Freitag, 29. August 2014

Montée d' Entrevernes

Montée d' Entrevernes von joaum bei Garmin Connect – Details

Die verborgenen Täler sind die schönsten

Unten am See Duingt, auf halber Höhe Entrevernes, in
der Senke der Col de la Frasse - und knapp unterhalb,
dunkel abgesetzt, mein Tagesziel
 
Zum Abschluss meiner Radaktivitäten im Urlaub (morgen ist Familientag mit Sommerrodeln) suchte ich mir heute am heißesten Tag der Woche den Anstieg nach Entrevernes aus, ein kleines Bergdorf in einem Seitental oberhalb von Duingt

Da es keine Passüberfahrt und somit auch keine Rundfahrt gab (der hinter Entrevernes liegende Col de la Frasse mit 1379m über N.N. ist mit dem Rennrad nicht erreichbar, die letzten Kilometer schafft man nur mit dem MTB), war das Ziel ein Bergbauernhof auf ca. 1.070m über N.N., hinter dem dann die Asphaltstraße endete. Hin- und Rückweg waren also derselbe, was dem Spaß allerdings keinen Abbruch tat.

Direkt nach 5 km auf dem mir mittlerweile bestens bekannten Radweg ging's scharf links hoch nach Duingt und von dort gleich mit heftigen Steigungen und Serpentinen entlang des Ruisseau d' Entrevernes, der sich in seinem Kalksteinbett hinunter Richtung Lac d' Annecy stürzt.

Le Ruisseau d' Entrevernes im zahmen Sommer-
bett - im Frühjahr sieht's hier anders aus...
Der erste Kilometer 8%, der zweite etwas über 6% - das Unangenehme ist die Unregelmäßigkeit und die kleinen Keile, km 3 und 4 sind dann mit 8-9% wieder recht steil, ehe es nach 4,5 km im Ort Entrevernes für ca. 1 km flach wird.

Man kann sich da ganz gut erholen, mit 300 hm hat man im Ort auch ca. die Hälfte der gesamt zu erklimmenden Höhenmeter geschafft - und schon geht's Richtung Ortsausgang, immer schön rechts bleiben auf der Voie Communale N° 2 du Chef Lieu aux Raffous.

Dort erwartet einen wiederum eine steil ansteigende, gut ausgebaute, wenn auch schmale Asphaltstraße, die sich in Serpentinen bergauf windet, vorbei an einigen Aussiedlerhöfen und hoch Richtung Wald und Col de la Frasse. In den Kurven öffnen sich herrliche Panoramen, hinüber nach Faverges, zurück über Entrevernes zum Lac d' Annecy, sogar über die Crêtes de Taillefer zum Ostufer des Sees.

In Entrevernes, im Hintergrund die Crêtes de
Taillefer, im Vordergrund die Käseproduzenten...
Irgendwann kommt man wieder in den Wald, die Kühle war an diesem Tag wirklich willkommen. Einige Serpentinen geht's noch hoch, links zeigt sich eine Sackgasse, welche auf der Karte noch wie ein Rundweg aussah (es ist der Voie Communale N° 3, der auch irgendwann wieder in den Voie Communale N° 1 zurück ins Dorf übergehen muss, aber das ist nichts für Rennradfahrer).

Kurz danach ist man auf der Höhe angelangt, die auch gleichzeitig der Wendepunkt ist: 300 hm unterhalb des Col de la Frasse endet kurz danach nach einer kurzen Abfahrt die Asphaltstrasse.

Panoramablick vom Wendepunkt: Rechts der Col de la Frasse
Die folgende Abfahrt - naturallement auf derselben Strecke wie der Aufstieg - machte richtig Laune. Nach knapp einer Viertelstunde und neun Kilometern war ich wieder auf dem Radweg Richtung Bout du Lac. Mit einem strammen Fünfer mit einem 35,1er Schnitt schaffte ich es auch noch, den Gesamtschnitt auf 23,1 km/h zu heben. Ansonsten war ich ganz stolz auf mein STRAVA-Ranking!

Donnerstag, 28. August 2014

Doussard - Annecy - Montée de Semnoz - Saint-Jorioz - Doussard

Doussard - Annecy - Montée de Semnoz - Saint-Jorioz - Doussard von joaum bei Garmin Connect – Details


It's a long way to the top...

Nach einem verregneten Dienstag, der mir aber die Freude am Col de la Forclaz nicht vermiesen konnte, wurde der Mittwoch um so schöner und reizte zum Versuch der Erkundung des Hausbergs von Annecy mit der Skistation Semnoz auf fast 1.700m über N.N.

Die ersten 17 km ging's flach am See vorbei
Pünktlich um 14 Uhr fuhr ich los und rollte mich erst mal knapp 17 km flach, größtenteils auf der hervorragend erschlossenen "Piste cycable" Richtung Annecy-Stadt ein. Die Strecke war zwar sehr bevölkert, aber da sie wie eine Autostraße ausgebaut ist - breit, mit Mittelstreifen - war das überhaupt kein Problem.

Wie die Kommunen rund um den See das "Fahrradproblem" gelöst haben, kann absolut als vorbildlich gelten. Man wünscht sich, das wäre überall so - dann gäbe es auch viel mehr Radfahrer und viel weniger Probleme...


Nach einer guten halben Stunde war ich in Annecy am Kreisel vor dem "Quai de Bayreuth" und startete den 17,1 km langen Anstieg vorbei am Krankenhaus (eigentlich beginnt der "Montée de Semnoz" offiziell erst am Ortsausgang, aber vorher geht's auch schon mehre hundert Meter stramm bergan).

Direkt in Annecy beginnt der Anstieg faktisch
Ich hatte mir fest vorgenommen, es nach dem doch auch pulsmäßig harten Ritt gestern (165 im Schnitt im Anstieg) heute etwas ruhiger angehen zu lassen, vor allem ob der Länge der Herausforderung. Das erwies sich als kluger Schachzug.

Die Straße ist von Ortsausgang Annecy aus bewaldet, zunächst geht's vorbei an der Jugendherberge in schönen Serpentinen mit 6-9% gleichmäßig nach oben durch den Forêt domaniale de Semnoz. Eigentlich unspektakulär.

So sehen die ersten Kilometer aus
Nach ca. 5 km wird die Strecke flacher. Die nächste drei km, wo es u.a. vorbei an einer Freizeiteinrichtung geht, haben nur 3-4% und sind teilweise richtig flach, aber dann geht's los...

