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Sonntag, 15. März 2020

Herrenwalderhofpremiere

Erste Rennradtour seit über einem Monat


Lange nicht mehr in Winterbach gewesen

Und dann gleich mal Neues erlebt...

 

Heute nahm ich mir mal eine Auszeit vom Coronachaos und fuhr knapp drei Stunden und gut 73 km lang Rennrad, ehe es am frühen Nachmittag bis zum Abend weiter ging mit der Sitzung unseres Corona-Krisenstabs im Rathaus.

Blick zurück nach Neunkirchen vom Berghof aus
Über Furpach und Limbach ging's  nach Wörschweiler, dann über die Blies und dann erstmal den Ohligberg hoch, eine saftige Steigung raus aus dem Bliestal und auf den Kamm zwischen dem Lamsbachtal und dem Pfänderbachtal, den beiden Nebentälern der Blies bei Schwarzenacker.

Oben angekommen genoss ich den Blick zurück übers Bliestal bis in meine Heimatstadt, ehe ich Richtung Kirrberg und Mörsbach weiterfuhr. Schliesslich kam ich über die Landesgrenze in Rheinland-Pfalz an und kam nach Käshofen, danach ging's runter ins Tal des Felsbachgrabens und schließlich nach Winterbach, von wo aus ich eine weitere Steigung in Angriff nahm, die ich noch nie gefahren war.

Der Herrenwalderhof - hier war ich bisher noch nie hochgefahren!
Hoch zum Herrenwalderhof ging's, und dann oberhalb von Krähenberg oberhalb der Quelle des Wieselbornbachs zurück über die L466 in Richtung Martinshöhe.

Dort angekommen wählte ich den schnellsten Heimweg über Rosenkopf und runter ins Lambsbachtal nach Bechhofen.

Vor einer Woche war ich noch bei meinem letzten langen Lauf hier durchgekommen!

Danach ging's wieder raus aus dem Lambsbachtal und zurück nach Homburg.

Durch den Closenbruch und die Homburger City zurück und vorbei am Rathaus/Landratsamt fuhr ich vorei am alten Zollbahnhof und Altstadt zurück nach Kirkel-Limbach.

Nahe der Blies in Altstadt gab's Störche zu sehen!
Der Wind blies ganz schön kräftig, und ich war froh, dass ich mich der Heimat wieder näherte!

Zurück im Bliestal sah ich einige Störche, ehe ich über Kohlhof und Furpach auf den "Homestretch" kam.

Am Ende waren's dann doch fast 1.000 Höhenmeter (na ja, gut, 928 ganz genau), ehe ich wieder zu Hause war, schnell duschte, schnell was verspeiste und meine Familie kurz sah.

Den Rest des Tages verbrachte ich wie gesagt gemeinsam mit meinem Corona-Krisenstab im Rathaus. Dankenswerterweise hatten einige Kolleginnen und Kollegen auch Kuchen mitgebracht, so konnte man es aushalten!
















Sonntag, 28. Januar 2018

#tokyo2018 #32 Langer Lauf 32 km (letzte 10 etwas schneller)



Die 500-km-Marke gerissen

Langer Lauf ins "Qualityland"


Heute stand der vierte lange Lauf dieser Vorbereitung auf dem Programm. Wegen meines rekonvaleszenten biceps fermoris kam es für mich nicht in Frage, die von Steffny geforderte Crescendo-Steigerung von 5:30/km auf 5:00/km und schließlich am Ende auf 4:30/km zu laufen - das wäre nach meinem Körpergefühl für den Muskel eindeutig noch zu fordernd gewesen.

Land unter kurz vor Beeden 


Ich fand eine andere Lösung: Die ersten 22 km ein wenig schneller als 5:30/km, und die letzten 10 dann ein wenig langsamer als 4:30/km - so konnte ich einen vernünftigen Trainingseffekt erzielen, ohne den Muskel zu überlasten.

Das klappte auch ganz gut. Die ersten 22 km lief ich in 5:10/km (1:53:30), die letzten 10 dann in 4:55/km (49:12). Das machte der Muskel gut mit, und so bzw. so ähnlich werde ich es in den nächsten Wochen auch weiter handhaben. Keine flotten Läufe wesentlich unter 5:00/km, Steigerungen vermeiden, und den Test-Halbmarathon am kommenden Sonntag cancele ich zugunsten eines weiteren langen Laufs in der Art wie den heute, nur etwas länger - vielleicht entlang der Saar in Saarbrücken!

