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Sonntag, 18. Februar 2018

#tokyo2018 #49 Langer Lauf ganz kurz - Goodbye, Sub3?



Und wieder der Beinbeuger

Jetzt kommt's auf die richtige Taktik und meine Helfer an!


Das Leben ist ein Auf und Ab. Meins auch. Vor drei Tagen noch himmelhoch jauchzend, heute zu Tode betrübt. Vor drei Tagen noch VO²Max 65, fit wie ein Turnschuh, dann kam die "Fregg", die ich bisher trotz Grippewelle, Faasend und allem anderen weitgehend vermieden hatte, und schlug zu.

Das Denkmal für die ermordeten Juden in Berlin
Hinzu kamm überbordernder Optimismus aufgrund der scheinbar guten Heilung meines biceps fermoris im linken Oberschenkel und letztendlich dann "full go" im Training diese Woche mit 5000er-Einheiten im Sub3-Marathontempo sowie Läufe mit Steigerungen, die aber am gestrigen Samstag schon andeuteten, dass da was nicht stimmte (zusammen mit der Erkältung).

Ich wog mich in die trügerische Sicherheit, dass ich ja schon "an Land" sei, da nun keine harten Einheiten mehr bevorstehen, und dass der Muskel, wenn er bis jetzt gehalten hat, auch bis Tokyo halten würde.

Tja. Heute war ein geschäftiger Tag, Aufstehen um 5 Uhr, Einsatzleitung bei der Bombenentschärfung in Neunkirchen, Flug nach Berlin, Transfer ins Hotel, umziehen, loslaufen.

Ich dachte ehrlich, die lockeren 27 km in 5:20/km würde ich auf einem Bein abjoggen können. Ich fühlte mich trotz leichter Schwächung durch die Erkältungsfolgen auch gut und lief den ersten Kilometer richtig schnell (wie immer in Berlin). Im Tiergarten angekommen, suchte ich mir meine Pfade und drehte die erste Runde, alles schien problemlos. Auch wenn mir die Garmin wieder schlechtere Fitnesswerte anzeigte als gesternn, schob ich das auf die "Fregg", die um übrigen schon wieder abklingt.

Alles gut, der Lauf machte Spaß (auch wenn ich mich auf dem Rückweg in der Hofjägerallee kurz verlief), und nach dem Brandenburger Tor ging ich auf die zweite Runde.

Dann passierte es: Plötzlich und unerwartet machte der Muskel wieder zu. Mist! Der Schmerz war nicht annähernd so schlimm wie vor Wochen in Köln, und ich trabte noch locker 200m weiter, aber ich wußte sofort, was für Konsequenzen das haben würde.
Laufparadies Tiergarten

Ich spazierte frustriert durch den Park zurück ins Hotel - ich hätte fast geheult! Danach duschte ich und rieb mir den Oberschenkel auf der Rückseite mit Finalgon ein.

Jetzt geht das große Zweifeln los, und das sieben Tage vor dem Marathon. War's nur eine Verhärtung, Folge der Erkältung und des Stresses (bei sehr kalten Temperaturen in Berlin, nahe 0° C, was auch sicher nicht gut für den Muskel war, und ordentlich warmgemacht hatte ich mich auch nicht)?

Die Erkältung hat mit Sicherheit nicht geholfen. Sie hat sie mir meinen VO²Max-Wert nochmal auf 60 runter gedrückt - immer noch ein toller Wert, aber er geht eindeutig in die falsche Richtung...

Oder war's doch mehr? Hat der starke Gewichtsverlust (9 kg weniger in 12 Wochen) vielleicht auch für einen Mangel gewisser Nährstoffe gesorgt (Magnesium, Kalzium)?

Das werde ich in den nächsten Tagen herausfinden. Das Training stelle ich erst mal ein und lasse dem Muskel Zeit, locker zu werden. Ansonsten wird mir mein Physio, meine Apothekerin und mein Doc schon helfen - da hab ich Vertrauen.

Und aller Voraussicht nach werde ich jetzt endgültig vom meinem Sub3-Ziel Abstand nehmen. Was nicht sein soll, soll nicht sein. Lieber in Tokyo durchlaufen, den Marathon genießen und einen Haken dranmachen, als wie der Teufel loszulaufen und nach 13 km mit "strackem Bein" aufgeben zu müssen.

Samstag, 17. Februar 2018

#tokyo2018 #48 Eiskalte und nicht ganz so lockere 70 Minuten mit Steigerung


Kein so guter Tag heute...

Die Erkältung schlägt zu


Vorgestern lief ich im Training so gut, dass ich fast schon euphorisch wurde. Aber das Leben besteht immer aus Auf und Ab, und das ging schnell: Bereits am Donnerstag abend kratzte es im Hals, ich fühlte mich schlapp, muste viel und oft husten und das wurde auch am Ruhetag (Freitag) nicht besser.

Es wurde gerade hell, als ich auf die letzte Runde ging
Heute ging der Tag bereits morgens um 09.00 Uhr mit Terminen los, also stellte ich mir den Wecker früh und war gegen 07.00 Uhr schon an der Halde, um die geforderten 70 Minuten in 5:30/km mit Steigerungen abzureißen.

Schon auf den ersten Metern merkte ich, dass ich richtig schwere Beine und überhaupt keinen "Flow" hatte.

Das Laufen fiel mir schwer, und auch meine eigene Tempoeinschätzung, gemessen an meiner Anstrengung, lag völlig daneben: Ich war einfach völlig unfit und lahm.

Ich schnaufte, und die Füße wollten einfach nicht rollen. Da wußte ich eigentlich schon direkt, was Sache ist.

An der kältesten Stelle: Der wenige Schnee blieb gleich liegen
Der Puls war viel zu hoch, und auch der biceps fermoris links, also mein Problemmuskel, fühlte sich nicht gut an.

Meine Uhr zeigte mir ein "-7" auf der Fitnesstrendskala, und so fühlte ich mich auch. Ich lief die Einheit durch, ab 2,5 km alle 500m eine kurze Steigerung bis 2,5 km vor Schluß (14 insgesamt), aber da lief nichts rund.

VO²Max runter auf 61 (nach 65 am Donnerstag!) - ganz klar, die "Freck" hat mich im Griff.

Ob ich den letzten langen am morgigen Sonntag laufe, hängt ganz davon ab, wie ich dann drauf bin...

Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren. Bis Tokyo nächsten Sonntag ist noch massenhaft Zeit!

Donnerstag, 15. Februar 2018

#tokyo2018 #47 Zweimal 5 km im Marathontempo, VO²Max 65! Jesses!


Wo soll das noch hinführen?

Härtetest gewagt und bestanden


Gestern Ruhetag und Sonne, morgen Ruhetag und Sonne - und ausgerechnet heute musste ich die letzte richtig harte Einheit vor dem Beginn des Taperings im Hinblick auf den Wettkampf in Tokyo am 25.02.2018 abreißen. Ich hatte aber Glück - in dem Zeitfenster der Mittagspause, das ich freischaufeln konnte, regnete es nur ganz leicht.