Ab dem achten Kilometer hat eigentlich jeder volle Kilometer immer zwischen 8 und 10%. Die Steigung hört einfach nicht auf, wenn auch die "Klopper" rar gesät sind - aber es gibt sie, besonders in den Serpentinen und immer kurz danach.

Höher, immer höher - wie gesagt, es war weise, sich einzuteilen. Irgendwann kommt von links die Straße aus Quintal hoch, hier sind letztes Jahr noch die Cracks der Tour de France auf die letzten Kilometer Richtung Bergankunft in die Strecke eingebogen. Von hier also bis zur "Passhöhe" befand ich mich auf der Strecke der 20. Etappe der Tour de France 2013. Das macht mich fast ein bisschen schneller, aber ich bremse mich.

Nach fast zehn km Anstieg der erste
Panoramablick gen Westen
Nach ca. 15 km verlässt man den Wald, schon vorher ergeben sich vor allem unterhalb der Überleitungsstrecken tolle Blicke ins Tal nach Westen.

Vorbei an der Sommerrodelbahn, noch ca. 2 km bis zur Passhöhe. Die Panoramen werden nun zahlreicher, nach einer scharfen Linkskurve öffnet sich der Blick zum 1.200m tiefer liegenden Lac d'Annecy. Gigantisch!

Oben angekommen, war es nun doch kalt und zugig. Also nix wie ab Richtung Tal. 157 Puls im Schnitt, Trittfrequenz fast 70 (ich fuhr größtenteils 39/27, bestenfalls einen Gang mehr im Wiegetritt, und im mittleren "Flachstück" mal kurz das große Blatt) und ein 13,3er Schnitt im Anstieg - ca suffit aujourd d'hui.

Kurz vor der Passhöhe ein Blick zum 1.200m tiefer liegenden See
Die Abfahrt über die D41 ist von der Oberfläche her grenzwertig, man muss vorsichtig fahren, um Schlaglöcher zu vermeiden. Später wird's besser, in langen Serpentinen geht's runter nach Leschaux.

Oben auf dem Hausberg von Annecy
Das Schild Richtung "Col de Leschaux" erschreckt mich zunächst - wie, noch ein Berg? Aber es handelt sich "nur" (ähnlich dem Col du Lautaret) um die Passhöhe der Verbindungsstraße D912 zwischen Sevrier am Lac d' Annecy und Lescharaines.

Ich überquerte diese im 90°-Winkel und nach zwei kurzen Gegensteigungen war ich wieder auf der Abfahrt entlang des Laudon Richtung Saint-Jorioz unterwegs. Halt nur auf der anderen Seite des Tals als wenn ich auf der D912 talabwärts gefahren wäre.

Auch hier befand ich mich wieder auf der Strecke der 20. Etappe der Tour de France 2013, die erste Gegensteigung war damals (allerdings von der anderen Seite kommend) eine Bergwertung der dritten Kategorie in Chapelle-Saint-Maurice - damals wurde die Strecke vom Lac d' Annecy her kommend Richtung Süden befahren und verließ am Col de Leschaux "meine" Strecke auf der D10 in Richtung Bellecombe-en-Bauges.

So ist das unter Radfahrern - man hilft sich...
Hinter Saint-Eustache verfranste ich mich kurz - die Gabelung zeigte in beiden Richtungen nach Saint-Jorioz, einmal sieben, einmal neun km. Instinktiv wählte ich, da sie bergab ging, die längere Strecke entlang des Laudon und kam dadurch etwas weiter Richtung Annecy raus.

Ich hätte rechts bleiben müssen - nach einer kurzen Gegensteigung , dem Côte du Puget, wäre ich auf der Tour-Strecke bleibend nach einer serpentinigen Abfahrt direkt an der Radstrecke kurz vor Duingt am Ortsausgang von Saint-Jorioz herausgekommen.

Mein Verfahrer war aber das Glück eines jungen Luxemburgers, der kurz danach sein Rad talabwärts schob - er hatte platt und keinen Ersatzschlauch, da konnte ich weiterhelfen.

Wieder unten am Lac angekommen, ging es wieder über den Radweg zurück nach Doussard. Schöne Runde, und ich hatte hintenraus sogar noch Körner übrig!





Dienstag, 26. August 2014

Col de la Forclaz

Col de la Forclaz von joaum bei Garmin Connect – Details

Kurz, hart, intensiv

Schon im letzten Jahr, aber auch dieses Jahr hatte ich mich beim Blick von unserem Campingplatz hoch auf den Bergzug auf der anderen Seeseite immer gefragt: Was ist das wohl für eine Berghütte dort oben, wo die Paraglider starten? Nachdem ich rausgefunden hatte, dass das der "Col de la Forclaz" ist und man ihn mit dem Rennrad super erreichen kann, war klar: Da musste ich hoch!

Schon bei km eins war klar: Das wird kein Spaziergang!
Heute hatte es den ganzen Tag geregnet. Wir verbrachten den Großteil des Tages in der Altstadt von Annecy, nachmittags kamen wir zurück und es hörte kurz zu regnen auf. Also auf aufs Velo und hoch Richtung Faverges, nach fünf km ging es links ab in Richtung des Passes.

Dieser beginnt direkt am Ortsausgang von Vesonne gleich mal mit einer heftigen Ansage: 11% auf dem ersten Kilometer, 10% auf dem zweiten - nur, damit da keine falschen Vorstellungen aufkommen. So war ich schon nach sieben km, fünf davon flach, so richtig auf Betriebstemperatur.

Das kleine Bergdörfchen Mont Bogon hatte ich links liegenlassen und war in ein kleines Nebental, immer auf der "Route de Montmin", abgebogen. Unablässig zog sich die Passstraße auf einer größtenteils geraden Route nach oben, man hörte einen kräftigen Bergbach rauschen, erst nach vier km wurde sie kurz etwas flacher, um dann aber umso heftiger wieder anzusteigen.

Kurz vor Montmin: Blick zurück ins Tal
Ich war längst am Limit, kämpfte aber wild entschlossen - nach dem Studium der online auffindbaren Passbeschreibungen hatte ich mir eine Zeit unter 40 Minuten vorgenommen, und außerdem freute ich mich auf das versprochene grandiose Panorama.

Bis in den Ort Montmin bei Kilometer sieben bleibt die Steigung brutal hart. Kurz vor dem Ortseingang sieht man links die Passhöhe und die Straße dorthin.

