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Sonntag, 10. Juni 2018

#granfondo_2018_06 Sternfahrt RTF Riegelsberg mit Bliestal


Dritter Wochenhunderter

Mit Mark als Sternfahrer nach Riegelsberg - und dann ab über Saar und Blies!

 


Nebliger Start am Neunkircher Bahnhof
Zum Abschluss einer schönen Rennradwoche wollte ich meinen dritten Hunderter machen - aber nicht wie die beiden ersten mit dem ersten Hahnenschrei, sondern zu zivileren Starzeiten. schließlich war Sonntag.

Schön, dass mein Freund Mark Neufang auch Zeit und Lust hatte. So fuhr ich ihn nach Wiebelskirchen abholen, und wir starteten in Richtung Riegelsberg, um zur dortigen RTF eine Sternfahrt mit kleinem Umweg auf dem Heimweg zu machen - durchs Saar- und Bliestal.

Es war noch leicht neblig im Bliestal nach den Unwettern der Vortage, das Wetter sollte sich aber bessern - später war es eigentlich perfekt. Mark und ich fuhren zunächst über Schiffweiler nach Heiligenwald, dann über die Göttelborner Höhe in Richtung Riegelsberg.

Bei Burbach - his English makes him so easy nobody after!
Beim Einschreiben in Walpershofen hatte ich noch die Gelegenheit zu einem längeren Gespräch mit meinem Vizepräsidenten und guten Freund Günter Eisenbach, ehe es für Mark und mich wieder auf die Strecke ging - und es rollte prima, den Rest der Runde sollten wir in einem glatten 30er-Schnitt bewältigen!

Über Köllerbach und Püttlingen ging's nach Völklingen und an die Saar, dann durch Saarbrücken und bis nach Sarreguemines.

Dort zeigte ich Mark die Auffahrt auf die D662, in dem Gewirr der Straßen hinterher verfuhr ich mich aber mal wieder - ich muss wohl noch ein paar Mal nach Sarreguemines fahren, bis ich lerne, mich da richtig auszukennen.

In "Saarbrigge"
Schließlich kamen wir aber auf den Bliestalradweg, trafen noch Sven, der in die Gegenrichtung unterwegs war, und zogen das Tempo auf dem Weg ab Herbitzheim nochmal richtig an.

Später ging's über Lautzkirchen und Kirkel nach Hause. Schöne Runde!


Sonntag, 20. Mai 2018

Sternfahrt RTF Ford Saarlouis


Fast schon wieder ein Granfondo...

Flach zu den FORD-Werken Saarlouis, hügelig zurück!


Heute wagte ich mich erstmals seit langem wieder an eine Strecke von nahezu 100 km. Die bisherigen Versuche meines Comebacks auf dem Rennrad waren ja vielversprechend, und heute sollte der erste echte Härtetest bestanden werden.

Das alte Schleusenwärterhaus an der Saar
Ich rollte über Spiesen-Elversberg los ins Sulzbachtal und war mir nix, Dir nix in Saarbrücken.

Eine kurze Esspause machte ich nahe der Westspange. Dort steht das alte Schleusenwärterhaus wie eine Spinne auf vielen Beinen. Architektonisch ein interessantes Objekt, doch gibt's leider Stillstand in Sachen Nutzung.

Leider hatte ich nicht auf den Akkuladestand meines Tachos geachtet - als ich die 13% sah, war mir klar, dass ich bestenfalls noch die Hinfahrt damit aufzeichnen konnte.

Es rollte gut - bis Saarlouis konnte ich einen 30er-Schnitt problemlos halten. Na ja, viel flacher geht ja auch nicht. In Saarlouis quatschte ich noch ein wenig mit Peter von der Orga und einigen Fahrerinnen und Fahrern, ehe es dann über Saarwellingen, Schwarzenholz und Heusweiler zurück ging. Ich überkletterte die Göttelborner Höhe, der Schnitt sank, aber die Stimmung nicht.

Über Merchweiler, Bildstock und Niederneunkirchen ging es dann wieder nach Hause.




Samstag, 24. März 2018

Freundschaftsbrücke-Bliesransbach-Ochsenbachklamm-Mandelbachtal


Auf neuen Wegen mehr erleben!


Einige neue Verbindungen in der Kopfkarte geknüpft...


Mein erst zweiter Rennradausritt in diesem Jahr führte mich anfangs über bekannte Wege das Rohrbachtal hinab und entlang der Saar auf der Südseite durch Frankreich bis nach Grossbliederstroff. Das änderte sich aber dort, denn an der Saar fuhr ich zum ersten Mal über die Freundschaftsbrücke und dann durch Auersmacher, dort die Kapellenstraße hoch (eine nette Steigung aus dem Saartal heraus!) und dann über die Saarlandstraße in Richtung Sitterswald.

