Posts mit dem Label Sankt Wendel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sankt Wendel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 30. Januar 2021

Nasse-Ritter-Ritt nach Roschberg

Nass? Pah! Kalt? Pah!

Nachdem das Wetter in den letzten Wochen ja nur noch Kapriolen schlug, hatten Mark und ich eigentlich auf einen - wie manchmal auch vorhergesagt - trockenen, zumindest aber milden Samstagmorgen gehofft. Es sollte anders kommen!

Zu unserer gemeinsamen Ausfahrt in Richtung Sankt Wendeler Land trafen wir uns am oberen Ende der Römerstraße in Wiebelskirchen - ich war bis dahin schon gut angefeuchtet, trotz wetterfester Kleidung. Aber noch zeigte das Thermometer am Tacho wenigstens 6-8° C, also fuhren wir erstmal los und hofften auf Besserung.

Hätten wir mehr Regen und kältere Temperaturen erhofft, wären unsere Erwartungen auch erfüllt worden - denn genau so kams. Am Faulenberger Hof oben auf der Wasserscheide zwischen Ill und Blies waren's plötzlich nur noch 2-3° C und es regnete immer stärker - aber wir waren jetzt warmgefahren und wenigstens war der Wind nicht stark, also: Weiter, immer weiter!

Eine genaue Route hatten wir nicht im Kopf, wir diskutierten hin und her und entschlossen uns schließlich auf Höhe Winterbach in den Ort zu fahren und von dort in Richtung Golfplatz Sankt Wendel, dann irgendwie in Richtung Bosenberg.

Am Golfplatz machten wir kurz Verpflegungsstop, aber schauten, dass wir schnell wieder ans Fahren kamen: Nur wenn das "innere Heizkraftwerk" ständig arbeitet, hält man so ein Wetter auf dem Rad aus. Also ab in Richtung Bliestal und auf den Wendalinus-Radweg, wir wollten nach Baltersweiler und von dort in Richtung Roschberg, wo wir schon sehr lange nicht mehr gewesen waren. Also ab vom Radweg und raus aus dem Bliestal rüber ins Tal des Tod-Bachs (der fließt übrigens in Sankt Wendel in der Nähe der Straße "Alter Woog" - der Name deutet auf eine frühere Stauung des Bachs hin - in die Blies).

Am nordwestlichen Rand des St. Wendeler Bannes liegt das Hofgut "Göckelmühle". Es hat seinen Namen von einer Getreidemühle, die über einen Mühlenteich aus der Blies gespeist und um 1795 errichtet wurde.

Dort verließen wir den Radweg und kamen nach Baltersweiler, von wo aus es weiter ging in Richtung Furschweiler (erst kommt ein kleiner, fieser Anstieg, der auf den Höhenzug führt, der das Breitbachtal bei Furschweiler vom Tod-Bachtal Richtung Hofeld-Mauschbach trennt, dann ging's wieder runter ins besagte Breitbachtal.

Wir überquerten den Breitbach zum zweiten Mal und erklommen den nächsten Höhenzug (von dem es ja im Sankt Wendeler Land so einige gibt...) in Richtung Roschberg.

Danach ging's über die Roschberger Straße wieder runter in Richtung Baltersweiler, von wo aus wir einen Weg befuhren, den Mark und ich bisher noch nicht kannten: parallel zur Bahnlinie in Richtung Urweiler. Es war ein wenig matschig, aber in Urweiler hatten wir wieder Asphalt unter den Reifen.

Den ursprünglichen Plan, noch den Bosenberg zu erklimmen und dann übers Ostertal heimzufahren, verwarfen wir: Zu kalt, zu nass. Stattdessen ging's über den Wurzelbach nach Oberlinxweiler (wenigstens noch ein paar Höhenmeter kamen so aufs Konto) und dann über Niederlinxweiler und Ottweiler bliesabwärts heim.

Wieder ein bisschen was gelernt und über sechs "neue" Kilometer gesammelt, die ich bisher noch nie gefahren war. Aber ich war dann doch froh, als ich das Rad sauber, die Klamotten in der Waschmaschine und mich selbst unter der Dusche hatte...









Samstag, 19. Januar 2019

Mit dem Doc rund um den kalten Weiselberg - Rennradpremiere 2019


Jahrespremiere bei extremen Bedingungen


Extrem kalt, extrem sonnig, extrem schön!


Heute hatte ich mich mit Mark verabredet, um - durch den Druck der notwendigen und erwarteten Verlässlichkeit - keine Ausrede zu haben, nicht radzufahren.

Dick eingepackt bei -4 °C
Fast vier (!) Monate ist es her, seit ich das letzte Mal auf dem Rennrad saß - so eine lange Pause hatte ich wahrscheinlich noch nie gemacht, seit ich Rad fahre. Auch wenn ich zwischendurch mit anderen Rädern unterwegs war (das aber auch nur zweimal) - solch einen "Bike-Sabbat" möchte ich so schnell nicht mehr haben.

Ich brauchte aber, nachdem der Prozeß der winterfesten Bekleidung nach knapp einer halben Stunde abgeschlossen war, nur aufs Rad zu hüpfen, und es fühlte sich an, als sei ich nie weg gewesen!

Auf ging's nach Wiebelskirchen, wo Mark schon wartete, und wir entschlossen uns spontan, die Oster hinaufzufahren, einmal um den Weiselberg herum, und dann wieder über Sankt Wendel heim - knapp 70 km.

Mark hatte gestern abend noch eine Stunde Vollgas auf dem Heimtrainer gegeben und war daher ein wenig platt, ich war einfach nur so platt, und so ließen wir es ruhig angehen.

Spätestens hinter Fürth jedoch waren wir ordentlich warmgefahren und kamen, insbesondere in Anbetracht der Kälte, gut voran. Es machte auch wahnsinnig Spaß!

Mark am Ende des Anstiegs aus Asweiler zur L133
Vor allem in der Sonne war das Fahren überhaupt nicht unangenehm, und je länger wir fuhren, umso besser gewöhnten wir uns an die Bedingungen.

