Sonntag, 30. August 2015

Luz-Saint-Sauveur - Luz-Ardiden - Luz-Saint-Sauveur

Luz-Saint-Sauveur - Luz-Ardiden - Luz-Saint-Sauveur



Die "Handtaschenetappe" als krönender Abschluß!




Am letzten (vollen) Urlaubstag fuhren wir mit der ganzen Familie nach La Mongie, mit der Seilbahn hoch zum Pic du Midi de Bigorre, dann über den Col du Tourmalet nach Luz-Saint-Sauveur, wo sich die Damen dem Shoppingrausch hingaben. Jan-Robin und ich zogen es vor, aktiv Radsportgeschichte zu erleben...


Blick zu Beginn des Anstiegs zum Pic du Midi de Bigorre
21.07.2003: Bei der Jubiläums-Ausgabe der Tour de France (es war die 90. Ausgabe und es wurde 100 Jahre Tour de France gefeiert) war die damals 15. Etappe, bei der Luz Ardiden das Etappenziel war, entscheidend für den Ausgang der Tour.

Der angeschlagene Lance Armstrong führte mit 15 Sekunden vor Jan Ullrich und stürzte elf Kilometer vor dem Ziel, weil er mit sich dem Bremshebel an der Tasche eines Zuschauers verfing. Mit ihm ging der hinter ihm fahrende Baske Iban Mayo zu Boden.

Ullrich konnte ausweichen und nutzte die Situation nicht aus. Er wartete auf den Kontrahenten, wie dieser zwei Jahre zuvor in einer ähnlichen Situation.

Doch der gestürzte Träger des Gelben Trikots sammelte sich wieder: Er gewann die Etappe und konnte dabei seine Mitstreiter distanzieren.

Jan-Robin in Sazos
Man würde sich heute noch viel lieber an dieses Duell erinnern, wüßte man nicht, dass dies die Hochzeit der Betrügereien mit Doping im professionellen Radsport war.

Nichtsdestotrotz ist die Auffahrt nach Luz-Ardiden legendär: Die 13,4 Kilometer lange Strecke von Luz-Saint-Sauveur aus weist einen Höhenunterschied von 1036 m auf und wird „Königsetappe“, „Kurvenlabyrinth“ oder auch „Berg der Spanier“ genannt.

Von bislang acht Tour-Etappen, die hier endeten, wurden fünf von Spaniern gewonnen. Das Ziel, die Talstation des Skigebiets, liegt auf 1720 m Seehöhe.

Das Profil ist relativ gleichmäßig, die durchschnittliche Steigung beträgt 7,7 %, maximal beläuft sie sich auf 12 %. Die letzten zwei Kilometer sind ideal für Zuschauer, da sich der Abschnitt wie eine Arena ausbreitet.

Wir starteten also in Luz-Saint-Sauveur in der Ortsmitte und fuhren zunächst mal die ersten paar hundert Meter hinunter ins Tal der Gave de Pau, ehe es direkt danach losging mit dem Anstieg: Die D12 in Richtung Sazos erklimmend, verließen wir Luz-Saint-Sauveur.

Wie immer strahlte die Sonne vom Himmel, wir fuhren aber zunächst an einem schattigen Hang vorbei und kamen so langsam auf Touren. Die ersten beiden Kilometer sind noch recht locker, so zwischen 5 und 5,8%, aber dann geht's langsam los: In Sazos, der ersten Ortsdurchfahrt, wird's schon etwas steiler, und nach einem "Verschnaufkilometer" mit "nur" 7% durch den zweiten und letzten Ort, Grust, sind die nächsten beiden Kilometer die härtesten: 10 und 9%. Uff!

2 km bis zur Bergankunft...
Genau zwischen Sazos und Grust hatte sich im Juli 2003 das Drama zwischen Armstrong, Mayo und Ullrich abgespielt. Ich erkannte die Stelle genau, als ich daran vorbeifuhr: Es ist eine leichte Rechtskurve unmittelbar vor einer "doppelten Haarnadel", ehe es nach Grust hineingeht.