Die Freundschaftsbrücke zwischen Grossbliederstroff (F)
und Kleinblittersdorf (D)
Ebenfalls zum ersten Mal bog ich dann, als ich im Bliestal war, kurz nach der Überquerung des Brucherbachs nach links auf den asphaltierten Feldweg ein, über den ich die Ortslage von Bliesransbach erreichte.

Über den "Ecken" erreichte ich die L105 nahe dem westlichen Ortseingang und fuhr durch die Ortsmitte in Richtung Alfred-Döblin-Weg, der an den berühmten deutschen Schriftsteller ("Berlin Alexanderplatz") erinnert.

Döblin hielt sich während seiner Zeit als Lazarettarzt in Sarreguemines während des ersten Weltkriegs des öfteren in Bliesransbach auf.

Vom Weg kam ich wieder ins Bliestal und machte mich in Bliesmengen-Bolchen erneut an die Herausforderung Ochsenbachklamm entlang der Naturbühne Gräfinthal.

Blick auf Bliesransbach vom Alfred-Döblin-Weg aus
Dieses steile und anspruchsvolle Stück wollte ich im Dezember bereits fahren, allerdings hinderten mich im oberen Bereich massive Eisplatten daran. Heute nicht!

Eine weitere Premiere gab's dann auf der Höhe. Zum ersten Mal fuhr ich über den asphaltierten Feldweg vorbei an dem optischen Telegrafen oberhalb von Behelfsheim steil hinunter ins Mandelbachtal. Diese Steigung werde ich demnächst mal erklimmen müssen!

Der Rest der Strecke war bekannt: Durch Behelfsheim und Wittersheim ging's nach Erfweiler-Ehlingen und dort über die Römerstraße ab unterhalb des Römerturms durchs obere Mandelbachtal nach Biesingen, runter nach Alschbach und über Lautzkirchen, das Kirkeler Bachtal und den Eschweilerhof heim.

Am Ende hatte ich auf knapp über 70 km gut über 1.000 hm gesammelt! Und das Wetter hat ja auch gestimmt, so war's eine schöne und erlebnisreiche Fahrt.

Sonntag, 11. Februar 2018

#tokyo2018 #44 Nochmal langer Lauf am Leinpfad, aber ein bisschen flotter



Bäääääm!

Super langer Lauf mit Rekord-VO²-Max-Wert!


Heute morgen schälte ich mich schon um 6 Uhr aus dem Bett, denn ich wollte früh zu meinem letzten richtig langen Lauf starten (nächste Woche sind's eine Woche vor dem Marathon ja "nur" noch 27 km).

Vorgenommen hatte ich mir eine Wiederholung des Laufs der Woche davor vom Kanu-Club in Saarbrücken, kurz vor dem Kraftwerk Römerbrücke bis nach Sarreguemines an der Pont de Steinbach, wo der Saarkanal so richtig beginnt, und dann dieselbe Strecke zurück.

Kurz vor acht Uhr in Frankreich: Weiße Strecke!
Ich war deshalb so früh dran, weil ich im Abschluss unbedingt noch auf die närrische Verhandlung nach Wellesweiler wollte - vorweggenommen, das klappte auch und hat sich echt gelohnt!

Um 07.30 Uhr ging's also los, und schon auf den ersten Metern spürte ich heftigen Gegenwind und bekam jede Menge Schnee ins Gesicht.

Sollte das so bleiben? Zum Glück nicht, nach fünf Minuten ließ der Schnee nach und hörte zwischenzeitlich sogar ganz auf, und der Wind flaute ein wenig ab, wenn er auch konstant aus der Richtung kam, in die ich unterwegs war.

Egal, dachte ich mir, dann hab ich halt auf dem Rückweg Rückenwind - war auch so.


km 10 bzw. 25 Höhe  Fonderie Lorraine SAS
Ich lief nach Gefühl, Ziel waren eigentlich 5:20/km, aber die 5:13/km kamen mir derart locker aus den Beinen, dass ich dabei blieb.

Auf dem Rückweg, nun mit dem Wind im Rücken, musste ich sogar bewusst bremsen, um nicht zu schnell zu werden.

Ab dem "alten Kran" bei Grossbliederstroff auf Höhe des Betriebsgeländes der Fonderie Lorraine SAS (übrigens ein Joint Venture der ZF Friedrichshafen AG und der VOIT Automotive GmbH unter Technologieführerschaft der VOIT Automotive und ein tolles Beispiel für den gemeinsamen Wirtschaftsraum SaarLorLux und die klasse grenzüberschreitende Zusammenarbeit!) löste ich dann die Handbremse und testete mal meine Tempohärte aus. Ziel waren eigentlich 4:40/km, aber ich lief ganz locker und ohne jedes Problem im Bereich 4:25-4:27/km, so dass ich dabei blieb, bis die 35 km voll waren.