Nach den ermutigenden Tests der letzten Tage hatte ich mich heute morgen entschieden, den Muskel testweise doch mal mit Wettkampfbedingungen zu belasten - also Sub3-Marathontempo zwischen 4:10/km und 4:15/km zu laufen.

Letzte Einheit dieser Vorbereitung im Wagwiesental!
Der Kompromiss mit der Vorsicht - statt der drei geforderten lief ich nur zwei Intervalle. Das passte mir auch deshalb gut, weil ich ohnehin nicht viel Zeit hatte. Der Tag war ziemlich vollgepackt mit Terminen.

Nach zwei Kilometern Einlaufen lies ich rollen - und es rollte! Ich fühlte mich toll! Gewichtsmäßig bin ich mittlerweile bei 79 kg angekommen und hab mich dort festgebissen, und da ich seit Mittwoch, dem Beginn der Fastenzeit, mein Fastengelöbnis ernst nehme und 40 Tage lang auf Alkohol, Warmblüterfleisch und Süßigkeiten verzichten werde, habe ich keine Zweifel, dass ich es auf mein Ziel von 78 kg Wettkampfgewicht am 25.02. packen werde - eventuell sogar noch ein wenig drunter. Unglaublich, was eine solche Reduktion bewirkt, ich konnte das Marathontempo superlocker halten, und auch der Muskel zeigte überhaupt keine negativen Anzeichen.

Genau 21 Minuten brauchte ich für die fünf Kilometer - dann acht Minuten Gehpause, und dann nochmal genauso lockere 12,5 Runden um die Bahn.

Am Ende war ich total baff: VO²Max 65, nachdem ich vorgestern schon mit 63 einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt hatte. Meine Uhr meint mittlerweile, ich müsste die fünf Kilometer in 15:50, die zehn in 33:00, den Halbmarathon in 1:12:50 und den Marathon in 2:32:26 laufen. Das ist dermaßen fern vom Stern, dass ich schon drüber lachen muss. Aber total fit fühle ich mich trotzdem, und noch viel wichtiger: Der Muskel macht alles mit!

Mittlerweile bin ich sehr guter Dinge, dass ich es in Tokyo wagen kann, den fünften Sub3-Marathon der Major-Six-Reihe anzugehen!

Morgen nochmal Ruhe, Samstag 70 Minuten Dauerlauf in 5:30/km mit Steigerungen, Sonntag der letzte lange Lauf der Vorbereitung (27 km in 5:20/km). Tokyo gerät in Sichtweite!

Dienstag, 13. Februar 2018

#tokyo2018 #46 Zehn schnelle Kilometer superlocker, VO²Max 63!


Die Rekorde purzeln...

Höchster VO²Max-Wert ever!


Heute wollte ich zum ersten Mal riskieren, die Zügel etwas zu lockern und deutlich unter 4:25/km zu laufen. Am Sonntag klappte das als "Finale" meines langen Laufes schon ganz gut, und mittlerweile habe ich auch einiges an Vertrauen in meinen genesenden linken biceps fermoris gesammelt.

Sonnenuntergang überm Solarfeld am Brönnchesthalweiher
Irgendwo im Kopf steckt aber immer noch die Angst, dass der Muskel wieder "zu geht" und mir so vielleicht sogar den Start in Tokyo vermasseln könnte.

Ich habe in den letzten Wochen aber, denke ich, ganz gut gelernt, in meinen Körper "hineinzuhören", und heute hatte ich einfach ein gutes Gefühl, mal ein wenig Gas zu geben.

Nach zwei Kilometern einlaufen startete ich auf den ersten drei Kilometern der "Zehner-Distanz" mit 4:19/km schon fast im Marathontempo, nahm danach bewußt etwas Tempo raus, hielt aber bis zum Ende ohne jedes Problem einen 4:23er-Schnitt.

Das tat richtig gut! Der Muskel machte überhaupt keine Andeutungen einer Überbelastung, nichts tat weh, ich hätte locker auch noch einiges draufpacken können. Und am Ende warf mir die Uhr sogar noch einen Rekordwert für die VO²Max-Messung aus: 63! Soviel hatte ich noch nie!

Fast schon schade, dass morgen Ruhetag ist...

Montag, 12. Februar 2018

#tokyo2018 #45 70 Minuten locker, aber auch trailig



Rosenmontagsgeneration mit Trail und Entdeckerfaktor

Rund um die Halde, aber auch ein wenig Höferbachtal



Trailig war's im Höferbachtal
Heute wollte ich eigentlich vor dem Rosenmontagsumzug ganz langweilige 70 Minuten an der Halde dackeln, aber entschied mich kurzfristig um und erkundete einige Wege und Pfade, die ich noch nicht so gut - oder nicht mehr so gut - kannte.

Ich lief den Weg um den Brönnchesthalweiher über einige Trails an, drehte dann eine "Acht" und machte mich dann rüber ins Höferbachtal, wo ich auch einige Wege zum ersten Mal lief, aber ansonsten ungefähr meinen Crosslauf von vor einigen Tagen "anders herum".

Ging ganz locker aus den Beinen, und die Sonne schien teilweise auch toll - hat richtig Spaß gemacht!

Morgen dann zehn schnelle Kilometer an der Halde, und dann ist auch mal wieder Ruhetag angesagt.

Kurz vorm Ziel in Reden
Ich versuch den Zehner doch vielleicht etwas verschärft anzugehen - so in Richtung 4:25/km oder sogar ein wenig schneller. No risk, no fun!

Mein linkes "Problembein" fühlt sich mitterweile aber auch richtig gut an.

Ich denke, ich kann's auch riskieren, nach dem Ruhetag am Donnerstag die 3*5 km im Marathontempo zu wagen.

Aber sicher bin ich mir da noch nicht. Wenn ich die "nur" in 4:20/km laufe und der Muskel hält, ist's auch gut.




Sonntag, 11. Februar 2018

#tokyo2018 #44 Nochmal langer Lauf am Leinpfad, aber ein bisschen flotter



Bäääääm!

Super langer Lauf mit Rekord-VO²-Max-Wert!


Heute morgen schälte ich mich schon um 6 Uhr aus dem Bett, denn ich wollte früh zu meinem letzten richtig langen Lauf starten (nächste Woche sind's eine Woche vor dem Marathon ja "nur" noch 27 km).

Vorgenommen hatte ich mir eine Wiederholung des Laufs der Woche davor vom Kanu-Club in Saarbrücken, kurz vor dem Kraftwerk Römerbrücke bis nach Sarreguemines an der Pont de Steinbach, wo der Saarkanal so richtig beginnt, und dann dieselbe Strecke zurück.

Kurz vor acht Uhr in Frankreich: Weiße Strecke!
Ich war deshalb so früh dran, weil ich im Abschluss unbedingt noch auf die närrische Verhandlung nach Wellesweiler wollte - vorweggenommen, das klappte auch und hat sich echt gelohnt!

