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Samstag, 17. Februar 2018

#tokyo2018 #48 Eiskalte und nicht ganz so lockere 70 Minuten mit Steigerung


Kein so guter Tag heute...

Die Erkältung schlägt zu


Vorgestern lief ich im Training so gut, dass ich fast schon euphorisch wurde. Aber das Leben besteht immer aus Auf und Ab, und das ging schnell: Bereits am Donnerstag abend kratzte es im Hals, ich fühlte mich schlapp, muste viel und oft husten und das wurde auch am Ruhetag (Freitag) nicht besser.

Es wurde gerade hell, als ich auf die letzte Runde ging
Heute ging der Tag bereits morgens um 09.00 Uhr mit Terminen los, also stellte ich mir den Wecker früh und war gegen 07.00 Uhr schon an der Halde, um die geforderten 70 Minuten in 5:30/km mit Steigerungen abzureißen.

Schon auf den ersten Metern merkte ich, dass ich richtig schwere Beine und überhaupt keinen "Flow" hatte.

Das Laufen fiel mir schwer, und auch meine eigene Tempoeinschätzung, gemessen an meiner Anstrengung, lag völlig daneben: Ich war einfach völlig unfit und lahm.

Ich schnaufte, und die Füße wollten einfach nicht rollen. Da wußte ich eigentlich schon direkt, was Sache ist.

An der kältesten Stelle: Der wenige Schnee blieb gleich liegen
Der Puls war viel zu hoch, und auch der biceps fermoris links, also mein Problemmuskel, fühlte sich nicht gut an.

Meine Uhr zeigte mir ein "-7" auf der Fitnesstrendskala, und so fühlte ich mich auch. Ich lief die Einheit durch, ab 2,5 km alle 500m eine kurze Steigerung bis 2,5 km vor Schluß (14 insgesamt), aber da lief nichts rund.

VO²Max runter auf 61 (nach 65 am Donnerstag!) - ganz klar, die "Freck" hat mich im Griff.

Ob ich den letzten langen am morgigen Sonntag laufe, hängt ganz davon ab, wie ich dann drauf bin...

Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren. Bis Tokyo nächsten Sonntag ist noch massenhaft Zeit!

Dienstag, 13. Februar 2018

#tokyo2018 #46 Zehn schnelle Kilometer superlocker, VO²Max 63!


Die Rekorde purzeln...

Höchster VO²Max-Wert ever!


Heute wollte ich zum ersten Mal riskieren, die Zügel etwas zu lockern und deutlich unter 4:25/km zu laufen. Am Sonntag klappte das als "Finale" meines langen Laufes schon ganz gut, und mittlerweile habe ich auch einiges an Vertrauen in meinen genesenden linken biceps fermoris gesammelt.

Sonnenuntergang überm Solarfeld am Brönnchesthalweiher
Irgendwo im Kopf steckt aber immer noch die Angst, dass der Muskel wieder "zu geht" und mir so vielleicht sogar den Start in Tokyo vermasseln könnte.

Ich habe in den letzten Wochen aber, denke ich, ganz gut gelernt, in meinen Körper "hineinzuhören", und heute hatte ich einfach ein gutes Gefühl, mal ein wenig Gas zu geben.

Nach zwei Kilometern einlaufen startete ich auf den ersten drei Kilometern der "Zehner-Distanz" mit 4:19/km schon fast im Marathontempo, nahm danach bewußt etwas Tempo raus, hielt aber bis zum Ende ohne jedes Problem einen 4:23er-Schnitt.

Das tat richtig gut! Der Muskel machte überhaupt keine Andeutungen einer Überbelastung, nichts tat weh, ich hätte locker auch noch einiges draufpacken können. Und am Ende warf mir die Uhr sogar noch einen Rekordwert für die VO²Max-Messung aus: 63! Soviel hatte ich noch nie!

Fast schon schade, dass morgen Ruhetag ist...

Samstag, 10. Februar 2018

#tokyo2018 #43  Fünf Runden um den Brönnchesthalweiher




Regeneration rund um den Weiher

Beine ausschütteln vor dem Fast-Marathon morgen




Der Brönnchesthalweiher
Heute war nochmal Regeneration angesagt, 70 Minuten locker in 5:40/km. Trotz des durch die Verletzung und der notwendigen Schonung meines biceps fermoris durcheinander geratenen Trainingsplans habe ich mich eigentlich die ganze Zeit an eins klar gehalten:

Das wohldurchdachte Schema der Belastungs- und Formsteigerung versuchte ich so gut als möglich zu befolgen. Dazu gehört der stete Wechsel von anspruchsvollen (entweder lang, schnell oder intervallig) und regenerativen Einheiten.

Ich kämpfe derzeit ein klein wenig mit der grassierenden Erkältungswelle. Morgens beim Aufstehen habe ich öfter Halsschmerzen, das gibt sich zwar schnell, aber ist schon ein Warnhinweis. Heute in der zweiten Hälfte des Laufs hatte ich auch recht hohen Puls.

Ich hoffe mal sehr, dass morgen früh bei dem langen Lauf (35 km von Saarbrücken nach Sarreguemines) alles glatt geht...


Freitag, 9. Februar 2018

#tokyo2018 #42 Vier Brezeln für ein Halleluja




Weiter, immer weiter!

Munteres Kilometersammeln an der Bergehalde


Kurz vorm höchsten Punkt der Strecke
Am Fastnachtsfreitag loggte ich vor der NKA-Sitzung am Abend noch meinen Trainingslauf ein. Der Plan war einfach: Jede "Haldenbrezel"-Runde um 22:30, konstant laufen, Pace ca. 4:55/km. Ich war etwas schneller, vor allem auf der ersten Runde, aber insgesamt recht konstant.

Guter Lauf, der Muskel hält und mault auch nicht, und ich nähere mich den 700 km in dieser Vorbereitung bzw. den 14.000 km insgesamt seit Ende 2008, meinem "Wiedereinstieg" ins Laufen. Derzeit stehe ich bei 13.970. Mein Jahresziel ist schon, bis zu meinem Zehn-Jahres-Jubiläum (am Heiligen Abend 2018) die 15.000 vollzumachen.