Die Anstiege zogen uns trotzdem den Zahn - besonders der längste aus Oberkirchen raus in Richtung Freisen, wo es auf knapp 4 km von 340 auf 500 m über N.N. hochgeht.

Danach folgte eine längere Abfahrt durchs Freisbachtal nach Asweiler und dann ging's wieder hoch, einen meiner liebsten Wege durchs Tal des Hofbachs hoch nach Reitscheid.

Der Anstieg ist - bis zum Ortseingang Reitscheid - 2,7 km lang, überwindet 60 hm und ist bei bester Asphaltdecke meist autofrei. Tolles Panorama auch hier mit schönem Blick auf den mäandernden Bach.

Der Rest war eine schöne Abfolge an wunderschönen Panoramablicken, über Roschberg, Grügelborn, das Wiebelsbachtal und runter über Urweiler nach Sankt Wendel.

Nach knapp drei Stunden war ich wieder zuhause
Dann ging's die Blies hinab über Ober- und Niederlinxweiler, Ottweiler und Wiebelskirchen heim.

Trotz im Schnitt 0,8° C fühlte ich mich überhaupt nicht durchgefroren. Ich hätte durchaus noch weiterfahren können, aber irgendwann ist ja auch mal gut.

Das hat extrem viel Spaß gemacht! Danke, Mark, für die Begleitung!

Sonntag, 29. Juli 2018

#granfondo_2018_12 Saarschleife-Marathon


Fundamentbau für das Saarlandschwein


Der zwölfte "Hunderter" der Saison ging durch den Hochwald und über Mettlach nach Saarlouis


Radfahren bei Tagesanbruch ist einfach herrlich:
Kurz hinter Ottweiler und knapp vor Niederlinxweiler
"Der frühe Vogel fängt den Wurm!" - oder so ähnlich. Bereits um Viertel nach fünf am Morgen (es war noch leicht duster und ich daher auch ordentlich belampt) brach ich auf, um mit einem "halben, kleinen" Saarlandschwein (so ähnlich sieht zumindest die GPS-Aufzeichnung aus) die Trainingsgrundlage für die große Fahrt am 15.08. zu legen.


Die Route nach Mettlach, wo ich mir den Saarschleifen-Marathon ansehen wollte, ging immer an der Blies entlang durch Wiebelskirchen, Ottweiler, Sankt Wendel und auf dem Wendelinus-Radweg bis Oberthal, dann ab dort über die L134 vorbei an der Quelle der Blies und im folgenden über Selbach hinunter ins Primstal.

Über Primstal, Lockweiler und Wadern fuhr ich dann nach Weiskirchen, wo ich auf einen Teil der Route traf, die auch beim Saarlandschwein zu bezwingen ist - allerdings in entgegengesetzter Richtung: Rappweiler, Zwalbach, Waldhölzbach und Scheiden bedeuten hier einen langen, gleichmäßigen Anstieg vorbei an der "Schönen Aussicht", einem der tollsten Panoramaaussichten im ganzen Saarland.
"Schöne Aussicht" zwischen Waldhölzbach und Scheiden

Über Bergen und Britten ging's dann in Richtung Saartal. Ich hatte schon vorher gemerkt, dass mein Garmin-Akku zur Neige ging (ich hatte zwar ein Accupack, aber das Kabel vergessen), und schrieb einfach mal an meinen Freund Boris Odendahl, von dem ich weiß, dass er um diese Tages- und Uhrzeit des öfteren die "Jagdgründe", in denen ich mich eben befang, bestreift.

Glück gehabt! Boris hatte ein Ladekabel, wollte sowieso fahren und verabredete sich mit mir im Tal des Merziger Kammerforsts. Dort, wo wir uns dann trafen, stand übrigens bis 2014 die "Biereiche", eine der ältesten Bäume des Saarlandes, zu deren Ehren es auch heute noch ein jährliches Fest gibt!

So ausgerüstet und nun auch zu zweit machte die Weiterfahrt Spaß! Boris und ich pedalierten durch Mettlach, fuhren über die Saar und folgten weiter dem "umgekehrten Saarlandschweinpfad" durch Keuchingen und dann die L176 hoch in Richtung Orscholz, was für mich dann ja auch das vorläufige Etappenziel war. Während ich abbog, fuhr Boris weiter, er wollte auch noch ein paar Kilometer einsammeln.

v.l.n.r.: Heiko Maas, Kim Ames,
Daniel Kiefer, ich und Sabine Spitz
Am Eingang des Geländes traf ich einen alten Freund: Heiko Maas, MdB, Bundesaußenminister, ehemals Landesvorsitzender der Saar-SPD und seit gemeinsamen Juso-Tagen im SPD-Unterbezirk Saarlouis einer jener, mit denen ich in der SPD großgeworden bin, ist ja bekanntermassen auch ein großer Radsportfreund. Er wollte sich die Veranstaltung ebenfalls ansehen.

Wir verbrachten einige schöne Stunden gemeinsam am Cloef-Atrium, ich traf fort u.a. auch auf Sabine Spitz, die MTB-Olympiasiegerin, Daniel Kiefer, meinen Kollegen aus Mettlach, und Kim Ames, einer der jungen Hoffnungsträgerinnen des saarländischen Radsports. Die top organisierte Veranstaltung war ein echtes Ereignis!

Danach machte ich mich auf nach Saarlouis: Ein Krankenbesuch, zu dem meine Familie mit dem Auto anreiste, war eine willkommene Gelegenheit, mein Rad zu verstauen und hinterher "pedalfrei" nach Hause zu kommen. Über Nohn und Dreisbach fuhr ich zunächst bergab und dann für den rest der Runde zur Abwechselung mal schön flach die Saar hinauf.


So war ich, obwohl ich richtig viel erlebt hatte, schon am frühen Nachmittag gerüstet und bereit für einige Termine, wie man sie als Bürgermeister Sonntags eben so macht, u.a. das Rasenplatzfest des SSV Wellesweiler. Ein schöner Tag!