Nach dem Ort kommen fünf Kilometer, auf denen ziemlich gleichmäßig 410 Höhenmeter zu überwinden sind: 8,2% im Schnitt. Es geht viel geradeaus, mittendrin aber sind noch vier fast unmittelbar aufeinander folgende Haarnadelkurven.

Dann erreicht man die "Arena von Ardiden": Man überquert auf einer kleinen Brücke den Ruisseau du Punt du Sac, und nun folgen die berühmten Kehren, oben sieht man schon die Skistation. Ungefähr 1 km vor Schluss geht rechts die Straße nach Bédéret ab, einer Liftanlage der Skistation von Luz-Ardiden.

Kurz vorm Gipfel!
Die letzten zweieinhalb Kilometer sind nicht mehr so steil: zwischen 6 und 7%, aber da ist schon das Adrenalin dabei und deshalb wird's ein bißchen leichter. Wir hatten schon einige Fahrer "kassiert", unser letztes "Opfer" schnappten wir uns 1 km vor der Bergankunft.

Aber wir staunten nicht schlecht. Die Dame war schon über 70, aber super durchtrainiert und erklomm mit Nachdruck den Anstieg. Kurz nachdem wir dann nach 1:07h (Schnitt: 12 km/h) oben angekommen waren, erreichte auch sie das Ziel, wo ihr Mann schon auf sie wartete: Respekt!

Wir unterhielten uns eine Zeitlang und unser Respekt wuchs: Morgen würden ihr Mann und sie den Col du Tourmalet erklimmen, übermorgen den Col d'Aubisque!

Geschafft!
Jan-Robin versuchte sich noch einigen der Ziegen zu nähern, die dort grasten, aber wie bisher mussten wir auch hier die Erfahrung machen: Nur kucken, nicht anfassen! Die Tiere sind sehr scheu...

Die Abfahrt bewältigten wir in knapp 19 Minuten (42 km/h), allerdings recht vorsichtig, wegen der Vielzahl der engen Kurven und auch wegen dem wechselnden Straßenbelag, der immer wieder mit "gravel" angereichert war: Bei der Auffahrt war das nicht weiter tragisch, aber bei der Abfahrt kann's gefährlich sein.

Dann ging's zurück zu unseren Mädels, die schon auf uns warteten, aber Jan-Robin und ich gönnten uns schon noch, quasi als Belohnung, ein kühles Getränk in der "Bar La Taverne", einer kleinen Kneipe am Parkplatz.

Danach fuhren wir durchs Tal der Gave de Pau auf der Route, die ich drei Tage zuvor gekommen war (nur in die andere Richtung) nach Arreau zurück. Das war ein toller Ausflug!

Und für uns war es ein gelungener Abschied aus dem Radfahrerparadies der Midi-Pyrénées! Wir kommen wieder, das steht außer Frage. Hier gibt es noch sehr, sehr viel zu entdecken...



Samstag, 29. August 2015

Arreau - Col d'Aspin - Hourquette d'Ancizan - Arreau

Garmin Connect

Kleine Runde am Morgen mit zwei wunderschönen Pässen

Zwei Tage nach meinem anstrengenden 156-km-Ritt über den Col du Tourmalet und den Col d'Aspin von der Westseite her hatte ich mich genügend regeneriert, um gemeinsam mit dem Sohnemann eine 42-km-Runde über den Pass von Osten und nach dem Payolle-Hochtal auch noch die Hourquette d'Ancizan in Angriff zu nehmen. Es sollte auch die letzte Rundtour vor der Heimfahrt sein, abgesehen von der "Bergprüfung" nach Luz-Ardiden. Also hatten wir uns ein echtes Juwel ausgesucht!


Der Beginn des Col d'Aspin bei Arreau
Wir starteten um 10:20 Uhr, während die Mädels es sich am Pool gemütlich machten. So sollte der Nachmittag noch für gemeinsame Familienaktivitäten übrig bleiben. Das Wetter war wieder mal spitze, wie an bisher allen Tagen - wir hatten echt Glück!

