Dienstag, 15. Juli 2014

Besuch der 9. Etappe der Tour de France 2014

Skihütte SCW - Col de la Schlucht - Le Markstein - Breitenbach


Besuch der 9. Etappe der Tour de France 2014

Wir wollten uns die erste der beiden langen Vogesenetappen gleich zweimal ansehen - am Col de la Schlucht und später, nachdem das Peleton zunächst einmal nach Osten bei Turckheim aus den Bergen raus, dann nach Süden und nach der Querung des Eingangs ins Munstertal wieder westwärts in die Berge reinfuhr, am Markstein die Abnahme des Bergpreises der 1. Kategorie schauen.

Beeindruckendes Panorama - Blick von der Altmatt ins Tal
Ich fuhr schon gegen 10.30 Uhr von der Skihütte des SC Wiebelskirchen knapp unterhalb der Skistation Le Gaschney auf 850m runter ins Tal nach Muhlbach, um dann über Breitenbach, Luttenbach und Munster auf der Landstraße D417 nach Stosswihr zu fahren, wo der Einstieg in den Col de la Schlucht (1138m über N.N.) beginnt.

Die D 417 über den Col de la Schlucht verbindet die Munster im Osten und Gérardmer im Westen, wo die heutige Etappe startete. Am Col de la Schlucht kreuzt die Passstraße die Route des Crêtes, eine 77 km lange Höhenstraße, die vom Lac Blanc bis nach Cernay verläuft und sich dabei immer auf einer Höhe um die 1000 Meter bewegt. Während die Tourkarawane die Route des Crêtes nach Norden nahm, wollten wir nach der Passage der Tour auf derselben Straße südwärts fahren, um nach Le Markstein zu gelangen.

Hier startete ich 2005 meinen Premiere am Col de la Schlucht
Ich kam den Col de la Schlucht super hoch, er ist zwar mit knapp 20 km ab Munster nicht gerade kurz, aber sehr gleichmäßig (4,4% im Schnitt) und mit einer Maximalsteigung von 7% auch relativ leicht zu fahren. 2005 war ich hier zum ersten Mal, und es sollte mein erster echter Bergpass sein, den ich damals noch mit meinem Crossbike von Soultzeren aus bis ganz nach oben fuhr, obwohl ich eigentlich nur für unsere Besuchsgruppe bei der Tour eine schöne Sitzwiese finden wollte. Damals wurde ich vollends mit dem Radfahr-Virus infiziert und kaufte mir nur kurze Zeit später mein erstes Rennrad.

Heute brauchte ich für die letzten knapp 15 km ab der Kurve in Stosswihr etwas über 50 Minuten. Das ist in Anbetracht meiner momentanen Leistungsfähigkeit ganz ok.




Oben auf der Passhöhe warteten Doris und die Kinder, wir machten es uns bequem, warteten zunächst auf die Werbekarawane, gingen dann einen Flammkuchen essen und kamen rechtzeitig zur Ankunft der ersten Fahrer wieder zu unseren Plätzen.

Nachdem das Peleton vorbei war, wurde die Straße direkt geöffnet, ich schwang mich wieder auf die rote Dame, Doris wartete im Auto, und los ging's auf die Route des Crêtes in Richtung Le Markstein. Zunächst war die Straße voller Autos und Räder, aber bald lichtete sich das "Feld", Doris überholte mich nach ca. 2 km im Anstieg, und ich ließ die meisten Mitfahrer hinter mir.

Tony Martin am Le Markstein -
tolles Foto von Jan-Robin!
Unschön war, daß man die herrlichen Panoramen nicht genießen konnte, weil es sich zuzog und kurz danach auch zu regnen begann. Und schon war ich mitten im "Nebel des Grauens".

Schlagartig fiel die Temperatur auf unangenehme 9°C. Ich beeilte mich daher und war in etwas mehr als einer dreiviertel Stunde am Le Markstein. Die Familie hatte das Auto schon 3 km vor dem Pass stehen lassen, es war die Hölle los!

Zum Glück hatte der Regen zwischzenzeitlich aufgehört, und es wurde schnell trocken.

Wir erwischten gerade noch die Werbekarawane, richteten uns ein und warteten auf Tony Martin, der einen beeindruckenden Soloritt hinlegte. Zehn Minuten vor seiner Ankunft schüttete es nochmal kräftig, aber kurz bevor er dann kam, hörte es auf. Martin hatte sich nochmal abgesetzt und fast zwei Minuten vor dem ersten Verfolger herausgefahren. Als er die Bergpreisabnahme überquerte, ca. 6 min. vor dem Hauptfeld mit Nibali, Contador und allen Favoriten,  war uns schon klar, daß er die Etappe in Mulhouse gewinnen würde.

Wir machten uns nach dem Hauptfeld schnell auf Richtung Auto und kamen gut durch, ich fuhr mit dem Rad Richtung Col du Platzerwasel und dort flugs hinunter, wo am nächsten Tag die Tour hochkommen und Alberto Contadors Tour zu Ende gehen sollte. Die Passstraße war bereits voller Campingwagen der treuen Tour-Fans.

Unten im Tal der Fecht angekommen ließ ich es durch Sondernach, Metzeral und Muhlbach noch ausrollen, eh die Familie mich aufgriff. Den Schlussanstieg den Gaschney hoch schenkte ich mir an diesem Tag, aber der kommt irgendwann auch noch...

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