Morgen ein lockerer 70-Minuten-Lauf, am Sonntag dann die Wiederholung des letzten Sonntags und damit nochmal der längste Lauf in der Vorbereitung: 35 km von Saarbrücken am Kanu-Club nach Sarreguemines an die Pont de Steinbach und zurück. 25 km ganz locker (5:20), die letzten 10 etwas schneller (4:40/km). Ich muss wahrscheinlich sehr früh los, weil die närrische Gerichtsverhandlung in Wellesweiler auf mich wartet!

Montag, 5. Februar 2018

#tokyo2018 #39 Haldenregeneration



Beine ausschütteln!

Lauf in die Dunkelheit



Der Tag neigte sich dem Ende zu - Blick zum Schaumberg
Heute hab ich mir die Müdigkeit nach den 35 km gestern aus den Beinen gelaufen - nix Spektakuläres, einfach 70 Minuten locker laufen, Puls im Schnitt unter 120, Maximalpuls 126.

Es ging in die Dunkelheit hinein einmal rund um die Halde und dann ein parrmal um den Brönnchesthalweiher. Meine Wehwehchen (Knie und Oberschenkel) geben wunderbar Ruhe - das macht mir Mut.

Morgen dann entweder Ruhetag oder dieselbe Einheit nochmal - mal sehen...

Mittwoch 100 Minuten Dauerlauf in 5:20/km.

Samstag, 3. Februar 2018

#tokyo2018 #37 Höferbachtalrunde



Ein bißchen Erkundung am Samstag

Lockere Runde durchs Höferbachtal



Vor dem langen Lauf morgen war heute eine einigermaßen lockere Einheit dran. Ich verzichtete auf die geplanten Steigerungen, um meinen Oberschenkel zu schonen, und entschied mich lieber für eine Strecke mit viel Auf und Ab, ein wenig Trail, und für einige Wege, die ich noch nicht kannte.

Es ging zunächst mal eine halbe Runde um den Brönnchesthalweiher, dann runter ins Höferbachtal und zunächst einmal talabwärts bis nach Reden.

Das ehemalige Freibad im Höferbachtal
Dort überquerte ich die Gleise und lief danach auf der anderen Seite talaufwärts über den Radweg, über den Höferbach drüber, der hier kanalisiert in Richtung Klinkenbach fließt (in diesen mündet er unsichtbar unterhalb der Itzenpltzstraße).

Dann ging's im Wald links weiter das Höferbachtal hoch, allerdings etwas weg vom Bach.

Diesen traf ich eineinhalb Kilometer nach der Überquerung des Bachs in der Nähe des Bahnhaltepunktes Bildstock wieder und lief ihn weiter hoch bis zur Quelle, dann ging's nochmal weiter hoch bis nach Bildstock rein.

Vorbei am Rechtschutzsaal lief ich dann zurück in Richtung Halde. Ich machte noch eine kleine Runde Richtung Hasselbachtal, überquerte den Madenfeldbach und kam nach 12,8 km wieder am Start an.
Der Rechtschutzsaal in Bildstock - Saar-Geschichte!

Ich hatte vor dem Lauf glatt vergessen, meine Patellarsehnenbandage anzuziehen und meinen linken Oberschenkel an der Rückseite zu "finalgonisieren" - ein klares Zeichen dafür, dass mich die jetzt fast vier bzw. zwei Wochen zurückliegenden Verletzungen kaum noch belasten.

Morgen geht's 35 km entlang der Saar von Saarbrücken nach Sarreguemines und zurück - zuerst 25 km in 5:20/km, ab kurz vor Grossbliederstroff dann auf den letzten zehn Kilometern in 4:40/km. Der erste Härtetest für meinen biceps fermoris...


Dienstag, 30. Januar 2018

#tokyo2018 #34 Und nochmal 75 Minuten für drei Brezeln



A tale of two days

Kilometersammeln mit System


Heute hab ich was gemacht, was ich in der Vorbereitung auf einen Marathon so noch nie gemacht habe: Die Einheit vom Vortag exakt wiederholt, was Länge, Pace und Zeit angeht. Und auch die Pulswerte waren fast genau gleich.

Blick auf das Solarfeld
Wie gestern ging es in der Mittagspause drei mal um die "Haldenbrezel", jede Runde fast exakt 25 Minuten. Das gleichmäßige Laufen mag als öde gelten, aber nach meinem Körpergefühl ist es für mich derzeit genau richtig, um trotz meines verletzten linken Oberschenkels in Form zu kommen bzw. zu bleiben.

So sammelte ich die Kilometer 522-536 der seit dem 19.12.2017 laufenden Tokyo-Vorbereitung:

Im Dezember und im Januar bin ich bisher in insgesamt 43 Einheiten (17/26) 639 km gelaufen, jeweils im Durchschnittstempo 11,4 km/h - aber im Dezember war mein Durchschnittspuls dabei noch 136, im Januar 132. Das Training wirkt, das Herz ist ein Muskel: Steigt die Leistungsfähigkeit, sinken die Schlagzahlen automatisch.

Morgen stehen 100 Minuten auf dem Programm, ich werde aber mal wieder woanders laufen. Langsam kann ich den Haldenrundweg nicht mehr sehen.



Montag, 29. Januar 2018

#tokyo2018 #33 75 Minuten für drei Brezeln


Dreimal rund ist sehr gesund

Kontrolliertes Regenerationstempo in der Mittagspause


Heute absolvierte ich die in Herbert Steffnys Marathonplan schon fast obligatorische montägliche Regenerationseinheit und lief dreimal die "Haldenbrezel" rund um den Brönnchesthalweiher bzw. die Bergehalde. Jeweils ca. 25 Minuten - sind genau 75 insgesamt.

Der Rundweg um den Brönnchesthalweiher
523 km habe ich schon in diese Vorbereitung investiert - zum Vergleich: Vor Hamburg 2017 war ich zu dieser Zeit bei 466, vor Chicago 2016 bei 471. Ich gleiche also durch einen etwas höheren Umfang die Defizite beim Tempotraining aus - so zumindest der Plan.