Im Ort wird's dann erst flach, dann folgt sogar eine kleine Abfahrt, auf der man die Beine durchschütteln und Schwung für die letzten beiden Kilometer holen kann. Der zweitletzte geht noch so (7%), der letzte aber haut mit 11% wieder richtig rein.

Blick vom Col zurück Richtung Montmin; rechts mit dem
Blechdach die "Alpage" - die scheinbare Passankunft...
Völlig ausgepumpt erreichte ich schließlich die Passhöhe. Ca. 500 Meter vor dieser und dem Schlußanstieg gibt's für Unerfahrene noch einen fiesen Psychotrick: Man sieht eine Kurve, hinter dieser ein Haus, und denkt, man sei oben. Weit gefehlt: Die "Alpage", ein kleines Restaurant, steht unten am Beginn des finalen Anstiegs, der nochmal mit 11% schnurgerade zum Pass führt.

Oben angekommen, wurde ich mit grandiosen Panoramablicken über den Lac d'Annecy und die Gegend darum belohnt.

Gerade das wechselhafte Wetter machte es besonders reizvoll: Wolken umspielten die Berggipfel bzw. hingen über dem See oder auf halber Höhe - trotzdem war die Fernsicht gut.

Dieses Panorama braucht man eigentlich nicht zu kommentieren, oder?
Später zuhause beim Blick auf die Strava-Liste sah ich, dass ich mein Ziel erreicht hatte: 39:09 hatte ich gebraucht, damit bin ich ungefähr auf 290 von über 1300 Fahrern. Listen-KOM ist kein geringerer als Thibaut Pinot (26:38). Meine "handgestoppte" Rundenzeit ist leicht verfälscht, weil ich nicht am Beginn des Passes, sondern bereits am Ortseingang von Vesonne "abgedrückt" hatte.



Ich blieb ca. 15 Minuten dort oben, dann stürzte ich mich in die schnelle Abfahrt Richtung Talloires. Aber mit gebremstem Schaum: Zum einen war die Straße nass, zum anderen bin ich nach meinem Sturz Anfang Mai vorsichtig geworden.

Der Blick mag grimmig sein - ich war aber auch fertig...
Safety first - so kam ich nach 10 km in einer knappen Viertelstunde unten am See an (die letzten 3 km der Abfahrt schüttete es wie aus Eimern).

Kurz hinter Talloires wurde der Regen immer heftiger. Mir war das egal: Zum einen waren es eh nur noch sechs km bis nach Hause, zum anderen ist man eh voller Endorpine und da macht einem das bisschen Regen auch nix mehr aus.

Ich fuhr also glücklich wieder auf Seehöhe.

Danach ging's flach am linken Seeufer Richtung "Bout du Lac" und zurück auf den Campingplatz. Richtig intensive eineinhalb Stunden waren das - in jeder Hinsicht!

Montag, 25. August 2014

Doussard - Ugine - Albertville - Collet de Tamié - Faverges - Doussard

Doussard - Ugine - Albertville - Collet de Tamié - Faverges - Doussard von joaum bei Garmin Connect – Details

Der frühe Vogel fängt den Wurm!

Heute morgen war ich früh unterwegs. Um 6.05 Uhr stieg ich aufs Rad, draußen war's noch dunkel: Da Doussard im Westen von Bergen umschlossen ist, dauert es hier etwas länger als üblich, bis der Tag anbricht. Dann ging es auf eine schöne etwas über 60 km lange Runde Richtung Albertville und über den Collet de Tamié (960m über N.N.).

Morgens, halb sieben in Faverges...
Der klasse ausgebaute Radweg vom Lac d'Annecy nach Albertville steigt bis Faverges an, danach geht's aber richtig schnell bergab in Richtung des Tales der Arly, eines Nebenflußes der Isère, der Albertville durchfließt. So war ich schon nach 55 Minuten in Albertville auf der Brücke in Richtung Beaufort (wo es hoch nach Beaufort und zum Cormet de Roselend geht) und suchte im Städtchen nach der Passauffahrt zum Collet de Tamié, die ich auch schnell und problemlos fand.

Aus Albertville bzw. dem Stadttteil St. Sigismond heraus überquert man auf der Route de Perthuis das kleine Flüßchen "Le Pottier", und schont geht es mit 8-10% bergauf.

Pont des Adoubes in Albertville (D990) über die Arly, hinten das Bauges-Massiv
Villard-en-Bas durchfährt man, ehe eine kleine Abfahrt ins Nebental des Flüßchens "Le Chiriac" führt, den man nach der Überquerung auf der rechten Seite einige Zeit bergan begleitet.

Beginn des Anstiegs zum Collet de Tamié  in St. Sigismond
Durch das Bergdörfchen Le Cruft geht es mit mäßigen Steigungen weiter bergan, bis hinter dem Ort der Anstieg etwas anspruchsvoller wird: Zunächst zwei lange Geraden mit 9-11%, danach kommt der letzte Ort vor dem Collet, La Soffaz, wo es im Ort und auch danach serpentinig wird - und sehr schön.

Unter anderem passiert man einen wilden Wasserfall, es begegnen einem Füchse und Jagdvögel, alles, nur keine Autos.

Die Steigung ist einigermaßen fordernd, aber nie übertrieben hart - vor allem um hinteren Teil sehr gleichmäßig, der Belag mittelprächtig, aber für Auffahrten voll in Ordnung.

Kurz vor der letzten langen Geraden im Anstieg
eröffnet sich ein Blick auf das Montblanc-Massiv
Nur ab und an merkte ich dann doch, dass der vorgestrige Tag mit über 3.100 Höhenmetern mir noch in den Beinen steckte.

Die letzten Kilometer zum Collet de Tamié sind bewaldet, erst kurz vor der Passüberfahrt bietet sich links noch einmal ein schöner Blick ins Tal der Isère.

Nach der Passquerung (960m über N.N.) geht es vorbei an zwei Abzweigungen, rechts geht's auf Feldwegen zum höher gelegenen Teil der Bergkette, links zum Fort de Tamié.

Selfie, da heute allein...
Nach einer kurzen Abfahrt mit einer scharfen Rechtskurve am Ende gelangt man dann zum besser bekannten Col de Tamié (906m über N.N.), den die Tour de France noch letztes Jahr auf dem Weg von Bourg d'Oisans nach Le Grand Bornard (19. Etappe) passierte.