Gleich nach dem Ortsausgang von Arreau geht es nach links in den Col d'Aspin. Noch vor wenigen Wochen waren die Teilnehmer der Tour de France auf der 11. Etappe hier hochgefahren, als Emanuel Buchmann in der "groupe du jour" mit vertreten war und am Ende Dritter wurde! Die ersten sechs Kilometer sind prima zum Einrollen, nur km 3 sticht mit 7,5% heraus, ansonsten ist die Steigung mit 3,4%-6,0% eher mäßig schwer.

Blick auf Arreau 4,5 km nach dem Beginn des Passes
Danach wird's etwas fordernder: Die nächsten fünf Kilometer haben immer so um die 8%, mal ein wenig mehr, mal ein bißchen weniger, aber man kann sehr gleichmäßig fahren. Die Aussichten hinunter ins Tal der Neste sind wunderschön, und wenn man durch die Kurvenkombination "Le Fer À Cheval" durch ist, beginnen schon die letzten beiden Kilometer, die mit ca 6,5% wieder etwas leichter sind.

Oben auf dem Pass war ziemlich was los: Eine große Gruppe spanischer Radtouristen (ungefähr 30, alle im gleichen Trikot) ergaben ein ebenso imposantes Bild wie die Herde von Kühen, die überhaupt nicht scheu waren und mit der Aussicht auf etwas Salz auch mal zutraulich werden konnten...

Hmm..., lecker!
Die Abfahrt hinunter ins Tal des jungen Adour, der an den Hängen des Passes entspringt, machte richtig Spaß. Und unten im Payolle-Tal genossen wir die wunderschöne Landschaft, ehe es gleich nach links über den Adour rüber zur Hourquette d'Ancizan ging.

Auch hier wieder: Futter fürs Auge. Wunderschöne Bäche, Wälder und Wiesen, es ging gemäßigt steil hinauf, dann wurde aber im Lauf der Zeit immer schwerer und auch ein wenig unregelmäßig durchs Hochtal des Ruisseau de Camoudiet, eines Nebenbaches des Adour.

Danach sprangen wir über einen kleinen Sattel (Sarrat de L'Artigou) und genoßen die kurze Zwischenabfahrt mit 70 Höhenmetern "Verlust" ins Tal des Ruisseau d'Artigou, der wie sein Nachbar ebenfalls in Richtung Adour fließt.
Letzter Anstieg, unten das Tal des Ruisseau d'Artigou

Nun ging es ans Finale: Wir kamen in ein schönes Hochtal, von hier aus waren es nur noch 2 km bis zum Pass, die wir recht locker hochpedalierten.

Auf der Passhöhe lernten wir Iban kennen, einen netten Spanier, der uns freundlicherweise "knipste" und mit dem wir uns noch ein wenig unterhielten.

Er meinte, wir müssten im Frühjahr herkommen, wenn "alles grün sei", dann sei es hier noch viel schöner. Ich blickte in das sattgrüne Tal und fragte: "Noch grüner?" worauf er meinte: "Hier ist doch schon alles gelb!"

Tja, alles eine Frage der Sichtweise...


Vater und Sohn auf dem letzten Pass des Urlaubs...
Die Abfahrt hinunter nach Ancizan ist ca. 10 km lang und nicht ganz ohne, vor allem, weil die Straße nicht immer so toll ist und vor allem auch viel "gravel" drauf lag.

Aber wir kamen gut runter und drückten in Richtung Arreau noch ein wenig aufs Tempo, um wenigstens die "2" vor den Tagesschnitt zu bekommen, was auch knapp gelang.

Eine wunderschöne Runde, die ich jedem Pässefahrer, der in Arreau aufschlägt, unbedingt zur Einstimmung ans Herz legen kann.