Um 07.30 Uhr ging's also los, und schon auf den ersten Metern spürte ich heftigen Gegenwind und bekam jede Menge Schnee ins Gesicht.

Sollte das so bleiben? Zum Glück nicht, nach fünf Minuten ließ der Schnee nach und hörte zwischenzeitlich sogar ganz auf, und der Wind flaute ein wenig ab, wenn er auch konstant aus der Richtung kam, in die ich unterwegs war.

Egal, dachte ich mir, dann hab ich halt auf dem Rückweg Rückenwind - war auch so.


km 10 bzw. 25 Höhe  Fonderie Lorraine SAS
Ich lief nach Gefühl, Ziel waren eigentlich 5:20/km, aber die 5:13/km kamen mir derart locker aus den Beinen, dass ich dabei blieb.

Auf dem Rückweg, nun mit dem Wind im Rücken, musste ich sogar bewusst bremsen, um nicht zu schnell zu werden.

Ab dem "alten Kran" bei Grossbliederstroff auf Höhe des Betriebsgeländes der Fonderie Lorraine SAS (übrigens ein Joint Venture der ZF Friedrichshafen AG und der VOIT Automotive GmbH unter Technologieführerschaft der VOIT Automotive und ein tolles Beispiel für den gemeinsamen Wirtschaftsraum SaarLorLux und die klasse grenzüberschreitende Zusammenarbeit!) löste ich dann die Handbremse und testete mal meine Tempohärte aus. Ziel waren eigentlich 4:40/km, aber ich lief ganz locker und ohne jedes Problem im Bereich 4:25-4:27/km, so dass ich dabei blieb, bis die 35 km voll waren.

Am Ende stand eine 2:55er-Zeit, ein Gesamtschnitt von 5:00/km. Ich war sehr zufrieden. Vor allem machte die Muskulatur das Ganze super mit, und am Ende warf mir meine Garmin noch eine neue Rekordmarke für den VO²-Max-Wert aus: 62!

Wahnsinn, letzte Woche hatte ich mit der 60 erstmals die "6" vorne, und jetzt das. Die Uhr prophezeit mir sogar eine Marathonbestzeit von 2:38:06! Spätestens da weiß ich dann aber, dass das schon sehr pseudowissenschaftlich ist...

Trotzdem: Das sieht gut aus! Ich werde vielleicht beim Training diese Woche noch ein bisschen vorsichtig bleiben und die Intervalle am Donnerstag (3*5 km im Marathontempo) lieber etwas langsamer laufen (4:25/km oder so) um mit dem Muskel nichts zu riskieren. Dass es notfalls auch schneller geht, weiß ich jetzt!

Was meine Gesamtlaufleistung seit meinem "Comeback" als Läufer Ende 2008 angeht, habe ich heute die 14.000 km überwunden. Bis Ende des Jahres (zum zehnjährigen) will ich wie gesagt bei 15.000 km sein!

Samstag, 10. Februar 2018

#tokyo2018 #43  Fünf Runden um den Brönnchesthalweiher




Regeneration rund um den Weiher

Beine ausschütteln vor dem Fast-Marathon morgen




Der Brönnchesthalweiher
Heute war nochmal Regeneration angesagt, 70 Minuten locker in 5:40/km. Trotz des durch die Verletzung und der notwendigen Schonung meines biceps fermoris durcheinander geratenen Trainingsplans habe ich mich eigentlich die ganze Zeit an eins klar gehalten:

Das wohldurchdachte Schema der Belastungs- und Formsteigerung versuchte ich so gut als möglich zu befolgen. Dazu gehört der stete Wechsel von anspruchsvollen (entweder lang, schnell oder intervallig) und regenerativen Einheiten.

Ich kämpfe derzeit ein klein wenig mit der grassierenden Erkältungswelle. Morgens beim Aufstehen habe ich öfter Halsschmerzen, das gibt sich zwar schnell, aber ist schon ein Warnhinweis. Heute in der zweiten Hälfte des Laufs hatte ich auch recht hohen Puls.

Ich hoffe mal sehr, dass morgen früh bei dem langen Lauf (35 km von Saarbrücken nach Sarreguemines) alles glatt geht...


Freitag, 9. Februar 2018

#tokyo2018 #42 Vier Brezeln für ein Halleluja




Weiter, immer weiter!

Munteres Kilometersammeln an der Bergehalde


Kurz vorm höchsten Punkt der Strecke
Am Fastnachtsfreitag loggte ich vor der NKA-Sitzung am Abend noch meinen Trainingslauf ein. Der Plan war einfach: Jede "Haldenbrezel"-Runde um 22:30, konstant laufen, Pace ca. 4:55/km. Ich war etwas schneller, vor allem auf der ersten Runde, aber insgesamt recht konstant.

Guter Lauf, der Muskel hält und mault auch nicht, und ich nähere mich den 700 km in dieser Vorbereitung bzw. den 14.000 km insgesamt seit Ende 2008, meinem "Wiedereinstieg" ins Laufen. Derzeit stehe ich bei 13.970. Mein Jahresziel ist schon, bis zu meinem Zehn-Jahres-Jubiläum (am Heiligen Abend 2018) die 15.000 vollzumachen.

Morgen ein lockerer 70-Minuten-Lauf, am Sonntag dann die Wiederholung des letzten Sonntags und damit nochmal der längste Lauf in der Vorbereitung: 35 km von Saarbrücken am Kanu-Club nach Sarreguemines an die Pont de Steinbach und zurück. 25 km ganz locker (5:20), die letzten 10 etwas schneller (4:40/km). Ich muss wahrscheinlich sehr früh los, weil die närrische Gerichtsverhandlung in Wellesweiler auf mich wartet!

Donnerstag, 8. Februar 2018

#tokyo2018 #41 Vor dem fetten Donnerstag ein schlanker Lauf


Der frühe Vogel und so...


Morgenstund hat Kält' im Mund!


Der fette Donnerstag ist immer so ein Tag, an dem alles etwas anders läuft als sonst. Es gibt Rathäuser im Saarland, da geht schon früh am Morgen kein Rad mehr rund. Dann gibt es welche (wie unseres), da wird noch gearbeitet, zumindest bis zur Mittagspause, mancherorts auch später, aber ansonsten erobern so langsam die Narren die Verwaltung.

Kurz hinterm CFK, links geht's runter ins Kleberbachtal
Ich wusste jedenfalls, dass ich, wenn ich heute laufen wollte, mich früh aufmachen musste, sonst würde das nicht mehr klappen.

Also die Schuhe nach dem Frühstück geschnürt und ab auf die Hausstrecke, 12,4 km bis ins Kleberbachtal und dann zurück.

Die in den letzten Tagen weitestgehend "vermatschte" Strecke war dank des Bodenfrosts ganz gut laufbar, trotzdem nicht einfach.

Aber ich lief locker und machte die von Herbert Steffny verlangten 70 Minuten fast voll.

Morgen dann 90 Minuten Dauerlauf in 5:00/km, Samstag nochmal ein lockerer Lauf, und Sonntag wird dann der 35-km-Lauf vom letzten Sonntag wiederholt!