Dienstag, 3. Oktober 2017

#granfondo_2017_19 Hahnweilerrunde

Nach Hahnweiler und zurück


Erster "Hunderter" seit einem Monat




Heute am Tag der deutschen Einheit machte das absolute Kaiserwetter schon frühmorgens Lust auf Radfahren. Ich hatte aber noch Termine am Vormittag - es stand u.a. die Einsegnung des neuen Rasenplatzes beim SC Ludwigsthal auf dem Kalender -  so kam ich erst gegen 13 Uhr zum Radfahren.

Kurz vor Furschweiler

Ich fuhr los in Richtung Sankt Wendeler Land, wie so oft schon dieses Jahr. Durch die Stadt ging's noch gemütlich, aber am Gudesberg auf der Kelsweilerstraße hoch auf die L132 packte ich mal den Hammer aus und fuhr auf KOM - zu meinem baffen Erstaunen gelang mir die Einstellung der Bestzeit (1:22 für die ca. 500m mit 7%, entspricht 22,2 km/h mit fast 500 Watt). Also hatte das Training der letzten Wochen schon was gebracht!

Relativ gemütlich ging's nun über Baltersweiler und vorbei an Hofeld-Mauschbach nach Furschweiler. Von dort dann über die L133 hoch in Richtung Reitscheid, oben am Ort vorbei und über den "Col de Füsselberg" über den höchsten Punkt der Runde runter nach Freisen.

Pause bei Hahnweiler
Nun folgte ich - zum ersten Mal - der L135 den Freisbach runter, bis es dann rechts in den Wald hinein ging. Der Anstieg nach Hahnweiler ist stramm - ein Kilometer mit 8% im Schnitt. Kurz nach dem Ende des ersten Anstiegs hatte ich das Saarland bereits verlassen und fuhr in Richtung des Ortes, dann gleich links weiter zum höchsten Punkt - und damit wieder auf die Landesgrenze.

Oben machte ich erstmal Pause, aß und trank was und genoß das herrliche Wetter, ehe ich runter nach Wolfersweiler - hier traf ich wieder auf den Freisbach - und im Ort dann entlang der Brückenruine (einst sollte hier die Ortsumgehung Wolfersweiler gebaut werden, als jedoch eine Teilstrecke zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, war die Fortführung der Straßenbauarbeiten nicht mehr möglich - die Brücke stand da aber schon und so steht sie auch heute noch ungenutzt in der Landschaft herum) auf in Richtung Walhausen, Steinberg-Deckenhardt und Güdesweiler.

"Halali" zwischen Oberthal und Bliesen
50 km hatte ich nun schon, es rollte gut, die Sonne schien - was will man mehr? Bei Oberthal mußte ich kurz halten und einer Jagdgesellschaft, die die Straße kreuzte, den Vortritt lassen - das war schon interessant.

Dann ging's über Bliesen, Winterbach und die Römerstraße über die Rheinstraße und Habenichts zurück in Richtung des Landkreises Neunkirchen.

Ich wollte die 100 km schon vollmachen, also fuhr ich in Stennweiler erstmal Richtung Wemmetsweiler und von dort nach Merchweiler und über die Erkershöhe nach Bildstock und dann nach Elversberg und Spiesen, nur anstatt nach Hause ging's dann über den Franzosenweg und die Kirkeler Straße noch in Richtung Furpach.

Mächtig was los war in Ludwigsthal beim SCL
Denn in Ludwigsthal war der Fußballtag nach meinem Besuch am Vormittag noch weitergegangen, und ich schaute mir mit mehreren hundert anderen Fußballbegeisterten den Rest des Spiels der Auswahl Furpach/Kohlhof/Ludwigsthal gegen Borussia Neunkirchen an.

Danach ging's über zurück an die Blies und über Wellesweiler ab in Richtung City und nach Hause.

Nach einem Monat war der 19. Granfondo für dieses Jahr dann endlich im Kasten...

Dienstag, 4. Juli 2017

Abendrunde WND mit einer Prise Illtal



Nach Feierabend Höhenmeter gesammelt


Ausflug ins Sankt Wendeler Land


Heute wollte ich die Jahreszeit (noch nah an der Sommersonnenwende) mit den langen Tagen mal ausnutzen, um zum ersten Mal seit längerer Zeit - eigentlich das erste Mal für 2017) das Sankt Wendeler Land zu erkunden. Obwohl "erkunden" eigentlich nicht passt, denn neue Streckenteile waren eigentlich nicht dabei. Da gehen mir auch langsam die Optionen aus.

Blick vom Hungerberg ins obere Ostertal
Los ging's in Richtung Ostertal und gleich mal in den Anstieg nach Steinbach - auf dem entsprechenden Strava-Segment trat ich auf den 1,2 km 400 Watt im Schnitt, in der Spitze 700. Danach war ich so richtig warm. 

Über Steinbach und entlang der B420 ging's nach Dörrenbach und dort über den Radweg hoch zur Sankt Wendeler Marienhausklinik - rechts am Hungerberg vorbei und dann über den Billenborner Hof. Ich fuhr danach runter in die Stadt bis zum Sportzentrum und dann den Kniebrecher hoch. 500m bei durchschnittlich 11% fordern einen auch dort - so sehr, dass ich oben eine kurze Pause einlegte, auch, um die wunderbare Aussicht zu genießen.

Leider vergaß ich dabei, meinen Garmin wieder einzuschalten, so dass mir der Weg vorbei am Wendelinushof bis hinunter ins Tiefenbachtal in der Aufzeichnung fehlt.

In Sinnerthal ging die Sonne schon fast unter
Aus dem Tiefenbachtal hinaus nahm ich bekannte, aber abseits der Hauptstraßen liegende Feldwege rund um Schleifstein und Bosenberg, schließlich kam ich oberhalb von Leitersweiler auf etwas über 450m über N.N. an den höchsten Punkt der Strecke, wo ich einem Reh begegnete, das urplötzlich, nachdem ich eine Kurve umfahren hatte, keine zehn Meter vor mir stand. Ich bremste, wir sahen uns einige Sekunden an, ich wollte laaaaangsam meine Kamera zücken, aber da war es auch schon weg. Trotzdem - ich liebe diese magischen Momente, die man nur beim Radfahren so erleben kann.

