Sonntag, 30. September 2018

Sunrise in Miami Beach - Straße rauf, Strand und Boardwalk runter

Angekommen in Miami Beach!


Der frühe Vogel fängt den Wurm!

Erster Lauf in den USA seit fast zwei Jahren


Am 21. Oktober 2016 war ich nach dem Chicago-Marathon und einem anschließenden Besuch bei unseren lieben Freunden Ken und Vera in New York zum letzten Mal auf amerikanischem Boden gelaufen, standesgemäß durch den Central Park in Manhattan.

Unser Hotel - am Start noch in Dunkelheit gehüllt...
Ich hatte mich auf die Rückkehr in die USA so sehr gefreut wie selten zuvor. Es sollte der erste Trip in die Vereinigten Staaten sein, bei denen wir mal ausnahmsweise nicht einen oder mehrere unserer zahlreichen Freunde und Bekannten dort besuchten, sondern ich löste eigentlich ein Versprechen ein, das ich meinen Töchtern und meiner Frau schon lange gegeben hatte:

Einen Road-Trip durch den "Sunshine State" Florida, mal ganz ohne Marathon-Wettkampf davor oder danach - USA-Urlaub ohne Marathon hatten wir letztmals 2005 gemacht, seitdem war ich immer nur mit Teilen der Familie (New York 2012, der Nicht-Marathon-wegen-Sandy und 2013) oder, wie zum Boston-Marathon 2015, sogar alleine gereist.

Mit meinen Mädels in Miami - märchenhaft!
Gestern waren wir angereist (unser Sohn Jan-Robin war zuhause geblieben, er hatte eigene Urlaubspläne und einer musste ja auch dem Hund Gesellschaft leisten...), mit dem Zug von Forbach nach Paris und dann mit Zwischenstopp in Lissabon direkt nach Miami. Es war eine lange, anstrengende, aber auch schöne Anreise, und auch der Jetlag steckt uns noch ein bisschen in den Knochen.

Miami Beach sollte gleich zu Beginn unseres Road-Trips ein Highlight werden - die Anmietung des Autos hatten wir mal noch aufgeschoben, hier wollten wir erstmal drei Tage verbringen und so richtig “ankommen”.

Im Hotel (Nautilus hieß es, ein schönes Art-Deco-Hotel, wo überwiegend Familien absteigen und das als eines der wenigen Hotels hier noch Preise hat, die normal Sterbliche auch zahlen können)  streckten wir erst mal die Füße aus, dann schauen wir uns die Gegend an und genossen zum Abschluss den Sonnenuntergang vom Hoteldach.

Nach langem Suchen: Endlich ein Zugang zum Strand!
Aber gleich am nächsten Morgen konnte ich die Füße nicht mehr stillhalten. Während die Mädels noch schliefen, schlüpfte ich in meine Laufklamotten und machte mich durch die noch ruhige Collins Avenue auf in Richtung Norden. Unser Hotel lag an der 18. Straße, der Plan war, entlang des Indian Creek mal bis zur 60. Straße hoch zu laufen und dann zwischen den eng aufeinander sitzenden Hotels irgendwo einen Durchgang zum Miami Beach Boardwalk am Meer zu finden, um auf dem Rückweg den Sonnenaufgang zu genießen.

Der Indian Creek ist eine teilweise natürliche und teilweise künstliche Wasserstraße. Er beginnt als künstlicher Kanal, an dem die Biscayne Bay auf die Lincoln Road trifft, und verläuft entlang des Dade Boulevard, der die Grenze zwischen South Beach und dem Rest der Stadt bildet. Ich traf auf ihn, nachdem ich circa 1 km gelaufen war, sah ihn da aber nur kurz, weil die einzige Straße direkt neben dem Creek der stark befahrene Highway A1A war. Da war so früh am Tag die Collins Ave. die ruhigere Alternative.

Endlich am Strand - aber noch ohne “Boardwalk”
Erst ab der 44. Straße, so ab km 2,5 sah ich ihn dann wieder, als die Collins Ave. einen Bogen machte und fortan parallel zum Highway lief. So ab km 5 suchte ich gezielt nach einem Durchgang zum Meer, aber das gestaltete sich schwierig. Raum ist kostbar in Miami Beach, und die Hotels sitzen dicht an dicht. Öffentliche Wege zum Strand hin gibt es nicht viele.

Ich wurde langsam nervös, weil ich ja unbedingt den Sonnenaufgang sehen wollte. Schließlich fand ich aber dann doch einen „Public Beach Access“ in Höhe der „Maison Grande Condominiums“ und dem „The Bath Club“, einer sehr exclusiven Clubanlage. Ich betone das „sehr“ - es gibt sicher einige Hotels in Miami Beach für normale Menschen, so wie unser „Nautilus“, aber meist und besonders in dieser Gegend hier wirkt das ganze doch äußerst mondän. Größtenteils sind das auch gar keine Hotelanlagen, sondern Eigentumswohnungen.

Sonnenaufgang über dem Atlantik - episch!
Das ist ja eigentlich nicht so meins, aber ich muss schon zugeben, dass ich verstehe, warum es so viele Menschen hierher zieht. Spätestens, nachdem ich nach einer kurzen Querung am Strand angekommen war und mich nun wieder Richtung Süden bewegte, nur wenige Minuten, bevor die Sonne aufgehen sollte, erfasste mich die „Faszination Miami Beach“ voll und ganz.

Leider – oder zum Glück, wie man’s nimmt – war der Boardwalk nicht durchgängig ausgebaut und ich musste Teile der Strecke durch den tiefen Strandsand laufen (man sieht’s am Split bei km 7).

Das kostet zwar etwas mehr Kraft und logischerweise auch Geschwindigkeit, war aber durchaus nicht unangenehm. Erst später, so ab der 50. Straße, sollte die Strandpromenade wieder durchgängig ausgebaut sein, wiewohl auch hier an vielen Stellen ständig Reparaturarbeiten stattfinden.

Der holzbeplankte Boardwalk bei km 8
Teilweise lief man auf Strandhöhe auf betonierten Wegen, teilweise aber auch auf leicht erhöhten, holzbeplankten Promenaden, von denen man interessante Einblicke in die Hotelgartenanlagen hatte.