Ob das aufgeht, wird man sehen, aber ich plane die derzeitgen 79 kg Kampfgewicht vielleicht doch noch um 3-4 zu reduzieren und, so alles glattgeht, in der letzten Trainingswoche vor bzw. nach Ankunft in Tokyo erst zu testen, die die Oberschenkelmuskulatur auf Tempo reagiert - falls überhaupt.

Falls ich unsicher bin, laufe ich mit dem Ziel einer respektablen Zeit unter 3:30h einfach einen genußvollen Stadtmarathon in Japans Hauptstadt, von dem viele sagen, er sei der stimmungsvollste und schönste der gesamten World Marathon Majors.

Heute im Training gingen mir die drei Runden ganz locker aus den Beinen, trotz ein wenig Wind und Nieselregen.

Der Brönnchesthalweiher ist derzeit ziemlich voll
Auch weiterhin macht der biceps fermoris im linken Oberschenkel alles klaglos mit, auch wenn ich zumindest zu Beginn des Trainings schon noch merke, dass er nicht "wie sonst" ist.

So wird es auch hoffentlich weitergehen! Morgen wird - statt Intervallen im Marathontempo - genau diese Einheit wiederholt, und am Sonntag wird der Testhalbmarathon durch einen langen Lauf ersetzt.

Mit den Trainingseinheiten morgen und am Mittwoch werde ich dann den Laufmonat mit ca. 420 km abschließen, das wäre nach dem September 2013 mit 434 km mein kilometermäßig zweitreichster, seit ich laufe, und das vierte Mal, dass ich mehr als 400 km in einem Monat laufe.

Freitag, 26. Januar 2018

#tokyo2018 #30 Vorsichtiges Herantasten an ein wenig Tempo


Es wird immer besser - aber die Skepsis bleibt


Erstmals mit dem verletzten Muskel "ein bisschen schneller"


Heute morgen habe ich mit meinem Physio noch die Lage besprochen - der Muskel fühlt sich prinzipiell gut an, wird auch immer weicher - aber knapp oberhalb der Kniekehle zeigt sich doch eine leichte Verfärbung, was auf eine, wenn auch wohl nicht große, Schädigung des Muskelgewebes hindeutet.

Möglicherweise hat das gemäßigte Training der letzten Tage, unterstützt durch den Einsatz von Finalgon, auch die Verletzung erst sichtbar gemacht - hätte ich einfach nichts gemacht, hätte man es wohl auch gar nicht gesehen.

Der Läufer vor mir war mein Fixpunkt für gut 15 Minuten
In jedem Fall ist klar, dass ich weiter vorsichtig sein muss. Mein Körpergefühl sagt mir, dass ich, wenn es mir gelingt, den Überehrgeiz einzuhausen, in jedem Fall weitertrainieren kann.

So auch heute - ich lief mich zwei Kilometer ein, dann testete ich mal ganz vorsichtig, wie der Muskel auf etwas schnelleres Laufen (unter 5:00/km) reagiert.

Überraschend gut! Keine Schmerzen, keine Beschwerden - so lief ich mal zehn Kilometer in 48:15 Minuten, ohne dass ich auch nur irgendwann das Gefühl hatte, das sei zuviel. Aber schneller wäre nicht gut gewesen, auch das merkte ich einfach. Am Ende noch lockere zwei Kilometer auslaufen - alles gut!

Auch nach dem Training fühlte sich der Oberschenkel schon viel besser an als an den beiden letzten Tagen.

Trotzdem gilt weiter: Vorsicht! Auch wenn's vielleicht ein wenig monoton wird - in den nächsten Tagen wird einfach nur gelaufen, und das gemäßigt. Der Plan: Morgen 70-90 Minuten ganz locker in 5:30/km, am Sonntag lang: 25 km in 5:20/km, die letzten 10 dann in 5:00/km.

Mittwoch, 24. Januar 2018

#tokyo2018 #28 Einmal tief durchatmen!


Zurück auf der Straße nach Tokyo

Erste Einheit nach dem DNF von Köln


Nach dem frustrierenden Testlauf vom Sonntag in Köln-Porz, meinem ersten DNF (Did Not Finish), seit ich Wettkämpfe laufe, also seit weit über 70 Läufen über alle möglichen Distanzen von 5 km bis zum Marathon, verbrachte ich den ersten Tag danach in einer Stimmung, die von "gut gelaunt und optimistisch" so weit weg ist wie die Erde von der Sonne.

Der biceps fermoris (von Mikael Häggström)
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2831602
Ich brauchte eine Diagnose, damit endlich diese quälende Ungewissheit verschwinden konnte. Montags nachmittags untersuchte mich mein Freund und Doc Mark mittels eines Ultraschallgeräts, und er meinte, zumindest keine massive strukturelle Beschädigung des betroffenen biceps fermoris an meinem linken Oberschenkel erkennen zu können - eine Einblutung, ein Ödem oder ähnliches sei nicht sichtbar, allerdings auch nicht auszuschliessen. Mark vermutete eine Verhärtung, was mich zunächst mal beruhigte.

Am darauffolgenden Dienstag hatte ich glücklicherweise schon längerfristig einen Termin bei meinem Physiotherapeuten Jörg. Schon als ich die Praxistür reinkam, erkannte der an meinem Gang, dass da was nicht stimmte. Aber auch er gab nach dem ersten Ertasten Entwarnung: kein "Loch" im Muskel, und nach einer halbstündigen Behandlung fühlte sich der harte Muskel schon viel besser an. Grund für die Verletzung war wahrscheinlich eine Irritation aufgrund der Gesamtumstände (evtl. ein Fehler beim Lauf-ABC, die kalten Temperaturen, der ungleichmäßige Lauf mit frühen Zwischensprints). Eventuell auch eine leichte Verletzung, aber die zeige sich meist erst durch "blaue Flecken" nach einigen Tagen, wenn Blut und Gewebsflüssigkeit resorbiert werden. Jörg meinte, ich solle einfach mal testen und im Erfolgsfall versuchen, die Verhärtung nach und nach rauszulaufen.

