die 5.000 km mit dem Rennrad für 2017 voll. Insgesamt (mit Laufen und MTB) sind's noch 150 bis zu den 7.000!











Samstag, 19. August 2017

Rund um Sarreguemines






Technische Probleme, aber schöne Runde


Trotz Doppelplatt mit DNF: Das hat Spaß gemacht!


Ja ja, Tubeless mit dem Rennrad. Ein schöner Traum, solange er andauerte. War ich zu Beginn noch hochbegeistert von den Schwalbe One Tubeless (mit dem ersten Set bin ich über 3.000 km ohne Zwischenfall gefahren), so sind die Erfahrungen der letzten Zeit weniger toll.

Die Route de Woustviller in Sarreguemines
Heute erwischte es mich auf der Straße von Scheidt nach Brebach. Ohne Vorwarnung verlor der Hinterreifen erst Milch, dann Luft (Abdichten Fehlanzeige). Kein Problem, dachte ich: Reifen abschälen, saubermachen, Schlauch rein, aufpumpen. Aufpumpen? Die neue Bontrager Air Rush versagte zuerst den Dienst, dann verlor die Patrone langsam Druck, aber in den Reifen bekam ich nichts. Handpumpe? Klar, nicht dabei.

Ich rief die Heimwerkstatt an, meine Frau machte sich gleich auf den Weg. Glücklicherweise traf ich einen anderen Radfahrer, der mir seine Pumpe lieh, so konnte ich schon mal vorpumpen und warten, bis meine Frau kam, dann gab's mit der Standpumpe ordentlichen Druck und weiter gings.

Ich fuhr die Saar entlang bis an den Ipplingerbach, dann ging's über die Rue de Woustviller in Richtung Woustviller. Die Straße ist für Autos gesperrt und rollt toll in Richtung Ort, dort ging's dann bergan auf die D674 (Rue de Sarreguemines) Richtung N61 und nach ca. 150m rechts rein auf einen durchasphaltierten Feldweg, der einen dann zunächst parallel zur N61, dann aber über diese führt, und schon ist man in Hambach.

Zwischen Hambach und Neufgrange
Dort suchte ich mir den Weg in Richtung Neufgrange (Rue de Siltzheim), wo man wunderschöne Ausblicke genießen kann. In Neufgrange ging's dann links und auf dem Radweg runter zur Saar. Dann die Saar entlang und zurück wie hin.

In St. Ingbert hatte ich wieder Pech: Beim zu harten Überfahren eines Bordsteines platzte der Hinterreifen erneut, ich war "out of options" und musste schon wieder meine Mechanikerin, mit der ich seit 22 Jahren und 51 Wochen verheiratet bin, anrufen.

Sie fuhr natürlich gleich los, um mich aus meiner misslichen Lage zu befreien. So blieb mir als Trost wenigstens der 30er Schnitt!

Trotz allem: Schöne Runde!

Sonntag, 29. Januar 2017

Blies, Saar, Achenbach, Bickenalb


Erster Hunderter im neuen Jahr!

Das war knapp - kurz vor dem Ablauf des Januar, der ja von frostigen Temperaturen beherrscht war, habe ich es doch noch geschafft, einen "Gran Fondo", also eine Rennradfahrt von 100 km oder mehr, hinzubekommen.

Wofür mir diese Fahrt heute in Erinnerung bleiben wird, ist allerdings ein weniger schönes Erlebnis:

Ich fuhr zunächst mal, nachdem ich mich über Spiesen, Rohrbach und das Kirkeler Bachtal warmgefahren hatte, das Bliestal hinab. Ich blieb auf der Hauptstraße bzw. die sie begleitenden Radspuren, weil gerade die verschatteten und windgeschützten Bereiche des Bliestal-Radweges, so dachte ich mir, bestimmt noch problematisch sein würden.

Ortsausgangs Breitfurt sah ich es dann auch: Flächig weiß, mit viel Windbruch drauf, mit Schildern gesperrt bzw. vorm Befahren gewarnt - gut, dass ich auf der freien Hauptstraße war, dachte ich mir.

Als es dann aus Herbitzheim raus auf eine leichte Anhöhe und von dort in die Abfahrt nach Gersheim ging, passierte es: Ich fuhr mit ca. 35 km/h in den Ort rein, als plötzlich ein parkender großer VW mit IGB-Nummernschild, ohne auf mich zu achten, rückwärts auf die Straße ausparkte. Ich musste stark bremsen, konnte einen Sturz zwar verhindern, aber warf in einer Geste des Ärgers beide Hände in die Luft, als ich zum Stehen kam. Der Schwung aus der Abfahrt war weg, ich musste neu antreten, aber egal, Hauptsache nichts passiert.

Nachdem ich die Blies überquert hatte und fast schon wieder raus aus Gersheim war, fuhr mich der VW von hinten auf und überholte, der Beifahrer streckte den Kopf aus dem Fenster und schmetterte mir ein "Doo dafoor iss da Radwech doo!" entgegen, ehe er und der Fahrer mutig das Weite suchten.