Auf dem Video von Vélo101 unten sind Teile des Col d'Aspin schön zu sehen:













Donnerstag, 27. August 2015

Arreau - Lourdes - Col du Tourmalet - Col d'Aspin - Arreau

Garmin Connect

Königsetappe


"Vous êtes des assassins. Oui, des assassins!"

 -Octave Lapize, 1910

 

 

Arreau am Morgen um 07.30 Uhr
Am vierten Tag unseres Pyrenäen-Urlaubs war es endlich soweit: Ich machte mich auf eine fast 157 km lange Runde durch das Bigorre, inspiriert von der 11. Etappe der Tour de France 2015, auf der der deutsche Meister Emanuel Buchmann einen hervorragenden dritten Platz hinter dem Sieger Rafal Majka aus Polen und Daniel Martin aus Irland herausgefahren hatte. Mit einigen kleinen Unterschieden: Ich fuhr die Etappe in entgegengesetzter Richtung und sparte mir die ersten flachen 35 km von Pau nach Lourdes, den Umweg über Bagnères-de-Bigorre sowie den Schlußanstieg der dritten Kategorie nach Cauterets. Dafür machte ich einige Höhenmeter mehr zwischen Montgaillard und Mauvezin und musste ja auch noch von Lourdes bis an den Beginn des Anstiegs nach Cauterets, so dass ich "nur" 31 km und ca. 700 hm weniger als die Tour-Asse bewältigen musste. Über die Zeit wollen wir lieber nicht reden...

Ich war mir der Schwere der Tour bewusst. Ganz allein, bis 35°C lt. Wettervorhersage, über 4.000 Höhenmeter mit vielen Steigungen zwischendurch und dem Col du Tourmalet sowie direkt danach dem Col d'Aspin als Abschluss - das war schon eine Herausforderung. Zumal ich schon beim Aufstehen merkte, dass der gestrige Berglauf eher kontraproduktiv war - die Oberschenkel waren hart, die Waden zogen. Ich dehnte mich erst mal ausgiebig, frühstückte ordentlich und nahm mir vor, auf der Fahrt hinaus aus dem Tal der Neste nicht zu überpacen, sondern mit hoher Trittfrequenz und wenig Druck aufs Pedal die Beine lockerzufahren.

Am Ausgang des Tals der Neste, Blickrichtung Westen
Das gelang auch ganz gut. Es war noch frisch, ca. 14° C, die Windjacke war hilfreich, als ich Arreau verließ. Kurz nach dem Ortsausgang sah ich links am Hang zum Col d'Aspin zwei Hirsche über ein offenes Feld jagen - herrlich!

Durch Sarrancolin und Rebouc ging's fast immer nur bergab, ehe bei Hèches die erste kleine Steigung kam, dort, wo durch den Canal de la Neste dem Fluß Wasser entzogen wird, das dann über ein ausgeklügeltes System auf kleinere Flüße im Vorbergland verteilt wird, die im Sommer wenig Wasser führen - äußerst interessant.

Und schon war ich raus aus dem Tal der Neste, 21 km hatte ich in den Beinen, die Jacke konnte ich nun ausziehen, und mit einem Schnitt von 30,3 km/h und einer Trittfrequenz von ca. 97 lag ich ganz gut im Soll.

Auf dem Weg nach Mauvezin nahm ich zum ersten Mal optisch den Pic du Midi de Bigorre wahr: Er sollte mich während der ganzen Fahrt als Orientierungspunkt begleiten.

Mauvezin
Zunächst aber mal fuhr ich frischen Mutes in Richtung Mauvezin: Das Schloß, das über dem Tal der "Côte de Mauvezin" thront, wurde immer größer. Dann ging's hinunter ins Tal der Arros, hier war auch der tiefste Punkt der ganzen Tour. Kurz danach überquerte ich deren Nebenfluß Luz, und dann direkt kam der erste richtige Anstieg: 260 hm auf gut 5 km, in der Spitze 8-9%, nachher flacher.

