Samstag, 31. Dezember 2016

Sportjahr 2016 offiziell eingefroren #festive500 #stage7 #101%



Trinken ging nicht mehr, weil der Flascheninhalt ein einziger Eisblock war - sowas ist mir noch nie passiert. Bis heute!

Gut vermummt - solange man's noch darf!
Vor dem heutigen finalen Ausritt zum Erreichen des "Rapha Festive 500"-Ziels fehlten mir noch 39 km. Meine Frau musste auf Mittagsschicht, also aßen wir noch gemeinsam zu Mittag, ehe sie zum Dienst und ich meine 43-km-Tour zur Vervollständigung der Challenge fuhr.

Nach der Schockfrost-Tour gestern konnte ich mir eigentlich kaum vorstellen, dass man noch bei kälteren Temperaturen Rad fahren könnte. Schon kurz nach dem Start wurde ich eines besseren belehrt.

Die Auffahrt hoch zur Spieser Höhe fiel mir schwer wie nie, und in den kurzen Zwischenabfahrten drang die Kälte in jede Ritze - trotz doppelter Langhose, Neoprenüberschuhen und Doppelbestrumpfung, zwei langen Funktionsunterhemden unter einem Windbreaker und einer Winterjacke sowie Doppelbehandschuhung und Balaclava mit Mütze.

Außerdem hatte ich vorne und hinten richtig gut profilierte Randonneursreifen drauf - "Winterreifen" quasi. In den letzten Tagen hatte ich das immer schon mal vor, aber nie die Zeit zur Montage gefunden, gestern zumindest mal den Vorderreifen gemacht - nun beide. Das gab mir bedeutend Sicherheit.

An der Quelle des Saarbachs bei Ommersheim
Die Bäume strahlten in weißem Frostkleid, die Sträucher auch - eigentlich alles, was eine Oberfläche und keine nennenswerte Eigenwärmequelle hatte.

Die Landschaften, durch die ich fuhr, waren irgendwie surreal, die Sonne schaffte es nie, durchzudringen, selbst an den höchsten Punkten nicht.

Entsprechend kalt war es auch: -5°C im Schnitt, wenn man die "Eingewöhungszeit" von ca. 15 Minuten abzieht, die der Garmin Edge 1000 braucht, bis er nach dem Start seine Wohlfühl-Zimmertemperaturreste an die Umgebung verloren hat. Die Kälte wirkt sich natürlich aufs Leistungsvermögen und die Durchschnittsgeschwindigkeit aus.

Oben im Langentalergraben unterhalb von Biesingen

Abfahrten nimmt man ob der Frostgefahr ohnehin langsam, bergauf kostet jede Bewegung mehr Kraft als üblich, weil die "Kleidungsrüstung", in der man steckt, um den Preis der Wärme eben auch Widerstand bietet.

Ich passte mich aber an, wiewohl ich anfängliche Pläne, eventuell etwas zu verlängern und in Richtung 530-540 km zu fahren, gleich begrub.

Knapp über die 500er-Marke zwischen dem 24.12. und dem heutigen Tag zu springen, sollte für heute und dieses Jahr genügen - höhenmetermäßig habe ich meine Leistung von letztem Jahr eh locker überboten (fast 7.000 hm, also nahezu 1.000 je Aktivität gegenüber 5.500 und damit "nur" 785 pro Fahrt letztes Jahr).


Die Kirkeler Burg im Winterkleid, wenn auch ohne Schnee...
Und statt einer Durchschnittstemperatur von 8° C in 2015 hatte ich mit der Tiefkühltour heute exakt 0,3°C im Schnitt in den sieben Fahrten 2016.

Wie kalt war es? Wie oben bereits erwähnt: Als ich kurz vor Kirkel die letzten 0,3 Liter meines Isogetränkes aus der Flasche saugen wollte, kam - nichts.

Das Zeug war zu einem einzigen Eisblock gefroren. So musste ich die letzten 10 km durstig absolvieren...

Immerhin: Mein VO²-Max-Wert ist in den letzten beiden Wochen beim Radfahren auf beachtliche 54 gewachsen. Soviel hatte ich noch nie zuvor gemessen (gehabt vielleicht schon, aber dann ohne es zu wissen)!

Brücke über die A8 - 2016 204 mal gequert. See you in 2017!
Beim Laufen hingegen stagniert er bei 50 nach dem Rekordmesswert von 59 beim Marathon in Chicago.

Also: Ein mäßiges Sportjahr geht dann doch noch gut zu Ende! In den nächsten Tagen fass ich es mal in einem Post zusammen...

Aber jetzt bin ich erstmal erledigt. Die Akkus sind leer, und Lust hab ich auch keine mehr.

Nach sieben Tagen Dauerradfahren, vor das noch ein Lauf geschaltet war, mach ich jetzt also erst mal zwei bis drei Tage Pause.

Die hab ich mir auch verdient! So! Guten Rutsch Euch allen!


Freitag, 30. Dezember 2016

Zittertour an Glan und Oster #festive500 #stage6 #92%




Heute sollte der kälteste Tag des Monats werden - und so kam es auch. Einige unserer Kompagnons sagten uns auch ab, aber die Härtesten der Harten trafen sich um 10.20 Uhr in Wellesweiler an der Stengelkirche. Ich hatte nochmal beim Extremzwiebeling zugelegt: Zwei lange Hosen, zwei Paar Strümpfe, Neoprenüberschuhe, zwei lange Unterhemden, Winterjacke, dünne und dicke Handschuhe übereinander und Balaclava. Das war auch nötig!

Bei Gries blühten Eisblumen - im Nebel sieht man die Jungs...
Am Start waren schließlich Mark, Dieter, Andreas, Michael und ich. Es war deutlich unter 0°C, und die Sonne schaffte es zumindest in diesen tiefen Lagen nicht durch den Nebel. Wir fuhren über Bexbach und Jägersburg nach Waldmohr, dort probierten wir mal was Neues aus - über die Rathausstraße, den jungen Glan und die Wasserstraße hoch auf den Weg zwischen Schönenberg-Kübelberg und Waldziegelhütte. Hier, oberhalb von 330 m über N.N., zeigte sich dann auch kurz die Sonne!

Wir mussten dann leider wieder ins Tal des Klingbachs und kamen über Schmittweiler, den Radweg entlang des Kohlbachs, in den der Klingbach mündet, und schließlich durch die Ortsmitte von Schönenberg-Kübelberg an die nächste Steigung vom Kohlbach- ins Ohmbachtal rüber nach Brücken. Am Ortseingang suchten und fanden wir den Radweg durch das Ohmbachtal bis Gries und schwangen uns hinauf auf die Straße nach Börsborn.

Oberhalb von Börsborn - endlich Sonne!
Mark verließ uns hier und fuhr über Brücken, das Kohlbachtal hoch und dann rüber ins Schönbach- und Ostertal nach Hause. Wir verließen Börsborn und, oh Wunder, sahen ab dem Erreichen der 350-m-über-N.N.-Marke wieder die Sonne zwischen Börsborn und Glan-Münchweiler - wenn auch nur kurz. Direkt nach dem Überfahren des höchsten Punktes in der Abfahrt ins Glantal hatte uns der Nebel wieder - und damit die Temperaturen unter 0°C, während es in der Sonne wenigstens genau 0°C waren.