Über Urweiler ging's dann in die Stadt hinein und wieder hinaus (das dauert bei Sankt Wendel ja nicht lange), in Oberlinxweiler entschloss ich mich dann aber doch, meine Runde noch ein wenig zu verlängern. Anstatt durchs Bliestal heimzufahren, blieb ich auf der rechten Bliesseite und fuhr durchs Tal des Niederlinxweiler Sulzbaches, der alle Bäche aus Remmesweiler und Mainzweiler zur Blies führt, durch eben diese beiden Dörfer, ehe ich für wenige Meter die Wasserscheide zur Ill überschritt, nur um kurz danach in Stennweiler wieder "Blies-Boden" zu betreten.

Von dort ging's nach Hause, allerdings nicht ohne bei meinem Ortsvorsteher Volker Fröhlich in der Schlawwerie noch kurz "einzukehren" - danke übrigens für die Erfrischung!




Montag, 26. Dezember 2016

Schwiegermamaweihnachten in der Eifel #festive500 #stage2 #44%




Ich bin schon weiter gefahren als heute, steiler, und auch schneller. Aber soviel kämpfen wie heute, um das Ziel auch zu erreichen, musste ich noch nie. Die Eifel lehrt Dich Demut!

Selfie vorm Start. Dunkel war's, der Mond schien... gar nicht
Um um 12 Uhr anzukommen, wenn sich die ganze Familie meiner Frau bei meiner Schwiegermutter in Schönecken zum Weihnachtsessen treffen sollte, musste ich nach meiner Planung um 6 Uhr losfahren. Das war mir ein bißchen zu früh, der Kompromiss war Start um 6:30 Uhr und das Zugeständnis einer halben Stunde Verspätung. Schließlich lagen 158 Kilometer vor mir! Mit einem Schnitt von 25-26 km/h sollte das einigermaßen zu schaffen sein, dachte ich mir.

Um 5:45 Uhr klingelte der Wecker, und der erste Blick aus dem Fenster ließ meine Stimmung gleich mal sinken: Feiner, fieser Nieselregen, der es bei selbst bester und wärmster Fahrradbekleidung besonders gut schafft, in die kleinsten Ritzen zu kriechen und Dich so richtig zu durchnässen.

Schloss Dagstuhl bei Wadern
Egal, ich hatte mir was vorgenommen, und zumindest versuchen wollte ich es auch. Zum einen musste nach der Trödelei der ersten beiden Tage die Kilometerfresserei für die Rapha Festive 500 ja irgendwann mal losgehen, zum anderen wußte ich, dass die Familie ja irgendwann mit dem Auto aufbrechen würde: Sollte ich es aus welchem Grund auch immer nicht schaffen, so müssten sie mich eben auflesen.

Ich frühstückte reichlich und machte mich auf den Weg. Schon die ersten 500 Meter zeigten mir, was mich erwarten sollte. Regen, Regen, Regen. Aber wenigstens war's einigermaßen windstill.

Heddert am Ortseingang - 516m über N.N., der höchste Punkt
Erstmal ging's los in Richtung Sankt Wendel. Es war stockduster, aber die Cateye-Lampe, die ich mir am Tag zuvor erst bei Fahrrad Schweitzer gekauft hatte, reichte, um genug zu sehen - und vor allem, um gesehen zu werden. Ich sparte bewußt Kraft und fuhr sehr ökonomisch, weil ich wußte, was noch alles vor mir lag.

So ging's über Wiebelskirchen, Ottweiler und Nieder- und Oberlinxweiler nach Sankt Wendel. Vorbei an Flash, ALDI und schon war ich auf dem Wendelinus-Radweg. Die Lampe reichte auf dem ansonsten unbeleuchteten Weg gerade so aus, ich kam gut voran. Alle 45 Minuten ass ich einen Riegel, und ich trank auch ausreichend meine Dextro-Energy-Mixgetränke.

Die Kyllmündung in die Mosel bei Trier-Ehrang
Erst ausgangs Gronig, kurz vor acht Uhr, zeigte sich so etwas wie eine Dämmerung. Von Minute zu Minute wurde es wenigstens ein wenig heller, wenn auch der Regen nicht nachließ.

Ich passierte die Bliesquelle und durchfuhr Selbach nahe der Quelle der Nahe und fuhr in die lange Abfahrt die Selbachstraße runter ins Imsbach- und dann ins Primstal. Nun war es zumindest so hell, dass man auch ohne Lampe gut sehen konnte. Ich schaltete die Cateye eine Stärke runter, so dass die Lampe ihrer Signalfunktion genügte, um mich für entgegenkommende Autos besser sichtbar zu machen.

Hoch ging's aus dem Primstal, vorbei an Schloß Dagstuhl. Ich war jetzt fast zwei Stunden unterwegs und hatte fast 50 km auf dem Tacho. Bis Wadrill rollte es noch recht gut, aber dann begann ein fast neun Kilometer langer Anstieg, nur unterbrochen von einer kurzen Zwischenabfahrt aus Grimburg ins obere Wadrillbachtal. Zwischendurch, um 8:50 Uhr, verließ ich hinter Wadrill und vor Grimburg das Saarland.

Hinter Auw an der Kyll - 10 °C, trockener Untergrund.
Von da wurde es nicht mehr besser, sondern das Gegenteil.
In Kell am See wollte ich ein paar Kilometer sparen und statt der langen, aber gleichmäßigen Abfahrt entlang der Ruwer (20,6 km) über Schillingen, Heddert und Hinzenburg (11,2 km, aber einige Anstiege) nach Pluwigerhammer. Ein Hindernis gab's: Der Nebenbach der Ruwer, die Rauruwer, wird derzeit mit einer neuen Brücke überbaut, weshalb man nach Heddert besser in Richtung Lampaden zurückfährt und im Ruwertal auf den Radweg springt. Ich aber, unwissend, quälte mich durch die Baustelle, was mir dreckige Schuhe und fünf Minuten Zeitverlust bescherte.