Auf den Ohren hatte ich heute - ein Typ vom Sportkameraden Malte Beinhauer - das neue Werk von Marc-Uwe Kling: "Qualityland". Derb, dystopisch, aber auch erschreckend aktuell und vor allem witzig - kann ich nur empfehlen! So vergingen die etwas über 160 Minuten wie im Flug.

In und um Beeden sieht man immer mehr Gegner der B423
Einziger Makel: Von Limbach kommend kurz vor der Beedener Aue war der Weg auf 20m Länge völlig überschwemmt, so dass ich durch die Wiese musste - die neongelben Laufschuhe waren danach dunkelbraun...

Morgen und am Dienstag mach ich jeweils lockere 70 Minuten in 5:30/km, ab Mittwoch springe ich dann in die achte Woche, die ich eine Woche später - in der dann wirklich achten Woche - wiederhole.

So vermeide ich derzeit Intervalle im Marathontempo - ob ich die in der Vorbereitung überhaupt laufe, steht eh noch in den Sternen.

Ich will meinem biceps fermoris alle Zeit geben, unter "sanfter Belastung" zu heilen - und nur wenn mein Körper mir sicher ein "Go" gibt, denke ich überhaupt drüber nach, in Tokyo die drei Stunden anzugreifen.

Bei Bierbach - die Auen immer noch voll wie ein Schwamm
Falls nicht, wird es eben ein echter Genusslauf.

Die Fitness wird dafür sicher reichen: Heute habe ich meine von Garmin errechnete VO²Max-Zahl auf 59 hochgetrieben - und die Sub3 im Land der aufgehenden Sonne verschiebe ich unter Umständen auf irgendwann.

Ich bin momentan einfach froh, dass ich nach dem Malheur vom letzten Sonntag überhaupt laufen kann.

Mit dem Lauf heute habe ich meine Vorbereitungskilometerzahl auf immerhin 509 geschraubt - es läuft den Umständen entsprechend gut, viel besser als in der Vorbereitung auf Hamburg 2017.

Damals war ich in den ersten Wochen zweimal richtig krank und hatte die 500-km-Marke erst in meiner 40. Trainingseinheit.

Vorher hatte ich u.a. zwei lange Läufe ausfallen lassen müssen, und nie einen höheren VO²Max-Wert als 57.

Daher will ich mein Glück nicht herausfordern!



Sonntag, 24. Dezember 2017

#tokyo2018 #05 27 heiligabendliche Kilometer


Weiter, immer weiter...

Den ersten langen Lauf hab ich jetzt auch "in der Tasche"

 

Heiligabendläufe mache ich normalerweise sehr gerne. In den letzten beiden Jahren war ich in der Weihnachtszeit eher mit dem Rad unterwegs, um die #Festive500 von Strava mitzumachen, aber trotzdem konnte ich 2016 mit Florian Neuschwander auf den "Easy Christmas Trail" gehen, das hat Spaß gemacht! 2014 lief ich den Brunnenpfad in Hangard, 2011 (in Vor-Blog-Zeiten) 17,5 km entlang der A6 und durch den Wald bei Kohlhof.

Heiligmorgen bei der Feuerwehr Wellesweiler
Heute stand der erste lange Lauf der Marathonvorbereitung auf Tokyo an. Die langen Läufe (LSD: Long Slow Distance) sind die Grundessenz jeder Marathonvorbereitung! Sie sind optimalerweise immer an dem Wochentag zu absolvieren, an dem auch der Wettkampf stattfindet, damit der Körper sich an den Rhythmus gewöhnt.

Ziel von langen Trainingsläufen ist es, den Fettstoffwechsel zu trainieren und die Muskulatur behutsam auf lange Belastungen vorzubereiten. Dabei sollte man aber unbedingt im Grundlagenbereich trainieren. Wer stattdessen regelmäßig in seinem Marathontempo joggt, überlastet sich und gerät schnell ins Übertraining.