Wir mussten vorsichtig runterfahren - das erklärt auch den recht mäßigen Schnitt. Abfahrten konnte man bei dieser Rutschgefahr einfach nicht mit Tempo nehmen, Kurven schon gar nicht. So gelangten wir aber sturzfrei nach Glan-Münchweiler und sahen den Glan, den wir bei km 2 in Waldmohr letztmals gesehen hatten, diesmal so ca. bei km 30 wieder - wir begleiteten ihn für ca. acht Kilometer seines Laufs bis Theisbergsteigen.

Der Fotograf als Schatten, der Nebel wawert - kurz vor'm
"Haselrech", dem Grat zw. Börsborn und Glan-Münchweiler
Im Tal hatte uns die Kälte wieder. Auf den Handschuhen und in den Armbeugen blühten Eisblumen von der abweichenden Körperwärme! Wir fuhren erst hoch nach Haschbach und dann wieder runter nach Kusel, ehe es wieder hoch ging in Richtung Bledesbach - immer noch bei Nebel und deutlich unter 0°C. Das ging schon an die Substanz.

So entschlossen wir uns in Bledesbach, ein wenig abzukürzen. Anstatt den Bledesbach hoch- und nach der Kuppe wieder ins Ohmbachtal runterzufahren, um dann später durch Langenbach eben jenem Tal bis zum Ende auf die B420 zwischen Konken und Selchenbach zu folgen, fuhren wir gleich auf die eben genannte Bundesstraße. So sparten wir uns sieben Kilometer und ca. 200 Höhenmeter.

Oberhalb von Kusel - Dieter im Nebel, die Sonne kämpft...
Noch besser: Oben in Konken schien die Sonne - und verließ uns nicht mehr, sondern blieb auch später im Ostertal unterhalb der "magischen" Grenze von 330 m über N.N. noch eine Zeitlang bei uns. Das Saarland ist eben ein Sonnenland!

So kamen wir gut das Ostertal runter, erst ab Hangard wurde es wieder neblig und kalt. Michael, Andreas und Dieter fuhren die Rombach hoch, ich über Wiebelskirchen heim. Am Ende war bei mir echt der Akku alle.

Anyway: 460 der 500 notwendigen Kilometer sind abgespult, die restlichen 40 duddel ich morgen flach in ca. anderthalb Stunden - und wirklich nicht mehr, glaub ich. Dieses Jahr war's ohnehin eindeutig schwerer: Ich hab schon jetzt 800 Höhenmeter mehr als bei der "Rapha Festive 500" letztes Jahr - und das bei noch über 100 km weniger! Die Durchschnittstemperatur letztes Jahr war 8°C, dieses Jahr sind's 2°C...

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Bechhofen-Runde mit Höhenstraße #festive500 #stage5 #74%



Nach dem heutigem Mittagsritt sind fast 3/4 der Strecke geschafft, die ich für die Vollendung der "Rapha Festive 500"-Challenge brauche. Bei viel besserem Wetter als prognostiziert (es schien die ganze Zeit die Sonne) habe ich heute, anstatt ganz auf Nummer Sicher zu gehen und nur bekannte Strecken zu fahren, meinem Entdeckerdrang nachgegeben und zum ersten Mal die Höhenstraße aus dem Lambsbachtal hinaus hoch nach Käshofen gefahren. Das war toll und hat sich echt gelohnt!

Der (obere) Jägersburger Weiher
Los ging's kurz nach 12 Uhr über Bexbach in Richtung Jägersburg, von wo aus ich das Einzugsgebiet der Blies (und auch das Saarland) verließ und einige Kilometer entlang des jungen Glan fuhr, ehe ich in Richtung Bechhofen abbog. Mit dem Erreichen der Ortslage dort war ich auch wieder im Lambsbachtal und damit an einem Nebenbach der Blies, wenn auch noch nicht wieder im Saarland - das sollte noch ein wenig dauern.

Es war zwar recht kalt, aber die Sonne schien und wärmte einen auch ab und an. Trotzdem hatte ich nach dem Erfahrungen der letzten Tage den Zwiebellook nochmals verstärkt: Zwei Paar Socken und Neos drüber, doppelt lange Hose, drei Lagen Oberbekleidung mit dicker Winterjacke. Dazu Winterhandschuhe, dicke Mütze und Schlauchschal. So ließ sich's auch bei Temperaturen nur knapp oberhalb des Gefrierpunktes aushalten.

Trotzdem ist gerade Rennradfahren bei Wetter wie diesem nicht ungefährlich. Wo die Sonne nicht hinkommt und der Raureif bleibt, rutscht man gerne. Ich fuhr daher auch sehr vorsichtig und an manchen Stellen sogar übervorsichtig. Passiert ist zum Glück nichts.

Ab Bechhofen ging's das Lambsbachtal hinab, die Strecke zwischen Bechhofen und Kirrberg ist zwar von eher schlechter Qualität, aber trotzdem ganz gut befahrbar. Hier war es mit 0°C auch am kältesten.

Der Beginn des Anstiegs zur Höhenstraße.
Wo's hinten weiß wird, wird's auch steil...
Dann kam der Anstieg zur Höhenstraße: Auf den ersten 700 Metern ab dem Beginn der Steigung überwindet man 86 Höhenmeter, das sind 12,2%. Nicht übel, wenn man vorher tagelang nur "gedudelt" hat. Aber dann ist das schlimmste auch schon geschafft, und mit gut vollgepumpter Beinmuskulatur fällt dann auch der Rest nicht schwer. Vom tiefsten Punkt (dem Bach) zum höchsten (der Ortsausgang von Käshofen) sind's nahezu 140 Meter bei fast 2 km Länge, das sind 7% im Schnitt. Ich brauchte dafür 8:40 Minuten, das ist ein Schnitt von 13,7 km/h bei einer Durchschnittsleistung von 300 Watt. Das genügte dann aber auch als einziger "Reiz" an diesem Tag...

Danach ging's über Mörsbach und Kirrberg nach Homburg und von dort über Limbach, Kohlhof und Furpach nach Hause.

Morgen dann bei voraussichtlichem Schnatterwetter eine 90-km-Tour mit Christian, Mark, Dieter und vielleicht noch dem einen oder anderen dabei. Aber hinterher gibt's heißen Kaffee, versprochen!

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Frostfahrt durchs Bliestal #festive500 #stage3 #63%




Mühsam nährt sich das Eichhörnchen! Bei diesen Temperaturen macht Radfahren wirklich nur bedingt Spaß.

Bei Blieskastel hielten die Wolken zunächst die Sonne zurück
Zieht man mal die ersten vier Kilometer ab, die mein Garmin Edge brauchte, um sich von der Wohnungstemperatur der Außentemperatur anzupassen, war die gemessene Durchschnittstemperatur bei der Ausfahrt heute mittag exakt - 0,2° C.