Dort arbeiteten die Gärtner noch fleißig, einige Gäste hatten aber offenbar auch die Nacht gar nicht erst in ihrem Bett verbracht, sondern fläzten sich auf Liegen am Pool - hey, it’s holiday time...

Und dann ging die Sonne über dem Atlantik auf! Das muss man einfach gesehen haben, beschreiben lässt sich das nicht ansatzweise.

Vielleicht vermitteln die amateurhaften Handyfotos einen kleinen Eindruck, ebenso wie dieses Video.

Von da an hätte ich eigentlich noch zwei Stunden laufen können. Trotzdem ich mit recht hohem Puls unterwegs war (irgendwie steckten mir Flug und Jetlag wohl doch noch in den Knochen) fühlte ich mich kein bisschen erschöpft. Aber die Runde neigte sich dem Ende zu - und ich sollte ja auch noch ein wenig hier sein...

Kurz vorm Ziel an der 20. Straße (km 10,5)
Adrenalingefüllt und sehr glücklich lief ich meine Runde bis zur 18. Straße, also eine unterhalb unseres Hotels, zu Ende und dehnte mich noch einige Minuten vor dem Hoteleingang aus.

Danach ging’s für mich zurück in unser Hotelzimmer, um die Damen zu wecken und meinen nun schon doch recht großen Appetit beim Frühstück zu stillen.

Ein guter Anfang war das auf jeden Fall - bitte mehr davon! Das nächste Mal, also gleich morgen, geht’s nach Süden und dann zum Abschluss den legendären “Ocean Drive” hoch - aber bitte wieder mit Sonnenaufgang!











Sonntag, 26. August 2018

Einmal Königsschlösser und zurück


Schöner Morgenlauf zum Abschluß des Füssen-Kurztrips


Einmal zum Alpsee und zurück


"Bau ein Schloss wie ein Traum..." sang Matthias Stockinger
gestern Abend noch. Und da war's direkt vor mir!
Heute morgen sollte es schon wieder zurück nach Hause gehen, nachdem wir gestern eine beeindruckende Vorstellung des Musicals "Ludwig²" in Füssen erleben durften, incl. guten und schönen Gesprächen mit einigen Saarländern (und auch Nicht-Saarländern) hinterher.

Während meine Damen noch ruhten, hatte ich schon die Schuhe geschnürt und mich aufgemacht in Richtung Lech und Alpsee, um nochmal einen Blick aus nächster Nähe auf Ludwigs Königsschlösser zu werfen, natürlich das unvermeidliche Neuschwanstein, aber auch Hohenschwangau.

Ich hatte gute Beine, was mich nach der doch anstrengenden Fahrt gestern etwas überraschte, lief an dem kleinen Örtchen Alterschrofen vorbei und erreichte so nach knapp 22 Minuten und einer kleinen Steigung schon den Rand des Sees. Ich genoss die Aussicht ein wenig, und machte, dass ich wieder wegkam, ehe mich Tausende Touristen zerquetschen würden - die Busse rollten schon an.

Schloss Hohenschwangau
Zurück ging's bis zum Lech auf demselben Weg wie hin, aber diesmal überquerte ich den Fluß nicht, sondern lief ihn ein Stück hoch und nahm die Brücke in der Nähe des Wasserkraftwerks und der Stadtummauerung. Hier war ich gestern schon mit dem Rad entlanggekommen.

Zurück in der Stadt ging's wieder einen leichten Anstieg hoch und durch die Altstadt vorbei am Benediktinerkloster und dem "Hohen Schloss" auf die Kemptner Straße. Ich lief noch einige Seitenstraßen, um die zehn Kilometer vollzumachen, und war nach ziemlich genau 50 Minuten wieder zurück am Hotel. 4:51/km - das war ganz schön flott.

So macht man sich selbst Appetit auf ein gutes Frühstück! Und danach ging's auch gleich in Richtung Tannheimer Tal, weil wir uns für die Rückfahrt in Richtung Stuttgart noch eine schöne Panoramastrecke ausgesucht hatten. Lohnende Mühe für einen perfekten Abschluss!



Samstag, 25. August 2018

#granfondo_2018_16 Füssen-Ammergau-Plansee-Reutte-Füssen


Schönste Rennradrunde seit langem


Durchs Ammergebirge und den Schwangau - und das ziemlich flott


Auf dieses Wochenende im späten August hatten meine Familie und ich uns schon lange gefreut: Ludwig² in Füssen mit Mathias Stockinger, Kristin Backes und Anna Hofbauer, drei tolle Musicaldarstellern, die wir schon bei anderen Produktionen in Neunkirchen kennengelernt haben (Kristin ist ein "Kind" des Neunkircher Musical-Projekts, und Mathias ein echter "Neinkeijer Bub").

Foggernsee mit Ammergebirge im Hintergrund
Kurz und knackig: Anreise Samstag morgen, abends Besuch des Musicals und Sonntags Rückreise über Stuttgart, wo wir uns das Finale der Deutschland-Tour ansehen wollten. So verpasste ich zwar leider die Deutschlandtour-Etappe in Merzig, aber das Alternativprogramm war das wert.

Wir kamen gut durch, so dass ich bereit um kurz nach halb zwölf das Rad ausgepackt und zusammengebaut sowie die Klamotten angezogen und auch ansonsten alles vorbereitet hatte (Trinkflasche, Riegel, Lampen - das Wetter ließ sozusagen alle Optionen offen).

Während meine Frau und unsere Töchter die Innenstadt von Füssen erkundeten, machte ich mich auf entlang des (ziemlich leeren) Forggensees den Lech abwärts. Parallel zur Hauptstraße findet sich dort ein tolles Radwegenetz, zu Beginn war dieses natürlich noch sehr wellig, weil Schleichbach, Bernmoosbach und viele andere kleine Bäche dem See zufließen und so natürlich kleine Täler gegraben haben, die es zu überwinden galt.

Jenseits der Wasserscheide - Blick aufs untere Ammertal
Langsam stellte sich aber ein Rhythmus ein, und schließlich erreichte ich den Premer Lechsee, einen kleinen Vor-See, ehe ich bei Lechbruck am See den Lech überquerte und sein Einzugsgebiet nach knapp 30 km und exakt einer Stunde Fahrzeit verließ - nun war ich im Wassereinzugsgebiet der Ammer (die später Amper heißt) und steuerte den Flußlauf hoch in Richtung - tata! - Ammergebirge bzw. Oberammergau.