Ich folgte dann wie gesagt nicht der D20 in Richtung Bagnères-de-Bigorre, sondern bog rechts ab nach Cieutat und von dort hinunter ins Tal der Arrêt.

Danach gleich wieder steil hoch nach Orignac (in den Ort rein ging's mit 20% Steigung!), danach wieder runter ins Tal der Arrêt-Darré, danach wieder hoch und runter, ehe ich endlich bei Montgaillard den Adour überquerte, der aus Bagnères-de-Bigorre kommt: So hatte ich nach knapp 50 km schon 850 hm beisammen. Und das merkte ich auch schon, als ich die vorerst letzte fühlbare Steigung hoch nach Loucrup in Angriff nahm, nach der es nach einer kurzen, schnellen Abfahrt bis Lourdes erstmal flach weitergehen sollte.
Die Kirche von Orignac


Immerhin: Ab Montgaillard merkte man an der Qualität der Straße unzweifelhaft, daß hier erst kürzlich die Tour de France vorbeigekommen war - blitzblanker Asphalt, auf dem es richtig gut rollte. Und so war ich ruck, zuck nach 62 km in Lourdes.

Für das, was den Ort eigentlich ausmacht, hatte ich heute aber keine Zeit, auch wenn gefühlte 1.000 Schilder auf die Grotte von Massabielle hinweisen. Ich fuhr weiter in Richtung des Flußes "Gave de Pau", um mich von dort aus flußaufwärts aufzumachen in Richtung Luz-Saint-Sauveur, dem Startort des Westaufstiegs zum Col du Tourmalet.

Ich war scheinbar so aufgeregt, endlich im "richtigen" Tal zu sein, und hatte darüber hinaus meinen Garmin wohl falsch programmiert, dass ich gar nicht merkte, dass ich plötzlich auf der D821 gelandet war - einer Autostraße, für Radfahrer untersagt. Als ich meinen Irrtum bemerkte, hielt ich mich äußerst rechts (zum Glück gab es einen breiten Streifen) und nahm ordentlich Fahrt auf, damit die Tempodifferenz zu den Autos nicht zu groß war und ich so schnell wie möglich wieder runter kam - das war ziemlich stressig.

Blick ins Tal der Gave de Pau nach ungefähr 70 km
In Agos-Vidalos verließ ich dann die Schnellstraße und bewegte mich fortan auf erlaubten Pfaden, froh, unversehrt geblieben zu sein. Ich fand sogar den "Voie Verte", einen toll ausgebauten Fahrradweg, auf dem ich dann auch "Bergfest" feierte - nach nunmehr 78 gefahrenen Kilometern, mit einem Schnitt von immer noch 27 km/h. Der sollte aber im weiteren Verlauf des Tages noch sinken...

Als nächstes verlies ich den Voie Verte und kam ich nach Pierrefitte-Nestalas - hier war wieder ein wichtiger Punkt: Von nun an sollte ich bis fast an den Startpunkt die Originalroute der erwähnten 11. Touretappe 2015 - nur umgekehrt - fahren.

Die Gave de Cauterets in Pierrefitte-Nestalas. Im Hintergrund
sieht man die Passstraße nach Cauterets, wo die Tour hochfuhr.
Wo die Tour-Asse auf die D920 in Richtung Cauterets links abgebogen waren, fuhr ich geradeaus, überquerte die Gave de Cauterets und fuhr durch Soulom in Richtung Luz-Saint-Sauveur wieder durch das Tal der Gave de Pau, welches hier leicht ansteigt. Man kann nach wenigen Kilometern in die Schluchten des Flußes blicken, das ist sehr beeindruckend, wenn auch eng.

Mittlerweile war ich 85 Kilometer unterwegs und merkte erste Ermüdungserscheinungen - und das noch vor dem Col du Tourmalet. Na Prost Mahlzeit, dachte ich mir, schaltete etwas leichter und stampfte voran.