Ich behalf mir gegen die Kälte mit noch höherer Kadenz als gestern und "Extremzwiebeling", also dem Tragen mehrerer Schichten Radbekleidung. Das alles half aber nur bedingt. Im Kirkeler Bachtal, dort, wo die Sonne niemals scheint (jedenfalls nicht in dieser Jahreszeit) sowie im nebligen Bliestal ab Blickweiler in Richtung Breitfurt hatte ich sogar -2°C. Besser wurde es erst ab Mimbach, als dann die Sonne dauerhaft schien.

"Ich bin Holzfäller, mir geht's gut,
am Tag packt mich die Arbeitswut..."
Letztes Jahr um diese Zeit waren es 7°C, das macht schon einen guten Unterschied aus. Nicht ungefährlich war auch besonders in manchen "Ecken" der Bodenfrost.

Man kann nur an Autofahrer appellieren, gerade unter diesen Umständen mehr Verständnis als sonst aufzubringen, wenn Radfahrer eben nicht auf den Radspuren, sondern auf der Hauptstraße fahren. Dort ist es gemeinhin trockener und weniger gefährlich.

Zwischen Wörschweiler und Limbach musste ich 5 Minuten stehen, weil Baumfällarbeiten eine kurzzeitige Straßensperrung bedingten. Das war ganz übel, die Kälte kroch in alle Ritzen. Nach einer gefühlten Ewigkeit ging's endlich weiter.

Mit nunmehr 315 km habe ich 63% der notwendigen 500 für die "Rapha Festive 500" zusammen. Morgen nochmal so um die 50 und dann der "Großangriff" am 30. und 31.12. - das sollte dann aber auch reichen!

Dienstag, 27. Dezember 2016

Mittagspause NK-Scheidt-Sengscheid-Lautzkirchen-NK #festive500 #stage3 #53%




Beine kreisen lassen! Nach der doch recht heftigen Eifeletappe gestern habe ich heute die Mittagspause genutzt, um meine Anstriebsmaschinerie ein wenig locker zu machen. Es ging bei herrlichem Wetter, aber niedrigen Temperaturen über Elversberg runter nach Sankt Ingbert und den Rohrbach runter nach Scheidt, von dort ins Grumbachtal.

Blick von der Brücke des (zur Zeit trockengefallenen)
Grumbachs zur Autobahn A6
Das Grumbachtal, nachdem auch die Autobahnbrücke zwischen der Abfahrt Sankt Ingbert-West und der Fechinger Talbrücke benannt ist, führt den Grumbach von seiner Quelle oberhalb von Sengscheid am Steinkopf bis zu seiner Mündung in den Rohrbach bei Scheidt. Mit dem Fahrrad ist das Tal eine schnelle Verbindung z.B. von der Saarbrücker Uni ins Würzbachtal.

Die Strecke ist durchgehend asphaltiert, wenn man gerade unter der Autobahnbrücke durchgekommen ist, führt der Weg links nach Sengscheid, rechts führt ein asphaltierter Weg hoch an die Brücke über die A6 bei Bischmisheim, dort zur Hochstraße.

Ich hielt mich links und überquerte den Grumbach, nicht ohne über zwei typisch saarländische Bilder zu schmunzeln (siehe Fotos). "Huwwel" gibt's wirklich nur hier!

Die Straße aus dem Tal nach Sengscheid ist zwar ebenfalls durchgehend asphaltiert, aber leider immer sehr dreckig.

Egal: Von Sengscheid aus kommt man schnell ins obere Würzbachtal, und ich folgte dem Bach vorbei an Reichenbrunn, durch Oberwürzbach, die Rittersmühle und Niederwürzbach bis nach Lautzkirchen.

Dabei hielt ich die Trittfrequenz hoch: Am Ende 85, das ist schon 'ne ganze Menge für mich. Und meinen Beinen tat das auch gut.

Aus Lautzkirchen ging's dann ebenfalls mit kleinen Gängen und hoher Kadenz über Kirkel und den Eschweiler Hof nach Hause.

Fast 50 km standen am Ende auf dem Tacho, die Halbzeitmarke der "Rapha Festive 500"-Herausforderung hab ich damit schon gepackt!

Montag, 26. Dezember 2016

Schwiegermamaweihnachten in der Eifel #festive500 #stage2 #44%




Ich bin schon weiter gefahren als heute, steiler, und auch schneller. Aber soviel kämpfen wie heute, um das Ziel auch zu erreichen, musste ich noch nie. Die Eifel lehrt Dich Demut!

Selfie vorm Start. Dunkel war's, der Mond schien... gar nicht
Um um 12 Uhr anzukommen, wenn sich die ganze Familie meiner Frau bei meiner Schwiegermutter in Schönecken zum Weihnachtsessen treffen sollte, musste ich nach meiner Planung um 6 Uhr losfahren. Das war mir ein bißchen zu früh, der Kompromiss war Start um 6:30 Uhr und das Zugeständnis einer halben Stunde Verspätung. Schließlich lagen 158 Kilometer vor mir! Mit einem Schnitt von 25-26 km/h sollte das einigermaßen zu schaffen sein, dachte ich mir.

Um 5:45 Uhr klingelte der Wecker, und der erste Blick aus dem Fenster ließ meine Stimmung gleich mal sinken: Feiner, fieser Nieselregen, der es bei selbst bester und wärmster Fahrradbekleidung besonders gut schafft, in die kleinsten Ritzen zu kriechen und Dich so richtig zu durchnässen.

Schloss Dagstuhl bei Wadern
Egal, ich hatte mir was vorgenommen, und zumindest versuchen wollte ich es auch. Zum einen musste nach der Trödelei der ersten beiden Tage die Kilometerfresserei für die Rapha Festive 500 ja irgendwann mal losgehen, zum anderen wußte ich, dass die Familie ja irgendwann mit dem Auto aufbrechen würde: Sollte ich es aus welchem Grund auch immer nicht schaffen, so müssten sie mich eben auflesen.

Ich frühstückte reichlich und machte mich auf den Weg. Schon die ersten 500 Meter zeigten mir, was mich erwarten sollte. Regen, Regen, Regen. Aber wenigstens war's einigermaßen windstill.

Heddert am Ortseingang - 516m über N.N., der höchste Punkt
Erstmal ging's los in Richtung Sankt Wendel. Es war stockduster, aber die Cateye-Lampe, die ich mir am Tag zuvor erst bei Fahrrad Schweitzer gekauft hatte, reichte, um genug zu sehen - und vor allem, um gesehen zu werden. Ich sparte bewußt Kraft und fuhr sehr ökonomisch, weil ich wußte, was noch alles vor mir lag.