Ich hatte gute Beine, es war auch relativ windstill - so kam ich gut voran, und das Profil erwies sich als gar nicht mal so schlimm.

Ich fuhr rechts des Flusses auf einer Anhöhe dahin: Flach war's selten, aber die Steigungen waren moderat, so dass ich ein gutes Tempo halten konnte. Bei Saulgrub verfuhr ich mich einmal kurz, aber dann fand ich den Weg zurück auf die B23 schnell, und es ging leicht bergab hinunter in Richtung Unterammergau bzw. Ammertal.

Unterwegs nach Oberammergau!
Nun wurde es flach, und es war für einige Kilometer problemlos möglich, einen Schnitt nahe 40 km/h zu fahren.

Vor bzw. in Unterammergau konnte man das majestätisch aufragende Ammergebirge erstmals richtig schön sehen. Es drohte schon die ganze Zeit zu regnen, aber noch blieb's trocken.

Als nächstes kam ich nach Oberammergau, bekannt vor allem durch die alle zehn Jahre stattfindenden Passionsspiele, die zuletzt im Jahr 2010 aufgeführt wurden, sowie die ortsansässigen Kunsthandwerker mit Herrgottschnitzern und die mit Lüftlmalerei verzierten Häuser.

Dass die nächsten Passionsspiele bevorstehen, aber nicht unmittelbar (sondern erst 2020), sah man überall. Innerorts wurden fast alle Straßen erneuert, überall wurde gebaut. Teilweise konnte ich das Rad nur schieben.

In Oberammergau
Danach ging's weiter die Ammer hoch, aus dem Ort heraus und rein ins Ammergebirge. Seinen Namen hat das Gebiet übrigens möglicherweise durch die nahe Bernsteinstraße (vgl. Ammer = Amber).

Es folgten wunderschöne Streckenabschnitte durch einsame Wälder und vorbei an moorigen Wiesen, es ging zwar immer leicht bergan, aber ich konnte fast fahren wie im Flachen. Erst gegen Ende der Anfahrt zum Ammersattel begann eine leichte Steigung.

Dann kam die Grenze zu Österreich, ehe es in die letzten zwei Serpentinen ging. Als ich den Sattel schließlich überfuhr und mich auf die Abfahrt in Richtung Plansee freute, fing es dann doch noch an zu regnen. Kühler geworden war es schon länger, ganz unten im Ammertal hatte es noch so um die 15° C gehabt, nun waren's noch 9° C.

Wo sich Linder und Kolhbach zur Ammer vereinen...
Die Abfahrt durch den Ammerwald, immer den Torsäulenbach runter ist relativ unspektakulär und schon fast langweilig, vielleicht kam es mir auch nur wegen des Wetters so vor.

Schließlich kam ich an den Plansee, mittlerweile war der Schnitt über die 30 km/h geklettert, und die "3" vorne wollte ich jetzt schon noch heimbringen.

Der Regen wurde stärker, aber ich blieb tapfer und trat kräftig in die Pedale. Am Ende des Plansees folgt nochmal eine leichte Steigung, ehe es dann in rasanter Abfahrt über ca. drei km in die Ebene des Lech nach Reutte geht.

Ich war völlig durchnässt und wollte einfach nur noch zurück. Es machte jetzt auch keinen Spaß mehr. Aber ich konnte das Ziel schon riechen und mobilisierte durch Pflach, Brandstatt und Musau meine letzten Kräfte.

Die letzten beiden Serpentinen vorm Ammersattel
Exakt diesen Streckenteil hatte ich vor über acht Jahren schon mal befahren, allerdings in entgegengesetzter Richtung - beim Radmarathon im Thannheimer Tal 2010!

Dann überquerte ich die Fernpasstraße und bog nach rechts ab, nun waren es nur noch knapp vier Kilometer bis nach Füssen, das ich schliesslich zitternd vor Kälte, aber abgekämpft und glücklich erreichte - mit einem Schnitt von 30,7 km/h, oh leck!

Gleich in die warme Badewanne und zwei Stunden Ruhe! Jetzt war ich bereit für das kulturelle Highlight, das folgen sollte. Trotz des nassen Endes war das eine meiner schönsten Radtouren im gesamten Jahr!







Donnerstag, 23. August 2018

Dechen-Hüttenpark-Ellenfeld-Runde


Morgenläufe sind wieder en vogue!

Schöner, entspannter Lauf im Einzugsgebiet des Heinitzbachs

 

Nach dem Lauf kurz ausgespannt - auf der heimischen Terrasse
Die letzten Tage haben mir wieder ein wenig mehr Lust aufs Laufen gemacht. So habe ich auch heute vor dem Dienst die Gelegenheit genutzt, noch schnell ein Morgenläufchen einzuschieben.

Es ging los über den Schlesierweg und die B41-Brücke direkt dahinter auf den "großen Rundweg" um Heinitz, hinunter ins Tal des Weilerbachs, über den Holzsteg und dann am Bach entlang.

Ich sprang über die Grubenstraße, lief runter ins Heinitzbachtal und am blau/grünen Weiher vorbei auf die andere Seite der L125, dann die Bildstocker Straße entlang in Richtung Gasometer.

Von dort aus ging's über die Königsbahnstraße in Richtung Westspange und den Südring.

Ich wollte schon die zehn vollmachen und machte demzufolge einen kleinen Haken in Richtung Ellenfeld, ehe es durchs Wohngebiet Munklerswies nach Hause ging.




Dienstag, 21. August 2018

Es wird wieder Zeit...



Erste ernsthafte Laufeinheit seit eineinhalb Monaten


Ganz lockere 13,5 km durch vier Stadtteile


Wunderschöner Tagesanbruch kurz nach 6:30 Uhr über der A8
Mein letzter ernsthafter Lauf, abgesehen von einem lockeren Traben beim Kinder-Lebens-Lauf vor drei Wochen, liegt mittlerweile fast eineinhalb Monate zurück - auf Kreta.

In der Zwischenzeit war ich 21mal Radfahren und habe dabei 1.631 km zurückgelegt!

Es wurde also mal wieder Zeit, die Laufschuhe zu schnüren.

Ich lief hoch auf die Hermannstraße, dann in Richtung Franzosenweg, aber dort dann ein bisschen cross, ehe ich an der Lakai rauskam.