Das Gute: Es hörte auf zu regnen und wurde von Minute zu Minute heller und wärmer! Ich schöpfte neuen Mut, kam gut das Ruwertal runter, überquerte die Mosel bei Ehrang und fuhr die Kyll hoch, dabei sah ich zufrieden die 100-km-Marke fallen. Nach vier Stunden Netto-Fahrzeit hatte ich 104 km hinter mir, also ein 26er-Schnitt, den ich bis zum Bahnhof Speicher fast halten konnte, wobei ich die Fahrt nur für ganz kurze Esspausen unterbrach und einige Fotos machte.

Die Mühle hatte auch mal Pause...
Die nassen Winterhandschuhe hatte ich mittlerweile gegen dünne, aber trockene Stoffhandschuhe getauscht und war guten Mutes, vor allem da die Kleider langsam begannen abzutrocknen. In Hüttingen an der Kyll hielt mich ein schleichender Platter auf, dessen Beseitigung mich nochmal zehn Minuten kostete.

Schlimmer: Das Wetter wurde wieder schlechter. Hoch nach Bitburg begann wieder Nieselregen zu fallen, und die Temperatur sank merklich. Kurz davor in Auw an der Kyll hatte es noch zehn Grad Celsius, jetzt waren es nur noch sieben.

Und auf der Abfahrt ins Nimstal, auf das ich mich eigentlich total gefreut hatte, weil es dort immer gut rollt, wurde es noch schlimmer: Es wurde kälter und kälter, der Regen fiel mittlerweile intensiv und dauerhaft, und das Schlimmste: Es gab heftigen Gegenwind, genau von Norden, wohin ich fuhr.

So kann man nasse Handschuhe auch verstauen...
Die dünnen Handschuhe waren jetzt keine echte Hilfe mehr, ich hatte wegen immer klammerer Finger schon Probleme beim Schalten, das Thermometer zeigte erst fünf, dann vier, schließlich drei, am Ende sogar nur noch zwei Grad! Mein Akku war echt alle, ich brachte überhaupt keinen Druck mehr auf die Kurbel und quälte mich mehr schlecht als recht in Richtung Schönecken. Klitschnass, total durchgefroren und wie ein Häufchen Elend saß ich auf dem Rad.

Als ich schließlich in Schweisthal die letzte kleine Kuppe hochgefahren war und den Ort sah, freute ich mich wie selten zuvor!

Die letzten 21 Kilometer brachte ich fast 40 Watt weniger Leistung auf die Kurbel als auf den 136 vorher. Das sagt eigentlich alles aus.

Am Ende standen 6:15h reine Fahrzeit (brutto 6:40h), ein 25,3er Schnitt und mein bis dato längster Festive-500-Ritt. Bei Schwiegermama in der Eifel gab's danach genug zu essen, um die leeren Speicher wieder aufzufüllen. Auch wenn ich statt um 12 erst um 13.15 Uhr am Tisch saß - das reichte noch. "Um 12 werd gess" - diese Regel gilt wohl nur in der Heimat...

Abends nach dem Heimkommen war erstmal eine Stunde Radpflege angesagt. Nicht nur der Matsch des Rauruwertals klebte in allen Ritzen, sondern auch jede Menge anderer Dreck. Aber jetzt ist das graue Ross wieder sauber, geölt und bereit für neue Taten - bei hoffentlich besserem Wetter bis Silvester!

Sonntag, 2. Mai 2010

Sankt Wendel, 02.05.2010 - Mein zweiter Marathon

 „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!“
Colonel John Smith (Hannibal), The A-Team
  
Heute stand mein zweiter Marathon an, und ich hatte mir keinen leichten, dafür einen lokalen ausgesucht: In St. Wendel wollte ich nach meiner ursprünglichen Saisonplanung knapp unter 3:15 ankommen, um dann in Berlin im September die 3:10 anzugreifen – es kam anders, besser, doch dazu später mehr. 
Bevor ich zum Marathon selbst komme, erst einmal etwas Grundsätzliches: Ich bin der Meinung, daß fast JEDER, der Spaß am Laufen hat und locker laufend 10-15 km ohne Schmerzen schafft, einen Marathon schaffen kann. Auf die Vorbereitung kommt es an, und dazu braucht man einen Plan. Trainingspläne gibt’s wie Sand am Meer, sehr gern genommen wird Herbert Steffny, aber ich schwöre – fast schon einen Eid – auf die Trainingspläne von JK Running, bei meinen beiden ersten Marathons habe ich die Umsonst-Version auf www.achim-achilles.de gewählt, aber ich bin so begeistert, daß die Leistungen des Unternehmens mir beim nächsten Mal auch Geld wert sind (hallo, Berlin!). Ein Trainingsplan bedeutet, man trainiert ca. fünfmal die Woche, meist ca. eine Stunde, an den Wochenenden mit den langen Läufen sogar bis zu drei.
Ich werde oft gefragt, ob man im Amt des Bürgermeisters, wo man eben keinen geregelten Acht-Stunden-Tag hat, sondern oft bis lang in den Abend beschäftigt ist, und meist auch am Wochenende viele Termine wahrnimmt, überhaupt noch “die Zeit” für Laufen und Radfahren hat. Meine Antwort: Ich habe keine Zeit – ich mach sie mir. Statt in der Mittagspause ins Restaurant zu gehen oder abends auf der Couch zu liegen, laufe ich eben lieber – oder fahre Rad.
Laufen ist für mich eine Art, abzuschalten. Beim Laufen kann man sehr gut loslassen und zur selben Zeit auch neue Ideen entwickeln, auf die man im hektischen Alltag gar nicht käme. Und laufen kann man auch mal eine Stunde in der Mittagspause, kein Problem. Die langen Läufe in der Marathonvorbereitung mache ich Sonntagsmorgens, oft auch ganz früh, so von fünf bis acht, dann leidet auch das Familienleben nicht.
Radfahren kann ich gut morgens vor dem Dienst machen, bzw. auf dem Weg nach Hause, zur Zeit wohne ich noch nicht in Neunkirchen, da bietet sich die 28-km-Distanz mit einer Stunde gut zum Training an. Das geht aber halt nur im Sommer gut, wenn’s morgens früh und abends lange hell ist.
Außerdem wohnt ein gesunder Geist gern in einem gesunden Körper, das wußten schon die alten Griechen. Ich glaube auch, daß Lauf- und Radsport einen sehr guten Ausgleich für unser Arbeitsleben am Schreibtisch bieten.
Als hauptamtlicher Kommunalpolitiker suche ich nicht nur die Herausforderung im Amt, sondern als Ausgleich auch die Herausforderung im Sport. Außerdem hat man Vorbildfunktion, auch und gerade für Jugendliche. Setz Dir Ziele, arbeite dafür, erreiche sie, freu Dich drüber, und dann setz Dir neue, höhere. Ist doch ganz einfach, oder?