Immer schöner vor Marathons: Die Unterlagen kommen!
Dann brechen schon die letzten beiden Wochen der Vorbereitung an.

Die erste halbe Woche ist noch bestimmt vom Aufbautraining, u.a. mit Intervallen und schnellen Läufen. Ob und welche ich von denen - und mit welcher Intensität - mache, entscheide ich kurzfristig, mal sehen, was der Muskel meint.

Eins ist jedenfalls Fakt: Tokyo gelangt in Sichtweite. Heute kamen auch die Reiseunterlagen von interAir. Die Vorfreude steigt...

Sonntag, 4. Februar 2018

#tokyo2018 #38 Langer Lauf am Leinpfad


Längster Lauf der Vorbereitung - Ausgabe 1/2

Von Saarbrücken nach Sarreguemines und zurück



Start war am "Huwel" beim Durchstich unter der A620
Heute hätte eigentlich der obligatorische Test-Halbmarathon zum Abschluss der siebten von zehn Trainingswochen auf dem Plan gestanden.

Nachdem ich mir aber vor 14 Tagen in Köln beim zweiten angesetzten Testlauf den biceps fermoris im linken Oberschenkel verletzt habe (ob's "nur" eine Verhärtung war oder sogar ein leichter Riss, weiß ich bis heute nicht), habe ich nach zwei Tagen Pause mit ruhigem, aber beständigem Laufen den Muskel wieder einigermaßen stabilisiert, auch dank der Hilfe meines Physios Jörg-Hüther Funk und meines Freundes und Docs Mark Neufang. Ich vermeide seitdem aber schnellere Läufe als 4:45/km, Steigerungen und Antritte - offenbar der richtige Ansatz, denn der Muskel erholt sich offenbar.

Ein Testhalbmarathon mit 4:00/km wollte ich dem biceps fermoris aber auf keinen Fall zumuten - ich weiß, wie schnell ich laufen kann, dafür bin ich schon lange genug "im Geschäft", und je mehr Zeit seit der Verletzung vergeht, bis ich wieder richtig belaste, desto besser.

Der Leinpfad war immer noch gezeichnet vom Hochwasser
Lieber schone ich die Fasern bis zum 25.02. und entscheide wohl erst in Tokyo, ob ich's riskiere und es mit der Pace 4:15/km über 42,195 km probiere - oder ob ich eher defensiv laufe und keine erneute Verletzung riskiere.

Nach meinem Körpergefühl wäre jedenfalls ein so schnelles Laufen schon heute viel zu früh und nicht gut für den Muskel. Also habe ich lieber den langen Lauf vom nächsten Sonntag heute schon gemacht und werde ihn am nächsten Sonntag - dann plangemäß - wiederholen.

Heute ging's von Saarbrücken nach Sarreguemines - eine Strecke, die ich sowohl vom Deutsch-Französischen Halbmarathon, der regelmäßig um März stattfindet, wie von unzähligen Radfahrten wie aus dem Effeff kenne.

Vom Saarbrücker Kanu-Club in Sankt Arnual bis zur Pont de Steinbach am Ortsausgang von Sarreguemines in Richtung Rémelfing sind's genau 17,5 km, hin und zurück also 35.

Zusammenfluß von Blies und Saar in Sarreguemines
Ich lief gegen 10.30 Uhr los, auf den Ohren "Eine kurze Geschichte der Menschheit" des Universalhistorikers Yuval Noah Harari. Total interessant!

U.a. vertritt Harari die These, von seinen psychischen und organischen Voraussetzungen her sei der Mensch noch immer ein Jäger und Sammler.

Unsere heutige Lebensform bezeichnet er als Selbstversklavung. Jetzt versteh ich viel besser, warum ich so gerne laufe...


Zwischen km 13 und 15 hatte ich heute einen kleinen Hänger, danach lief's aber wie geschmiert, vor allem die letzten zehn Kilometer in etwas schnellerer Pace. Das machte auch der Oberschenkel problemlos mit!

Interessant, was man auf der Strecke so alles sieht, wenn man nicht mit dem Rad und 25-30 km/h unterwegs ist.

Kurz vorm Wendepunkt - hinten die Pont de Steinbach
Den Zufluß des Strichbachs in die Saar in Sarreguemines  erkannte ich erstmals so richtig, ebenso den des Lixinger Bachs in Grossbliederstroff.

Auch total schön - eine Darstellung des Verlaufs der Saar von "Saarelouis" bis nach Sarrealbe an der Mauer gegenüber des Port de plaisance in Sarreguemines mit einer kurzen Darstellung aller Kommunen am Flusslauf nebst ihrer Sehenswürdigkeiten.

Auf dem Rückweg setzte mir neben dem Gegenwind vor allem der einsetzende Schnee- und Graupelfall ein wenig zu.

Kurz vor Grossbliederstroff bei km 25 schaltete ich dann einen Gang höher auf ein Tempo so um die 4:37/km, was der Muskel problemlos mitmachte. Ich konnte das Tempo auch gut halten.

So war ich knapp 3 Stunden nach dem Start wieder zurück in Saarbrücken. Das hat richtig Spaß gemacht!

Aller Voraussicht nach mach ich genau das Gleiche nächsten Sonntag noch einmal!

Schöner Nebeneffekt: Meine Garmin fenix 3 zeigte mir einen VO²Max-Wert von 60 an.

Die "6" hatte ich noch nie vorne, seit ich Laufuhren nutze, die den Wert ermitteln.

Viel drauf geben sollte man nicht, die "Messung" ist keine wissenschaftliche und eher als "Schätzung" zu verstehen, aber einen groben Hinweis gibt sie schon!

Morgen geht's dann weiter mit einem lockeren Lauf über 70 Minuten in 5:40/km, wahrscheinlich in der Mittagspause.

Samstag, 3. Februar 2018

#tokyo2018 #37 Höferbachtalrunde



Ein bißchen Erkundung am Samstag

Lockere Runde durchs Höferbachtal



Vor dem langen Lauf morgen war heute eine einigermaßen lockere Einheit dran. Ich verzichtete auf die geplanten Steigerungen, um meinen Oberschenkel zu schonen, und entschied mich lieber für eine Strecke mit viel Auf und Ab, ein wenig Trail, und für einige Wege, die ich noch nicht kannte.

Es ging zunächst mal eine halbe Runde um den Brönnchesthalweiher, dann runter ins Höferbachtal und zunächst einmal talabwärts bis nach Reden.

Das ehemalige Freibad im Höferbachtal
Dort überquerte ich die Gleise und lief danach auf der anderen Seite talaufwärts über den Radweg, über den Höferbach drüber, der hier kanalisiert in Richtung Klinkenbach fließt (in diesen mündet er unsichtbar unterhalb der Itzenpltzstraße).

Dann ging's im Wald links weiter das Höferbachtal hoch, allerdings etwas weg vom Bach.