Am Ende stand eine 2:55er-Zeit, ein Gesamtschnitt von 5:00/km. Ich war sehr zufrieden. Vor allem machte die Muskulatur das Ganze super mit, und am Ende warf mir meine Garmin noch eine neue Rekordmarke für den VO²-Max-Wert aus: 62!

Wahnsinn, letzte Woche hatte ich mit der 60 erstmals die "6" vorne, und jetzt das. Die Uhr prophezeit mir sogar eine Marathonbestzeit von 2:38:06! Spätestens da weiß ich dann aber, dass das schon sehr pseudowissenschaftlich ist...

Trotzdem: Das sieht gut aus! Ich werde vielleicht beim Training diese Woche noch ein bisschen vorsichtig bleiben und die Intervalle am Donnerstag (3*5 km im Marathontempo) lieber etwas langsamer laufen (4:25/km oder so) um mit dem Muskel nichts zu riskieren. Dass es notfalls auch schneller geht, weiß ich jetzt!

Was meine Gesamtlaufleistung seit meinem "Comeback" als Läufer Ende 2008 angeht, habe ich heute die 14.000 km überwunden. Bis Ende des Jahres (zum zehnjährigen) will ich wie gesagt bei 15.000 km sein!

Sonntag, 4. Februar 2018

#tokyo2018 #38 Langer Lauf am Leinpfad


Längster Lauf der Vorbereitung - Ausgabe 1/2

Von Saarbrücken nach Sarreguemines und zurück



Start war am "Huwel" beim Durchstich unter der A620
Heute hätte eigentlich der obligatorische Test-Halbmarathon zum Abschluss der siebten von zehn Trainingswochen auf dem Plan gestanden.

Nachdem ich mir aber vor 14 Tagen in Köln beim zweiten angesetzten Testlauf den biceps fermoris im linken Oberschenkel verletzt habe (ob's "nur" eine Verhärtung war oder sogar ein leichter Riss, weiß ich bis heute nicht), habe ich nach zwei Tagen Pause mit ruhigem, aber beständigem Laufen den Muskel wieder einigermaßen stabilisiert, auch dank der Hilfe meines Physios Jörg-Hüther Funk und meines Freundes und Docs Mark Neufang. Ich vermeide seitdem aber schnellere Läufe als 4:45/km, Steigerungen und Antritte - offenbar der richtige Ansatz, denn der Muskel erholt sich offenbar.

Ein Testhalbmarathon mit 4:00/km wollte ich dem biceps fermoris aber auf keinen Fall zumuten - ich weiß, wie schnell ich laufen kann, dafür bin ich schon lange genug "im Geschäft", und je mehr Zeit seit der Verletzung vergeht, bis ich wieder richtig belaste, desto besser.

Der Leinpfad war immer noch gezeichnet vom Hochwasser
Lieber schone ich die Fasern bis zum 25.02. und entscheide wohl erst in Tokyo, ob ich's riskiere und es mit der Pace 4:15/km über 42,195 km probiere - oder ob ich eher defensiv laufe und keine erneute Verletzung riskiere.

Nach meinem Körpergefühl wäre jedenfalls ein so schnelles Laufen schon heute viel zu früh und nicht gut für den Muskel. Also habe ich lieber den langen Lauf vom nächsten Sonntag heute schon gemacht und werde ihn am nächsten Sonntag - dann plangemäß - wiederholen.

Heute ging's von Saarbrücken nach Sarreguemines - eine Strecke, die ich sowohl vom Deutsch-Französischen Halbmarathon, der regelmäßig um März stattfindet, wie von unzähligen Radfahrten wie aus dem Effeff kenne.

Vom Saarbrücker Kanu-Club in Sankt Arnual bis zur Pont de Steinbach am Ortsausgang von Sarreguemines in Richtung Rémelfing sind's genau 17,5 km, hin und zurück also 35.

Zusammenfluß von Blies und Saar in Sarreguemines
Ich lief gegen 10.30 Uhr los, auf den Ohren "Eine kurze Geschichte der Menschheit" des Universalhistorikers Yuval Noah Harari. Total interessant!

U.a. vertritt Harari die These, von seinen psychischen und organischen Voraussetzungen her sei der Mensch noch immer ein Jäger und Sammler.

Unsere heutige Lebensform bezeichnet er als Selbstversklavung. Jetzt versteh ich viel besser, warum ich so gerne laufe...


Zwischen km 13 und 15 hatte ich heute einen kleinen Hänger, danach lief's aber wie geschmiert, vor allem die letzten zehn Kilometer in etwas schnellerer Pace. Das machte auch der Oberschenkel problemlos mit!