 Mein zweiter Marathon
Nun aber zu St. Wendel. Der Plan von JK Running zum Erreichen einer 3:15er-Zeit begann am 08.02.2010 – also knapp drei Monate Vorbereitung, und es war Winter in Deutschland – die ersten Wochen machten nicht wirklich Spaß. Die Tartanbahn im Wagwiesental Neunkirchen, wo ich meine Intervalle lief, war oft und lange zugeschneit bzw. vereist und im Wald sah es nicht besser aus. Rundes Laufen war da oft unmöglich, trotzdem biss ich mich durch. Schon bald merkte ich, daß ich die Vorgaben locker schaffte, und schraubte ein bisschen herum: 5:00 statt 5:20 auf dem km bei “ruhigem Tempo”, 8:00 statt 8:20-8:40 bei 2000m auf der Bahn. Das ging, weil ich diese Zeiten brachte, ohne mich pulsmäßig in Gegenden zu katapultieren, die im Bereich “angenehm forderndes Tempo” liegen. Ein Training brach ich ab, an dem Tag war mir nicht gut, einmal ersetze ich (am Karfreitag) 12 km Laufen durch 81km Radfahren, einmal einen langen Sonntagslauf durch einen 10-km-Wettkampf und einmal durch einen Halbmarathon. Ansonsten hielt ich mich exakt an die Vorgaben. Das hatte mir schon in Frankfurt Glück gebracht, wo ich laut Plan 3:30 schaffen sollte und 3:29:59 lief.
Kurz nach dem Start (Foto: Energis)
In St. Wendel (hier die Strecke) waren natürlich nicht so viele Läufer am Start, insgesamt über 250 Marathonis und 100 Staffeln, in der zweiten Runde sollten aber ca. 2.000 Halbmarathonis dazukommen. Auch dazu - später mehr…
So war für alle gut Platz, und das Rennen ging gut los. In mir war in den letzten Tagen die Erkenntnis gereift, daß ich die 3:10 (die ersehnte Quali-Norm für den NYC-Marathon) würde schaffen können, also wollte ich es schon heute und nicht erst in Berlin probieren. Das bedeutete: 4:30 min/km. Prima liefs auf den ersten Kilometern:

km    Zeit          Runde      HF   Max   Ø   Min  min/km

1    0:04:16,0    0:04:16,0    151  157  150  121   4:16
2    0:08:26,2    0:04:10,2    157  157  154  151   4:10
3    0:12:52,4    0:04:26,2    152  160  154  151   4:26
4    0:17:11,7    0:04:19,3    157  159  154  145   4:19
5    0:21:38,7    0:04:27,0    150  157  153  144   4:27
Nach 5 km also schon 52 sec. unter der “Norm”, so konnte es weitergehen. Wir waren mittlerweile “draußen” auf der B41, aber von Langeweile keine Spur. Alle paar 100 Meter spielte eine Band, und ich hatte eine gute Gruppe mit 3 Marathonis und 2 Staffelhasen.
km    Zeit          Runde      HF   Max   Ø   Min  min/km

6    0:25:57,8    0:04:19,1    155  155  153  150   4:19
7    0:30:25,7    0:04:27,9    154  157  153  149   4:27
8    0:34:53,9    0:04:28,2    151  156  151  148   4:28
9    0:39:30,0    0:04:36,1    150  154  151  146   4:36
10   0:43:59,9    0:04:29,9    155  157  153  148   4:29

Super! Wieder 11 sec. “abgeschält”, Puls bei 152 im Schnitt, nur knapp oberhalb meiner aerob/anaeroben Schwelle. Das Rennen lief ruhig und gut, wir kamen zur Wendemarke, jetzt ging es nach ca. 20 Höhenmetern “Ablauf” wieder hoch.
km    Zeit          Runde      HF   Max   Ø   Min  min/km

11    0:48:35,4    0:04:35,5   151  156  152  148   4:35
12    0:53:07,7    0:04:32,3   149  156  151  148   4:32
13    0:57:33,6    0:04:25,9   152  154  152  149   4:25
14    1:02:07,9    0:04:34,3   152  155  153  149   4:34
15    1:06:46,4    0:04:38,5   156  161  155  147   4:38

Man merkt es an den Zeiten. Sie wurden etwas schlechter, 14 sec. auf die Norm eingebüsst, aber immer noch 49 sec. drunter. Der Puls ging leicht hoch, aber im Schnitt nie über 155, und ich fühlte mich sehr gut. Wir waren jetzt wieder im Stadtgebiet, am Bahnhof vorbei, viele Menschen waren da und jubelten, und das Wetter war super. Es hingen zwar dicke Wolken über St. Wendel, aber es regnete nicht – noch nicht. Und bei 18°C lief es sich spitze. Leider wurde im Stadtgebiet die Strecke wieder etwas “profiliert” – vor allem jetzt, auf dem Weg zur Wendemarke in Urweiler…

km    Zeit          Runde      HF   Max   Ø   Min  min/km

16    1:11:12,8    0:04:26,4   151  159  154  149   4:26
17    1:16:03,8    0:04:51,0   158  162  154  149   4:51
18    1:20:39,2    0:04:35,4   156  161  156  152   4:35
19    1:25:02,3    0:04:23,1   152  159  156  151   4:23
20    1:29:11,0    0:04:08,7   157  160  156  150   4:08