Um den Fettstoffwechsel zu optimieren, sollte man das Tempo so wählen, dass die aufgenommene Sauerstoffmenge ausreicht, um möglichst viel Fett zu verbrennen. Das funktioniert aber nur, wenn man langsam läuft. Dann lernt der Körper, aus Fett viel Energie zu gewinnen und bildet beispielsweise mehr Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) und Fettstoffwechsel-Enzyme (Jörg Birkel).
Der Bexbach kurz vor der Mündung in die Blies


Normalerweise starte ich fast all meine langen Läufe an der evangelischen Kirche in Kohlhof (außer den ersten 32er, den laufe ich seit Jahren im Lambsbachtal, das ist schon eine Tradition, mit der ich auch nicht zu brechen gedenke). Aber heute ging's mal in Wellesweiler los: Die freiwillige Feuerwehr hatte eine Heiligmorgenfeier organsisiert, und viele Kameradinnen und Kameraden, aber auch jede Menge anderer Menschen waren dort, so dass ich die Gelegenheit wahrnahm, dort noch vorbeizuschauen und ihnen frohe Weihnachten zu wünschen.

Danach ging's los, über den Ochsenwald und den Ortsweilerhof, nach Niederbexbach, über die Blies, nach Limbach und dort an den Beginn des Bliestalradwegs. Dann über die Beedner Bliesaue, Beeden, das Beedener Brünnchen und ab Richtung Wörschweiler, dort dann bis zur Bahnunterführung bei Ingweiler und das ganze wieder zurück. Dabei traf ich sogar noch den Genossen Jonas Scheunig. Fleißig, fleißig, der junge Mann!

Der Protest gegen den geplanten
Ausbau der B423 wird immer
sichtbarer.
Auf den Ohren hatte ich dabei mein neues Hörbuch: "Origin" von Dan Brown. So vergingen zweieinhalb Stunden wie im Flug!

Mit dem Ergebnis bin  ich zufrieden. Die Werte stimmen alle, auch im Vergleich zu der Einheit in der letzten Vorbereitung auf Hamburg.

Wie immer beim ersten langen Lauf war's ab km 20 nicht mehr ganz so locker und flockig, aber das ist normal.

Nach dem Lauf nahm ich noch als "Absacker" ein Gründel's fresh im Hotel Ellenfeld, wo die Härtesten der Harten den Heilignachmittag feste feierten!

Morgen 70 lockere Minuten Joggen, am Dienstag dann wieder Intervalle: 5*1000m in 3:55/km.

Sonntag, 16. April 2017

#hamburg2017 #48 - Vierter und letzter langer Lauf (27 km in 5:20/km)


Ganz gechillt raus aus der neunten Woche

Heute stand der letzte lange Lauf dieser Vorbereitung auf dem Programm. Es war der vierte, eigentlich hätten es sechs sein sollen, aber zwei mußte ich wegen Infekten abblasen - und die rissen richtige Löcher in meinen Vorbereitungsplan.

Das Wetter war traumhaft zum Laufen - hoffentlich wird's
in einer Woche in Hamburg auch so!
Mittlerweile weiß ich mehr denn je, dass es die langen Läufe sind, die in der Marathonvorbereitung am wichtigsten sind: Der lange Lauf ist die effektivste Möglichkeit, die Muskelausdauer zu trainieren, also die Fähigkeit der Muskeln zu schulen, über einen langen Zeitraum "submaximal zu kontrahieren", um mal mit einigen Lauf-Fachtermini anzugeben.

Was genauso wichtig ist: der lange Lauf trainiert die Glykogen- und vor allem die Fettverbrennung.

Darauf baut gerade für Hobbyläufer wie mich so viel auf: Schließlich wird durch die "langen" inclusive der drei Vorbereitungswettkämpfe der Körper auch an den Rhythmus gewöhnt, Sonntag für Sonntag leistungsfähig zu sein - denn auch der Marathon wird an einem Sonntag gelaufen.

Selbstredend kann man viel mit intensiven, kürzeren Einheiten kompensieren, und auch die Schnelligkeit trainiert man nicht mit "Rumdieseln", sondern mit flotten Läufen und Kurzintervalleinheiten, aber es bleibt dabei: Die langen Läufe sind die Butter und das Brot des Ausdauersportlers, wenn er einen Marathon schaffen will.

Kurz nach der Wende bei Bierbach
Ich lief eine Strecke, die für mich dementsprechend die "Bread & Butter"-Strecke geworden ist:Vom Kohlhof über "es Heefche" nach Limbach, dort auf den Bliestal-Radweg vorbei an der Beedener Aue, Beeder Brünnchen, Wörschweiler, Ingweiler bis Bierbach und zurück.