So ging ich heute in der Mittagspause einigermaßen optimistisch an den Start. Der Plan schrieb eine Einheit über 120 Minuten in 5:15/km vor, das sind genau fünf komplette "Haldenbrezeln", also ein Lauf erst um den Brönnchesthalweiher (gegen die Uhr) und dann um die Halde (mit der Uhr) - bei ca. 24 Minuten pro "Acht" genau zwei Stunden.

Am Start der "Haldenbrezel" rund um Weiher und Halde
Vorher hatte ich mir den Bereich rund um den Muskel mit starker Finalgon Wärmecreme eingerieben - dieses Teufelszeug brennt zwar wie Feuer, aber macht harte Muskulatur auch wunderbar geschmeidig. Ich lief zunächst mal etwas langsamer, merkte aber schnell, dass die Zielpace von 5:15/km gut geht. Während des ganzen Laufs blieb ich vorsichtig, vermied Antritte und achtete genau auf das, was der Muskel mir so "sagte".

Nun, abgesehen von immer stärkerem Kribbeln durch das Finalgon machte er alles ohne zu maulen mit - ich war richtig erleichtert. Je länger der Lauf dauerte, umso lockerer wurde der Muskel auch - ich merkte aber auch genau, dass ein höheres Tempo oder gar ein Antritt überhaupt nicht gut gewesen wären, also lies ich das mal schön sein.

Nach der Einheit wurde der Muskel langsam wieder härter, aber fühlte sich definitiv besser an als gestern um die gleiche Zeit. Ich bin mal gespannt, wie's morgen früh aussieht. Aber wenn ich nur zwei Tage nach der Verletzung schon wieder zwei Stunden in immerhin 5:14/km darauf laufen kann, kann die Diagnose von Mark bzw. Jörgs Einschätzung so falsch nicht sein - bestenfalls ein ganz leichter Anriss, aber kein richtiger Faserriss.

Meine Laune ist daher jetzt schon wieder ein gutes Stück besser! Trotzdem werde ich in den nächsten Tagen lieber etwas mehr Umfang machen und dabei ruhiges, gleichmäßiges Tempo laufen als irgendwelche Experimente mit Steigerungen, flotten Läufen unter 5:00/km oder gar Intervallen oder Testwettkämpfen machen. Ich trainiere täglich, und falls alles klappt, werde ich den Crescendo-Lauf am Sonntag machen (32 km), aber die letzten zehn Kilometer in 4:30/km sind mir wahrscheinlich zu gefährlich. Lieber etwas ruhiger und den Muskel noch ein wenig schonen.

Samstag, 20. Januar 2018

#tokyo2018 #26 Warmlaufen für Köln-Porz


Halbe Stunde ganz, ganz locker


Nur leichtes Anwärmen heute: Morgen gilt's!


Nach dem ersten Ruhetag seit langem, den ich gestern genoß, stand heute nur eine leichte Aufwärmeinheit vor dem ersten Testlauf dieser Vorbereitung an: Morgen geht's in Köln-Porz auf meinen ersten Zehn-Kilometer-Wettkampf seit dem zweiten Vorbereitungslauf auf Hamburg im Frühjahr letzten Jahres.

Trist war's heute an der Halde...
Herbert Steffnys Plan verlangt eine 38:30 von mir, ob das reicht, weiß ich nicht, aber unter 40 will ich schon laufen. Ich fahr ganz früh mit meinen beiden Mädels los, nach dem Wettkampf geht's noch zur Oma in die Eifel und dann wieder heim - Mittags sind noch Termine ;-)

Die Aufwärmeinheit heute, ein langsamer Dauerlauf mit Steigerungsläufen (über eine kurze Distanz von ca. 50-70 m steigert man sein Tempo sukzessive bis knapp unter die maximale Sprintleistung) diente dem Setzen eines letzten Reizes für die Muskeln, ohne sie zu ermüden.

Morgen vor dem Wettkampf mach ich das ähnlich, aber nur 5-10 Minuten mit Anfersen, Kniehebeläufen und Fußdribblings, und auch mit 3-4 Steigerungen, ansonsten wird gedehnt.

Ich bin mal gespannt, was rauskommt...



Mittwoch, 17. Januar 2018

#tokyo2018 #24 Acht mal vier sind 102!


Viermal rund um Alm und Weiher

Wie so oft bei Steffnys Plan: In der Mitte der Woche Kilometer gesammelt


Zum achten Mal in den letzten acht Tagen war ich heute unterwegs, nachdem die kurze Intervall-Einheit gestern überraschend gut funktioniert hat.

Start und Ziel am Parkplatz "Am Nusskopf"
Vorgegeben waren 100 Minuten in 5:40/km. Das gleichmäßige, ruhige Tempo tut den Beinen gut, und Herz- Kreislaufsystem, Muskulatur und der gesamte Organismus lernen effektiv zu arbeiten.

Der lange, langsame Dauerlauf ist die beste Trainingsmethode, um die Muskelausdauer zu trainieren.

Außerdem trainiert der lange Dauerlauf die Fettverbrennung und erhöht die Effektivität des Glykogenverbrauchs. Auch die orthopädische Gewöhnung und Anpassung sind ein Ziel dieser wie der langen Läufe Sonntags.

Das klappt bei mir trotz immer noch ganz leichter Erkältungssymptome immer besser: Die Probleme mit der Patellasehne habe ich denke ich endgültig hinter mir.

Die "Halden-Acht" umrundete ich viermal und brauchte dafür genau 102 Minuten, wobei ich die vier Runden in Zeiten von 25:37, 25:28, 25:27 und 25:34 á 4,58 km sehr gleichmäßig absolvierte.

Und der Lauf heute war trotz starker Winde und teilweise auch Graupelschauer schon viel besser als der vergleichbare vor einigen Wochen: Bei fast gleichem Tempo fünf Herzschläge pro Minute weniger und in der Spitze sieben drunter - das ist schon ein merklicher Fortschritt und zeigt, dass auch die "Pumpe" an Leistungsfähigkeit zugelegt hat.