So ging's über Wiebelskirchen, Ottweiler und Nieder- und Oberlinxweiler nach Sankt Wendel. Vorbei an Flash, ALDI und schon war ich auf dem Wendelinus-Radweg. Die Lampe reichte auf dem ansonsten unbeleuchteten Weg gerade so aus, ich kam gut voran. Alle 45 Minuten ass ich einen Riegel, und ich trank auch ausreichend meine Dextro-Energy-Mixgetränke.

Die Kyllmündung in die Mosel bei Trier-Ehrang
Erst ausgangs Gronig, kurz vor acht Uhr, zeigte sich so etwas wie eine Dämmerung. Von Minute zu Minute wurde es wenigstens ein wenig heller, wenn auch der Regen nicht nachließ.

Ich passierte die Bliesquelle und durchfuhr Selbach, überquerte die junge Nahe und fuhr in die lange Abfahrt die Selbachstraße runter ins Imsbach- und dann ins Primstal. Nun war es zumindest so hell, dass man auch ohne Lampe gut sehen konnte. Ich schaltete die Cateye eine Stärke runter, so dass die Lampe ihrer Signalfunktion genügte, um mich für entgegenkommende Autos besser sichtbar zu machen.

Hoch ging's aus dem Primstal, vorbei an Schloß Dagstuhl. Ich war jetzt fast zwei Stunden unterwegs und hatte fast 50 km auf dem Tacho. Bis Wadrill rollte es noch recht gut, aber dann begann ein fast neun Kilometer langer Anstieg, nur unterbrochen von einer kurzen Zwischenabfahrt aus Grimburg ins obere Wadrillbachtal. Zwischendurch, um 8:50 Uhr, verließ ich hinter Wadrill und vor Grimburg das Saarland.

Hinter Auw an der Kyll - 10 °C, trockener Untergrund.
Von da wurde es nicht mehr besser, sondern das Gegenteil.
In Kell am See wollte ich ein paar Kilometer sparen und statt der langen, aber gleichmäßigen Abfahrt entlang der Ruwer (20,6 km) über Schillingen, Heddert und Hinzenburg (11,2 km, aber einige Anstiege) nach Pluwigerhammer. Ein Hindernis gab's: Der Nebenbach der Ruwer, die Rauruwer, wird derzeit mit einer neuen Brücke überbaut, weshalb man nach Heddert besser in Richtung Lampaden zurückfährt und im Ruwertal auf den Radweg springt. Ich aber, unwissend, quälte mich durch die Baustelle, was mir dreckige Schuhe und fünf Minuten Zeitverlust bescherte.

Das Gute: Es hörte auf zu regnen und wurde von Minute zu Minute heller und wärmer! Ich schöpfte neuen Mut, kam gut das Ruwertal runter, überquerte die Mosel bei Ehrang und fuhr die Kyll hoch, dabei sah ich zufrieden die 100-km-Marke fallen. Nach vier Stunden Netto-Fahrzeit hatte ich 104 km hinter mir, also ein 26er-Schnitt, den ich bis zum Bahnhof Speicher fast halten konnte, wobei ich die Fahrt nur für ganz kurze Esspausen unterbrach und einige Fotos machte.

Die Mühle hatte auch mal Pause...
Die nassen Winterhandschuhe hatte ich mittlerweile gegen dünne, aber trockene Stoffhandschuhe getauscht und war guten Mutes, vor allem da die Kleider langsam begannen abzutrocknen. In Hüttingen an der Kyll hielt mich ein schleichender Platter auf, dessen Beseitigung mich nochmal zehn Minuten kostete.

Schlimmer: Das Wetter wurde wieder schlechter. Hoch nach Bitburg begann wieder Nieselregen zu fallen, und die Temperatur sank merklich. Kurz davor in Auw an der Kyll hatte es noch zehn Grad Celsius, jetzt waren es nur noch sieben.

Und auf der Abfahrt ins Nimstal, auf das ich mich eigentlich total gefreut hatte, weil es dort immer gut rollt, wurde es noch schlimmer: Es wurde kälter und kälter, der Regen fiel mittlerweile intensiv und dauerhaft, und das Schlimmste: Es gab heftigen Gegenwind, genau von Norden, wohin ich fuhr.

So kann man nasse Handschuhe auch verstauen...
Die dünnen Handschuhe waren jetzt keine echte Hilfe mehr, ich hatte wegen immer klammerer Finger schon Probleme beim Schalten, das Thermometer zeigte erst fünf, dann vier, schließlich drei, am Ende sogar nur noch zwei Grad! Mein Akku war echt alle, ich brachte überhaupt keinen Druck mehr auf die Kurbel und quälte mich mehr schlecht als recht in Richtung Schönecken. Klitschnass, total durchgefroren und wie ein Häufchen Elend saß ich auf dem Rad.

Als ich schließlich in Schweisthal die letzte kleine Kuppe hochgefahren war und den Ort sah, freute ich mich wie selten zuvor!

Die letzten 21 Kilometer brachte ich fast 40 Watt weniger Leistung auf die Kurbel als auf den 136 vorher. Das sagt eigentlich alles aus.

Am Ende standen 6:15h reine Fahrzeit (brutto 6:40h), ein 25,3er Schnitt und mein bis dato längster Festive-500-Ritt. Bei Schwiegermama in der Eifel gab's danach genug zu essen, um die leeren Speicher wieder aufzufüllen. Auch wenn ich statt um 12 erst um 13.15 Uhr am Tisch saß - das reichte noch. "Um 12 werd gess" - diese Regel gilt wohl nur in der Heimat...

Abends nach dem Heimkommen war erstmal eine Stunde Radpflege angesagt. Nicht nur der Matsch des Rauruwertals klebte in allen Ritzen, sondern auch jede Menge anderer Dreck. Aber jetzt ist das graue Ross wieder sauber, geölt und bereit für neue Taten - bei hoffentlich besserem Wetter bis Silvester!

Sonntag, 25. Dezember 2016

Futtern bei Muttern #festive500 #stage1 #12%




Heute bin ich mal ganz vorsichtig in die Rapha Festive 500 eingestiegen, nachdem ich gestern ja statt dessen mit dem Flo und ungefähr 60-70 anderen lieben Menschen laufen war. Nun ist Aufholen angesagt!

Nein, nicht Hollywood - Völklingen!
Morgen kommen nochmal so 155 km dabei, wenn alles gut geht, wenn ich zur Schwiegermama in die Eifel fahre. Start wird 6.30 Uhr sein, die ersten beiden Stunden mit Lampe...

Gegen 10.40 Uhr fuhr ich los, es ging erst mal über Elversberg ins Rohrbachtal nach Sankt Ingbert. Eine Umleitung zwang mich ins Rischbachtal, und dort verfranste ich mich ein wenig. Am Ende der Gehnbachstraße blieb mir, um auf die Dudweilerstraße zu kommen, nur die Flucht in den Wald (die Alternative wäre Umdrehen gewesen, aber das mach ich nicht so gern).

Bei Lisdorf - rechts das Saarstahl-Kraftwerk, hinten das
Polygon auf der Bergehalde bei Ensdorf
Gar kein Problem: Hinter den Häusern ging ein gut befahrbarer Waldtrail entlang, und schwuppdiwupp war ich auf der Straße hoch in Richtung Sulzbachtal.