Interessant, was man auf der Strecke so alles sieht, wenn man nicht mit dem Rad und 25-30 km/h unterwegs ist.

Kurz vorm Wendepunkt - hinten die Pont de Steinbach
Den Zufluß des Strichbachs in die Saar in Sarreguemines  erkannte ich erstmals so richtig, ebenso den des Lixinger Bachs in Grossbliederstroff.

Auch total schön - eine Darstellung des Verlaufs der Saar von "Saarelouis" bis nach Sarrealbe an der Mauer gegenüber des Port de plaisance in Sarreguemines mit einer kurzen Darstellung aller Kommunen am Flusslauf nebst ihrer Sehenswürdigkeiten.

Auf dem Rückweg setzte mir neben dem Gegenwind vor allem der einsetzende Schnee- und Graupelfall ein wenig zu.

Kurz vor Grossbliederstroff bei km 25 schaltete ich dann einen Gang höher auf ein Tempo so um die 4:37/km, was der Muskel problemlos mitmachte. Ich konnte das Tempo auch gut halten.

So war ich knapp 3 Stunden nach dem Start wieder zurück in Saarbrücken. Das hat richtig Spaß gemacht!

Aller Voraussicht nach mach ich genau das Gleiche nächsten Sonntag noch einmal!

Schöner Nebeneffekt: Meine Garmin fenix 3 zeigte mir einen VO²Max-Wert von 60 an.

Die "6" hatte ich noch nie vorne, seit ich Laufuhren nutze, die den Wert ermitteln.

Viel drauf geben sollte man nicht, die "Messung" ist keine wissenschaftliche und eher als "Schätzung" zu verstehen, aber einen groben Hinweis gibt sie schon!

Morgen geht's dann weiter mit einem lockeren Lauf über 70 Minuten in 5:40/km, wahrscheinlich in der Mittagspause.

Samstag, 30. September 2017

Tour de mauvaise conscience




Schlechtes Gewissen


Und trotzdem eine schöne Fahrt


Besch... die Wetteraussichten - aber eigentlich hatte ich unserem Landesausbildungsguru Christian Klein versprochen, ihn und einige andere Ausdauerbolzer heute mit dem Rad in Richtung Metz zu begleiten.

Mit Seb in SB
Für mich wären das mit An- und Rückfahrt nach Saarlouis über 200 km gewesen. In Anbetracht der miesen Prognosen sagte ich kurzfristig schweren Herzens ab.

Aber ein wenig Radfahren wollte ich trotzdem. Meine Frau und unsere Tochter wollten ins IKEA nach Saarlouis. Also gut: Ich plante eine Tour über das Grenzgebiet in der Nähe der Rosselquelle, die mich zeitig in das schwedische Möbelhaus und die Arme meiner Lieben treiben sollte.

Los ging's ganz unspektakulär über das Rohrbachtal, am Halberg vorbei und dann an der Saarbrücker Ostspange an die Saar. Das Wetter hielt, noch war's trocken, und ich traf erfreulicherweise sogar noch den Sportkameraden Sebastian Giffhorn vom RSC Überherrn, mit dem ich diese Sasion schon einige 200-km-RTFs gerockt habe. Er hat auch die tolle Kappe kreiiert, die mir der RSC Überherrn kürzlich vermachte und die ich seitdem mit Stolz trage.

Mit Elke Ferner und Christiane Blatt in Ludweiler
Er fuhr saaraufwärts, ich saarabwärts: Nicht lange danach war ich schon in Völklingen und fuhr nun die Rossel hinauf in Richtung Ludweiler. Es zog schon zu, genau wie vorhergesagt.

Ich war nun im Lauterbachtal, und mitten in Ludweiler traf ich zufällig auf die Genossinnen und Genossen rund um Christiane Blatt, die fleißig wahlkämpften für die OB-Stichwahl in Völklingen. Ich wünschte viel Glück und machte mich weiter auf in Richtung Lauterbach und die Grenze. In Carling dann wurde es dunkler und dunkler, und in Diesen begann es zu regnen - der Regen sollte mich für den Rest der Fahrt begleiten. Ich zog die Jacke über und fuhr tapfer weiter.

Der Anstieg nach Boucheporn
Nun wurde es auch langsam ein wenig hügeliger, ich kam durch Porcelette in Richtung des Geisbergs, um den herum sich die Ortschaften Diesen, Porcelette, Boucheporn, Obervisse, Niedervisse, Bisten-en-Lorraine, Varsberg und Ham-sous-Vasberg gruppieren und an dessen Hängen sowohl die Rossel wie auch die Bist entspringen.

Die Gebirgsgruppe, zu der auch der Warsberg und der Schlossberg gehören und auf deren Rückseite der Einzugsbereich der deutschen Nied beginnt, ist ein echtes Radfahrerparadies.