Dieser Teil der Strecke ist nicht so angenehm zu fahren, es ist ein richtiges Nadelöhr, denn der ganze Verkehr aus dem oberen Tal (Luz-Saint-Sauveur und alles, was dahinterliegt) muss hier durch, und es gibt nur wenig abgesetzte Streifen für die Radfahrer, also muss man sich die Straße mit den sehr vielen Autos teilen. Zum Glück kam nun eine kleine Abfahrt, und danach ging es flach die Gave de Pau entlang. Man konnte den Pass schon riechen...

Luz-Saint-Sauveur
Kurz vor Luz-Saint-Sauveur geht es schon leicht bergan, man verläßt das Tal der Gave de Pau und überquert den Fluß "Le Bastan". Der kommt aus dem Tal, wo's zum Col du Tourmalet hochgeht. Kurz danach war ich in der Ortsmitte von Luz-Saint-Sauveur.

"And so it begins..." ging mir durch den Kopf. Der letzte der vier heiligen Berge der Tour de France, der mir in meiner Sammlung noch fehlte, nach L'Alpe d'Huez 2009, dem Mont Ventoux 2010 und dem Col du Galibier 2013.

Der Wasserfall bei Viey
Ich begann die Auffahrt recht euphorisch, sie ist auf den ersten Kilometern auch nicht besonders fordernd, mit 3,6%, 5,3% und 6,5%, fast alles noch in der Ortslage von Luz-Saint-Sauveur, Viella und Viey, wo man linkerhand einen wunderschönen Wasserfall erblickt, der sich in den Bastan ergießt.

Dann nimmt die Steigung zu: Für die nächsten sieben Kilometer ist sie recht gleichmäßig immer zwischen 7,0 und 8,5%, aber ich hatte zwischen den Dörfern Betpouey und Barèges gerade die 100 Tageskilometer voll und merkte jetzt schon, dass ich einige Körner hatte liegenlassen.

Meine durchschnittliche Geschwindigkeit war schon auf 24,3 km/h gesunken. Ich litt. Zum Glück fuhr ich in dieser Phase zwei Deutsche auf, Christoph, einen niedersächsischen Radiologen und seinen Kumpel Frank aus dem Burgenland. Wir blieben ein wenig zusammen, machten uns gegenseitig Mut, so hielt es sich besser aus.

Leider gesperrt: Der "Voie Laurent Fignon"
Die Sonne war jetzt auch voll da, 28°C, leichter Gegenwind. Wir schraubten uns nach oben, aber hinter dem Dorf auf dem Weg zur Sessellift-Talstation Tournaboup ließ ich die beiden dann zurück - wir sollten uns auf der Passhöhe wieder begegnen.

Hier wurde das Tal nun ein wenig flacher, für einen Kilometer hatte es "nur" 5,5%. Rechts ging der "Voie Laurent Fignon" ab, aber die Straße war gesperrt - schade, denn sie ist nur für Radfahrer reserviert und trifft erst viel weiter oben wieder auf die D918.

Sie folgt der alten Passstraße und passiert die legendäre Pont de la Gaubie, aber soweit ich es der Verlautbarung entnehmen kann, gibt's dort momentan zu viel Steinschlaggefahr.

Blick zurück ins Tal knapp oberhalb von Tournaboup
Also weiter auf der D918, vorbei an der Skistation - nun begannen die Serpentinen hoch zum Pass. Acht Kilometer lang konstant zwischen 7,6% und 9,3%.

Während der Fahrt durch das Hochtal war ich eine Zeitlang im Schatten gefahren - in der Zeit war es auf angenehme 21° C abgekühlt. Nun stand ich wieder voll in der Sonne - 31° C, meine Füße brannten, der Schädel brummte, die Waden begannen zu zucken und der Getränkevorrat war aufgebraucht.

Ungefähr zwei km nach der Skistation fuhr ich daher einfach mal links ran, erfrischte mich kurz an einem klaren Gebirgsbach, füllte meine Flaschen mit Wasser und DextroEnergy Sports Nutrition auf und kletterte weiter bergan.