Diesen traf ich eineinhalb Kilometer nach der Überquerung des Bachs in der Nähe des Bahnhaltepunktes Bildstock wieder und lief ihn weiter hoch bis zur Quelle, dann ging's nochmal weiter hoch bis nach Bildstock rein.

Vorbei am Rechtschutzsaal lief ich dann zurück in Richtung Halde. Ich machte noch eine kleine Runde Richtung Hasselbachtal, überquerte den Madenfeldbach und kam nach 12,8 km wieder am Start an.
Der Rechtschutzsaal in Bildstock - Saar-Geschichte!

Ich hatte vor dem Lauf glatt vergessen, meine Patellarsehnenbandage anzuziehen und meinen linken Oberschenkel an der Rückseite zu "finalgonisieren" - ein klares Zeichen dafür, dass mich die jetzt fast vier bzw. zwei Wochen zurückliegenden Verletzungen kaum noch belasten.

Morgen geht's 35 km entlang der Saar von Saarbrücken nach Sarreguemines und zurück - zuerst 25 km in 5:20/km, ab kurz vor Grossbliederstroff dann auf den letzten zehn Kilometern in 4:40/km. Der erste Härtetest für meinen biceps fermoris...


Donnerstag, 1. Februar 2018

#tokyo2018 #36 Kleberbachtalregeneration


Start in den Marathonmonat


Hausrunde in der Mittagspause


Heute hatte ich nicht allzu viel Zeit, aber der Plan verlangte auch nur 70 Minuten lockeres Laufen mit Steigerungen, und da ich Steigerungen derzeit noch meide, machte ich den Kompromiss, lieber locker meine "Hausrunde" zu laufen. Die ist schon recht profiliert und kommt einem Lauf im Flachen mit Steigerungen ziemlich nahe.

Normalerweise als Quelle kaum erkennbar, derzeit aber gut zu
sehen: Hier, hinterm WZB, entspringt der Spieser Mühlenbach
Das Besondere: Durch das wochenlange nasse Wetter und den Regen gestern war wirklich fast der ganze Wald gesättigt.

In jeder Senke große Pfützen, viel Matsch, und im Quellgebiet von Spieser Mühlen- und Kleberbach, wo man normalerweise nichts, allenfalls ein Rinnsal sieht, sprudelten die jungen Bäche kräftig.

Ich hörte während des Laufs mein Hörbuch "Qualityland" von Marc Uwe Kling zu Ende - eine lohnende Anschaffung. Lustig wie alles von Kling, aber auch zum Nachdenken anregend...

Morgen dann 90 Minuten in 5:00/km, also 18 km voraussichtlich. Wahrscheinlich am Nachmittag an der Halde!




Mittwoch, 31. Januar 2018

#tokyo2018 #35 Ab ins Mutterbachtal



Berg und Tal zum Monatsabschluss


Der Januar 2018 war mein zweitintensivster Laufmonat aller Zeiten




Kurz vor dem Hofgut Menschenhaus bei km 3,5
Heute habe ich mit einem schönen Lauf durchs Mutterbachtal und andere schöne Ecken meines Reviers den Laufmonat Januar standesgemäß beendet.

Auf dem fast 20 km langen Lauf zog es mich auch in eher crossige Bereiche rund um Eschweilerhof, ins Kleber- und Weißelbachtal und am Ende auch nochmal durch den Beckerwald.

Das Tempo war mit 5:08/km zügig, aber nie anstrengend. Auch der linke Oberschenkel machte das gut mit, ohne zu jaulen.

Ich werde langsam optimistischer, aber was das Tempotraining angeht (noch) nicht mutiger. Es bleibt vorerst bei gedämpftem Tempo, das verträgt die Muskulatur gut, und für echte Tempotests ist es auch noch zu früh - ich darf nicht vergessen, dass es gerade mal zehn Tage her ist, dass ich mir die Verletzung zuzog.

Vor nicht allzu langer Zeit stand hier im Mutterbachtal
noch eine marode Brücke, über die man die A6 in Richtung
Bildungszentrum der Arbeitskammer überqueren konnte.
 Leider wurde diese nicht saniert, sondern entfernt. Schade!
Zur Monatsstatistik: Seit ich laufe, also seit Ende 2008, habe ich nun insgesamt vier Mal die 400 km in einem Monat erreicht.

Im abgelaufenen Januar bin ich in 26 Laufeinheiten insgesamt 416 km gelaufen, das ist mein zweitintensivster Laufmonat aller Zeiten - bemerkenswert, gerade im kalten und nassen Januar.

Den Rekord stellte ich 2013 im September auf, als ich in 28 Einheiten insgesamt 434 km lief, in der Vorbereitung auf den New-York-Marathon.

Ansonsten waren es noch zweimal 407 km im Jahr 2012 (in 29 Einheiten im März in der Vorbereitung auf den Marathon in Bonn, die ich aber leider verletzungsbedingt wegen eines Muskelfaserrisses abbrechen musste, und nochmal in 27 Einheiten im September vor dem Berlin-Marathon, bei dem ich meine bis heute stehende Bestzeit von 2:56:47 lief).

In der STRAVA January Running Distance Challenge kam ich damit unter 174.015 Teilnehmern immerhin auf Platz 1.665 - damit war ich bester Saarländer und unter 4.485 Deutschen auf Platz 54.

Man erkennt es kaum - aber im Weißelbachtal begegnete ich
einem Reh, das sich sogar fotografieren ließ!
Morgen laufe ich nochmal lockere 70 Minuten zum Beine-Ausschütteln, und am Freitag dann 90 Minuten in 5:00/km - mehr Tempo muss zur Zeit nicht sein. Samstag dann wieder eine lockere Einheit wie Donnerstag, und am Sonntag dann der längste Lauf mit 35 km statt des Test-Halbmarathons.

Diesen langen Lauf wiederhole ich dann auch am Sonntag drauf. Der nächste Ruhetag wird erst am nächsten Dienstag sein - nach dann 13 Tagen Training am Stück!

Dienstag, 30. Januar 2018

#tokyo2018 #34 Und nochmal 75 Minuten für drei Brezeln



A tale of two days

Kilometersammeln mit System


Heute hab ich was gemacht, was ich in der Vorbereitung auf einen Marathon so noch nie gemacht habe: Die Einheit vom Vortag exakt wiederholt, was Länge, Pace und Zeit angeht. Und auch die Pulswerte waren fast genau gleich.

Blick auf das Solarfeld
Wie gestern ging es in der Mittagspause drei mal um die "Haldenbrezel", jede Runde fast exakt 25 Minuten. Das gleichmäßige Laufen mag als öde gelten, aber nach meinem Körpergefühl ist es für mich derzeit genau richtig, um trotz meines verletzten linken Oberschenkels in Form zu kommen bzw. zu bleiben.

So sammelte ich die Kilometer 522-536 der seit dem 19.12.2017 laufenden Tokyo-Vorbereitung:

Im Dezember und im Januar bin ich bisher in insgesamt 43 Einheiten (17/26) 639 km gelaufen, jeweils im Durchschnittstempo 11,4 km/h - aber im Dezember war mein Durchschnittspuls dabei noch 136, im Januar 132. Das Training wirkt, das Herz ist ein Muskel: Steigt die Leistungsfähigkeit, sinken die Schlagzahlen automatisch.