Das Tempo war "gechillt", der Puls niedrig, und ich joggte mehr, als ich lief, kurz vor Furpach durch den Wald zum Bannstein, dann durch die Karcherstraße und Ludwigsthal ans Wasserwerk unterhalb des Kasbruchtales.

Dann ging's entlang der Hauptstraße zurück in die Innenstadt und durchs Wagwiesental wieder heim. Ruhige 13,5 km, Maximalpuls 142, im Schnitt 123.

In Furpach, Blickrichtung Kraftwerk Bexbach
So entspannt gelaufen bin ich schon lange nicht mehr, die angenehmen Temperaturen um die 20° C haben dabei sicher geholfen.

Für die nächsten Tage nehme ich mir dann doch noch den einen oder anderen Lauf vor.

Es ist wichtig, dass man nicht zu einseitig wird. In meinem fortgeschrittenen Alter sind solche Belastungen dann eher nicht so gesund.

Aber manchmal macht mir das Radfahren einfach zu viel Spaß. Was willschde mache?

Sonntag, 19. August 2018

Rund um Eppelborrre mit Michael Krämer


Endlich mal wieder Mountainbike - mit kompetentem Guide!


Mit dem Chef von Krämer IT rund ums schöne Eppelborn getourt

Eigentlich fahre ich ja zu selten Mountainbike. In den letzten Jahren war das Verhältnis der gefahrenen Jahreskilometer viel zu rennradlastig: 2017 waren es 5900:600, 2016 3700:370, also immer nur so um die 8-10% meines Jahrepensums.

Dabei ist eigentlich die Mountainbikefahrerei viel ungefährlicher, naturnäher, techniklastiger (was gut für die Übung bzgl. der Radbeherrschung ist!) und auch erlebnisreicher als das Rennradfahren.

Es geht halt nicht so schnell voran, und man kann auch keine solch großen Distanzen abnudeln.

Argumente für mehr Mountainbikefahrerei gibt's mehr als genug, ich müsste sie wie gesagt etwas stärker gewichten. Das gelingt mir offenbar nicht so gut: Denn auch bisher in 2018 bin ich erst knapp 100 km mit dem Mountainbike unterwegs gewesen, aber ca. 4.000 (!) mit dem Rennrad.

Mein Guide Michael Krämer
in der Nähe der Wiesbachquelle

Von daher kam mir die heute geplante und schon länger verabredete Runde mit Michael Krämer ganz recht. Wir waren Ende Mai 2016 schon mal in "meinem Revier" unterwegs gewesen, nun war eine Runde in Michaels Gefilden rund um Eppelborn dran.

Los ging's über die Galgenbergstraße hoch zur A1, die wir überquerten und auf schönen Trails in Richtung Finkenrech fuhren.

Von dort zog es uns ein Stück über die L303 in Richtung Dirmingen und dann runter ins Illtal, kurz vor dem Erreichen der Talmulde überquerten wir den Alsbach und verschwanden wieder im Wald.

Über den Kaselwaldbach und den Dickenborn, vorbei an römischen Kanalruinen folgten wir dann dem Lauf des Dusterbachs bis an die Ill, die wir unterhalb Wustweilers überquerten und uns an einen längeren Anstieg in Richtung Humes machten.


Dann folgte eine schöne Pause am gestauten Wallenbornbach, wo der ASV Wiesbach einen Angelweiher mit Gaststätte betreibt. Sehr idyllisch und nett dort!

Weiter ging's zur Wiesbachquelle und dann nach Mangelhausen, wo wir am Ende dem Köllerwieserbach in Richtung Köllertal folgten.

Die Vogelsbornkapelle zwischen Habach und Eiweiler
Wir fuhren dann an der Vogelsborn-Kapelle vorbei und machten uns wieder hoch in Richtung Wiesbach, diesmal halt von der anderen Seite, ehe es weiter in Richtung Habach ging, ein kleines Stück über den Saar-Oster-Höhen-Radweg und vorbei am geometrischen Mittelpunkt des Saarlandes.

Über den Wünschberg ging's runter nach Lebach und ein wenig durchs Theeltal, ehe wir in Bubach wieder der Ill folgten und den letzten Anstieg hoch zu Michael Krämers Haus meisterten.

Gut gestärkt (danke für die Gastfreundschaft!) konnte ich nach schönen dreieinhalb Stunden (mit Pausen, netto waren's etwas mehr als zweieinhalb) wieder den Heimweg antreten. Sehr eindrucksvolle Tour!




Mittwoch, 15. August 2018

#granfondo_2018_15 Saarlandschwein in Gold


Du musst ein Schwein sein in dieser Welt...

Und jetzt bin ich eins - ein Saarlandschwein und stolz darauf!



Die Prinzen sangen es schon 1995. Gut, das Lied hatte einen anderen Hintergrund - wenn auch Sebastian Krumbiegel singt "wer hart ist, laut und sich besäuft" und das in gewisser Weise auf die Wahnsinnstruppe vom Mittwoch passen könnte (natürlich erst NACH der Fuhre!).

Platt nach Start: Das hielt uns aber nicht auf!
Aber dass man als Ausdauerradfahrer im Saarland ein Schwein sein muss, stimmt eigentlich.

2014 hatte Sebastian Giffhorn vom RSC Überherrn die geniale Idee, eine Strecke zu bauen, die möglichst genau den Grenzen des Saarlandes folgt und dabei mit dem Rennrad befahrbar ist.

2014 konzipiert, 2015 erstmals gefahren, 2016 wieder - danach gewann die Strecke durch Vernetzung auf Strava und Facebook schnell Kultstatus unter saarländischen Rennradfahrern. Mehr zur Geschichte des Saarlandschweins, den Regeln (Frikadellenweck in Freudenburg ist Pflicht!) und allem weiteren gibt es hier.

Eine interessante Ergänzung: Die Strecke führt durch 22 der 52 saarländischen Städte und Gemeinden (Saarbrücken, Grossrosseln, Völklingen, Überherrn, Wallerfangen, Rehlingen-Siersburg, Merzig, Mettlach, Perl, Losheim am See, Weiskirchen, Wadern, Nonnweiler, Nohfelden, Freisen, Sankt Wendel, Ottweiler, Neunkirchen, Bexbach, Homburg, Blieskastel und Gersheim) und durch alle sechs Landkreise einschließlich des Regionalverbandes Saarbrücken. Man begleitet bzw. überfährt dabei einen Großteil der nennenswerten saarländischen Bäche und Flüsse (u.a. Saar, Rossel, Bist, Nied, Leukbach, Mosel, Holzbach, Wadrillbach, Lösterbach, Prims, Nahe, Oster, Erbach, Blies und Bickenalb). Köllerbach, Fischbach, Rohrbach, Sulzbach, Ellbach, Ill und Theel liegen bzw. entspringen einfach zu zentral.