Den Hinweg absolvierte ich ein klein wenig schneller, aber ich hätte ebenso progressiv laufen können, lief aber lieber gleichmäßig und mit der flachsten Pulskurve seit sehr langer Zeit. Am Ende mit einem Durchschnittspuls von 127 (Spitze 138) auch viel ruhiger als vor Chicago (131/148), dabei nur knapp 40 sec. langsamer. Dementsprechend "sprang" mein VO²Max-Wert nach einer kleinen Delle gestern auch wieder auf 57.

Eigentlich müsste ich nach einer sehr guten Trainingswoche auch sehr guter Dinge sein, am kommenden Sonntag in Hamburg doch noch in Richtung 2:59:59 oder besser laufen zu können. Bin ich auch.

Christoph und ich im Oktober in Heinitz.
Nach diesem Läufchen wurde die Idee,
Hamburg gemeinsam zu laufen, geboren.
(Foto: Thomas Seeber)
Was mich aber nicht vergessen lässt, dass es eben auch die oben erwähnten "Löcher" gab, und auch, dass ich heute zwei Kilometer brauchte, bis meine leichten Rückenprobleme, die sich im linken Knie manifestieren, "rausgelaufen" waren. Und dass meine Vorbereitungswettkämpfe in Merzig, Brühl und Freiburg diesbezüglich eher wenig Anlass zu Optimismus geben.

Außerdem ist "Sub3" diesmal auch nicht meine oberste Priorität. Hamburg laufe ich in erster Linie, um mit Christoph Gill, dem ersten Deutschen, der alle Major-Six-Marathons unter drei Stunden lief, und dem ich in dieser Beziehung nacheifere, ein schönes gemeinsames Marathonerlebnis zu haben. Ohne da zu indiskret zu sein: Christoph hatte wie ich auch auch keine perfekte Vorbereitung. Mal sehen, wohin uns unser - hoffentlich für viele, optimalerweise für alle 42,195 Kilometer in Hamburg - gemeinsamer Weg so führt.

Morgen 60 Minuten Regeneration, entweder am Itzenplitzer Weiher vor dem Lauf dort, oder vielleicht doch in Schönecken bei der besten Schwiegermutter der Welt. Falls es mich in die Eifel verschlägt und ich dort laufe, dann im Altburgtal auf einer wunderschönen Strecke. Dienstag dann Ruhe- und Reisetag (dankenswerterweise hüten meine "große" Tochter und meine Eltern das Haus), Mittwoch in Hamburg dann letzte, aber kurze Intervalle, wohl an der Außenalster. Ich bin schon ganz gespannt auf das Tor zur Welt!



Sonntag, 9. April 2017

#hamburg2017 #43 It´s a Long Way to the Top (If You Wanna Rock ´n´ Roll)


Na also!

Auf diesen langen Lauf hatte ich die ganze Woche hingearbeitet und gewartet. Für mich war klar: Diese Trainingseinheit wird ein echter Prüfstein, was meine Ambitionen beim Haspa-Marathon in Hamburg am 23.04.2017 angeht. Weniger dahingehend, als dass ich bei einem erfolgreichen Absolvieren sicher wäre, in den Bereich Sub3 laufen zu können, als vielmehr umgekehrt: Würde ich die Trainingsvorgabe auch heute nicht erreichen, müsste ich mich endgültig vom Ziel des 2:XX:XX-Marathons verabschieden müssen.

Not so fast.

Start und Ziel
Die äußeren Bedingungen waren vergleichbar mit der entsprechenden Einheit vor dem Chicago-Marathon, die ich nicht so zufriedenstellend absolvierte: Damals konnte ich von den letzten zehn Kilometern nur die ersten drei in den geforderten 4:40/km laufen und musste danach zurückschalten.

Diesmal startete ich aber nicht in Kolhhof, sondern mitten auf der Strecke zwischen Wörschweiler und Bierbach nahe bei Ingweiler: So konnte ich mich nach 12,5 km besser mit Getränken versorgen - und das war auch nötig, weil die Sonne ganz schön brannte.

Ich lief die erste Stunde recht konstant genau im Bereich 5:20/km bzw. knapp drunter, drehte wie immer in Blieskastel meine Runde ums Rathaus und lief zurück. Unterwegs traf ich Christoph Gräber von Dreikraft Neunkirchen zum ersten Mal (später wieder) - er war mit dem Bike unterwegs.