Morgen stehen 100 Minuten auf dem Programm, ich werde aber mal wieder woanders laufen. Langsam kann ich den Haldenrundweg nicht mehr sehen.



Montag, 29. Januar 2018

#tokyo2018 #33 75 Minuten für drei Brezeln


Dreimal rund ist sehr gesund

Kontrolliertes Regenerationstempo in der Mittagspause


Heute absolvierte ich die in Herbert Steffnys Marathonplan schon fast obligatorische montägliche Regenerationseinheit und lief dreimal die "Haldenbrezel" rund um den Brönnchesthalweiher bzw. die Bergehalde. Jeweils ca. 25 Minuten - sind genau 75 insgesamt.

Der Rundweg um den Brönnchesthalweiher
523 km habe ich schon in diese Vorbereitung investiert - zum Vergleich: Vor Hamburg 2017 war ich zu dieser Zeit bei 466, vor Chicago 2016 bei 471. Ich gleiche also durch einen etwas höheren Umfang die Defizite beim Tempotraining aus - so zumindest der Plan.

Ob das aufgeht, wird man sehen, aber ich plane die derzeitgen 79 kg Kampfgewicht vielleicht doch noch um 3-4 zu reduzieren und, so alles glattgeht, in der letzten Trainingswoche vor bzw. nach Ankunft in Tokyo erst zu testen, die die Oberschenkelmuskulatur auf Tempo reagiert - falls überhaupt.

Falls ich unsicher bin, laufe ich mit dem Ziel einer respektablen Zeit unter 3:30h einfach einen genußvollen Stadtmarathon in Japans Hauptstadt, von dem viele sagen, er sei der stimmungsvollste und schönste der gesamten World Marathon Majors.

Heute im Training gingen mir die drei Runden ganz locker aus den Beinen, trotz ein wenig Wind und Nieselregen.

Der Brönnchesthalweiher ist derzeit ziemlich voll
Auch weiterhin macht der biceps fermoris im linken Oberschenkel alles klaglos mit, auch wenn ich zumindest zu Beginn des Trainings schon noch merke, dass er nicht "wie sonst" ist.

So wird es auch hoffentlich weitergehen! Morgen wird - statt Intervallen im Marathontempo - genau diese Einheit wiederholt, und am Sonntag wird der Testhalbmarathon durch einen langen Lauf ersetzt.

Mit den Trainingseinheiten morgen und am Mittwoch werde ich dann den Laufmonat mit ca. 420 km abschließen, das wäre nach dem September 2013 mit 434 km mein kilometermäßig zweitreichster, seit ich laufe, und das vierte Mal, dass ich mehr als 400 km in einem Monat laufe.

Sonntag, 28. Januar 2018

#tokyo2018 #32 Langer Lauf 32 km (letzte 10 etwas schneller)



Die 500-km-Marke gerissen

Langer Lauf ins "Qualityland"


Heute stand der vierte lange Lauf dieser Vorbereitung auf dem Programm. Wegen meines rekonvaleszenten biceps fermoris kam es für mich nicht in Frage, die von Steffny geforderte Crescendo-Steigerung von 5:30/km auf 5:00/km und schließlich am Ende auf 4:30/km zu laufen - das wäre nach meinem Körpergefühl für den Muskel eindeutig noch zu fordernd gewesen.

Land unter kurz vor Beeden 


Ich fand eine andere Lösung: Die ersten 22 km ein wenig schneller als 5:30/km, und die letzten 10 dann ein wenig langsamer als 4:30/km - so konnte ich einen vernünftigen Trainingseffekt erzielen, ohne den Muskel zu überlasten.

Das klappte auch ganz gut. Die ersten 22 km lief ich in 5:10/km (1:53:30), die letzten 10 dann in 4:55/km (49:12). Das machte der Muskel gut mit, und so bzw. so ähnlich werde ich es in den nächsten Wochen auch weiter handhaben. Keine flotten Läufe wesentlich unter 5:00/km, Steigerungen vermeiden, und den Test-Halbmarathon am kommenden Sonntag cancele ich zugunsten eines weiteren langen Laufs in der Art wie den heute, nur etwas länger - vielleicht entlang der Saar in Saarbrücken!

Auf den Ohren hatte ich heute - ein Typ vom Sportkameraden Malte Beinhauer - das neue Werk von Marc-Uwe Kling: "Qualityland". Derb, dystopisch, aber auch erschreckend aktuell und vor allem witzig - kann ich nur empfehlen! So vergingen die etwas über 160 Minuten wie im Flug.

In und um Beeden sieht man immer mehr Gegner der B423
Einziger Makel: Von Limbach kommend kurz vor der Beedener Aue war der Weg auf 20m Länge völlig überschwemmt, so dass ich durch die Wiese musste - die neongelben Laufschuhe waren danach dunkelbraun...

Morgen und am Dienstag mach ich jeweils lockere 70 Minuten in 5:30/km, ab Mittwoch springe ich dann in die achte Woche, die ich eine Woche später - in der dann wirklich achten Woche - wiederhole.

So vermeide ich derzeit Intervalle im Marathontempo - ob ich die in der Vorbereitung überhaupt laufe, steht eh noch in den Sternen.

Ich will meinem biceps fermoris alle Zeit geben, unter "sanfter Belastung" zu heilen - und nur wenn mein Körper mir sicher ein "Go" gibt, denke ich überhaupt drüber nach, in Tokyo die drei Stunden anzugreifen.

Bei Bierbach - die Auen immer noch voll wie ein Schwamm
Falls nicht, wird es eben ein echter Genusslauf.

Die Fitness wird dafür sicher reichen: Heute habe ich meine von Garmin errechnete VO²Max-Zahl auf 59 hochgetrieben - und die Sub3 im Land der aufgehenden Sonne verschiebe ich unter Umständen auf irgendwann.

Ich bin momentan einfach froh, dass ich nach dem Malheur vom letzten Sonntag überhaupt laufen kann.

Mit dem Lauf heute habe ich meine Vorbereitungskilometerzahl auf immerhin 509 geschraubt - es läuft den Umständen entsprechend gut, viel besser als in der Vorbereitung auf Hamburg 2017.

Damals war ich in den ersten Wochen zweimal richtig krank und hatte die 500-km-Marke erst in meiner 40. Trainingseinheit.

Vorher hatte ich u.a. zwei lange Läufe ausfallen lassen müssen, und nie einen höheren VO²Max-Wert als 57.

Daher will ich mein Glück nicht herausfordern!



Samstag, 27. Januar 2018

#tokyo2018 #31 Trailig rund um FuKoLu


Mal wieder Trail und ein wenig Erkundung

Im Nebel rund um den gesamten Ortsratsbezirk im Südosten der Stadt


Am Start zu Hause
Heute standen eigentlich nur 70 Minuten Laufen an, aber wegen eines engen Terminplans am morgigen Sonntag habe ich mich entschieden, die morgen geplanten 35 km dann doch - wie auch ursprünglich vorgesehen - ein wenig einzukürzen.