Von dort war's einfach: Das Sulzbachtal runter bis in die Saarbrücker City, durch das Ohr des Herren (oder Kaldnaggisch, wie man hier sagt)  und die Freude des Jägers bis an die Saar, von dort meine Strecke, die ich jahrelang vom und zum Dienst fuhr, in Richtung Bous immer an der Saar entlang.

Ich trat um die 200 Watt, schraubte den Schnitt vorsichtig in Richtung 26 km/h hoch, und fuhr mit gebremstem Schaum - Kraft sparen für die Eifeltour war angesagt!

Nach 60 km wieder in der alten Heimat...
Bei Völklingen lief mir ein Irish Setter 3-400m lang neben dem Rad her, die Rufe seines "Herrchens" (der Diminutiv ist hier angebracht) verhalten ungehört. Zum Glück fehlte seiner Aggression die letzte Konsequenz - er lief nur mit und bellte, irgendwann war er dann zum Glück müde. Da fuhr mir der Schreck ganz schön in die Knochen. Maximalpuls war da 154, sonst nie mehr als 141 auf der ganzen Fahrt...

Bei Völklingen kam mir eine Bekannte entgegen, Verena fuhr aber lieber MTB als Rennrad. Aber immer schön, wenn man Leute trifft, die man kennt. Ich blieb bis Saarlouis an der Saar und sah sogar noch ein bekanntes Gesicht, der Sebastian kam gerade von der Tour mit den Überherrnern zurück. Von Saarlouis ging's dann über Fraulautern und Saarwellingen nach Schwarzenholz.

Mit dem Wetter hatte ich Glück. Der Wind war teilweise eklig, aber nicht allzu stark, und geregnet hat es eigentlich auch nicht, bis auf zweimal fünf Minuten Nieseln. Ich hab ein bisschen wenig getrunken und hatte die Waden hart und ganz leichte Krämpfe. Hoffentlich beißt mich das morgen nicht. Aber Sorgen machen hilft ja auch nix. Einfach fahren!

Samstag, 24. Dezember 2016

Easy Christmas Trail mit Flo Neuschwander und vielen anderen



Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt - diese Abwandlung eines auf Wilhelm Busch zurückgehenden Spruchs ("Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt" aus dem Gedicht "Plisch und Plum" (1. Kapitel, 1882)) passte heute für mich.

Mit Monika und Florian Neuschwander
Eigentlich wollte ich ja das Laufjahr mit dem Lauf vom Donnerstag abgeschlossen haben und mich ab dem heiligen Abend wegen der Rapha Festive 500 nur noch aufs Radfahren konzentrieren. Zwei Dinge änderten das: Zunächst mal das äußerst miese Wetter am heutigen Morgen, aber auch die Lektüre der Saarbrücker Zeitung, wo ich von Florians "Easy Christmas Trail"-Projekt erfuhr.

Mark und ich waren uns schnell einig: Das Radfahren musste mindestens mal noch einen Tag warten. So trafen wir uns kurz vor 11 Uhr mit ca. 50-60 Gleichgesinnten sowie Florian und seiner lieben Mama Monika am Sportplatz Eberstein. Flo erklärte fix die Regeln: Es gab keine, außer das die, die wollten, zwei Runden laufen konnten, die, die weniger vorhatten, eben nur eine - in jedem Fall gäbe es nachher was zu trinken und noch ein kleines Weihnachtsgeschenk von ihm. Super!

Vor dem Start: Florian macht den Erklärbär!
Flo hatte eine 6-km-Runde zusammengestellt, mit ganz viel Trail und schmalen Pfädchen, und die Gruppe zog sich wie eine Perlenschnur auf. Flo hatte die Strecke noch mit zwei Strava-Segmenten "garniert": Ein Trail nur bergauf, ein Kilometer mit 57 Höhenmetern, und einen Ein-Kilometer-Zielsprint zum Eberstein.

Die erste Runde lief ich voll und ziemlich vorne mit, vor der zweiten Runde passte ich Mark ab und wir liefen zusammen weiter.

Kurz vorm Einstieg in den Trail nach Beginn der zweiten Runde entschieden wir uns aber, es locker angehen zu lassen und blieben auf der Asphaltstrecke.

Wie an 'ner Schnur aufgezogen meisterte die Gruppe die Trails
Wir sammelten noch eine weitere Läuferin ein, zu dritt drehten wir die zweite Runde über Ebersteinstraße und Philosophenweg, bis uns die Kollegin dort in Richtung Heimat verließ.

Kurz vorm Ziel kam uns Flo entgegen, der wie ein guter Hirte die Herde im Blick behielt und gleich mal fragte: "Habt ihr abgekürzt?". Ich wieß das entrüstet zurück, ehe ich es eingestand - Spaß gehört beim Laufen halt dazu.

Mark und ich liefen uns am Ende der zweiten Runde noch ein wenig aus, dann gab's noch das eine oder andere Schwätzchen. Ehe wir anfingen zu frieren, löste sich die Gruppe langsam auf, nicht ohne jede Menge netter Weihnachtswünsche.

Das war toll! Jederzeit wieder! Danke an Florian, seine Mama Monika, die eine echt gute Fee war, und an alle, die dabei waren!


Donnerstag, 22. Dezember 2016

Jahresabschlusslauf



Neun Tage vor dem Jahresende war heute das voraussichtliche Finale, denn ich plane für den Rest des Jahres wegen der Rapha Festive 500 nicht mehr zu laufen, sondern nur noch Rennrad zu fahren.

Am Felsen im oberen Kasbruchtal
Aber die 1.500 km für das Gesamtjahr wollte ich schon noch vollmachen - bis auf 2014, wo ich das gesamte erste Halbjahr verletztungsbedingt gar nicht lief, hatte ich die 1.000 km seit 2009, dem ersten vollen Jahr, in dem ich regelmäßig laufend unterwegs war, immer klar geknackt.

Also ging's heute trotz ekligen Nieselregens durchs Kasbruch und auf der anderen Seite den Wald westlich von Ludwigsthal unter der A8 hindurch, südwestwärts über den Holzablageplatz am Franzosenweg bis ins obere Kleberbachtal und dann zurück zum Franzosenweg.

Ich lief mit recht ruhigem, gleichmäßigem Puls stets unterhalb der 150er-Marke bis fast zur Nordgrenze des Beckerwaldes, von dort sollte es dann ostwärts vorbei an der Lakai zurück zum Parkplatz gehen.

Am vollen Holzablageplatz nahe der Kirkeler Straße
Tat es auch, aber mit einem kleinen Umweg: Meine vorgesehene Laufroute war wegen Holzfällarbeiten gesperrt, so mußte ich ein wenig zurück und quer durchs Unterholz, um wieder auf die vorgesehene Route zu kommen.

Am Ende standen dann doch fast 13 km zu Buche, mit meiner Leistung war ich einigermaßen zufrieden - gleichmäßig und ohne größere Ausschläge in hohe Pulsbereiche.