Ich fuhr erstmal hoch nach Boucheporn, hier war ich schon öfter hochgekommen, aber im Ort fuhr ich erstmals überhaupt die C1, den "Chemin de Bisten" und kam so nach Bisten-en-Lorraine, wo die Bist entspringt.

Bisten-en-Lorraine
Ich folgte dem Bachlauf über Varsberg und Ham-sous-Varsberg bis nach Creutzwald, verließ dann aber kurz den Lauf der Bist und fuhr über die alte Grenzstraße vorbei an Überherrn-Wohnstadt zurück ins "Reich".

Dann ging's Richtung Linslerhof und über den Radweg durch den Wald entlang des parallel zur Bist fließenden Höllengrabens nach Wadgassen bis fast zur Bistmündung, dann in Richtung Autobahn und auf dem parallel verlaufenden Radweg auch entlang der Saar Richtung IKEA.

Der Regen hatte wie gesagt die ganze Zeit nicht aufgehört. Entsprechend durchnässt kam ich dann auch an. Aber halb so wild - zu kalt war es glücklicherweise nicht. Und auch nur halb so lang, wie's gewesen wäre, wenn ich morgens früh nach Saarlouis gefahren wäre, um nach Metz zu fahren, und dann das ganze nochmal zurück. Gute Entscheidung - trotz schlechtem Gewissen.







Sonntag, 14. Mai 2017

#granfondo_2017_04 RTF RSF Körprich 114 km


A tale of two halves: Erst gebummelt, dann geheizt

Meine erste RTF im Jahr 2017 brachte mir drei Punkte auf meinem bisher jungfräulichen Konto, aber auch wunderschöne Eindrücke der herrlichen Landschaft im Nordsaarland und entlang der Saar hinter der Landesgrenze, die teilweise auch mal wieder aufgefrischt wurden.

Mein Zug ab Serrig: Jochen, Harald, Gerhard, Thorsten! (v.l.)
Dort oben war ich - mit wenigen Ausnahmen - lange nicht unterwegs, in jedem Fall nicht bei so schönem Wetter (also, bis zu km 102, wo's anfing zu schütten, aber dazu später mehr). Und mit "schönem Wetter" meine ich nicht blauer Himmel. Die Schönheit der Landschaft dort kommt vor allem dann zum Tragen, wenn auch Wolken am Himmel sind - solange die Sonne scheint. Man sieht's auf den Bildern!

Eigentlich wollte ich nach dem Hunderter vom Freitag ja auch gestern fahren, aber viele Termine über den ganzen Samstag verteilt machten die Planung schwierig, und ehrlich gesagt steckte mir die profilierte Tour am Freitag rund um Pirmasens schon ein wenig in den Knochen. Also Ruhetag!

Solche Ortsnamen gibt's nur bei uns!
Das tat mir heute gut. Ich stand früh auf, packte meine Sachen ins Auto und fuhr nach Körprich, wo ich gegen 07.30 Uhr "eincheckte" und freudig von den Verantwortlichen der ausrichtenden RSF Körprich begrüßt wurde.

Auch die Kameraden dort nutzen mittlerweile wie nahezu alle das Verfahren "Scan & Bike", dessen Einführung eine "schwere Geburt" war, aber das sich mittlerweile auch dank der Beharrlichkeit von Günther Eisenbach, meines Vizepräsidenten im SRB, durchgesetzt hat. Verkürzung der Anmeldezeiten, weniger nervige Arbeit fürs Anmeldungsbüro, weniger Fehler, schnellere und bessere Auswertung - what's not to like?

Noch von Wolken umhüllt: Der Osburger Hochwald
4,- € gezahlt (das Preis-Leistungs-Verhältnis bei RTF/CTF-Veranstaltungen ist einfach konkurrenzlos günstig) und schon ging's los. Vor der Halle traf ich einen ins stylishe "Unterlenker"-Design gehüllten Fahrer, Thorsten aus Mettlach, und fragte ihn nach seinem angepeilten Schnitt, weil ich eigentlich nicht allein fahren wollte. "Irgendwas mit 30", meinte er, aber er wolle noch auf einen Kollegen warten, der käme erst um 8 Uhr. "Fein", sagte ich, "dann sehen wir uns, wenn ihr mich auffahrt!", und fuhr los.

Es ging zunächst die schöne Prims hoch in Richtung Hüttersdorf und Schmelz, die Strecke kannte ich aus meinem früheren Leben als Radsportler im Westsaarland gut. Hinter Schmelz blieb ich im Primstal, über Schattertriesch, Limbach und Büschfeld kam ich nach Bardenbach und schliesslich nach Noswendel, wo die erste Kontrollstelle wartete.