Morgen nochmal 60 Minuten locker in 5:40/km mit Steigerungen, dann am Freitag endlich der erste Ruhetag nach neun Tagen Dauertraining.


Freitag, 12. Januar 2018

#tokyo2018 #19 Dreimaldrei im Marathontempo mit Tobias Linn


Intervalle mit schneller Begleitung

Schönes Training mit Tobias Linn


Den Tobias Linn hatte ich schon länger "im Auge", richtig kennengelernt haben wir uns aber bisher noch nicht, abgesehen von ab und an einem Austausch übers Laufen bei Facebook.

Tobias sieht deutlich entspannter aus als ich. Wen wundert's?
2012, als ich beim Berlin-Marathon drittbester Saarländer war, war Tobias nur ca. 3 Minuten schneller als ich, aber seitdem hat er sich, wie man so schön sagt, "entwickelt". Letztes Jahr ist er in Berlin mit 2:35:55 persönliche Bestzeit gelaufen, war damit unter den Top 25 der Deutschen und 126. insgesamt. Bester Saarländer natürlich selbstredend.

Ich hab ihn zufällig auf der Liste "January Running Distance Challenge" bei STRAVA gefunden, da lag er einen Kilometer vor mir. Ich hab ein wenig mit ihm gefrotzelt und dann haben wir uns zum gemeinsamen Training verabredet.

So ging's nach Feierabend zusammen an die Halde und wir zogen die 3 * 3 km im Marathontempo gemeinsam durch, die Herbert Steffny für den heutigen Tag von mir abverlangt.

Kurz vorm Trainingsende
Ich war dank Tobias' Beistand mit 4:10 im Schnitt sogar noch etwas schneller, als ich es eigentlich hätte sein müssen. Lief trotzdem locker, und der VO²-Max-Wert sprang nochmal auf nun 58. Klasse.

Außerdem trafen wir noch Eric Lorenz und Mark Neufang, der mit dem MTB unterwegs war und netterweise auch noch ein paar Fotos schoss.

Das hat Spaß gemacht und war bestimmt nicht unser letztes gemeinsames Training!



Dienstag, 26. Dezember 2017

#tokyo2018 #07 Intervalle am Morgen? Kummer und Sorgen!



Der frühe Vogel sprintet nicht gern


Mühevolle Intervalle vor dem Familienbesuch in der Eifel


Mit Intervallen hab ich's ja eh nicht so. Sie müssen aber sein. Schließlich will ich am Sonntag meinen ersten Testwettkampf beim Silvesterlauf in Saarbrücken absolvieren!

Herbert Steffny meint dazu:

Intervalltraining ist eine typische intensive Trainingsform für kürzere Straßen- oder Bahnläufe. Die kurzen anaeroben Einheiten (10x400m, 5x1000m) sind im Marathontraining weniger wichtig. Der Körper gewöhnt sich häppchenweise an ein hartes Wettkampftempo, das bis in den "roten Bereich" geht. Das geplante Wettkampftempo wird in einzelnen Teilabschnitten mit dazwischen geschalteten langsamen Trab- oder Gehpausen zurückgelegt.

Anaerobes Intervalltraining (oberhalb der anaeroben Schwelle, also im "roten Bereich") wie 10 mal 400 Meter oder 5 mal 1000 Meter erfordert die Zuschaltung der schnell zuckenden FT-Muskelfasern, verbessert die maximale Sauerstoffaufnahme, die Laktattoleranz, den Laufrhythmus und die Tempohärte für eine kürzere Langstrecke wie 5000 oder 10.000 Meter.


Start war kurz vorm Sonnenaufgang...
Ich mag's halt nicht. Ich laufe gern lange, auch recht schnell, aber alles unter 4:15/km ist für mich mittlerweile eine echte Qual. Trotzdem wollte ich mich heute zusammenreissen und mich sogar ein wenig härter rannehmen: Statt der vorgegebenen 3:55/km wollte ich die Intervalle in 3:50/km runterreissen. Fünf Sekunden hört sich nicht nach viel an, aber es ist schon ein gutes Stück, immerhin ca. 10 cm/sec mehr, also würde ein Läufer, der dabei die schnellere Pace in einem direkten Vergleich läuft, den anderen nach zehn Sekunden bereits einen Meter und nach einem Kilometer fast 25 Meter distanziert haben.

Mein Problem: Morgens komm ich eh schlecht in Tritt, vor allem im "hohen Drehzahlbereich". Bereits in der Vorbereitung auf den Marathon in Chicago 2016 musste ich das bitter erfahren. Als ich mich im Frühjahr auf Hamburg vorbereitete und nachmittags lief, klappte das viel besser.

... und frühmorgens schnell zu laufen ist echt nicht meins.
Das erste Intervall funktionierte noch ganz gut, das zweite kostete mich schon viel mehr Anstrengung. Nach dem dritten dachte ich schon an Aufhören, auch weil ich in Ermangelung eines vernünftigen Frühstücks ein unangenehmes Ziehen in der Magengegend spürte.

Trotzdem ging ich ins vierte Intervall, das ich dann aber in der Hälfte wegen Bauchschmerzen kurz unterbrechen musste, ehe ich es wenigstens zu Ende lief.

Die vierte Trabpause ließ ich dann mal etwas länger dauern und nahm beim letzten Intervall ein wenig Druck raus, so dass ich das noch in 3:55/km lief. War trotzdem anstrengender als mir lieb war. Puls 162 im Schnitt, am Ende sogar 169 - das ist heftig.

Na ja, wenigstens durchgezogen. Hier habe ich schon gemerkt, dass mir eine Vorbereitungswoche quasi fehlt, weil ich ja wegen des anstehenden Silvesterlaufs von der ersten direkt in die dritte Trainingswoche gesprungen bin und die zweite nachholen werde. Wie sehr ich mich anstrengen musste, merkte ich beim Auslaufen, das ich trotz sehr ruhigen Tempos mit einem deutlich über 140 liegenden Puls lief. Den Rest der Woche werde ich im Auge behalten, wie ich mich fühle, und mich am Sonntag danach richten, damit ich auf der schwierigen Strecke im Saarbrücker Stadtwald nicht "platze". Hinten stechen die Bienen!