Die Abfahrt vorbei an der Abbaye de Tamié, wo es den berühmten Ziegenkäse der Mönche gibt, ist wunderschön, einfach und panoramareich.

Insbesondere für schlechte und ängstliche Abfahrer für mich ist sie wie gemacht: Kaum eine Kurve ist unübersichtlich oder scharf.

Nur in den Orten Richtung Faverges muss man auf die "Hubbel" achten, die das angeordnete Tempo 30 "unterstützen".

Die Abfahrt vom Col de Tamié macht echt Laune!
Unten in Faverges (hier verließ ich die 2013er-Tour-Strecke wieder) war ich richtig gut drauf und konnte, wieder im Flachen, noch einen Schnitt von über 32 km/h heimdrücken, insgesamt 27,3 km/h stellten mich auch unter Trainingsgesichtspunkten zufrieden.

So war ich schon gegen 08.30 Uhr wieder zuhause und konnte die Familie mit frischen Croissants und Baguette überraschen und erfreuen. Die Gegend hier bietet für solche kurzen, aber trotzdem reiz- und anspruchsvollen Touren noch jede Menge Möglichkeiten!

Sonntag, 24. August 2014

Susa - Col du Mont Cenis - Lanslevillard - Col de l'Iseran - Val d'Isère

Susa - Col du Mont Cenis - Lanslevillard - Col de l'Iseran - Val d'Isère von joaum bei Garmin Connect – Details

Den höchsten Alpenpass bezwungen

Morgens in Susa - Blick auf die Punta Mulatera
Radfahrtechnisch ist der Sommerurlaub 2014 nach diesem Erlebnis sicher nicht zu toppen - bei schönstem Radfahrwetter fuhr ich mit meinem Sohn Jan-Robin nach drei schönen Tagen in Turin mit der Familie von Susa aus, wo wir übernachtet hatten, zunächst vorbei am Lac du Mont Cenis, über den gleichnamigen Col du Mont Cenis, hinunter in die Maurienne und über Lanslevillard, den "kleinen" Col de la Madeleine und Bonneval-sur-Arc (ab dort dann allein) als Höhepunkt der Tour über den höchsten befahrbaren Alpenpass, den Col de l'Iseran, ehe ich nach einer wunderschönen Abfahrt an der Pont St. Charles über die junge Isère oberhalb des bekannten Skiortes Val d' Isère ins Auto stieg und mit der Familie dem Urlaubsziel entgegenfuhr.

Oberhalb von Susa auf der SS25 -
rechts das Tal der Cenischia, hinten rechts
der Rociamelone (3.538m über N.N.)
Wir hatten in Susa ein echt schnuckeliges Hotel gefunden, das Hotel du Parc, ein familiengeführtes kleines Haus versteckt hinter der Häuserfront der Hauptstraße (Achtung, die Auffahrt zum Parkplatz erfordert etwas Mut!) direkt am Beginn des Passes hoch zum Col du Mont Cenis.

Wenige Meter vorher ging links die SS24 über den Col de Montgenèvre Richtung Briançon weg, was Susa zu einem richtig attraktiven Rennradfahrerziel macht.

Pünktlich um 8 Uhr fuhren Jan-Robin und ich nach einem ausgiebigen Frühstück los, während sich unsere Mädels noch Zeit ließen, ehe sie uns mit dem Auto folgten.

Blick zurück ins Tal der Cenischia
Wir hatten Glück mit dem Wetter - es war sonnig, nicht zu heiß, ideal zum Radfahren. Später weiter oben sollte es schon noch etwas zugig werden, aber das gehört beim Pässefahren dazu.

Direkt aus Susa heraus gewinnt man schnell an Höhe, aber der Belag ist sehr gut und es rollte richtig klasse. Wir waren, muss man allerdings sagen, ja auch noch "frisch".

Über Gaglione und die SS25 kamen wir so schnell auf die sich über die Cenischia, einen Nebenfluß der Dora Riparia, die in Turin in den Po fließt, erhebende Passstraße. Die Cenischia trennt die Alpen: Im Norden die grajischen, im Süden die cottischen.

Unten am Staudamm des Lac du Mont Cenis
Es ging beständig bergan, vom Startort Susa aus auf knapp 500m hatten wir nun schon knapp hinter Bar Cenisio nach 15 km 1.000 Höhenmeter in den Beinen.

Durch das Hochtal der nun wieder neben uns laufenden Cenischia kamen weitere hinzu, und nach 18 km wartete die nächste Herausforderung:

Unterhalb des Staudammes des Lac du Mont Cenis (wir waren schon in Frankreich) geht es durch eine schnelle Abfolge von Serpentinen und dahinter richtig pressige Anstiege nicht nur auf das Niveau des Stausees, sondern sogar noch weit darüber hinaus.

Lac du Mont Cenis mit Pyramide und Museum
So bietet sich aber auch ein wunderschönes Panorama auf die Bergwelt rund um diesen Stausee, der ein großes Wasserkraftwerk speist, und wir trafen zum ersten Mal auf unsere Familienbegleitung, die uns froh erwartete.

In Anbetracht der nun erreichten Höhe (knapp 2.050m über N.N.) und der doch zugigen Luft bei nur noch 12°C zogen wir uns Windjacken über und aßen eine Kleinigkeit, ehe wir die letzten Höhenmeter zum Pass auf 2.083m bewältigten, der zwischen dem "Petit Mont Cenis" (3.162m über N.N.) und dem "Grand Mont Cenis" (3.377m über N.N.) einschneidet und über den die Wasserscheide zwischen Po und Rhone läuft.

Der erste Tagespass ist geschafft!
31 km waren zurückgelegt, und nun ging es in eine knapp 8 km lange Abfahrt runter auf knapp 1.500m über N.N. in die Maurienne, die Landschaft des Tals der Arc, eines Nebenflußes der Isère, und ihrer Seitentäler, dort in den malerischen Skiort Lanslevillard.

Hier war es wieder deutlich wärmer, wir entledigten uns der Jacken und machten uns gleich auf Richtung "Col de la Madeleine", allerdings des "kleinen" (der "große" verbindet ja die Maurienne mit der Tarantaise, der Landschaft des Tals der Isère und ihrer Seitentäler, etwa 70 km talabwärts), einer knackigen Steigung aus Lanslevillard heraus, die einem einiges abverlangt.