Mit diesem Abschluß des Laufjahres kann ich ganz zufrieden sein.

Dienstag, 20. Dezember 2016

Weißelbruch, CFK und WZB




Heute war's kalt und grau, als ich gegen 12:30 Uhr loslief. Ich wollte den Weißelbruch mal erkunden, schon oft hatte ich mich beim Runterlaufen ins Weißelbachtal zur Brücke gefragt, wohin der Weg, der kurz davor links abzweigt und hinter einer Biegung verschwindet, führt. Also, einfach mal ausprobieren.
Der Weg in den Weißelbruch

Ich merkte früh, dass ich nicht richtig fit war, die Beine waren noch müde von der Tour am Sonntag. Aber auch mit "gebremstem Schaum" kam ich gut voran, und nach ca. 5 km war ich am Zwischenziel.

Der Weg war gut zu laufen, und man erkannte schön den Bruch bzw. Quellbereich des Weißelbachs.

Am Ende des Wegs musste ich ein wenig durchs Unterholz hüpfen, ehe ich auf der anderen Seite des Bruchs wieder einen Weg fand, der mich zu bekannten Pfaden und raus aus dem Tal führte.

Die 600m lange Strecke vom Holzlagerplatz II bis zum WZB
Oben kurz vor der Höhe erkundete ich nochmal einen neuen Weg in Richtung Krockenwaldbachtal, ehe ich wieder oben am CFK rauskam.

Diesmal lief ich ein wenig anders als sonst, nämlich erst Richtung WZB und dann nochmal über die Mühlenbachquelle hoch auf den Franzosenweg.

Langsam bin ich echt fast jeden Weg von der Waldautobahn bis hin zum Trampelpfad in der Gegend gelaufen.

Passt aber auch gut: Von zuhause aus läuft man sich drei Kilometer ein, dann ist man schon fast am CFK. Das Kleberbachtal, das Weißelbachtal sowie das Spieser Mühlenbachtal mit seinen Nebentälern bieten abwechselungsreiche Trails für jeden Geschmack und in jeder Schwierigkeitsvariante!

Sonntag, 18. Dezember 2016

Mit den Wahnsinnigen nach Frauenberg und zurück




Eine Trainingsausfahrt mit Start und Ziel am gleichen Ort, über 100 km, über 1.000 hm und einem Schnitt von über 30 km/h im Dezember - das hatte ich noch nie. Bis heute.

Genaugenommen war ich abgesehen von den wenigen "Renn"-Einsätzen, wie z.B. beim "La Charly Gaul" 2014 und 2015, nach den obigen Kriterien erst einmal so schnell oder schneller gefahren - und das war mitten im Jahr, genaugenommen am 31.05.2015 bei der RTF des RSC St. Ingbert. Aber im Winterhalbjahr? Nö.

Le club des cinglés de Frauenberg!
Dabei fing alles ganz harmlos an. Ich fuhr gegen 10 Uhr los und zuerst mal eine kleine Extrarunde über Elversberg, Bildstock und Nieder-Neunkirchen, ehe ich mich am Rombach-Kreisel mit Dieter, Mark, Chris und Michael traf und wir gemeinsam weiter zum Treffpunkt fuhren - immer noch recht gemütlich, mit einem Schnitt von 27,5 km/h kamen wir am Treffpunkt nahe der A6-Auffahrt Homburg an.

Es waren dann aber doch 'ne Menge Jungs da, u.a. Mathias Schnapka, Andreas Walzer, Fredi Stauner, Norbert Ruffing und Harry Weirich - also allesamt nicht gerade Schleicher. Genau gezählt hab ich nicht, aber insgesamt waren wir sicher zu zwölft- mindestens.

Es dauerte auch nicht lange, bis der Zug Fahrt aufnahm. Wir fuhren über Altstadt, aber spätestens ab Ortsende Limbach begannen Andreas und Mark vorne Tempo zu machen, dann trat zunächst mal Harry Weirich ziemlich feste an, und ich hatte das Pech, neben ihm zu fahren. Uff! So wurde ich wenigstens schnell warm. Einige hatten zwar "Fahrtwindallergie", wie Harry grinsend meinte, aber eigentlich tat doch jeder seins dazu, dass wir gut vorankamen.

Auf der Höhe zwischen Blieskastel und Biesingen
So merkte man auch die Kälte nicht so schlimm. Und kalt war's. In Blieskastel ging's zügig den Berg hoch. Danach, zwischen Blieskastel und Biesingen, hatte ich die einzige Ruhephase (und Gelegenheit, ein Foto zu machen), ca. vier Minuten und 1,5 km, bis alle wieder zusammen waren. In der Folge nur noch Attacken; und spätestens hinter Biesingen bließ Harry wieder zum "Halali". Alle jagten hinterher, und auch wenn bei den Abwechselungen oft das Chaos regierte, kamen wir richtig gut in die Pötte. Mein einziger Ausreisversuch dauerte ca. 10 Sekunden, dann stellte mich die Meute - so soll es sein! Und genau so ging's das Mandelbachtal hinunter bis nach Frauenberg, dann die Blies hoch.

Wir fuhren konstant jenseits der 32 km/h, am Ende, als sich die Gruppe aufzulösen begann (Andreas und Fredi bogen bei Beeden ab, Mark, Dieter, Michael und ich in Limbach am Rumpelfaß, später stieß Mathias nochmal zu uns) schaltete ich ungefähr vier Gänge zurück. Wäre anders auch nicht gegangen.

Die 70 km mit dem Express hatten wir in einem Schnitt von 32,2 km/h gefahren, und das bei 0-2°C. Ich hatte meine Körner total verschossen, war bis dahin in über drei Stunden im Schnitt 200 Watt getreten, in der Spitze über 10 Minuten zwischen km 32 und 38,5 sogar 265 Watt. Für die letzten 11 km bis nach Hause brauchte ich über eine halbe Stunde und packte nur noch knapp 160 Watt - da wirkte jeder Hügel in Kohlhof und Furpach wie der Mont Ventoux, an der Scheibstraße wäre ich fast gestorben.

Trotzdem kam ich mit einem Schnitt von ganz knapp über 30 km/h zuhause an. Meine "Normalized Power" (NP), also der Leistungsdurchschnitt unter Berücksichtigung von Steigung, Wind und anderen Widrigkeiten, betrug immerhin 227 Watt (ohne diese Einflüße 197 Watt).

Am Ende war ich dann aber doch sehr zufrieden. So ausgepowert hatte ich mich schon lange nicht mehr, aber es hat total Spaß gemacht! Dank sei den Wahnsinnigen!

Samstag, 17. Dezember 2016

Hassel-Frohnbachstal-Franzosenkopf



Die erste ernsthafte Mountainbiketour seit einem halben Jahr führte mich in ein Revier, das ich schon lange mal erkunden wollte: Rechts des Frohnbaches zwischen dem Tal und Hassel liegt eine schöne Gegend mit zwei Höfen - dem Sonnenhof, der eine offenbar stark frequentierte Hundeschule beherbergt, und dem Triebscheider Hof, einem echten Pferdeparadies.