Morgen 100 Minuten in 5:40/km, Donnerstag wird schon runtergefahren im Hinblick auf den Wettkampf am Sonntag, Freitag sogar geruht und Samstag nur 45 Minuten ganz langsam gejoggt, aber mit Steigerungen.


Freitag, 22. Dezember 2017

#tokyo2018 #03 Flotter Zehner mit Sebastian

Flotter Zehner zum Wochenendbeginn


Zum Schluß noch zwei Runden mit Sebastian Alt


Heute mal wieder ein flotter Zehner - zehn Kilometer gerade so schnell, dass man ein wenig schnauft, aber ohne das man "tief in die Tasche greifen" muss.

Flott, aber trotzdem chillig mit Seb an der Halde
Ich lief mich locker ein, nach der traditionellen Warmlaufrunde um die Halde sah ich Sebastian alt, der gegen die Uhr um den Brönnchesthalweiher lief. Auf meiner ersten Runde begegneten wir uns folgerichtig, und er meinte, dass er sich mir gleich anschließe.

Nach zwei Runden und fünf Kilometern, die ich bis dahin ganz gechillt gelaufen (und 3-4 Pulsschläge pro Minute unter den Werten der vergleichbaren Einheit in der Vorbereitung auf Hamburg geblieben) war, war Seb dann für die letzten zwei Runden neben mir. Wir quatschten die ganze Zeit, was meinen Puls ein wenig nach oben trieb, aber am Ende war es dann doch ein richtig lockeres Läufchen, und ich fühlte mich auch hinterher richtig gut!

Morgen 70 Minuten locker Joggen, und Sonntag dann mein erster langer Lauf!

Dienstag, 19. Dezember 2017

#tokyo2018 #01 Trainingsauftakt



Und es geht wieder los...


Auftakt in die Zehn-Wochen-Vorbereitung auf den Tokyo-Marathon


"Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt", "Von nix kommt nix", "Früh übt sich, was ein Meister werden will" - schlaue Sprüche zum Zusammenhang zwischen Trainingsaufwand und Erfolg gibt es zuhauf. Das Problem ist: Sie sind alle wahr! Und wer das nicht versteht, den beschreibt Felix Magath (auch unter dem Namen "Quälix" bekannt): "Es gibt leider immer noch Leute, die denken, man könne mit weniger Training mehr erreichen!"

Übertreiben soll man's allerdings auch nicht, sonst trainiert man sich kaputt. Zu wenig ist, wie gesagt, aber auch nicht gut. Ich hab nach langem Experimentieren schon vor Jahren festgestellt: Für mich passt der Marathon-Vorbereitungsplan von Herbert Steffny am besten, und deshalb trainiere ich bereits seit 2012 immer nach seinen Vorgaben. Mit Erfolg, wie ich glaube sagen zu können: Alle vier Marathons seitdem, die ich mit dem Ziel angegangen bin, unter drei Stunden zu laufen, habe ich auch unter drei Stunden absolvieren können (Berlin 2012, New York 2013, Boston 2015 und Chicago 2016) - der fünfte in Hamburg im Frühjahr hätte auch so enden können, wenn er sich nicht so entwickelt hätte, wie er sich entwickelt hat, aber auch das war gut so.

Die ersten Meter in der Tokyo-Vorbereitung
Eben jener Plan für unter drei Stunden - nachzulesen im "Großen Laufbuch" -  schrieb heute zum Auftakt gleich mal eine recht harte Einheit vor. Fünf mal zwei Kilometer im Marathontempo sind schon ein dicker Brocken, aber wohl auch gut, den der, der sich an den Plan "herantasten" will, erlebt hier gleich mal einen knallharten Realitätscheck. Umgekehrt: Wer die Einheit packt, kann mit dem nachfolgenden, behutsam aufbauenden Trainingsplan die Hürde "Sub 3" gut nehmen - so jedenfalls meine Meinung.

Tokyo ist der erste Marathon, den ich so früh im Jahr laufe (bisher war Ende April in Boston bzw. Hamburg mein frühester) - das bedeutet Training im Winter, im Dunkeln, im Nassen. Ich habe mich darauf eingestellt, mir entsprechende Klamotten und eine Kopflampe besorgt und eine lockere "Vor-Vorbereitung" absolviert, so dass ich diesmal, so glaube ich, besser als jemals zuvor in die Vorbereitung starte. Kampfgewicht 81 kg, Körperfett 10%, VO²-Max 57 (lt. Garmin-Uhr, das mag etwas unwissenschaftlich sein, aber ist immerhin mal ein Indikator).

Ich werde das eine oder andere Mal sehr früh morgens laufen müssen, wenn's geht, aber in der Mittagspause, und am Wochenende eben wie es passt. In jedem Fall freu ich mich auf viele Begleiter, ob in der einen oder anderen Trainingseinheit oder eben "nur" online - das hat mich in vergangenen Vorbereitungen immer sehr motiviert!

Und durch meine Posts befriedige ich auch all die Fragesteller, die immer wieder sticheln "Wenn ich soviel Zeit hätte wie Du als Bürgermeister". Das nehm ich locker. Ich hab nicht mehr Zeit als andere, ich mache sie mir. Notfalls trainier ich ganz früh am morgen oder ganz spät am Abend - dann eben mit Kopflampe, und auch, wenn's schwerfällt. Und wenn ich in der Mittagspause mal 90 Minuten laufe, dann bin ich eben morgens früher bzw. abends länger im Büro. In jedem Fall kann das jeder sehen und verfolgen, ich hab da nichts zu verbergen.

Entspannt - nach dem Training
Was ich aber merke: Während einer Marathonvorbereitung bin ich auch in der täglichen Arbeit im Rathaus, in den Gremien und auch "draußen" leistungsfähiger als sonst. Ich bin fokussiert, strukturiert und immer konzentriert - jedenfalls mehr, als wenn ich "einfach so" Sport treibe.