Lanslevillard und die Haute-Maurienne -
über dem Dorf thront der Col de la Madeleine
Danach gelangt man nach einer kleinen Abfahrt ins Hochtal der Arc, wo es meist flach mit nur leichten Steigungen über Bessans (wir durchfuhren den schönen Ort, anstatt auf der Umgehungsstraße zu bleiben) zum Fuß des Col de l'Iseran nach Bonneval-sur-Arc geht.

Die Gemeinde mit nur 283 Einwohnern, aber ausgezeichnet als eines der schönsten Dörfer Frankreichs, liegt auf 1835m über N.N. und markiert nach einigen trügerischen Kilometern mit nur ganz mäßigen Steigungen gut erkennbar den Einstieg in eine der größeren Herausforderungen für Radsportler.

Schon in der Anfahrt zum Ort sieht man, wie sich rechts des Flusses der Col de l'Iseran mit nur einer Kurve, ansonsten zwei langen Geraden, nach oben windet, ehe er dann in ein karges Hochtal verschwindet.

Jan-Robin beendete die Tour hier. Er ist richtig wacker mitgefahren, aber mit 16 Jahren muss man den Col de l'Iseran noch nicht fahren - dafür ist noch Zeit genug in einem Radfahrerleben. Knapp 57 km über zwei Pässe mit 2.150m Höhenunterschied - das ist schon aller Ehren wert.

Einer von vielen Paraglidern über Bonneval-sur-Arc
Der 13 km lange Col de l'Iseran überwindet 977 Höhenmeter mit einer Durchschnittssteigung von 7,5%. Er ist mit 2.764m der höchste befahrbare Alpenpass, nur 7m mehr als das Stilfser Joch in Italien, aber etwas steiler und vor allem sehr unregelmäßig, mit längeren Maximalsteigungen bis 13%, aber zumindest auch kilometerlangen 8-10%, die gnadenlos die beiden Kilometer mit je 4% "ausgleichen".

Zunächst geht's etwa drei-vier km recht steil los, ehe man das Hochtal des "Ruisseau de la Lenta" erreicht, die Kapelle "Saint-Barthélémy" passiert und etwas verschnaufen kann.

Aber nicht lange - schnell folgt der nächste, heftige Anstieg, etwa vier km lang, dann kommt wieder ein km mit etwa 4%, ehe es auf die letzten drei Kilometer geht, die einem den letzten Saft aus den Beinen ziehen. Viel besser beschreiben lässt sich das nicht - man muss es erlebt haben.

Links die Passstraße, unten Bonneval-sur-Arc,
hinten die Gletscherlandschaft mit dem Levanna Centrale
Dafür entschädigen herrliche Panoramen, etwa der Blick auf den Levanna Centrale (3.619m über N.N.) und den Glacier des Sources de l'Arc nach der ersten Kurve "zurück" Richtung Bonneval in der Passstraße.

Es war wenig los. Ich überholte nur zwei Sportkameraden, mich selbst überholte keiner - die Mittagszeit ist wohl etwas früh hier, denn später sah ich von der Tarantaise aus jede Menge Radfahrer unterwegs hoch zum Col.

So also meist allein, hing ich den üblichen Gedanken nach, z.B. "Warum in aller Welt tust Du Dir das an?"; aber Bergfahrer kennen das. Je näher man der Passhöhe kommt, desto tiefer greift man in die Reservekiste - aber da findet sich immer noch was.

Ich musste schon die letzten Reserven mobilisieren, um unter richtiger Anstrengung den Pass hochzukommen - immerhin, 1:08:52 (11,4 km/h im Schnitt) reichen für einen Platz im guten vorderen Mittelfeld auf der STRAVA-Liste ;-).

video


Oben auf dem Pass hatte es nur 8°C. Ich zog mir schnell eine Jacke über, es blieb kurz Zeit für das obligatorische Bild, dann ging's gleich in die Abfahrt Richtung Val d'Isère.

Der Rest der Familie hatte mich geduldig auf dem Pass erwartet. Ich muss meiner Frau Doris und meinen Kindern, besonders meinen beiden jüngeren Töchtern, wirklich mal Danke sagen für die Geduld, die sie mit mir haben.

So.
Die Zeit, die ich zum Pässefahren brauche, geht ihnen schon irgendwie verloren, und trotzdem machen sie das mir zuliebe mit. Das ist nicht selbstverständlich.

Die Abfahrt hinunter in die Tarantaise ist nicht ohne. Die Straße ist in keinem guten Zustand, kein Wunder, wenn man bedenkt, dass sie während des Winters Teil der Skipiste der "Espace Killy" oberhalb von Val d'Isère ist. Überall sieht man Hinweisschilder auf blaue, rote und schwarze Pisten.

Blick hinab ins Tal auf Val d'Isère und den Lac de Chevril.
Und die Aussichten in dieser wunderschönen, schroffen Bergwelt sind auch viel zu schön, um einfach nur die Abfahrt runterzurasen. Nach ca. 3 Kilometern öffnet sich der Blick runter auf Val d'Isère und den Lac de Chevril - atemberaubend.

Gegenüber das Gebirgsmassiv bei Tignes mit unendlich vielen Skipisten und der Aiguille Percée - Wahnsinn!

Und ich hatte wirklich noch Riesenglück mit dem Wetter - einige Wolken schmückten die Berggipfel, ansonsten war der Himmel blau.

Ich beschloss daher auch im Sinne der Familie, die Abfahrt unten an der Pont St. Charles über der jungen Isère zu beenden.

Ende einer tollen Fahrt - die Pont St. Charles
über die junge Isère oberhalb der Ortslage
40 km nur bergab mit Tunneln und viel Autoverkehr Richtung Bourg St. Maurice musste ich mir wirklich nicht mehr geben, dazu war der Tag bisher schon zu perfekt gewesen.

Nach dem Ende der tollen Fahrt ging's mit der ganzen Familie im Auto Richtung Lac d'Annecy, wo wir noch eine hoffentlich schöne Woche verbringen - wenn diese Tour irgend ein Indikator ist, muss es toll werden!





Freitag, 22. August 2014

Giro di Torino

Giro di Torino von joaum bei Garmin Connect – Details



Einmal rund um Turin!

Zwei Tage vor der geplanten "Saisonkönigsfahrt" über den Col du Mont Cenis und den Col de l'Iseran wollten Jan-Robin und ich uns ein bißchen die Beine lockerfahren.