Erfrischung in Niederlinxweiler...  (Foto: Energis)
Man sieht es an den Rundenzeiten – die Wendemarke liegt am höchsten Punkt der Strecke, ungefähr bei km 18. Der “Urweiler Hammer” hat es in sich. Aber ich kam ganz gut durch. Schön war, daß ich einen Fan aus dem Neunkircher Stadtrat hatte: Siggi Schmitt (FDP) grüßte mich herzlich, und ich grüßte zurück. Das baute echt auf. Er blieb auch bis in die zweite Runde – Klasse und Danke! Von meiner Gruppe hatte ich mich dort dann auch verabschiedet und lief jetzt eine Zeit lang allein, dann mit Elmar Zimmer aus Gladbach. Ich lag 56 sec. unter meiner Norm von 3:10. Wir beide hätten ein gutes Paar abgegeben für die zweite Hälfte, aber dann kam die “Wand”.
“Wand” heißt in diesem Fall die Halbmarathon-Läufer. Die starteten um 11.00 Uhr, kurz bevor wir wieder an Start und Ziel in der Mommstraße waren. 2.000 an der Zahl, viele ja schneller als wir, aber die meisten eben nicht. So musste ich mich durch das Feld “pflügen”, vor allem in der engen Werkstraße, was sehr schwierig, ärgerlich und kraftraubend war. Ständige Tempowechsel, Lücken erspähen und reinstoßen, Umwege laufen, auch mal jemanden rempeln. Besonders blöd, da gerade hinten im Halbmarathonfeld ja niemand mit Überholern rechnet und die Leute auch oft entsprechend unvorbereitet waren, auch schon mal schimpften oder schlimmer.  Erst ab km 24 wurde die Situation wieder besser, als wir, wieder auf der B41, alle Platz hatten. Schade! Der einzige Wermutstropfen eines ansonsten perfekten Laufevents. Ich habe nachher auch mit dem Bürgermeisterkollegen Klaus Bouillon drüber gesprochen. Ich muss bei aller Kritik an dieser einen organisatorischen Neuerung (man hatte nach Bitten vieler Läufer den Ablauf etwas verändert, aber das ist ein klassischer Fall für das Bonmot: “Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint!”) sagen, daß die gesamte Veranstaltung ein Spitzenevent ist und ohne “de Klaus” so nicht möglich wäre. Uns eint bei aller politischen “Andersgläubigkeit” die Liebe zum Sport, und ihm macht nicht nur beim Lauf, sondern auch in Sachen Radveranstaltungen in St. Wendel seit Jahren keiner etwas vor.
Zeit für den Fotograf ist immer... (Foto: Energis)
Diese “Sonderanstrengung” (man sieht es auch an meinen Pulswerten bei km 22-24, mit 168 als Höchstwert im ganzen Rennen, weniger an der direkten Zeit) kostete mich nach vorsichtiger Einschätzung sicher zwei Minuten in der Endzeit. Aber egal, es ging ja irgendwie. Aufgebaut haben mich die guten Wünsche des Wiebelskircher Abgesandten Kurt Rein – Danke! Und übrigens: Kein Vorwurf an die “langsameren” Halbmarathonis, die ja auch nur ihr Rennen laufen wollten. Sollte ich während dieser Phase jemanden, der das liest, zu rüde gedrängt oder gar angeschnauzt haben, so entschuldige ich mich hiermit. Aber manchmal krieg ich die Krise, wenn Läufer vor einem auch auf die fünfte Bitte “Etwas Platz bitte, ich will vorbei” wegen Megabeschallung aus dem iPod (und das trotz zig Bands an der Strecke) nicht in der Lage sind, einen zu hören. Ein mir bekannter Läufer, der unter 3:00 bleiben wollte und bestens dabei war, hat deshalb sein Ziel verfehlt. Schade.
km    Zeit          Runde      HF   Max   Ø   Min  min/km

21    1:33:31,5    0:04:20,5   157  159  155  153   4:20
22    1:38:07,2    0:04:35,7   157  160  156  152   4:35
23    1:42:25,1    0:04:17,9   165  166  161  152   4:17
24    1:46:45,0    0:04:19,9   164  168  162  153   4:19
25    1:51:10,3    0:04:25,3   160  164  159  154   4:25
Die Versorgung war klasse! (Foto: Energis)
Ab km 25 (ich lag mittlerweile 1:30 unter Norm, hatte also etwas Luft) war wieder alles im Lot. Der Puls pendelte nun zwar um die 157 (was auch am Ende mein Durchschnittswert für das gesamte Rennen war), aber ich hatte ja auch schon ca 2/3 des Marathons geschafft. Wie ein Uhrwerk zog ich meine Bahn, auf 5 km gerade einmal 2 sec. Abweichung. Auf der Strecke sah ich bei km 26, beim Ablauf in Richtung Niederlinxweiler, meinen Freund Frank Sehn auf der Gegenbahn in Richtung St. Wendel, der den Halbmarathon lief und Dritter war – super! Den Platz behielt er auch bis zum Ende, Spitzenleistung. Ich überholte nun vor allem viele Halbmarathonis, aber auch Marathonis, die sich übernommen hatten und nun den bitteren Preis bezahlten. Ich sah dann auch auf der Gegenbahn den Kollegen Christoph Wahl, der den Halbmarathon in respektablen 1:35:27 finishte – Glückwunsch! Puls die ganze Zeit schön auf einem 157er-Schnitt, so konnte es weitergehen. Es hatte zu regnen begonnen, aber das störte nicht – im Gegenteil. Ich hatte aber scheinbar Glück – an der Wende in Niederlinxweiler muss es kurz, nachdem ich dort war, sogar gehagelt haben…
km    Zeit          Runde      HF   Max   Ø   Min  min/km