Also, wie immer herzliche Einladung: Folgt mir!

Heute ging's wie gesagt los: Es war so um die 3°C, ganz leichter Regen, aber die Asphaltstrecke an der Redener Halde war schön frei. Ich lief mich zwei Kilometer locker ein und rannte dann die ersten zwei Kilometer im Marathontempo (bei mir sind das 4:15/km, im Training immer knapp drunter).

Das klappte prima (ich lief sogar vier Sekunden zu schnell, Puls 148 im Schnitt), danach vier Minuten Pause, die ich ganz locker in ca. 6:00/km lief.

Die folgende zweite Einheit fiel mir ein wenig schwerer, aber ging auch noch sehr gut (Puls 152).

Auch in den folgenden drei Einheiten stieg mein Puls nur ganz leicht (154/155/156) - das ist ein gutes Zeichen!

Im Vergleich zu meinen beiden letzten Marathonvorbereitungen (Hamburg 2017 und Chicago 2016) war das in jedem Fall eine deutlich bessere Auftakteinheit. So kann's weitergehen!

Morgen stehen laut Plan 100 Minuten Jogging in 5:50/km an. Die lauf ich üblicherweise immer ein klein wenig schneller, aber trotzdem sehr locker. Freu mich schon drauf! Am Donnerstag kommt dann schon der erste Ruhetag...




Dienstag, 12. Dezember 2017

VO²-Max 56 beim Kopflampendebüt!

Eine ganz neue Erfahrung


Der Freizeit- und Skaterweg gehörte mir und meiner Lampe fast ganz allein!




Heute abend setzte ich die vor Wochen im Decathlon gekaufte Stirnlampe "OnNight 210 100 Lumen blau GEONAUTE" erstmals beim Laufen ein. Soviel vorab: Die 15,- € waren gut investiertes Geld. Ich habe lange gezögert und gesucht, aber bin doch froh, für wenig Schotter ein Gerät erstanden zu haben, das meinen Ansprüchen voll und ganz genügt, zumal das Teil mit 87g sehr wenig wiegt und auch nach über einer Stunde laufen fast gar nicht zu spüren war. Die Lampe hat drei Optionen: Der Leistungsmodus (Reichweite 60 m) erhellt dunkle Feld- und Waldwege, der Sparmodus (Reichweite 30 m) für längere Batterielebenszeit auf Straßen oder ebenen Wegen macht auch ordentlich hell, und der Blinkmodus dient gut als sichtbares Signal an andere Verkehrsteilnehmer in der Stadt.

Ich lief im Leistungsmodus, was aber nicht nötig gewesen wäre: Der Sparmodus hätte für den ebenen Weg rund um Halde und Brönnchesthalweiher völlig genügt. Ob der Leistungsmodus auch auf dunklen Waldwegen reicht, weiß ich nicht und das werd ich auch nicht testen: In den Wald geh ich nur bei Tageslicht laufen, zum einen, weil das mir sonst einfach zu unsicher ist - ich hab schlicht Angst, nicht genug zu sehen und mich zu verletzen, zum anderen aber, weil ich denke, dass man die Tiere des Waldes wenigstens nachts auch mal in Ruhe lassen sollte.


Bright lights, small city: Landsweiler-Reden bei Nacht!
Nach so viel Werbung nun zum Lauf: Bisher war ich im Dunklen ja immer mit einer Taschenlampe in der einen Hand unterwegs, das geht auch, aber Laufen mit Stirnlampe ist einfach besser. Lustig: Es war trocken-kalt, und immer dann, wenn die kältere Umgebungsluft die warme und feuchte Luft, die wir ausatmen, nicht mehr in Form von Wasserdampf aufnehmen kann, wird unser Atem für uns sichtbar: Durch die rasche Abkühlung kondensiert der überschüssige Wasserdampf zu winzigen Wassertröpfchen, die wir als weiße Atemfahne sehen können.

Bei mir ging das besonders gut, weil der Atem direkt in den Lichtkegel entwich: Das sah immer für eine kurze Zeit aus, als liefe ich durch Nebel, ehe sich die Luft durchmischte.

Ich lief mich zwei Kilometer um die Halde ein, auf dem Weg war ich ganz allein bis auf einen Herrn mit seinen zwei Hunden. Die beiden starrten mich an, und ihre Augen funkelten gelb bzw. grün, als sie den Lichtstrahl der Stirnlampe reflektierten. Das sah richtig unheimlich aus... 

Nach zwei Kilometern Einlaufen nahm ich Tempo auf: Auf den ersten 300m viel zu schnell (Tempogefühl muss ich wieder lernen) pendelte ich mich danach auf 4:27er-Splits ein, die ich recht locker durchlaufen konnte, trotz Kälte und dicker Kleidung. Nach der Hälfte lag ich auf Kurs 44:10, hielt aber erstmal das Tempo. Erst auf den letzten drei Kilometern nahm ich ein wenig raus.

Am Ende dann 44:56, also fast eine Punktlandung. Nach fast genau zwei Kilometern Auslaufen in 5:30/km war ich wieder am Auto.

Überraschung: Mein VO²-Max-Wert schnellte um drei Punkte hoch, von 53 auf 56! Aber die 53 vom Lauf am Samstag waren eh wohl zu wenig: Der ohnehin ziemlich ungenaue Schätzwert wurde durch den Untergrund (Neuschnee) natürlich negativ verfälscht, das kann die Uhr nicht berücksichtigen, wenn sie Pulswerte, Geschwindigkeit, Höhenmeter und Schrittfrequenz irgendwie in den Topf wirft, umrührt und irgendein Ergebnis produziert. Trotzdem bin ich mit den 56 zufrieden. Mit ähnlich guten Werten bin ich noch nie in eine Marathonvorbereitung gestartet.

Heute in einer Woche geht's los!