So kam ich nach einer Stunde und sechs Minuten wieder am Auto an. Schnell 2 Flaschen Iso-Getränk gekippt (das wirkte Wunder!) und weiter ging's.

Ein Highlight: Die Blies mäandert durchs Beedener Biotop
Bis zur Hälfte des Laufs blieb mein Puls fast ständig um und unter 130 bpm, im Schnitt sogar nur 127. Das war schon mal gut. Ich hatte auch nie - im Gegensatz zu der Einheit im September vor Chicago - Befürchtungen, in Probleme zu geraten, auch wenn's jetzt etwas bergauf in Richtung Kohlhof ging. Dort drehte ich meine Runde durch die Limbacher Straße, Niederbexbacher Straße und den Torhausweg  und kurz nach der Rückkehr auf den Boden der Gemeinde Limbach war ich auch schon an der 25-km-Marke, von wo aus ich einen Gang runterschaltete, beschleunigte und fortan mit relativ konstanten 4:38/km und einem Durchschnittspuls von 148 die 35 km vollmachte.

Und das Beste: Ich lief zwar die letzten zehn Kilometer angestrengt, aber nie überanstrengt. Das ist auch entschuldbar - immerhin hatte ich diese Woche 110 km runtergenudelt, da darf man hintenraus schon mal etwas müde werden.

Mein VO²-Max stieg auch dankenswerterweise auf 55. Immerhin! Ich gehe zuversichtlich in die letzten beiden Trainingswochen. Vielleicht noch ein wenig an der Gewichtsschraube drehen, konsequent durchtrainieren und genug Ruhe finden - dann könnte vielleicht doch noch was gehen!

Morgen Regenerationslauf, Dienstag flotter Dauerlauf (10 km in 4:30/km mit 2 km E/A), Donnerstag 3*5 km im Marathontempo. Mittwoch und Freitag sind Ruhetage. Danach wird die Intensität schon runtergeschraubt - das Tapering startet. Hamburg erscheint schon am Horizont...






Mittwoch, 28. Dezember 2016

Frostfahrt durchs Bliestal #festive500 #stage3 #63%




Mühsam nährt sich das Eichhörnchen! Bei diesen Temperaturen macht Radfahren wirklich nur bedingt Spaß.

Bei Blieskastel hielten die Wolken zunächst die Sonne zurück
Zieht man mal die ersten vier Kilometer ab, die mein Garmin Edge brauchte, um sich von der Wohnungstemperatur der Außentemperatur anzupassen, war die gemessene Durchschnittstemperatur bei der Ausfahrt heute mittag exakt - 0,2° C.

Ich behalf mir gegen die Kälte mit noch höherer Kadenz als gestern und "Extremzwiebeling", also dem Tragen mehrerer Schichten Radbekleidung. Das alles half aber nur bedingt. Im Kirkeler Bachtal, dort, wo die Sonne niemals scheint (jedenfalls nicht in dieser Jahreszeit) sowie im nebligen Bliestal ab Blickweiler in Richtung Breitfurt hatte ich sogar -2°C. Besser wurde es erst ab Mimbach, als dann die Sonne dauerhaft schien.

"Ich bin Holzfäller, mir geht's gut,
am Tag packt mich die Arbeitswut..."
Letztes Jahr um diese Zeit waren es 7°C, das macht schon einen guten Unterschied aus. Nicht ungefährlich war auch besonders in manchen "Ecken" der Bodenfrost.

Man kann nur an Autofahrer appellieren, gerade unter diesen Umständen mehr Verständnis als sonst aufzubringen, wenn Radfahrer eben nicht auf den Radspuren, sondern auf der Hauptstraße fahren. Dort ist es gemeinhin trockener und weniger gefährlich.

Zwischen Wörschweiler und Limbach musste ich 5 Minuten stehen, weil Baumfällarbeiten eine kurzzeitige Straßensperrung bedingten. Das war ganz übel, die Kälte kroch in alle Ritzen. Nach einer gefühlten Ewigkeit ging's endlich weiter.

Mit nunmehr 315 km habe ich 63% der notwendigen 500 für die "Rapha Festive 500" zusammen. Morgen nochmal so um die 50 und dann der "Großangriff" am 30. und 31.12. - das sollte dann aber auch reichen!

Sonntag, 18. Dezember 2016

Mit den Wahnsinnigen nach Frauenberg und zurück




Eine Trainingsausfahrt mit Start und Ziel am gleichen Ort, über 100 km, über 1.000 hm und einem Schnitt von über 30 km/h im Dezember - das hatte ich noch nie. Bis heute.