Abfahrt ins Kleberbachtal
Ich startete zuhause und fuhr über CFK und den angrenzenden Wald hinunter ins Kleberbachtal unterhalb des Glashütter Weihers, dort wechselte ich die Talseite und kam über einen Singletrail und eine 500m lange Aluminiumrampe - wohl nur zeitweise dort verlegt wegen Arbeiten an einem Strommast - an den Rand des oberen Rohrbachs, hinter den Häusern fand ich einen Pfad in Richtung Autobahnauffahrt.

Von dort ging's bis zum Geistkircher Hof und dann runter ins Frohnbachtal. Nachdem ich am Sonnenhof vorbeigekommen war, drehte ich eine Runde durch den Wald und kam eben wieder am Sonnenhof raus, ehe es in Richtung Ortslage Hassel ging. Dann wieder in den Wald hinein, und nach einigen Kilometern kam ich an eine Kreuzung, die ich später wiedersehen sollte.

Der Downhill-Trail "DB Trail" - für mich 'ne Nummer zu hart
Erstmal ging's auf einer schönen Abfahrt runter ins Tal in Richtung der Bahngleise und dann den "DB-Trail" hoch. Leider musste ich einmal absteigen und kam nur sehr schwer wieder in Tritt, ehe ich oben stand und auf den Downhill-Trail hinunterblickte. Ganz ehrlich: Ich fahr gern MTB und scheue mich auch nicht vor technisch schwierigen Trails, aber das war mir eine Nummer zu heftig. Da bremste ich mich lieber vorsichtig runter und fuhr dann wieder bergan zurück zu der Kreuzung, an der ich vorher schon war.

Von dort ging's Richtung Triebscheider Hof, dann Richtung Niederwürzbacher Weiher und nach dem Überqueren des Frohnbachs kurz vor dessen Mündung in den Weiher wieder bergan in Richtung Franzosenkopf.

Blick oberhalb des Triebscheider Hofes auf Hirschberg (links) und Hutschucker Kupp (rechts)
Der Rest war altbekannt: Hinter den Häusern der Allmendstraße ging's auf einer langen Auffahrt auf die Höhe. Nun war ich richtig warmgefahren und kam richtig gut über die wellige Höhenstrecke bis fast nach Kirkel, ehe es runter in Richtung Siedlung Waldland, dann entlang der L119 bis kurz vor Rohrbach und danach durch den Wald in Richtung Steigberg. Von dort fuhr ich zum Gutshof Menschenhaus und über die L113 bis nach Neunkirchen, anschließend über die Hermannstraße nach Hause.

Eine schöne, stramme, aber nicht übertrieben harte Runde: 18 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem MTB sind für mich schon ein hohes Tempo. Der Asphaltanteil war aber auch nicht unerheblich. In jedem Fall hab ich mal wieder ein paar neue Trails kennengelernt und jede Menge Spaß gehabt!

Dienstag, 13. Dezember 2016

Mittagspausennebellauf




In tristem Nebelwetter bei 3°C lief ich heute in der Mittagspause ein wenig länger als sonst, weil ich mal einen neuen Weg ausprobieren wollte.

In den Nebentälern des Mühlenbachtals hinter Spiesens bebauter Ortslage ließ ich den Krockenwaldbach und sein Tal links liegen und lief ins nächstes Tal wieder hoch in Richtung CFK, ehe ich einem Fußweg in den Wald folgte, dem ich bisher noch nie gefolgt war.

Dieser führt dann nach einer Gabelung (ich nahm die längere Variante) auf den Weg, von dem aus auch der Ablauf ins Weißelbachtal abgeht. Wieder was gelernt!

Selfie beim Ablauf runter ins Mühlenbachtal
Meine Pulswerte waren etwas höher als sonst, was wohl aber auch an der Temperatur und dem nasskalten Wetter lag - da sind einige Pulsschläge für die körpereigene Heizung reserviert.

Trotzdem fühlte ich mich während des ganzen Laufs richtig gut und fit.

Nach fünf Viertelstunden war ich wieder zuhause. Noch 23 km, dann hab ich auch dieses Jahr die 1.500 Laufkilometer voll!

Morgen mach ich aber mal Laufpause, mal sehen, wie es wettertechnisch am Donnerstag oder Freitag aussieht. Trocken soll's ja bleiben.

Sonntag, 11. Dezember 2016

115 km mit Staatskanzlei und viel Lothringen




Nach zwei Tagen Pause machte ich mich heute an einen Versuch meines ersten 100-km-Gran Fondo seit fast vier Monaten, als ich im Italien-Urlaub am Monte Baldo unterwegs war.

Der Fischbach in Saarbrücken-Rußhütte
Die Wettervorhersage war so la-la, aber soviel vorweg: Ich hatte Glück. Bis auf einen ganz kurzen Schauer, den ich kaum spürte, blieb mir Regen erspart, gegen Ende zeigte sich sogar die Sonne.

Kurz vor 10 Uhr ging's los, um 11 Uhr musste ich in Saarbrücken in der Staatskanzlei sein, um Bernhard Walzer, unserem SRB-Bahnfachwart, Vorsitzender der RF Homburg und Vater von Bahn-Olympiasieger Andreas Walzer, zur Verleihung der Sportplakette des Saarlandes zu gratulieren.

Über Elversberg, Bildstock, Quierschied, Fischbach, Saarbrücken-Rußhütte ging's in die Landeshauptstadt zur Staatskanzlei.

Bei der Ehrung mit Sportminister Klaus Boullion, Bernhard
Walzer und Homburgs OB Rüdiger Schneidewind
Ich schaffte es locker pünktlich und konnte nach der Verleihung gegen 11.40 Uhr meine Fahrt fortsetzen.

Über die Forbacher Straße anstatt der Metzer Straße (weniger befahren und am Ende mit einem tollen Kopfsteinpflaster-Part, da fühlte man sich wie bei Paris-Roubaix) ging's über die Bellevue in Richtung Goldene Bremm und dann hoch nach Spicheren. Der Himmel zog zu, und es gab für zwei Minuten einen ganz leichten Niesel, aber als der dann aufhörte, war's das mit Regen.

In Spicheren fuhr ich oben aus dem Ort raus und runter nach Etzing ins Tal des Waeschbachs, einens Nebenbachs des Lixinger Bachs, der direkt neben der Großbliederstroffer Schleuse in die Saar fließt.

Die Spicherer Höhen, Schauplatz der berühmten Schlacht 1870
Dann ging's gleich wieder hoch auf die D31 zwischen Behren-lès-Forbach und Kerbach. Dann kam eine lange Abfahrt runter ins Lixinger Bachtal, ehe eine der längste Auffahrten des Tages kam - da trat ich immerhin im Schnitt fast 300 Watt hoch, das stellte mich ganz zufrieden.