Durch die Innenstadt ging's zunächst Richtung Po
Während der weibliche "Block" der Familie dem Einkaufen in Turins Shoppingmeile frönte, hatten wir uns eine Runde um die Innenstadt vorgenommen, entlang des Po, durchs Herz des FIAT-Viertels bis hin zum Eingang ins Valsusa an die Stadtgrenze von Rivoli und dann durch den Norden der Stadt entlang des "Stadio delle Alpi", wo die "alte Dame" Juventus ihre Heimspiele austrägt.

Nach dem Frühstück gegen 10 Uhr radelten wir los, von Anfang an sehr locker und auf schönen Radwegen entlang des Po, des mit 652 km Länge größten Flußes Italiens, der hier gemessen von seiner Quelle in den Cottischen Alpen gerade einmal 100 km "jung" ist - Turin ist übrigens die einzige Großstadt, durch die der Po fließt.

Nach wenigen Kilometern wendeten wir uns westlich und fuhren durch einige weniger anmutende Stadtteile entlang eines kleinen Nebenflußes in Richtung Beinasco, das von großen Industriegebieten geprägt ist, wo entweder FIAT selbst produziert oder viele Zulieferer sitzen.

Erst nach ca. 20 km in den westlichen Außenbezirken wurde es wieder schön und da rollte es auch ein bisschen besser - bis dahin war viel "Stop & Go".

Hinter Jan-Robin: Rivoli und das Valsusa
Dann fuhren wir einige hundert Meter Richtung Rivoli auf dem "Corso Francia", mit 13 km eine der längsten Straßen Europas, der schnurgerade quer durch die ganze Stadt in Richtung Westen führt, und bogen kurz vor Rivoli nach Norden ab.

Hier rollte es dann doch entschieden besser - viele lange Geraden, wir waren nun auch gut warmgefahren und trieben den bis dahin bemitleidenswerten Schnitt ein wenig nach oben.

Kurz danach ging es wieder stadteinwärts auf der Strada Pianezza, wo mir eine junge Dame auf einem Plastikstuhl am Straßenrand auffiel. Ich dachte erst, sie sei eine Verkehrszählerin. Als ich die zweite und dritte sah, wußte ich, daß die Damen schon was mit Verkehr zu tun hatten, und auch mit "zahlen", nur nicht so, wie ich zunächst dachte...

Heckscheibenselfie...
Wenige Kilometer später waren wir auch schon am imposanten "Stadio delle Alpi" (an den offiziellen Namen "Juventus Stadium" mag ich mich nicht gewöhnen, obwohl das alte Multifunktionsstadion ja komplett abgerissen und durch den Neubau, der heute steht, ersetzt wurde - außerdem steht's auch so am Stadion selbst dran...).

Der Rest ist unspektakulär: Durch den wenig attraktiven Norden der Stadt ging's zurück bis zur Mündung der Stura di Lanzo in den Po, und dann diesen entlang über etwas grobe, aber gerade noch so befahrbare Radwege zurück zum Hotel.

Sonntag, 17. August 2014

Rohrbach (D)-Saarkanal-Saar-Isch-Eichel-Rohrbach (F)-Bickenalb-Blies

Rohrbach (D)-Saarkanal-Saar-Isch-Eichel-Rohrbach (F)-Bickenalb-Blies von joaum bei Garmin Connect – Details


Länger war noch nie...

Eigentlich sollte es eine 200-km-Tour mit 4 bis 5 Mann werden. Es kam anders: Wir starteten zu viert, zwei, darunter mein Sohn, wollten aber nur 120 fahren, einer die 200 mitgehen, aber dem war die Tour nach 110 km zu bergig, also fuhr ich von da an allein weiter. Am Ende waren es 230,08 km - 80 Meter mehr als bei meiner bisher längsten Radfahrt, dem Tannheimer-Tal-Marathon 2010. Vor allem aber war es ein wunderschöner Tag!


Die Mechanikercrew bei der Arbeit:
Mark, Jan-Robin, Peter
Am Morgen, kurz nach 8 Uhr, waren wir zunächst mal froh, dass das Wetter hielt und wir Jan-Robins überraschenden Platten noch schnell behoben bekamen. Es regnete zwar nicht, aber es war durchaus verhangen und kühl, und wir bangten schon ein bißchen trotz der vielversprechenden Wettervorhersage.

In, wie sich später herausstellen sollte, zu hohem Anfangstempo ging's über Spiesen, Sankt Ingbert, Scheidt und Schafbrücke nach Brebach und schließlich bei Güdingen an die Saar Richtug Sarreguemines.

So waren wir nach ca. 70 Minuten am Beginn des Saarkanals. Wir wollten diesmal aber nicht eben jenen wie sonst entlangfahren - zumindest nicht von Anfang an - sondern fuhren in Rémelfing bergan Richtung Siltzheim.

Diese relativ gerade Verbindung nach Saint-Michel bei Herbitzheim spart gegenüber dem mäandernden Verlauf der Saar bzw. des dort noch exakt parallel verlaufenden Kanals über Zetting und Wittring doch so ca. 8 km.

Es ist ein wenig wellig, aber durchaus reizvoll und auch mal eine Abwechselung. In Saint-Michel stößt man dann nach einer langen Abfahrt wieder an den Kanal, wenige Meter beovr dieser seine bis dahin bestehende Selbstständigkeit beendet und ab Herbitzheim bis zum Ende parallel zum Mutterfluß Saar geführt wird.

Abschied in Sarralbe: Peter links, Jan-Robin und Mark
schon rechts des Kanals (Marks leuchtend-gelbe Jacke
ist ganz gut zu erkennen, Jan-Robin fährt vor ihm)
Überhaupt hatten vor allem Peter und ich uns vorgenommen, diesmal nicht nur immer am Kanal entlangzugondeln. Mark und Jan-Robin wollten ohnehin nur bis Sarralbe mit und dann dort, nach knapp 50 km, Richtung Puttelange-aux-Lacs und wieder über Sarreguemines und die Blies bzw. Gräfinthal heim.

So fuhren wir noch gemeinsam bis zur Albe-Mündung in die Saar (in Sarralbe trifft die Saar erstmals auf den nach ihr bekannten Kanal und begleitet ihn dann, wie gesagt, ab Herbitzheim endgültig bis zum Ende), dann bogen die beiden ab auf die D656 und Peter und ich fuhren - mit angepasstem Tempo - weiter Richtung Rhein-Marne-Kanal.