Durch folgende 30 Kommunen kommt man also nicht:  Beckingen,  Bous,  Dillingen, Ensdorf, Eppelborn, Friedrichsthal, Heusweiler, Illingen, Kirkel, Kleinblittersdorf, Lebach, Mandelbachtal, Marpingen, Merchweiler, Nalbach, Namborn, Oberthal, Püttlingen, Quierschied, Riegelsberg, Saarlouis, Saarwellingen, Schiffweiler, Schmelz, Schwalbach, Spiesen-Elversberg, St. Ingbert, Sulzbach, Tholey und Wadgassen.

Abfahrt von Creutzwald nach Überherrn
Mein Freund Roman Baltes ist die Runde schon mehrfach gefahren, letztmals am vergangenen Samstag in einer gemütlichen Randonneursversion, heute wollten wir mit einer mindestens ein Dutzend Mann starken, einigermaßen tempoharten Gruppe den "Goldstatus" (unter 11:30h Nettozeit incl. Frikadellenweck in Freudenburg) erfahren.

Roman, der mit Sicherheit beste Randonneur des Saarlandes, fährt solche Runden als Training - für mich sollte es radfahrtechnisch und konditionsmäßig eine Herausforderung und der Saisonhöhepunkt werden.

Mit an Bord waren Andreas Walzer, elffacher deutsche Meister, Weltmeister und Olympiasieger und damit einer der erfolgreichsten "echten" saarländischen Sportler aller Zeiten, der die Runde als Vorbereitung auf den Ötztaler Radmarathon fuhr, Michael Rothfuchs, Klaus Buchinger, Michael Fries, Peter Neumann, Christian Müller, Carsten Kaldenhoff, Fred Wiehr, Harald Rauch, Jean-Pierre Philippe, Roland Heeg, Maurice Helmin, Marvin Malkowski, Roman und ich.

Zwischendurch begleitete uns "Dr. Wutz" Sebastian Giffhorn (von Klarenthal bis Mettlach), David Bohlen (von Blieskastel bis zum Ende) und in Hemmersdorf lasen wir noch Peter Thiel auf, der bis hinter Biringen mit uns fuhr. Viele der Jungs kannte ich von früheren gemeinsamen Fahrten, aber einige lernte ich auch neu kennen - gleich schon mal ein Gewinn zu Beginn des Tages, der um 06:00 Uhr mit dem gemeinsamen Treffen am Ulanenpavillon in Saarbrücken begann.

Beim Beruser Sender: Blick nach Lothringen
Carsten K. aus S. ließ uns ein bisschen warten und fuhr uns nach einigen Kilometern auf, aber für eine so frühe Zeit und mit so vielen Leuten gilt ein gemeinsamer Start um 6:15 Uhr noch als diszipliniert, würde ich mal sagen. So rollten wir - noch ordentlich belampt ob des erst erblühenden Tageslichts - über die Brücke am Kraftwerk und entlang des Leinpfades entlang der Saar in Richtung Klarenthal.

Die Truppe harmonierte von Beginn an gut, beim Einrollen gab es gleich nette Gespräche und viele Handshakes, man kannte sich oder lernte sich kennen.


An der Burbacher Schleuse der erste Schreckmoment: Einer der Kollegen, Roland Heeg, hatte schon platt! Jaja, der Leinpfad. Eigentlich ein Spitzenradweg, wenn nicht einige Hirnlose dort immer wieder Glas zerdeppern würden. Aber schnell war gemeinsam der Schaden behoben und es ging weiter. Kurz danach bei Klarenthal trafen wir Sebastian, und der erste einigermaßen fordernde Anstieg des Tages nach zehn Kilometern - über die Warndtstraße (L163) raus aus dem Saar- und rein ins Rosseltal - sorgte erstmals für ordentliche Betriebstemperatur in den Beinen der Fahrer.

Raus aus dem Ihner Bachtal: Niedaltdorf
Es ging durch Grossrosseln und Emmersweiler die Rossel hinauf hinein in den Warndtwald. Einige der Jungs ließen es schon recht früh krachen und traten die Wellen mit Schmackes hoch - ich hielt mich zurück aus Respekt vor der Länge der Tour.

Über St. Nikolaus und Karlsbrunn erreichten wir Lauterbach, den Heimatort unserer saarländischen Spitzenfahrerin Lisa Klein, ehe es über die Creutzwalder Straße erstmals kurz rüber nach Frankreich ging - über Creutzwald kamen wir nach Überherrn.

Dort hielt Roman an der Tanke die erste Predigt, die dann auch wirkte: "Männer, ihr kenne so weiderfahre, mir iss das egal, awwa ich garantiere aich, ich fahre aich allegare kaputt hinneraus. Denke an die Schwächere in der Grupp!" Offenbar fand der Guide die richtigen Worte, wie auch später Andreas Walzer, der uns allen mal so richtig beibrachte, wie man im Zug fährt. Das war schon sehr hilfreich!

Alte Rennfahrer unter sich: Peter Thiel und Andreas Walzer
Nun ging's über die Bist hoch auf den Saargau über den wunderschönen, serpentinenreichen Anstieg nach Berus, dort dann hoch zum Sender Felsberg-Berus, der 1970 mal Etappenziel der Tour de France war (damals gewann Alain Vasseur aus Frankreich die in Belgien gestartete Etappe, er ist der Vater des späteren Profis, Tour-de-France Etappensiegers und Präsidenten des internationalen Radsportprofiverbandes Cedric Vasseur). 

Nächster Ort sollte nun Ittersdorf sein, hier fuhren wir teilweise auf der Strecke des Rennens des RSC Überherrn, das immer im April die Straßenrennsaison im Saarland einläutet, hinunter ins Tal des Ihner Bachs, eines Nebenbachs der Nied, durch Leidingen und Ihn bis Niedaltdorf.