Ich werde 32 km laufen, 22 ganz gemütlich und die letzten 10 ein wenig schneller, aber - eingedenk meiner Muskelverletzung - bloß nicht zu schnell.

Um das ein wenig auszugleichen, sollte es heute rund um Furpach, Kohlhof und Ludwigsthal gehen - fast 18 km mit einigem an Trailanteil und einigen kurzen Passagen, die ich bisher noch nicht gelaufen war.

Auf dem Grenzsteinweg
Es war sehr neblig und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, als ich gegen 11:45 Uhr loslief. Die Sonne versuchte alles, kam aber nicht durch - dies sollte während des gesamten Laufs so bleiben.

Den ersten Kilometer lief ich sehr langsam, vor allem hörte ich in meinen Biceps fermoris hinein, der, wiederum mit Finalgon vorgewärmt, ein wenig brauchte, um "rund zu laufen". Danach suchte und fand ich mein angenehmes Tempo.
Leider sponn der Herzfrequenzmesser und präsentierte mir ab km 3 Werte um die 180. "Sei Lääwe nitt!", dachte ich.

Eine alte Garmin-Schwäche, die mich jetzt jahrelang verschont hatte - hoffentlich gibt er sich wieder. Vielleicht war der Sensor auch sauer, dass ich ihn gestern schlicht vergessen hatte und die Werte vom Arm so in die Statistik eingingen - das wäre auch heute aussagekräftiger gewesen. Am wahrscheinlichsten aber - er hat gar nicht verbunden (vielleicht schwächelt die Batterie), so hat der Sensor an der Uhr übernommen, und da ich die über dem Langarmshirt trug, stimmten die Werte wegen des fehlenden direkten Hautkontakts einfach nicht, nachdem das Shirt die erste Schweissfeuchtigkeit aufgenommen hatte.

Teilweise war es schon sehr trailig - hier kurz vor der Harrau
Wie auch immer - die Werte waren fern vom Stern und sind deshalb in der Statistik auch nicht drin. Geschätzt denke ich mal 135 im Schnitt und 150 maximal.

Ich lief den Franzosenweg runter, dann die Kirkeler Straße bis zum Grenzsteinweg, dann über den denselben in Richtung Kohlhof. Bei km 6,67 lief ich dann geradeaus über den sehr trailigen Pfad (den die Überbeanspruchung durch Reiter nicht besser gemacht hat) weiter geradeaus in Richtung Harrau.

Von dort ging's zurück nach Kohlhof und rund um die Siedlung "Am Hirschberg" (dieses kurze Stück war ich bisher nie gelaufen) und danach über den Hirschbergweg-Ost (auch den kannte ich noch nicht) zum Sportplatz Kohlhof.

Im Vogelschutzgehölz bei Ludwigsthal
Danach runter an die L287, über die Brücke nach Ludwigsthal, und dort nochmal ein Stück parallel zur L287 und dann quer durch den Wald zur Furpacher Straße (auch dieses kurze Stück war neu für mich).

Lustig während der ganzen Zeit: Es war so feucht, dass ständig Tropfen an meinen Augenbrauen kondensierten und mir das Wasser in die Augen tropfte!

Unten an der Furpacher Straße ging's dann durchs Vogelschutzgehölz in Richtung Kasbruchtal und von dort den Pfuhlwaldbach hoch Richtung City, dann über die Scheib und die Hermannstraße heim.

Das war ein schöner Lauf, auch - oder gerade weil - es so neblig war. Die Landschaft hat dann einen ganz eigenen Zauber. Und auch mein lädierter Muskel fühlte sich danach gut an. Ich freu mich schon auf morgen!





Donnerstag, 25. Januar 2018

#tokyo2018 #29 Immer rund im Regen


70 Minuten Verhärtung rauslaufen


Mit dem FV Neunkirchen und Achims Outletics-Gruppe dem Regen getrotzt


Heute traute ich mich nach dem verheißungsvollen Wiedereinstieg ins Training gestern wieder mal auf die Bahn, weil ich erst spät Abends zum Trainieren kam und die "Licht für Läufer"-Zeiten im Wagwiesental nutzte.

Nass war's - da schlug sogar die Linse leicht an...
Mit mir im Rund waren die Fußballer des FVN und die Jungs und Mädels von Outletics mit ihren Trainer Achim.

Nach dem Trainingsplan hätte ich eigentlich Steigerungen einbauen sollen, aber mit meinem rekonvaleszenten Biceps fermoris lies ich die fast ganz weg. Nur einige zarte Versuche machte ich, aber die brachten (noch) kein gutes Gefühl, also lief ich danach gleichmäßig durch.

Der Regen wurde gegen Ende immer stärker, und am Schluß war ich auch allein. Aber immerhin ein paar Kilometer gefressen, und der finalgonerwärmten Muskulatur tat das auch gut.

An der Rückseite meines Oberschenkels zeigen sich jetzt, vier Tage nach dem DNF in Köln, doch leichte blau-grüne Verfärbungen. Also ist es wohl doch nicht ganz ohne Verletzung abgegangen. Trotzdem fühlt sich der Muskel von Tag zu Tag besser an, und mein Körpergefühl sagt mir, dass Laufen in gemäßigtem Tempo eher hilft als schadet.

Daher werde ich die Einheit morgen (10 km in 4:30/km) auch laufen, allerdings in ruhigerem Tempo, je nachdem, was der Muskel so hergibt.

Am Sonntag werde ich, wenn alles so weitergeht, den Umfang leicht erhöhen (35 statt 32 km) dafür die Crescendo-Lauferei (5:30/5:00/4:30) sein lassen und lieber "gemütlich" in 5:15/km cruisen - oder vielleicht ein wenig steigern, aber gemäßigt.

Sonntag, 21. Januar 2018

#tokyo2018 #27 DNF. Such is life.


Jähes Testende und düstere Aussichten

Nach neun Jahren und weit über 70 Wettkämpfen: DNF-Premiere


Die Geschichte des heutigen Testlaufs zu erzählen macht mir wirklich keinen Spaß. Aber ich genüge der Chronistenpflicht. Also:

Der Start: Eng war der Kurs...
Gestern abend ging's lange bei der "Neinkeijer Faasend", aber ich war diszipliniert, vermied Alkoholkonsum und ging direkt nach dem Heimkommen in die Falle. Heute morgen früh raus, gesundes Frühstück und ab ging's mit der älteren Tochter in Richtung Köln-Porz, durch den verschneiten Hochwald und die Eifel.

Ab Bonn war dann vom Schnee nix mehr zu sehen. Wir kamen gegen 10 Uhr in Köln-Porz an, das Registrieren ging fix, so hatte ich noch genügend Zeit, mich zunächst noch ein wenig auszuruhen und dann gewissenhaft vorzubereiten. Dehnen, Einlaufen, alles wurde pflichtgemäß abgespult, wie schon unzählige Male vorher. 