26    1:55:43,5    0:04:33,2   156  161  157  153   4:33
27    2:00:13,7    0:04:30,2   158  163  157  153   4:30
28    2:04:40,9    0:04:27,2   156  160  157  152   4:27
29    2:09:10,9    0:04:30,0   156  161  157  146   4:30
30    2:13:43,5    0:04:32,6   156  162  157  150   4:32
Weiter gings zurück Richtung St. Wendel. Mein Puls stieg wieder leicht an, es ging ja auch bergan. Aber ich fühlte mich immer noch gut. Ein kleines Loch bei km 32, aber dann zog ich wieder etwas an, und gut war. Wieder uhrwerksgleich sogar noch 1 sec. rausgeholt. Nun 1:29 unter der Norm – das sah gut aus für die 3:10, und die Gewissheit beflügelte.
km    Zeit          Runde      HF   Max   Ø   Min  min/km

31    2:18:15,0    0:04:31,5   161  162  159  155   4:31
32    2:22:55,0    0:04:40,0   157  163  158  154   4:40
33    2:27:22,7    0:04:27,7   159  162  159  154   4:27
34    2:31:46,4    0:04:23,7   161  162  160  156   4:23
35    2:36:14,4    0:04:28,0   166  166  161  157   4:28
Schon waren wir wieder fast am St. Wendeler Bahnhof, und nun gings zum Finale. Ich merkte, daß meine Reserven sich dem Ende näherten. Der “Lauf durch die Wand” hatte viel Kraft gekostet. Und der Urweiler Hammer stand zum zweiten und letzten Mal an, diesmal tat er viel weher. Auf diesen fünf km verlor ich auch 20 sec. meiner Zeitreserve, aber das machte im Endeffekt nichts. Daß es reichen würde für die 3:10-Unterbietung, wußte ich da schon. Da machten mir auch der nun dauerhaft hohe Puls und die Schmerzen nichts mehr aus. Adrenalin kann Sachen machen…
km    Zeit          Runde      HF   Max   Ø   Min  min/km

36    2:40:48,9    0:04:34,5   161  167  163  157   4:34
37    2:45:10,4    0:04:21,5   162  163  161  155   4:21
38    2:49:51,4    0:04:41,0   162  164  162  157   4:41
39    2:54:30,2    0:04:38,8   161  164  162  159   4:38
40    2:59:06,5    0:04:36,3   161  163  161  158   4:36
Ein letzter Gruß an Siggi Schmitt, es ging auf die letzten 2,2 km. Ähnlich wie in Freiburg nahm mit die Gewissheit, mein Ziel zu erreichen, etwas Motivation und das kostete direkt Zeit. Der km 42 sollte mein schlechtester des ganzen Rennens sein, aber immer noch knapp unter 5:00.
km    Zeit          Runde      HF   Max   Ø   Min  min/km

41    3:03:32,3    0:04:25,8   159  165  162  156   4:25
42    3:08:31,3    0:04:59,0   163  165  161  158   4:59
42,2  3:09:23,4    0:00:52,1   163  163  162  162   4:20
Im Ziel war ich einfach nur glücklich und zufrieden. Die persönliche Bestzeit im zweiten Marathon um 20:36 und unter 3:10 zu verbessern, ist aller Ehren wert. Ich machte nach dem Durchlauf einmal kurz den “Petric” (Bogen raus, Pfeil raus, psscht!) und bekreuzigte mich schnell, Gott sei Dank, daß es geklappt hat. “Flach”, wie in der Ausschreibung steht, ist der Kurs nun wirklich nicht. Wie auch – wir sind ja im St. Wendeler Land! Insgesamt maß meine Polar 125 hm. Direkt die Medaille geschnappt, Essen, Trinken, 2 km Auslaufen, und dann ab zu Dusche und Massage – die tat gut. Nachher sass ich noch mit Torsten Lang und Klaus Bouillon zusammen und führte gute, herzliche Gespräche. Der St. Wendeler BM versteht es vortrefflich, die Bürger in dieses Großereignis einzubinden und mitzunehmen. Sein Team leistet tolle Arbeit. Auch viele SPD’ler helfen mit, wie z.B. Heiko Cullmann, der stundenlang Essen an die müden Läufer verteilte – toll!
Bei der Siegerehrung gratulierte ich auch noch meinem Freund Frank Sehn zu seinem spitzenmäßigen dritten Platz im Halbmarathon. Auch Karsten Fend von den Grojo’s Elversberg gebührt ein “Congrats”: Mit 3:28:51 lief er einen tollen Marathon! Ebenso Glückwunsch an Holger Maroldt, den Ortsvorsteher von Landsweiler-Reden, zu seinen spitzenmäßigen 1:27:43 im Halbmarathon, an meinen alten Schwarzenholzer Kollegen Reiner Leinenbach aus Dillingen, der mit 3:45:30 ebenfalls einen guten Marathon hinlegte, und an Pascal Spaniol aus Saarwellingen zu 1:25:58 im Halbmarathon (ich habe seinem Vater und Kinderarzt meiner Kinder Uwe schon beim letzten Halbmarathon in Saarbrücken gesagt, daß dies wohl der letzte Halbmarathon gewesen sei, in dem ich vor dem Jungen lande. Und so ist es. Der wird immer besser…)
Fazit: Wer sich ordentlich vorbereitet und vom Pech verschont bleibt, kann seine avisierte Leistung auch bringen. Die Erkenntnis tut gut. Ich freu mich schon auf zwei Dinge: Erstmal zwei Wochen lang gar nicht zu laufen und endlich aufs Rad umzusteigen, aber dann und umso mehr auf die Vorbereitung für den Berlin-Marathon am 26.09.2010, diesmal mit richtig professioneller Hilfe von JK Runnning. Es wäre ein extrem ehrgeiziges Ziel, dort die Drei-Stunden-Marke anzupeilen. Mal sehen ;-)