Kurz vor Niedaltdorf am Sudelfels mussten wir nochmal anhalten, bei Michael Rothfuchs war eine Speiche gebrochen. Soviel vorab: Der Reparaturversuch war leider nicht von Dauer. Doch zunächst ging's weiter über Niedaltdorf und Hemmersdorf, wo wir Peter Thiel auflasen, über die Nied in die nächste Steigung hoch nach Fürweiler.

Hier verließ uns Klaus Buchinger leider, er fühlte sich einfach nicht fit - sowas kommt vor. Schade, aber dann besser auf den Körper hören als sich kaputtzufahren. Wir anderen fuhren weiter über den Gau, durch Oberesch und Biringen in Richtung des Beginns der europäischen Skulpturenstraße "Steine an der Grenze".
Wellingen (Merzig)

75 km waren nun absolviert, also nahezu ein Viertel der Strecke. Das Wetter war perfekt, ab und an Sonne, aber nicht nur, nicht zu warm, nicht zu kalt, kaum Wind - mehr konnte man wirklich nicht verlangen!

Es ging nun steil runter nach Büdingen, einem Stadtteil von Merzig. Hier war die Tour für Michael Rothfuchs leider zu Ende: Eine zweite Speiche war, wohl unter der Belastung der kurzen, aber knackigen Abfahrt runter ins Tal des Scheibelsbachs, gebrochen und das Rad lief so unrund, dass an eine Weiterfahrt nicht zu denken war. So musste Michael leider aussteigen und sich abholen lassen.

Zu fünfzehnt gestartet, waren wir jetzt nur noch dreizehn Schweinekandidaten, unsere zeitweiligen Begleiter nicht mit eingerechnet. Der Witz von der "wilden 13" machte die Runde, aber Roman bemerkte richtigerweise, dass das ja eigentlich nur zwölf waren, die nicht richtig zählen konnten. Gut, wenn man mit Sportkameraden fährt, die aus praktischer Übung als Vorleseeltern die "Klassiker" von Michael Ende noch kennen!

Ab Wellingen nahm Andreas Walzer die Zügel in die Hand und disziplinierte die Horde in Sachen "effektives Fahren im Verbund", so dass wir nun gut und schnell, aber auch "energieeffizient" über den Norden des Saargaus rollten: Wehingen, Tünsdorf, Hellendorf (kurz dahinter überquerten wir den noch jungen, erst knapp einen Kilometer fließenden Leukbach, ihn sollten wir später wiedersehen) und Borg ließen wir hinter uns, und dann ging's auch schon bergab über die A8, vorbei am Pillinger Hof, hinein nach Perl und runter an die Mosel, die wir nun flußabwärts begleiteten und wiederum unter der A8 durchfuhren.


Im Zug geht's immer besser!
Den westlichsten Punkt der Strecke hatten wir nun erreicht, exakt 100km waren für all die, die in Saarbrücken gestartet waren, nun absolviert. Kurz danach waren wir am tiefsten Punkt der Strecke, nachdem wir Besch und Nennig passiert hatten, und machten uns auf in den nächsten Anstieg hinaus aus dem Moseltal durch die rheinland-pfälzischen Örtchen Kreuzweiler, Breinsdorf und Beuren hinüber ins Leukbachtal.

Hier mussten wir ein wenig auf Marvin Malkowski warten, der ziemlich litt - er musste dem (zu) hohen Anfangstempo Tribut zollen und stieg kurz danach in Freudenburg auch aus.

"Lernen durch Schmerz, Motivation durch Entsetzen" - diesen Spruch hab ich mal bei der Bundeswehr gelernt. Na ja, muss nicht unbedingt sein, aber ein Körnchen Wahrheit ist sicher drin. Nächstes Mal klappt's, Marvin!

Blick ins Leukbachtal
Runter durch Kirf und Kollesleuken ins Leukbachtal (der Bach fließt in Richtung Saarburg und fällt dort nach einer Umlenkung durch Menschenhand über den bekannten Wasserfall 18 Meter tief, ehe er der Saar zufließt), dann ein harter Konter hoch nach Freudenburg - hier versteckten sich einige der über 4.000 Höhenmeter der gesamten Tour.

Dann waren wir aber endlich in Freudenburg und konnten in der Fleischerei Thielmann den Frikadellenweck verdrücken, der das silberne Saarlandschwein erst vergoldet!

Ich nutzte die Gelegenheit wie alle anderen auch, um die Trinkflasche aufzufüllen. Mittlerweile hatte ich drei davon geleert, also 2,4 Liter seit dem Start getrunken (am Ende sieben, also 5,6 Liter) - kein pures Wasser, sondern eine Dextrosemischung, die gemeinsam mit den zwischendurch konsumierten Riegeln und Geldrops für ausreichend "Kraftstoff" sorgt. Gut über 2.000 kcal hatte ich nämlich mit Sicherheit schon verbrannt.

Der Frikadellenweck in Freudenburg - Saarlandschweinkult!
Wir ließen uns ein wenig Zeit, in der Zwischenzeit fuhr uns eine Gruppe starker Fahrer um David Büschler und Jannik Lambert auf, die ebenfalls auf "wutziger Tour" waren. Dann ging's weiter hoch nach Weiten und dann auf die Eichenlaubstraße, vorbei an Orscholz und dem Leukerkopf und runter nach Keuchingen.

Auf der Abfahrt erreichte ich mit 80,4 km/h meine Tageshöchstgeschwindigkeit. Mehr war nicht drin, die 100 km/h werd ich wohl nie knacken - mit zunehmendem Alter sinkt meine Risikobereitschaft, ein eigentlich guter Prozess, den ich schon seit einigen Jahren beobachte.

Wir überquerten die Saar, durchfuhren Mettlach (hier verließ uns Sebastian, ihn trafen wir aber am Ende des Tages wieder, er fuhr zwischenzeitlich ans andere Ende des Saarlandes zur RTF nach Bliesransbach) und verließen Mettlach wieder auf der Eichenlaubstraße vorbei am Freibad in Richtung Losheim, ehe es links hoch nach Britten ging.

Der Anstieg rollt gut, aber auch lang - fast 9 km geht es stetig bergauf, ehe man hinter Britten ist. Dort wartete die Gruppe aber wie immer, bis alle da waren.