Dienstag, 5. Dezember 2017

Halde mit Alm - 5 km Berg, 7 km Tal



Schnell auf dem Berg, gechillt im Tal

Flotte Einheit mit ermutigender Tendenz


Auch die heutige Mittagspause nutzte ich zu einem einstündigen Lauf, diesmal aber auf gut bekannten Pfaden- nachdem ich gestern noch das Abenteuer gesucht und gefunden hatte.

Mein Ziel war, zunächst mal für fünf Kilometer etwas anspruchsvoller und profiliert zu laufen, dann aber mindestens genauso lang knapp unter der anaeroben Schwelle kontrolliert zu cruisen.

Start und Ziel war wie immer am Nusskopf - und ich
hielt mich während des ganzen Laufs an die 20!
Erst mal ging es also um die Halde rum, dann sofort hoch und im Uhrzeigersinn zweimal um die Krone. Ich lief aber keinen Weg doppelt - zuerst den äußeren Rundweg und dann den Plateaurundweg, Puls so knapp um und über die 150, keine Probleme.

Dann ging’s wieder runter ins Tal und sieben Kilometer lang dreimal um den Brrönnchesthalweiher.

Das Wetter war ganz o. k., am Anfang schien sogar die Sonne, nachher war es aber doch ziemlich kalt und auch windig.

Es gelang mir dennoch, wie ein Uhrwerk fast alle Kilometer im Flachen in knapp unter fünf Minuten pro Kilometer und mit einem Puls von 140 im Schnitt zu laufen.

Mein VO²Max bleibt stabil bei 55, langsam macht sich bemerkbar, dass ich seit dem 29. Oktober immerhin 15 Laufeinheiten absolviert habe.

Morgen wird daher auch mal Pause gemacht! Bisschen Rücken, bisschen Rumpf, bisschen Stabi und ein paar Gewichte...

Donnerstag, 30. November 2017

Regen, Schnee, Graupel, Intervalle


Ein Vorgeschmack auf den Winter


Trotzdem: Gute Trainingseinheit, steigende VO²Max


Nach der Pause gestern und dem gleichmäßigen, schönen Lauf am Tag zuvor wollte ich heute zum Abschluß des Sportmonats November mal wieder eine Intervalleinheit einstreuen: Einen Kilometer in knapp unter 5:30, den nächsten in knapp unter 5:00 und dann einen im Marathontempo von 4:15. Das ganze viermal, macht zwölf Kilometer in knapp unter einer Stunde.

Auf den ersten beiden Kilometern war auch noch alles gut. Dann aber kam Wind auf, die ersten Tropfen fielen, und kurz danach fiel ziemlich heftig Graupel auf die Bahn rund um den Brönnchesthalweiher, gerade als ich auf meinem ersten schnellen Kilometer war.

Blick vom Südring Neunkirchen auf die Alm im Hintergrund
Da musste ich mich echt quälen, aber ich gewöhnte mich schnell an das miese Wetter und zog meine zwölf Kilometer zügig und problemlos durch.

Die schöne Überraschung kam am Ende: Die VO²Max sprang von 53 auf 55! Das sind langsam die Bereiche, die ich mir für den Einstieg ins Training wünsche.

Im Februar, als ich die Vorbereitung auf den Hamburg-Marathon begann, hatte ich um die 50 bzw. nach der Auftakt-Einheit 52.

Allerdings war ich damals auch ca. zwei Kilo leichter als jetzt. Wenn ich die nächsten Wochen die jetzige Form mal so ungefähr halte und mich dabei allerdings auch noch ein wenig schone (die zehn Wochen sind schon hart genug) sieht das, denke ich, gut aus.

Novemberbilanz: Jeden zweiten Tag ein Training. Elfmal gelaufen (125 km), viermal Rad gefahren (285 km), einmal Fitnessstudio. Letzteres wird in nächster Zeit mal intensiviert, des Rückens wegen.




Dienstag, 28. November 2017

Eine Stunde Alm mit fast allen Strecken


Winterlaufklamotteneinweihungslauf


Die Redener Halde rauf, runter und drumherum

 

Wenn am 19.12. mein zehnwöchiger Trainingsplan für den Tokyo-Marathon startet, darf ich mich auf ein paar harte Wochen gefasst machen: Alle 68 Trainings- und Wettkampftage liegen in der dunklen Jahreszeit, der Start ist fast genau an der Wintersonnenwende, d.h. beinhaltet die vier kürzesten Tage des Jahres und 64 andere, die nicht viel länger sind - bis auf 32 Tage sind es die kürzesten überhaupt.

Schön eingepackt gegen die Kälte
Und es wird voraussichtlich meist sehr kalt und nass sein. Also hab ich mich im Sportfachhandel mal für nicht eben wenig Geld mit langen Laufhosen, Handschuhen, Langarmshirts, Laufwesten und Mützen eingedeckt, und auch mit einer Stirnlampe.

Teile der Ausrüstung sollten heute Premiere haben, ich wollte in der Mittagspause rund um die Redener Halde mal möglichst viele Wege in einer Stunde laufen, auch solche, die ich gemeinhin dort nicht laufe.

Nach 1,5 km Einlaufen um die Ostflanke der Halde ging's erstmal hoch aufs Plateau über die Westflanke, dann lief ich eine Acht auf der höchsten Fläche im Westen und dann über den Hauptweg runter, bis an den Fuß der Halde, danach auf die Runde um den Brönnchesthaler Weiher.

Blick über den Brönnchesthalweiter
mit Solarfeld und Bildstock im Hintergrund
Dann ging's nochmal um die Alm selbst und dann zum Abschluß eine halbe Runde am Weiher.

Das Tempo war gleichmäßig, ich fühlte ich auch recht fit. Nach dem Tiefpunkt vor fünf Tagen (52) war mein VO²Max schon einen Tag später wieder auf 53 geklettert, und die ansteigende Form spürte ich auch in den Tagen seitdem.

Nach knapp einer Stunde war ich wieder am Auto. Fühlte sich gut an!

Morgen mach ich wegen diverser Geburtstage im Familien- und Freundeskreis mal einen Tag Pause, aber am Donnerstag in der Mittagspause steht der nächste Trainingslauf an. Dann gibt's wieder Intervalle!