Die "schöne Aussicht" zwischen Waldhölzbach und Scheiden
Mein Schnitt lag so bei gemütlichen 28 km/h, es ging ja auch nur die ganze Zeit leicht aufwärts. Nach der Kontrollstelle bog ich auf  die L151 ein, über sie und die L157, auf die ich in Weiskirchen stieß, führte 2002 die Tour-Etappe durchs Saarland. Rechts sah man den beeindruckenden Höhenzug des Osburger Hochwalds mit dem fast 700m über N.N. aufragenden Schimmelkopf.

Ab Rappweiler dann ging's richtig bergan. Über Zwalbach und Waldhölzbach kam ich vorbei an der "schönen Aussicht", einem der meiner Ansicht nach schönsten Plätze des Saarlandes mit einem tollen Panorama. Dann war ich auch schon in Scheiden, dem höchsten im Saarland gelegenen Punkt der Tour (später, kurz vor Serrig, ging's noch ein paar Meter höher über den Grat zwischen Saar- und Großbachtal, einem Nebental des Ruwertals).

Auf der Abfahrt ins Saartal
Auf der Abfahrt in Bergen verfuhr ich mich kurz (ich war der Ausschilderung gefolgt, aber die .gpx-Datei auf meinem Garmin-Edge-Fahrradcomputer, die ich mir von der Homepage der RSF Körprich runtergeladen hatte, sagte was anderes, und das verwirrte mich), fand dann aber den Weg Richtung Britten und war dann auch schon unterwegs nach Serrig. Nach der Überwindung des höchsten Streckenpunktes (knapp 500m über N.N.) ging's in rasender Abfahrt hinunter ins Saartal, und in Serrig war dann auch schon die zweite Kontrollstelle.

Ich wartete dort auf Thorsten, weil ich jetzt echt keine Lust mehr hatte, alleine das Saartal hinaufzufahren - und siehe da, knapp fünf Minuten nach mir war er auch schon da, und zwar nicht allein, sondern mit drei weiteren Kameraden, seinem Mit-Mettlacher Gerhard und zwei anderen schnell aussehenden Fahrern, Jochen und Harald, die vom TV Elm kamen.

Wir fanden uns schnell auf der Hauptstraße, ich machte den Anfang, und es rollte super in der Gruppe, trotz leichtem Gegenwind brachten wir einen 35er-Schnitt auf den 11,5 km bis Mettlach zustande, wobei ich im Schnitt nur einen 133er Puls hatte. Von den 11,5 Kilometerm war ich etwas mehr als zwei vorne im Wind - währenddessen hatte ich einen Puls so um 153 im Schnitt, ansonsten unter 130. Da sieht man mal, was so ein Zug ausmacht!

Ganz hinten ist's am einfachsten - da kann man sogar knipsen!
Ab Mettlach ging's mit unverändertem Druck weiter. Nun stieg das Profil auf dem Weg entlang der L158 in Richtung Selfersbachtal oberhalb von Brotdorf zunächst kontinuierlich an, dann folgten zwei Wellen. Ab dem Selfersbachtal allerdings kam ein Anstieg von 2,5 km Länge mit einer Höhendifferenz von 100 m hoch zum Losheimer Stausee, wo ich echt kämpfen musste und auch zweimal die Gruppe verlor. Die Jungs machten brutal Dampf.

Ich biss mich aber wieder ran, wissend, dass der 30er-Schnitt, der plötzlich wieder möglich schien, auf keinen Fall drin sein würde, wenn ich jetzt abreissen lassen müsste. Schließlich gelang mir der Wiederanschluss und wir fuhren das Tal des Losheimer Bachs über Münchweiler wieder in einem schönen Zug runter, neun Kilometer im 39er-Schnitt, das machte echt Laune.

So kamen wir nach Nunkirchen, aber nach dem Ortsausgang dort kamen zwei Wellen, und ich konnte einfach nicht mehr beißen. Ich ließ die Jungs fahren, wissend, dass wir ja bald wieder an der Prims sein würden. Die würde ich schon alleine runterkommen. So war's dann auch. Ich konnte den Schnitt auch alleine locker jenseits der 30 km/h halten. Leider verpasste ich die letzte Kontrollstelle (die auch gleichzeitig die erste gewesen war), weil ich nicht checkte, dass es nochmal nach Noswendel rein ging und gleich der Beschilderung für die Rückkehrer von der Kontrollstelle folgte. Die vier km, die mir so fehlten, holte ich am Ende der Runde in Körprich und Bilsdorf aber nach...

SaarGummi in Büschfeld
Ab Schattertriesch, bei km 102, machten die schon länger drohenden dunklen Wolken aber ernst: Es kam ein Schutt nach dem anderen, ich wurde gründlich gewaschen. Das war aber nicht so schlimm, zumal ich ja wußte, dass es nicht mehr lang sein würde bis zum Ziel.