Gegen 11.30 Uhr, 30 Minuten vor dem Start, ging ein Graupelschauer nieder, und es wurde richtig kalt. Aber ich war noch im warmen Trainingsanzug verpackt und machte mir keine allzu großen Sorgen.

Was mir nicht gefiel, war die Strecke, auf der übrigens eine Saarländerin (Susanne Hahn vom SV Saar 05) mit 34:56 den Streckenrekord hält: Als Straßenlauf angegeben, bestand die Strecke zu wesentlichen Teilen aus Feldwegen mit einigen richtigen Schlammlöchern und am Ende ging's richtig cross durch den Wald. Das erstere war sicher auch dem Wetter der letzten Wochen geschuldet, nichtsdestotrotz unangenehm, das zweite nicht so schlimm.

Vorm Start konnte ich noch lachen...
Schlimmer aber: Im Startbereich und auf den ersten zweieinhalb Kilometern wird der Weg nie richtig breit, und das Gedränge war dann auch groß, vor allem, weil viele sich am Start viel zu weit vorne platzierten und von den schnellen Läufern überholt werden mussten. Ich sah mehrere Fast-Stürze und es kam auch zu wüsten Schimpfereien.

Für mich klappte der Start recht gut, ich hielt mich aus möglichen Konflikten raus, lief aber mit 7:40 auf den ersten beiden Kilometern ein wenig schneller als geplant. Ich musste dabei schon früher, als mir lieb war, bei Überholmanövern beschleunigen, hatte schließlich aber ein gutes Tempo und eine gute Gruppe gefunden. Alles schien ok, ich war gut im Rennen angekommen.

Wir waren nach etwas mehr als zwei Kilometern gerade auf den "Grendeler Mauspfad" eingebogen, hatten Asphalt unter den Füßen und endlich mal ein wenig Platz, als ich erstmals richtig zufrieden war: Es lief gut! Vor uns lag eine lange Gerade, an deren Ende noch ca. ein Kilometer quer durch den Wald gehen sollte, dann wäre die erste Runde schon geschafft gewesen. Ich fühlte mich super und war gerade dabei, sozusagen auf "Autopilot" zu schalten und die nächsten drei-vier Kilometer in der Gruppe mitzurollen, als es urplötzlich "Peng!" machte.

Der biceps fermoris in meinem linken Oberschenkel machte ohne jede Vorwarnung zu, ich merkte sofort, dass es das für heute war, hob die Hand, um die hinter mir Laufenden zu warnen, und ging nach rechts raus.

Auf Hin- und Rückfahrt gab's Zauberlandschaften...
Mist! Ich musste noch nie einen Wettkampflauf vorzeitig beenden, zwar war ich mehrfach verletzt oder gehandicapt, konnte aber immer finishen. Hätte ich das heute probiert, wäre es, wenn es überhaupt gelungen wäre, in einer völlig indiskutablen Zeit und höchstwahrscheinlich unter ruinösem Missbrauch meiner Muskulatur möglich gewesen - wahrscheinlich aber auch dann nicht. Na gut, irgendwann würde die Serie reissen, das war mir klar, ich hoffe halt, dass heute nicht mehr gerissen ist als nur die.

Ich schlich frustriert zurück zum Start. Auf der zweiten Runde kam mir meine Gruppe entgegen, die Jungs lagen so auf Platz 30-40 gesamt, am Ende liefen sie Zeiten von 38:50-39:20. Ich feuerte sie nochmal an, ihre bedauerlichen Blicke in meine Richtung halfen mir auch nicht unbedingt. Da war der Trost durch meine Tochter und eine gute Dusche und eine warme Nudelsuppe kurz danach bei meiner Schwiegermutter in der Eifel schon aufbauender.

Woran hat's gelegen? Keine Ahnung. Ich hab mich gut aufgewärmt, das "Protokoll" also befolgt. Manchmal passieren solche Dinge eben - so ist das Leben. Jetzt müssen Doc und Physio draufschauen und mir wieder in die Spur helfen. Vom Gefühl her ist das auch bei weitem nicht so schlimm wie seinerzeit 2012 in Freiburg, und da war's ja auch im rechten Oberschenkel gewesen.

Noch geb ich nicht auf. Das wäre ja noch schöner. Meine Grundfitness ist gut, das Tempo hab ich auch drauf, und Erfahrung mit solchen Situationen habe ich auch. Ich darf jetzt eben nur nichts zwingen wollen und muss die Verletzung, wie schon einmal in dieser Vorbereitung mit der Patellasehne, respektieren und meine Vorbereitung eben anpassen.

Auf meinem Abrisskalender, den mir die Caritas Neunkirchen zu Weihnachten geschenkt hat, stand heute ein Spruch aus dem zweiten Buch Jona:

"Was ich gelobt habe, will ich erfüllen. Vom Herrn kommt die Rettung."

Das kann kein Zufall sein.

Donnerstag, 18. Januar 2018

#tokyo2018 #25 Ruhige Stunde mit Steigerungen



The tapering begins


Abschluss der Neun-Tage-Dauertrainingssequenz kurz vor Halbzeit des Trainingsplans


Die Sonne schien im Wagwiesental
Die letzten neun Tage habe ich jetzt pausenlos durchtrainiert. Auf den Ruhetag morgen freue ich mich richtig, damit die Beine vorm Wochenende die notwendige Spannung aufbauen. Nur noch ein lockerer Lauf am Samstag (30 min. in 5:50/km mit Steigerungen) liegt vor mir, und am Sonntag dann in Köln-Porz der erste Wettkampf in dieser Vorbereitung, nachdem der geplante ja meinem Patellaspitzensyndrom zum Opfer fiel.

Steffny "verlangt" eine 38:30 auf die zehn Kilometer im zweiten Test, ich werd mein Bestes versuchen, wäre aber mit einer mittleren 39er-Zeit auch schon sehr zufrieden, und auch eine Zeit über 40 Minuten würde mich nicht aus der Bahn werfen.

Endlich unter 80!
Sowohl vor Chicago wie vor Hamburg habe ich gemerkt, dass ich einen Sub-3-Marathon schaffen kann, wenn ich will, auch wenn die ganz schnellen kurzen Läufe mir zunehmend schwerer fallen.

Heute lief's gut: Ich lief mich erstmal einen Kilometer locker ein, dann machte ich alle 200m einen Kurzantritt.

Im Gegensatz zur letzten entsprechenden Einheit, wo meine Patellasehne bei jeder Steigerung maulte, merkte ich jetzt fast nichts mehr, und ab der Hälfte des Laufs gar nichts mehr.

Erfreulicherweise zeigte die Waage heute morgen das erste Mal einen Wert unter 80 kg. Wenn's nach mir geht, bleibt das auch so bis zum Marathon am 25.02.2017!

Eigentlich will ich ja noch zwei Kilo runter auf 78. In dem Tempobereich, in den ich jetzt komme, merkt man echt jedes Kilo.