Nach einer kurzen Zwischenabfahrt ging's weiter bergan - durch Bergen, über den jungen Losheimer Bach, durch Scheiden (das höchste Dorf des Saarlandes), vorbei an der "schönen Aussicht" (mit knapp 500m über N.N. auch der höchste Punkt der Strecke), wo wir uns wieder sammelten, und dann runter nach Waldhölzbach, vorbei an Zwalbach und nach Rappweiler.

Wir befanden uns nun auf der Gemarkung Weiskirchen und befuhren die der nördlichen Landesgrenze am nächsten gelegene, zu ihr parallel laufende Straße. Die Grenze zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz im Norden wird durch einen Bergrücken vom Schimmelkopf bis zum Dollberg, den beiden höchsten saarländischen Bergen, bestimmt und nur von den Bachläufen des Wadrillbaches, des Lösterbaches und der Prims durchbrochen.

Im höchsten Ort des Saarlandes: Scheiden
Wir kamen nun nach Weiskirchen und verließen die Originalroute kurz, um an der Shell-Tankstelle an der L151 (Auf der Heide) "aufzutanken". Hier müssen uns dann die Jungs um David und Jannik überholt haben, später trafen wir sie in Nonnweiler beim Kaffetrinken wieder.

Weiter ging's über den Holzbach durch Konfeld, raus aus Weiskirchen, rüber auf die Gemarkung der Stadt Wadern: Steinberg, Reidelbach, Wadrill, Sitzerath und weiter in Richtung Nonnweiler.

Hierbei überquerten wir die Täler verschiedener Bäche: Wahnbach, Fußwiesenbach, Gehweiler Seebach, Wadrill, Wadriller Dörrbach, Oberlösterner Lohbach und schließlich Löster. Logisch, dass es da ständig auf und ab ging und viele Höhenmeter zusammenkamen!

Die "schöne Aussicht" zwischen Scheiden und Waldhölzbach
Mit genau 500m über N.N. nicht nur der höchste, sondern
auch der schönste Punkt der Strecke!
Aber nach ca. 170 km waren wir dann in Nonnweiler und erreichten den nördlichsten Punkt der Strecke, sogar etwas nördlicher als auf der Standardstrecke:

Wegen Bauarbeiten war die Trierer Straße, wo am Kreisel aus dem Löstertal kommend kurz nach der Überfahrung der Autobahn A1 eigentlich der nördlichste Punkt ist, gesperrt und wir mussten auf der Ringstraße eine kleine Umleitung fahren, an deren Ende wir dann auch die Jungs vom EHLiminator-Team beim Kaffeetrinken sahen.

Für uns ging's weiter auf der Achterbahn, aber nach dem Erklimmen des Hammerbergs in Nonnweiler (nomen est omen!) nach der Überquerung der Prims und raus aus deren Tal hatten wir erstmal eine längere Abfahrt zum Erholen und gleichzeitigen Hochschrauben des Schnitts vor uns.

In Nohfelden an der Mündung des Freisbachs
in die Nahe. Direkt vor mir: Andreas Walzer
Durch Otzenhausen, Schwarzenbach und Waldbach ging's nach Sötern, dort folgten wir dem Söterbach vorbei am großen Hörmann-Werk in Richtung Nahetal nach Türkismühle. Oben in  Otzenhausen war meine Durchschnittsgeschwindigkeit auf 26,9 km/h abgesunken, aber nun, da wir in der Gruppe mit 37 km/h im Schnitt bei nur 140 Watt NP (Normalized Power, eine Schätzung der Leistung, die ich erbracht hätte, wenn ich meine Leistung über diesen Abschnitt vollkommen konstant gehalten hätte) dahinrollten, stieg sie langsam wieder an.

So ging es runter bis nach Nohfelden, wo wir die Nahe überquerten und über die B41/L315 durch Wolfersweiler, Asweiler und Eitzweiler entlang des Freisbachs, der in Nohfelden in die Nahe mündet, in Richtung Freisen fuhren. Im Ort ging's dann die Schulstraße hoch, und vorbei an Rathaus und der Bruchwaldhalle, dort, wo die Sportfreunde der "Grünen Hölle Freisen" im September wieder ihre legendäre CTF veranstalten, strebten wir dem mit knapp 495m zweithöchsten Punkt unserer Tour entgegen.

Die Einmündung in die L122 liegt genau auf der Wasserscheide zwischen Nahe und Oster, und so ging es nun wieder eine ganze Zeit richtig schön bergab. Das "Anstiegsstück" entlang des Freisbachs (12 km) bewältigten wir in 26 Minuten (27,5 km/h) bei einer NP von 210 Watt bei mir - also alles immer noch im grünen Bereich!

"Auftanken" am Dorfbrunnen in Osterbrücken
Jetzt ging's wieder schneller: Durch Oberkirchen und Haupersweiler (zwischendrin sprang der Kilometerzähler auf 200) verließen wir Freisen und kamen nach Osterbrücken auf das Gebiet der Kreisstadt Sankt Wendel. In Osterbrücken liegt einer meiner Lieblings-Dorfbrunnen, dort erfrischten wir uns alle und füllten unsere Flaschen wieder auf, ehe es auf die letzten 100 km ging, weiter in Richtung Marth, Niederkirchen, Saal und Werschweiler.

Danach folgten zwei kleine Anstiege bei Dörrenbach und heraus aus Fürth, wo wir den Landkreis Neunkirchen betraten und das Tal der Oster verließen, hinüber ins Tal des Schönbachs, eines Nebenbaches der Oster, nach Lautenbach, wie Fürth ein Stadtteil von Ottweiler. Das Durchschnittstempo stieg ständig - man sah, die Gruppe harmonierte gut, alle waren noch fit und so machte das gemeinsame Fahren richtig Spaß!

Hoch zur Wasserscheide zwischen Oster- und Schönbachtal
zwischen Fürth und Lautenbach
Es ging hinauf nach Münchwies, nun hatte ich als "Neinkeijer" endlich Heimspiel und strengte mich auch ordentlich an. Die 8:45, die ich vom Schönbachtal bis hoch nach Frankenholz brauchte, waren nur drei Sekunden langsamer als meine Bestzeit für diesen Abschnitt, die ich 2011 gefahren war, damals allerdings nicht mit schon 218, sondern nur mit 51 km vorheriger Fahrt in den mittlerweile ja auch sieben Jahre älteren Beinen!