Das erreichte ich schließlich gegen 11.50 Uhr, und zu meiner Freude traf ich dort auch noch Peter und Bernd, zwei alte Radkumpels, der eine aus Diefflen, der andere aus Neunkirchen, und meinen Vorstandskollegen und Fachwart Cross Stefan aus Schmelz, bei "dessen" RTF ich nächste Woche wieder am Start bin. Ich bedankte mich bei meinem Zug, der kurz nach mir eintraf, wir feixten noch ein wenig. Eins ist sicher: Wenn ich die Jungs nochmal bei einer RTF treffe, häng ich mich wieder dran. Und wenn ich dabei eingehe. Das hat einfach brutal viel Spaß gemacht!

Zum Abschluss gab's noch leckeren Käsekuchen und einen Kaffee, wieder zum Spottpreis von je 1,- €. Ich werd nie verstehen, warum manche lieber bei groß aufgepretzelten "Challenges", "Gran Fondos" oder anderen schick benamten, aber im Grunde gleichwertigen Veranstaltungen 30-40 € hinblättern, um dabei sein zu dürfen.

Leckeren Kuchen und Kaffee gibt's immer am Ende einer RTF
Die RTF/CTF-Veranstaltungen nicht nur im Saarland, sondern in der ganzen Region bieten da mindestens Gleichwertiges für unvergleichlich weniger Geld.

Danke an die RSF für die tolle Veranstaltung, vor allem an die netten Jungs und Mädels an den Kontrollstellen. Und fetten Dank an meinen Zug! Die Jungs haben mir echt geholfen. Mal zur Klarstellung: Die ersten 57 Kilometer alleine absolvierte ich in 2:04 Stunden, die zweiten 57, zum Großteil (42 km) mit der Gruppe, in 1:45!

Ich freu mich schon auf den Radmarathon in Schmelz nächsten Sonntag. Mit An- und Abfahrt (falls das Wetter mitspielt, mach ich das) sind das 280 km. Soviel hatte ich vorher noch nie, mein "Rekord" liegt bei 230,1 km. Aber das wird sich diesen Sommer definitiv ändern!


Sonntag, 29. Januar 2017

Blies, Saar, Achenbach, Bickenalb


Erster Hunderter im neuen Jahr!

Das war knapp - kurz vor dem Ablauf des Januar, der ja von frostigen Temperaturen beherrscht war, habe ich es doch noch geschafft, einen "Gran Fondo", also eine Rennradfahrt von 100 km oder mehr, hinzubekommen.

Wofür mir diese Fahrt heute in Erinnerung bleiben wird, ist allerdings ein weniger schönes Erlebnis:

Ich fuhr zunächst mal, nachdem ich mich über Spiesen, Rohrbach und das Kirkeler Bachtal warmgefahren hatte, das Bliestal hinab. Ich blieb auf der Hauptstraße bzw. die sie begleitenden Radspuren, weil gerade die verschatteten und windgeschützten Bereiche des Bliestal-Radweges, so dachte ich mir, bestimmt noch problematisch sein würden.

Ortsausgangs Breitfurt sah ich es dann auch: Flächig weiß, mit viel Windbruch drauf, mit Schildern gesperrt bzw. vorm Befahren gewarnt - gut, dass ich auf der freien Hauptstraße war, dachte ich mir.

Als es dann aus Herbitzheim raus auf eine leichte Anhöhe und von dort in die Abfahrt nach Gersheim ging, passierte es: Ich fuhr mit ca. 35 km/h in den Ort rein, als plötzlich ein parkender großer VW mit IGB-Nummernschild, ohne auf mich zu achten, rückwärts auf die Straße ausparkte. Ich musste stark bremsen, konnte einen Sturz zwar verhindern, aber warf in einer Geste des Ärgers beide Hände in die Luft, als ich zum Stehen kam. Der Schwung aus der Abfahrt war weg, ich musste neu antreten, aber egal, Hauptsache nichts passiert.

Nachdem ich die Blies überquert hatte und fast schon wieder raus aus Gersheim war, fuhr mich der VW von hinten auf und überholte, der Beifahrer streckte den Kopf aus dem Fenster und schmetterte mir ein "Doo dafoor iss da Radwech doo!" entgegen, ehe er und der Fahrer mutig das Weite suchten.

Ich hätte ihm gern erklärt, dass der Radweg nicht zu befahren war, und selbst wenn er es gewesen wäre, ich jedes Recht habe, die Straße genauso zu benutzen wie er mit seiner CO²-Schleuder. Aber wahrscheinlich hätte ich genauso gut einem Ochsen ins Horn petzen können.