Ich hätte ihm gern erklärt, dass der Radweg nicht zu befahren war, und selbst wenn er es gewesen wäre, ich jedes Recht habe, die Straße genauso zu benutzen wie er mit seiner CO²-Schleuder. Aber wahrscheinlich hätte ich genauso gut einem Ochsen ins Horn petzen können.

Ganz ehrlich: Was kann ich dafür, wenn der Fahrer nicht aufmerksam genug ist, um ein sich von hinten näherndes Fahrrad zu sehen? Darf er dem also die Vorfahrt nehmen, weil sein Fahrer nicht den Radweg benutzt? Was denken sich solche Leute? Dass die Straße nur den Autos gehört? Wenn ja, empfehle ich dringend mal die Lektüre der StVO. Traurig, einfach traurig.

Am Ortsausgang von Bliesbruck
Ich ließ mir aber die gute Laune nicht verderben, zumal ich mit einem 27,5er-Schnitt für Ende Januar ganz flott unterwegs war. Über Reinheim ging's nach Bliesbruck und Blies-Ébersing, dann links ab raus aus dem Bliestal hoch nach Sarreguemines über die Rue de Blies-Ebersing ins Stadtviertel Folpersviller, vorbei an der Kapelle der heiligen Barbara und zum Ende des Bliestal-Radweges, dann wieder raus aus Folpersviller und rein ins Industriegebiet von Sarreguemines. Den ersten Teil der Strecke bis zur Einmündung des Radweges auf die Hauptstraße war ich auch noch nie gefahren!

Von hier suchte ich mir den Weg nach Sarreinsming runter an die Saar, von wo aus ich den Anstieg nach Wiesviller in Angriff nehmen wollte. Da war ich letztmals vor fast drei Jahren hochgefahren und konnte mich schon fast nicht mehr erinnern!

Ortsausgangs Wiesviller probierte ich was neues aus: Kurz nach dem Ortsanfang von Woelfling-lès-Sarreguemines folgte ich erstmals der "Rue de la Forêt", um so auf die alte Römerstraße nach Gros-Rèderching zu kommen. Am Ende des Ortes ändert sie ihren Namen in "Rue des Étangs".

Die Saar (hinten der Kanal) bei Sarreinsming
Die Straße ist durchgehend asphaltiert, erschließt einige Gehöfte und führt entlang und mehrfach über den jungen Schwarzbach auf den Höhenzug, der das Achetal vom Schwarzbachtal trennt.

Mein Problem: Je höher ich kam, umso höher wurde in diesem wind- und sonnengeschützten Bereich dann doch der Resteisanteil auf der Straße.

Anfangs konnte man sich noch Rinnen aussuchen, aber auf der Höhe, wo man links abbiegen muss und an einigen riesigen Windmühlen vorbeikommt, war die Eisfläche praktisch geschlossen.

Ich kam mir fast vor wie die armen Jungs und Mädels bei der Cross-WM in Bieles (LUX) am gestrigen Tag, die mit ähnlich widrigen Bedingungen zu kämpfen hatten, und schlitterte mich durch in Richtung "Route Romaine".

Blick auf der Route Romaine nach Osten
Mit etwas Glück und etwas weniger, aber genügend Geschick vermied ich das eine oder andere Mal einen Sturz - puh!

Als ich dann endlich die schnurgerade Römerstraße erreicht hatte, ging's bis auf wenige, kurze Rest-Eis-Stücke. Von da oben kann man weit blicken, und ich erkannte in der Ferne den mächtigen Getreidesilo der L.O.R.C.A (Lorraine Céréales Approvisionnement) an der D84 bei Rohrbach-lès-Bitche.

Die "Rue Romaine" mündet quasi an der Brücke über die junge Ache am Ortseingang von Gros-Réderching auf die "Rue Principale", die Hauptstraße durch den Ort - auf den letzten Metern in der bebauten Ortslage heißt sie dann "Rue des Vergers". Nun befand ich mich wieder auf bekanntem Geläuf. Ich blieb nicht lange auf der Hauptstraße, sondern bog noch im Ort auf den Radweg nach Guising ab - es ging vorbei an der "Ferme d'Olferding" hoch auf die Wasserscheide zwischen Achenbach- und Bickenalbtal - mit 386 m über N.N. dem höchsten Punkt der Tour.

Nun waren es noch ca. 45 km bis nach Hause, und größtenteils sollte es, zumindest bis auf die letzten 10 km, erstmal bergab gehen!

Panoramablick von der Wasserscheide Achenbachtal/Bickenalbtal
Das war auch nötig. Ich hatte mich, was meine Leistungsfähigkeit anging, doch arg verschätzt. Eigentlich wollte ich einen 26,5er Schnitt fahren, aber am Ende des Tages lag ich da doch fette 2 km/h drunter.

Trotzdem rollte es ganz gut das Bickenalbtal hinab, die Strecke bin ich nun aber auch schon zigmal gefahren. Dann ging's durch Zweibrücken-Langental und -Bubenhausen, Einöd und Wörschweiler, Limbach, Kohlhof und Furpach heim.

Am Ende war ich doch ziemlich fertig. Aber für den ersten "Gran Fondo" 2017 bin ich dann doch zufrieden...