Durch Frankenholz und Höchen (hier fuhren wir nahe an der Quelle des Glan auf der linken Straßenseite vorbei, kurz danach passierten wir die des Erbachs auf der rechten Straßenseite) ging's nach Jägersburg in den Einzugsbereich des Erbachs, dann über Reiskirchen und Erbach hinein nach Homburg (hier war der östlichste Punkt der Strecke).

Dort machten wir in der Talstraße beim Bäckerhaus Ecker die letzte große Pause (75 km lagen nun noch vor uns) und futterten den Verkäuferinnen die Kuchentheke restlos leer. Andreas Walzer setzte sich kurz ab und ging seine Tochter Sara abholen, die uns später ein gutes Stück begleitete. Wir anderen fuhren über Beeden ins Tal der Blies nach Wörschweiler, wo Andreas und Sara zur Gruppe stießen, und machten uns über Bierbach auf nach Blieskastel und nach Webenheim. Dort trafen wir einen weiteren Begleiter, David Bohlen.

Ab Wörschweiler der doppelte Walzer: Andreas und Sara
Nun standen die letzten Anstiege an! Nicht vergessen: Das Saarlandschwein soll die Landesgrenze möglichst genau abbilden, also brauchte es noch eine Annäherung an die deutsch-französische Grenze rechts der Bickenalb.

So "kletterten" wir hinter Mimbach hoch nach Böckweiler, fuhren ab ins Bickenalbtal nach Altheim, über die Bickenalb, dann hoch in Richtung Brenschelbach und rüber nach Riesweiler, ehe wir wieder hinunterfuhren ins Bickenalbtal nach Peppenkum und den letzten echten Anstieg des Tages in Richtung "Totenkopf" durch Medelsheim - über die Wasserscheide Bickenalb/Blies zu den Quellen des Erzbachs - angingen.

Hier zeigte vor allem Sara, dass sie in der Tradition der Familie Walzer ein echtes Radsporttalent ist. Obwohl sie eigentlich Triathletin ist und ja auch Zeit ins Lauf- und Schwimmtraining investieren muss, zeigte sich auch dem einen oder anderen männlichen Rennradfahrer, wo der Hammer hängt und kam nur wenige Sekunden nach der Spitzengruppe oben auf dem Berg an. Chapeau!

Die L103 im oberen Schelmenbachtal vor Böckweiler
Nach der Abfahrt hinunter nach Gersheim (dort verließ uns Sara und fuhr die Blies hoch nach Hause) befuhren wir ein Stück lang den Bliestalradweg durch Reinheim und verließen Deutschland, um den allergrößten Teil der restlichen 34 km durchs "Vallée de la Blies" in Frankreich zu fahren - größtenteils bildet die Blies dort die Landesgrenze.

In der Gruppe rollte es weiterhin gut, Roman und Carsten sammelten auch Harald ein, der bis dahin als ältester Fahrer des Peletons bravourös gefahren war, nun aber das hohe Tempo der Gruppe nicht mehr ganz halten konnte.

So führte unser Guide uns wieder zusammen, und durch Bliesbruck, Blies-Ébersing, Frauenberg, Blies-Schweyen und Blies-Guersviller ging's nach Sarreguemines, zum südlichsten Streckenpunkt.

Andreas auf der D82A in Sarreguemines, direkt bei der
Mündung der Blies in die Saar. Nur noch 18 km!
Dort blieben wir auf der Hauptstraße, der D33, um über Grossbliederstroff (hier überschritten wir die 300-km-Marke) wieder nach Deutschland zu kommen.

In Güdingen ging's dann auf die letzten Kilometer durch St. Arnual, über die Brücke am Kraftwerk an den Staden und zum Ulanenpavillon.

Ich sprintete die letzten 300m sogar, weil mein Tacho, der in Güdingen endlich auf die 29,0 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit gesprungen war, nochmal knapp auf 28,9 km/h absackte. Mit Erfolg: Am Ende hatte ich den 29er-Schnitt. Ha!

Am Ulanenpavillon angekommen, warteten schon Sebastian, der Rest der Familie Kaldenhoff und einige andere Schweinchenfreunde auf die neuen Saarlandschweine! Es gab ein großes Hallo, viel Freude und Händeschütteln und erst mal für alle gut was zu trinken. Wir saßen noch eine Zeitlang zusammen, machten Witzchen und frotzelten uns gegenseitig, ehe sich jeder auf den Heimweg machte - Roman natürlich standesgemäß mit dem Rad, er hatte somit am Ende des Tages um die 360 km auf dem Tacho. Wow!

Einige alte und viele neue Schweine (v.l.n.r.) hinten: Michael Fries, Peter Neumann, Roman Baltes, ich, Christian Müller, Carsten Kaldenhoff, Fred Wiehr, Harald Rauch, vorne: Jean-Pierre Philippe, Roland Heeg, Andreas Walzer, Maurice Helmin
2013 spottete der "Heimathorst" Seehofer vor rund 4500 Zuhörern in Passau über das schönste, kleinste und europäischste Bundesland der Welt. Das ganze Saarland sei nur so groß wie mancher bayerische Landkreis. Wenn man im Saarland sei und ein Fahrrad leihe, tauche deshalb die Frage auf: "Was machen wir nachmittags?"

Das will ich Dir sagen, Horsti: Nachdem wir einmal ganz rumgefahren sind um unsere Heimat, genießen wir kühle Getränke im Ulanen-Pavillon am Staden in Saarbrücken. Du hingegen hast Dich nach dem gut gesetzten Konter von Annegret Kramp-Karrenbauer ("Ich lade ihn herzlich ein, die Schönheiten des Saarlandes per Rad zu erkunden") nicht entblödet, die Einladung zuerst anzunehmen und dann auf "unbestimmte Zeit" zu verschieben.

Tja. Die einen "schwaaten die Schniss", wie wir im Saarland sagen, die anderen ziehen's durch.

Solche Leute sind mir lieber. Ich kann mich nur bei allen Kameraden bedanken, das hat wahnsinnig Spaß gemacht und ich habe viele neue Freunde gefunden. Allein oder mit nur 2-3 Mitfahrern ist so eine Fahrt mit Sicherheit nur halb so schön und ganz klar viel anstrengender. Danke auch nochmal an Sebastian für die geniale Idee und Roman für die tolle Organisation dieser Gruppe. Jederzeit gerne wieder! Es war mir ein Fest!