Zwischen Cadenbronn und Nousseviller-Saint-Nabor kreuzte ich die Römerstraße, die oben auf der Höhe zwischen den Tälern des Lixinger Bachs und des Strichbachs verläuft.

Sie war ich schon öfter gefahren, unter anderem beim RAID Sarre-Moselle 2015.

Puttelange-aux-Lacs
Runter nach Metzing, und gleich wieder hoch nach Guebenhouse, ehe es Richtung Autobahn A4 ging und dann unter dieser durch nach Puttelange-aux-Lacs. Nun war klar, was mich erwartete: Fast zehn  Kilometer geradeaus mit einigen Wellen in Richtung Sarrealbe, vorbei an der Ligne Maginot Aquatique.

Ich hatte zwischendrin nach 57,5 km auch Bergfest, aber fühlte jetzt schon, dass ich's mal wieder übertrieben hatte.25,8 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, 200 Watt - definitiv zuviel. So nahm ich erstmal ein wenig Druck vom Pedal.

In Sarrealbe angekommen, probierte ich anstatt der Route am Kanal vorbei mal einen neuen Weg - hoch nach Willerwald und dann rechts über die Rue de Herbitzheim. Kurzes und klares Fazit: Not recommended!

Sarrealbe
Die Straße ist nach der bebauten Ortslage superschlecht und für Rennrad kaum geeignet, bestenfalls teilweise - und auch dann nur bedingt.

Man kommt dann irgendwie unten in Herbitzheim raus, fährt unter der Autobahn durch und ist froh, endlich wieder richtigen Aspahlt unter den Reifen zu haben.

Auf dem Stück vorbei am Kanal zwischen Herbitzheim und Wittring kam ich mit 196 Watt Leistung immerhin auf einen Schnitt von 33,4 km/h.

Auf den Höhen zwischen Saar- und Bliestal
Ich sparte dann aber wieder Energie, denn nun stand die schlimmste Steigung des Tages an - kurz, aber brutal.

Auf 1,1 km auf dem Chemin de Wiesviller überwand ich 83 Höhenmeter - und das mit immerhin schon 75 Kilometern in den Beinen. Das ist im Winter was anderes als im Sommer.

Ich war schon ganz schön müde. Trotzdem schaffte ich das Auf und Ab durch Wiesviller und Woelfling-lès-Sarreguemines hoch auf die Hermeskappel-Höhe, dann ging's in rasender Fahrt runter nach Bliesbruck ins Bliestal und dort endlich auf den flachen Radweg.

Ich war ziemlich platt. Zwar hatte ich meine Fahrweise auf der zweiten Hälfte bisher etwas ökonomischer gestaltet, aber trotzdem merkte ich die Müdigkeit.

Der Eschweilerhof in der Nachmittagssonne
Die folgenden 16 km auf dem Bliestal-Radweg bis Blieskastel fuhr ich auf Sparflamme: 30er-Schnitt, 161 Watt.

So hatte ich noch genügend Kraft für die letzten Steigungen hoch nach Kirkel, aus Kirkel raus und durch Eschweilerhof sowie am Ende den Franzosenweg. Der fiel mir trotz allem richtig schwer, die Beine waren ganz schön dick.

Am Ende war ich aber zufrieden: Eine schöne Tour, im Zeitplan geblieben war ich auch, und so kam ich noch ohne Stress aufs Weihnachtskonzert des Verkehrsvereins!

Mit der Fahrt heute habe ich immerhin die 5000-km-Schallmauer (Laufen und Radfahren kombiniert) für 2016 durchbrochen - nach 7.394 (2014), 6.819 (2015) und 5.682 (2013) das vierte Jahr in Folge mit mehr als 5.000 km, wobei bis auf 2014, wo ich im ersten Halbjahr verletzungsbedingt fast gar nicht lief, immer so ca. 1.500 km davon Laufkilometer dabei waren. Da ist also noch ein wenig Luft nach oben im Dezember - hoffentlich gibt es noch ein paar schöne Wochenenden zum Radfahren, vor allem für die Rapha Festive 500!

Die Fahrt als Video



Donnerstag, 8. Dezember 2016

Runter ins Weißelbachtal




Der vorläufige Abschied vom "Winterwunderland", das die Wetterlage der vergangenen Tage uns auf Bäume, Sträucher und Wiesen gezaubert hatte, fiel einem bei einem so wunderschön sonnigen Mittagsläufchen leicht.

Der Fuß/Radweg hoch zur Hermannstraße
Ich entschied mich zu einem knapp einstündigen Vergleichslauf  - am 20.11. war ich exakt diese Strecke letztmals gelaufen und dabei schon ein wenig aus den tiefsten Tiefen meines Leistungslochs nach dem Chicago-Marathon herausgeklettert.

Heute, knapp zweieinhalb Wochen später, fühlte ich mich aber schon deutlich besser.

Schon der erste Kilometer war viel entspannter und mit spürbar niedrigerer Pulskurve, obwohl ich 15 Sekunden schneller unterwegs war. Das setzte sich auch im Folgenden fort.

Die Sonne entwickelte teilweise enorme Kraft und schmolz die Eiskristalle von Bäumen und Sträuchern. Die Waldwege lagen daher teilweise voller "Schnee", so dass man ab und an das Gefühl hatte, auf echtem Winteruntergrund unterwegs zu sein.

Teilweise lief man auch auf "Schnee"...
Der Lauf fiel mir echt leicht, ich nahm mir auch vor, nicht über einen Pulswert von 150 hinaus zu laufen, was im Großen und Ganzen gelang.

Ein schöner Mittagspausenlauf! Morgen ist aber erstmal Laufpause, und am Samstag wir wahrscheinlich mal was für den Rücken gemacht. Ich hoffe dann auf gutes Wetter am Sonntag, weil ich mal wieder richtig Lust auf Radfahren habe. Ein wenig nach Lothringen könnte es schon mal wieder gehen...






Mittwoch, 7. Dezember 2016

Eisiges Weilerbachtal




Heute hatte ich nur eine knappe Stunde Zeit in der Mittagspause, wollte aber nach zwei Tagen Pause unbedingt wieder was machen, um die Beine nach dem letzten Wettkampf des Jahres am vergangenen Sonntag in Furpach auszuschütteln.

Das Wetter der letzten Tage hat die Bäume und Sträucher verzaubert - wie mit Zuckerwatte bestreut bieten sie derzeit einen einzigartigen Anblick. Den wollte ich auch im Wald genießen und drehte daher eine lockere GA1-Acht-Kilometer-Runde runter ins Weilerbachtal.

Nach 40 Minuten war ich wieder zuhause. Herrlich!

Start und Ziel im Altseitersweg

Der Schlesierweg

Ablauf von der B41 runter ins Weilerbachtal

Unten im Weilerbachtal

Blick vom Ende des Stegs nach Süden

Der Weiher unterhalb des Heinitzer Weihers

Der unterste Weiher der drei oberen

Der Heinitzer Weiher im oberen Weilerbachtal

Ablauf zum Taleinschnitt des Heiliggartenbachs