Peter hatte einige harte Trainingseinheiten in den Beinen, während ich mich unter der Woche doch geschont hatte. Das merkte man: Wir mussten uns erst ein bisschen aufeinander einstellen, dann ging's aber ganz gut mit dem Abwechseln und dem Vorankommen.

Bonnefontaine links des Saarkanals
Eigentlich wollten wir bei Bissert den Kanal verlassen und über Harskirchen entlang des Weiherbachs durch den Wald fahren, aber irgendwie landeten wir doch wieder am Kanal und fuhren erst bei Bonnefontaine ab und die Waldstrecke - eine schöne und lohnende Alternative zur üblichen "Gondelei", die auf Dauer auch langweilig werden kann.

Bei Mittersheim bzw. ab der D39 waren wir aber wieder am Kanal und passierten sowohl den Mittersheimer Weiher wie auch den Stockweiher.

Auf dem Weg dahin muss man in immer dichterer Abfolge noch 11 Schleusenauffahrten "erklimmen", ehe der Kanal bei der "Ecluse No. 1" bei Diane-Capelle das Niveau des Rhein-Marne-Kanals erreicht.

Panoramafoto des "Étang du Stock" mit dem Kanal im Vordergrund
Kurz danach war der Saarkanal auch schon zu Ende, an der Einmündung in den Rhein-Marne-Kanal muss man eine Fußgängerbrücke überwinden, das Rad kann man in einer Rinne schieben. Etwas mühsam und rhythmusbrechend, die Alternative ist das Verlassen des Kanals 1,6 km nach der "Écluse No. 1" (oder auch gleich an dieser) und die Fahrt durch Diane-Capelle auf der D155X, dann rechts auf die D955 und dann nach ca. 1 km rechts ab Richtung Gondrexange. So bleibt man zwar auf der Straße, verpasst aber die Mündung.

Schmackofatz! Peter beim wohlverdienten, wenn
auch etwas kärglichen Mittagsmahl
Ab Gondrexange fuhren wir Richtung Sarrebourg, über Hertzing, Héming und Xouxange, durch die Nutzung der Nebenstraßen mussten wir nur ca. 3,5 km entlang der schnurgeraden, viel befahrenen D955, was nicht so schön ist.

In Sarrebourg suchten wir uns was zu essen und wurden in einer kleinen Boulangerie kurz vorm Ortsausgang Richtung Sarraltroff schließlich fündig.

Da war es schon 12:30 Uhr, jeder pfiff sich zwei Schokocroissants rein und weiter ging's auf dem "Chemin Rural vers Sarraltroff". Der ist prima mit dem Rennrad zu fahren, lediglich gegen Ende bei der Unterführung der Bahnstrecke wird's für 200m etwas holprig, aber das ist machbar, wenn man nicht gerade superweiche Rennslicks drauf hat - und wird bestimmt in nächster Zeit noch verdichtet bzw. gewalzt, so daß der Schotter dann noch besser befahrbar sein wird.

Die Isch, ein 27 km langer Saar-Nebenfluß, in Hirschland
In Sarraltroff verabschiedete sich Peter von mir, dem die geplante Strecke, die nun wellig bzw. bergig werden sollte, in Anbetracht seiner Tagesform zu profiliert war. Ich fuhr also von Saaraltroff aus allein weiter in Richtung des Tals der Isch hoch (Runde 2), während Peter sich in Richtung D43/D8 zurück Richtung Saarkanal orientierte.

Hier wurde die Strecke zwar anspruchsvoller, dafür aber auch richtig schön. Durch Goerlingen und Rauwiller gelangt man schließlich ins Tal der Isch. Besonders Hirschland, wo die Isch mitten durch den Ort fließt, ist sehr pitoresk - aber auch das übrige obere Ischtal (die Isch mündet nach 27 km knapp hinter Niederstinzel in die Saar) ist eine Wohltat fürs Auge. Oberhalb von Hirschland überfährt man dann die A4, ehe es dem Lauf der Isch folgend gemäßigt ansteigend in Richtung Drulingen geht.

Die Steigung ortsausgangs Rahling in Richtung Bining
Hinter Drulingen wird's dann nochmal etwas steiler, man überwindet die Wasserscheide des Einzugsbereichs von Isch und Eichel. Ab Asswiller ging's aber wieder bergab, ich bewegte ich mich nun wieder auf bekannten Pfaden und fuhr durch Durstel und Mackwiller und ab dort entlang der Eichel durch Diemeringen bis Lorentzen, wo ich rechts abbog und so das Eichteltal verliess.

Ab hier ging's das Tal des Petersbachs bzw. des französischen Rohrbachs durch Rahling (mit einer fetten Steigung am Ortsausgang, die ich nach mittlerweile 150 km aber noch recht gut meisterte) hoch nach Rohrbach-lés-Bitche. Hier erwischte mich fast der erste Regenschauer des Tages, aber ich hatte Glück - es gab nur ein paar Tropfen, der Straße nach zu urteilen musste es wenige Minuten vorher heftigst geschauert haben (auch ca. 20 km später im Bickenalbtal blieb ich abgesehen von einigen Tropfen von Schlimmerem verschont).

Bierbach aus Blickrichtung B423
Schon kurz danach war ich in Petit-Réderching und fuhr das Bickenalbtal hinab, ich konnte richtig gut drücken und schraubte meinen Schnitt über wenige Stunden vorher nicht mehr für möglich gehaltene 28 km/h - es ging ja aber auch beständig bergab. Eigentlich wollte ich in Altheim Richtung Böckweiler abbiegen und über Blieskastel heim, aber die Niedhammerstraße war, was ich zu spät bemerkte, gesperrt. Also weiter das Bickenalbtal hinab Richtung Mittelbach und Zweibrücken bis zur Mündung der Bickenalb in den Hornbach.

Auf dem Weg entschloss ich mich, da ich wirklich gute Beine hatte und auch sonst alles passte, vor allem das Wetter, ein paar Kilometer draufzupacken und meine bisher längste Fahrt - 230 km beim Radmarathon Tannheimer Tal 2010 - längenmäßig zu überbieten. Also nochmal ab Richtung Webenheim und dann nach Blieskastel. Dort machte ich eine letzte Pause und genoss ein Eis, ehe es auf dem Bliestal-Radweg in Richtung Homburg ging.