Ganz ehrlich: Was kann ich dafür, wenn der Fahrer nicht aufmerksam genug ist, um ein sich von hinten näherndes Fahrrad zu sehen? Darf er dem also die Vorfahrt nehmen, weil sein Fahrer nicht den Radweg benutzt? Was denken sich solche Leute? Dass die Straße nur den Autos gehört? Wenn ja, empfehle ich dringend mal die Lektüre der StVO. Traurig, einfach traurig.

Am Ortsausgang von Bliesbruck
Ich ließ mir aber die gute Laune nicht verderben, zumal ich mit einem 27,5er-Schnitt für Ende Januar ganz flott unterwegs war. Über Reinheim ging's nach Bliesbruck und Blies-Ébersing, dann links ab raus aus dem Bliestal hoch nach Sarreguemines über die Rue de Blies-Ebersing ins Stadtviertel Folpersviller, vorbei an der Kapelle der heiligen Barbara und zum Ende des Bliestal-Radweges, dann wieder raus aus Folpersviller und rein ins Industriegebiet von Sarreguemines. Den ersten Teil der Strecke bis zur Einmündung des Radweges auf die Hauptstraße war ich auch noch nie gefahren!

Von hier suchte ich mir den Weg nach Sarreinsming runter an die Saar, von wo aus ich den Anstieg nach Wiesviller in Angriff nehmen wollte. Da war ich letztmals vor fast drei Jahren hochgefahren und konnte mich schon fast nicht mehr erinnern!

Ortsausgangs Wiesviller probierte ich was neues aus: Kurz nach dem Ortsanfang von Woelfling-lès-Sarreguemines folgte ich erstmals der "Rue de la Forêt", um so auf die alte Römerstraße nach Gros-Rèderching zu kommen. Am Ende des Ortes ändert sie ihren Namen in "Rue des Étangs".

Die Saar (hinten der Kanal) bei Sarreinsming
Die Straße ist durchgehend asphaltiert, erschließt einige Gehöfte und führt entlang und mehrfach über den jungen Schwarzbach auf den Höhenzug, der das Achetal vom Schwarzbachtal trennt.

Mein Problem: Je höher ich kam, umso höher wurde in diesem wind- und sonnengeschützten Bereich dann doch der Resteisanteil auf der Straße.

Anfangs konnte man sich noch Rinnen aussuchen, aber auf der Höhe, wo man links abbiegen muss und an einigen riesigen Windmühlen vorbeikommt, war die Eisfläche praktisch geschlossen.

Ich kam mir fast vor wie die armen Jungs und Mädels bei der Cross-WM in Bieles (LUX) am gestrigen Tag, die mit ähnlich widrigen Bedingungen zu kämpfen hatten, und schlitterte mich durch in Richtung "Route Romaine".

Blick auf der Route Romaine nach Osten
Mit etwas Glück und etwas weniger, aber genügend Geschick vermied ich das eine oder andere Mal einen Sturz - puh!

Als ich dann endlich die schnurgerade Römerstraße erreicht hatte, ging's bis auf wenige, kurze Rest-Eis-Stücke. Von da oben kann man weit blicken, und ich erkannte in der Ferne den mächtigen Getreidesilo der L.O.R.C.A (Lorraine Céréales Approvisionnement) an der D84 bei Rohrbach-lès-Bitche.

Die "Rue Romaine" mündet quasi an der Brücke über die junge Ache am Ortseingang von Gros-Réderching auf die "Rue Principale", die Hauptstraße durch den Ort - auf den letzten Metern in der bebauten Ortslage heißt sie dann "Rue des Vergers". Nun befand ich mich wieder auf bekanntem Geläuf. Ich blieb nicht lange auf der Hauptstraße, sondern bog noch im Ort auf den Radweg nach Guising ab - es ging vorbei an der "Ferme d'Olferding" hoch auf die Wasserscheide zwischen Achenbach- und Bickenalbtal - mit 386 m über N.N. dem höchsten Punkt der Tour.

Nun waren es noch ca. 45 km bis nach Hause, und größtenteils sollte es, zumindest bis auf die letzten 10 km, erstmal bergab gehen!

Panoramablick von der Wasserscheide Achenbachtal/Bickenalbtal
Das war auch nötig. Ich hatte mich, was meine Leistungsfähigkeit anging, doch arg verschätzt. Eigentlich wollte ich einen 26,5er Schnitt fahren, aber am Ende des Tages lag ich da doch fette 2 km/h drunter.

Trotzdem rollte es ganz gut das Bickenalbtal hinab, die Strecke bin ich nun aber auch schon zigmal gefahren. Dann ging's durch Zweibrücken-Langental und -Bubenhausen, Einöd und Wörschweiler, Limbach, Kohlhof und Furpach heim.

Am Ende war ich doch ziemlich fertig. Aber für den ersten "Gran Fondo" 2017 bin ich dann doch zufrieden...