Genaugenommen war ich abgesehen von den wenigen "Renn"-Einsätzen, wie z.B. beim "La Charly Gaul" 2014 und 2015, nach den obigen Kriterien erst einmal so schnell oder schneller gefahren - und das war mitten im Jahr, genaugenommen am 31.05.2015 bei der RTF des RSC St. Ingbert. Aber im Winterhalbjahr? Nö.

Le club des cinglés de Frauenberg!
Dabei fing alles ganz harmlos an. Ich fuhr gegen 10 Uhr los und zuerst mal eine kleine Extrarunde über Elversberg, Bildstock und Nieder-Neunkirchen, ehe ich mich am Rombach-Kreisel mit Dieter, Mark, Chris und Michael traf und wir gemeinsam weiter zum Treffpunkt fuhren - immer noch recht gemütlich, mit einem Schnitt von 27,5 km/h kamen wir am Treffpunkt nahe der A6-Auffahrt Homburg an.

Es waren dann aber doch 'ne Menge Jungs da, u.a. Mathias Schnapka, Andreas Walzer, Fredi Stauner, Norbert Ruffing und Harry Weirich - also allesamt nicht gerade Schleicher. Genau gezählt hab ich nicht, aber insgesamt waren wir sicher zu zwölft- mindestens.

Es dauerte auch nicht lange, bis der Zug Fahrt aufnahm. Wir fuhren über Altstadt, aber spätestens ab Ortsende Limbach begannen Andreas und Mark vorne Tempo zu machen, dann trat zunächst mal Harry Weirich ziemlich feste an, und ich hatte das Pech, neben ihm zu fahren. Uff! So wurde ich wenigstens schnell warm. Einige hatten zwar "Fahrtwindallergie", wie Harry grinsend meinte, aber eigentlich tat doch jeder seins dazu, dass wir gut vorankamen.

Auf der Höhe zwischen Blieskastel und Biesingen
So merkte man auch die Kälte nicht so schlimm. Und kalt war's. In Blieskastel ging's zügig den Berg hoch. Danach, zwischen Blieskastel und Biesingen, hatte ich die einzige Ruhephase (und Gelegenheit, ein Foto zu machen), ca. vier Minuten und 1,5 km, bis alle wieder zusammen waren. In der Folge nur noch Attacken; und spätestens hinter Biesingen bließ Harry wieder zum "Halali". Alle jagten hinterher, und auch wenn bei den Abwechselungen oft das Chaos regierte, kamen wir richtig gut in die Pötte. Mein einziger Ausreisversuch dauerte ca. 10 Sekunden, dann stellte mich die Meute - so soll es sein! Und genau so ging's das Mandelbachtal hinunter bis nach Frauenberg, dann die Blies hoch.

Wir fuhren konstant jenseits der 32 km/h, am Ende, als sich die Gruppe aufzulösen begann (Andreas und Fredi bogen bei Beeden ab, Mark, Dieter, Michael und ich in Limbach am Rumpelfaß, später stieß Mathias nochmal zu uns) schaltete ich ungefähr vier Gänge zurück. Wäre anders auch nicht gegangen.

Die 70 km mit dem Express hatten wir in einem Schnitt von 32,2 km/h gefahren, und das bei 0-2°C. Ich hatte meine Körner total verschossen, war bis dahin in über drei Stunden im Schnitt 200 Watt getreten, in der Spitze über 10 Minuten zwischen km 32 und 38,5 sogar 265 Watt. Für die letzten 11 km bis nach Hause brauchte ich über eine halbe Stunde und packte nur noch knapp 160 Watt - da wirkte jeder Hügel in Kohlhof und Furpach wie der Mont Ventoux, an der Scheibstraße wäre ich fast gestorben.

Trotzdem kam ich mit einem Schnitt von ganz knapp über 30 km/h zuhause an. Meine "Normalized Power" (NP), also der Leistungsdurchschnitt unter Berücksichtigung von Steigung, Wind und anderen Widrigkeiten, betrug immerhin 227 Watt (ohne diese Einflüße 197 Watt).

Am Ende war ich dann aber doch sehr zufrieden. So ausgepowert hatte ich mich schon lange nicht mehr, aber es hat total Spaß gemacht! Dank sei den Wahnsinnigen!