Letzte Pause und vorgezogene Belohnung in Blieskastel...
Nach nun über 200 km merkte ich nun doch, daß der Akku langsam zu Ende ging. Ich rechnete daher ziemlich genau, wie ich fahren musste, um die 230 km, wenn auch nur knapp, zu überbieten. Maßarbeit - nach einer Extrarunde über Altstadt, Niederbexbach, Kohlhof, Ludwigsthal, Wellesweiler, die Innenstadt samt Pläddchesdohle, die Ring- und Brunnenstraße kam ich nach genau 230,08 km zuhause an.

Außer, daß die Füße und der Rücken ein bisschen weh taten, merkte ich kaum was. Ausgiebig Dehngymnastik und eine schöne Dusche halfen da auch dem Schlimmsten ab. Die Generalprobe für die geplanten Alpentouren und den SURM am 21.09. darf ich also getrost als geglückt bezeichnen...

http://veloviewer.com/activities/181012277







Freitag, 15. August 2014

Strava heilt Garmin-Fehler!

Alle Garmin-Nutzer, vor allem die, die mit dem Rad ab und an von anderen Startpunkten als der heimischen Haustür unterwegs sind und daher das Velo mit dem Auto dorthin und von dort weg transportieren, kennen das Problem: Man beendet die Fahrt, packt das Rad ein und vergisst, vor allem wegen der "Auto Pause"-Funktion, die Aktivität zu beenden.

Nun fährt man los, und das Garmin empfängt munter weiter GPS-Signale und zeichnet die Heimfahrt auf - nebst Puls (natürlich ungewöhnlich niedrig), Trittfrequenz (null, selbstredend) und Geschwindigkeit (hui!).

Zuhause, wenn man's merkt, ist es zu spät. Was tun?

Leider bietet Garmin Connect, die gängige Software, mit der man die Daten dann auf den Rechner hochlädt, keine Zuschneidefunktion - ein echtes Manko. Man kann zwar notdürftig händisch Kilometerzahl und Zeit korrigieren, aber sowohl in den Grafiken wie auch in den Durchschnittszahlen der Kadenz und des Pulses ergeben sich dann Fantasiewerte.

Ein kleiner Umweg über Strava (www.strava.com) hilft: Lädt man die Datei dort hoch, gelangt man über "Aktionen" und "Zuschneiden" zur Möglichkeit des vernünftigen Trimmens der Datei. Danach kann die fertige, korrekte Datei als GPX-File exportiert und in Garmin Connect problemlos importiert werden.

Schade, dass das bei Garmin nicht direkt geht. Aber gut, daß es dafür Strava gibt!

Sankt Wendeler Runde mit Jan-Robin

Sankt Wendeler Runde mit Jan-Robin von joaum bei Garmin Connect – Details

Dienstag abend war ein bißchen Bergtraining angesagt, aber da es schon relativ spät war und wir nicht im Dunkeln heimkommen wollten, begaben wir uns mit dem Auto hoch auf die B41 an die Kreuzung Römerstraße/Naturerlebnisweg Strietberg und starteten von dort über letzteren Richtung Stennweiler.

Start/Ziel unserer heutigen Tour
Von dort ging's runter Richtung Mainzweiler und ab in den Landkreis Sankt Wendel, über Remmesweiler und die Uresweilerstraße ging es erstmals richtig bergan auf die Habenichts. Vorbei am Restaurant "Römerkastell" fuhren wir die Römerstraße runter nach Urexweiler, überquerten die junge Ill und gleich ging's wieder bergan auf der L318 Richtung Marpingen. Nach einer schönen Abfahrt fand ich (offensichtlich war ich zu lange nicht mehr in der Gegend) die Straße "Tholeyer Berg", die wir eigentlich fahren wollten, nicht und war auf einmal im Anstieg "Hinter der Kirche", der aber auch schön und vielversprechend war. "Dann eben so in Richtung L303/Tholey!" dachte ich mir und in der Tat, gute Straße, es ging schön bergan, vorbei an einigen Gehöften, akzeptabler Asphalt, alles ok.

Bis ca. 100m Luftlinie vor der L303. Dann hörte die Straße nämlich auf. Wir machten kehrt und folgten dem Illtalradweg, die Routen sind übrigens vom Zweckverband Natura Ill/Theel schön aufbereitet und ausgeschildert.

Der Radweg Berschweiler/"Miriam"
So kamen wir um den Segelflugplatz Marpingen, vorbei am Kreuzhof über den "Höhbüsch" runter nach Berschweiler und wollten von dort hoch auf die L303. Ein kleiner Verfahrer noch, dann hatten wir wieder die ausgezeichnete Illtal-Route gefunden, die in erträglicher, gleichmäßiger Steigung hoch auf die L303 führt, direkt ans VENSYS-Windrad "Miriam", der ersten Windkraftanlage, die in Neunkirchen gebaut und auf saarländischem Boden errichtet wurde.

Von dort ging's nach Tholey und über den Wendalinus-Radweg runter in die Kreisstadt, nur unterbrochen von einem Platten, der aber schnell behoben war.

Wir mussten uns jetzt schon etwas beeilen, um vor der nahenden Dunkelheit zurück ans Auto zu kommen. Durch Ottweilerer Wohngebiete (ein letzter Verfahrer führte uns noch ans Schwimmbad...) ging es auf die Seminarstraße (L128).

Ist der Reifen einmal platt, ist's gut,
wenn man den Vater hat...
Dort fanden wir kurz vor dem letzten Stich hoch einen Asphaltweg, der uns unserem Start/Ziel hätte näherbringen können. Allerdings zeigte sich dort nach ca. 500m eine Abfahrt ins Tal Richtung Gellerbacher Weiher, und wir waren unsicher, ob wir danach wieder hoch in Richtung B41 kommen würden.

Mir war eine Verbindung zwischen dem Weiher und der Ottweilerer Ortslage bekannt, auf der man in der Nähe des Friedhofs rauskommt, aber sonst nichts, daher drehten wir um und befuhren zur Sicherheit die L128 bis auf die Höhe und fuhren dann wie auf dem Hinweg vorbei am Stülze Hof zurück zum Auto.

Im Nachhinein fand ich heraus, daß es problemlos möglich gewesen wäre, ab dem Gellerbacher Weiher über einige Höhenmeter bergan Richtung B41 (gegenüber der Einfahrt Baltersbacher Hof) asphaltiert rauszukommen.

Wir hätten von dort nur noch ca. 800m geradeaus auf der B41 fahren müssen, dann wären wir am Auto gewesen. Wieder was gelernt...