Der Pic du Midi de Bigorre - noch 350 hm bis zum Col...
Es ging Richtung der nächsten Skistation, Super Barèges, auf nunmehr 1.650m über N.N.. Ich überholte eine Menge Leidensgenossen, mich passierten allerdings auch welche, einer - augenscheinlich ein junger Luxemburger - zog mir fast den Zahn, als er leicht wiegetretend an mir vorbeiflog, während ich fast in den Lenker biss. Ich war ziemlich am Limit - physisch wie mental. "Komm schon, es sind keine 5 km mehr!" - "Quäl Dich, Du Sau!" - "Du bist jetzt nicht 110 km gefahren, um jetzt abzukacken!" - und so weiter, und so weiter.

Ich sah von rechts den (wie gesagt leider gesperrten) "Voie Laurent Fignon" wieder auf die D918 stoßen, blickte mal nach links, sah den Pic du Midi de Bigorre fast greifbar vor mir - Luftlinie waren es keine vier km - und kurbelte, kurbelte, kurbelte. 39/28, Kadenz so um die 60 - macht bei 2,94*60 Meter pro Umdrehung 176,4 Meter in der Minute. Es ging also quälend langsam, aber immerhin voran - und hoch.

Der Pass kam immer näher - aber es war noch weit...
Kurz vor dem letzten Kilometer sah ich dann das Hinweisschild: 10,2% im Schnitt, also noch 102 Höhenmeter. Meine Beine jaulten. Und das allerschlimmste: Es wurde flacher! Was nur bedeuten konnte, dass die meisten Höhenmeter hinten lauerten...

Und so war es auch. Noch 500m, man fährt um die letzte Haarnadelkurve, links herum, und schon steht man vor einer Wand.

Wer das mal sehen will, kann sich die Zielankunft von der Tour-Etappe 2010 anschauen, die Andy Schleck vor Alberto Contador gewann. Obwohl es neblig ist, kann man das besagte Stück ganz gut erkennen. So ab 07:45 wird's richtig interessant...



Nur soviel: Ich fuhr etwas gemäßigter hoch als die beiden, musste nochmal alles geben, kam dann aber auch oben an, nach 1:43h reiner Fahrzeit seit Luz-Saint-Sauveur. Geschafft! Den letzten der vier heiligen Tour-Berge bezwungen!

Octave Lapize et moi...
Dann die übliche Routine: Ein Fotografieropfer gesucht, freundlich gebeten, iphone erklärt (war nicht nötig, er hatte selbst eins), ablichten lassen und dann einfach nur noch geniessen.

Ich brauchte auch fünf Minuten, um vom Euphorieschwall runterzukommen, traf meine beiden Mitstreiter von früher am Berg wieder, wir flachsten ein wenig, dann zog ich mir auch schon die Jacke über und bereitete mich auf die 17 km lange Abfahrt nach Sainte-Marie-de-Campan vor.

Von dort war Octave Lapize mit seinen Leidensgenossen bei der ersten Ausgabe der Tour de France 1910 gekommen, über wilde Schotterstraßen, auf einer 326 km langen Etappe, auf der unter anderem schon der Col de Peyresourde, der Col d'Aspin und nach dem Col du Tourmalet zum Schluß noch der Col d'Aubisque bezwungen wurde. Als Lapize diesen überquerte, rief er in Richtung der Tourleitung die eingangs erwähnten Worte: "Ihr seid Mörder! Ja, Mörder!"

Die letzten Meter der Rampe von Westen
Dann nahm er seinen ganzen Mut und seine ganze Wut zusammen, fuhr halsbrecherisch in Richtung Bayonne und schnappte sich dort den Etappensieg im Sprint - und einige Tage später den Gesamtsieg. Es sollte sein einziger bleiben: Wie schon 1909 nahm er auch 1911–1914 zwar an der Tour de France teil, gewann auch noch zwei Etappen, musste aber das Rennen jedes Mal aufgeben.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Octave Lapize zum Militärdienst eingezogen. Am 14. Juli 1917 starb er in einem Hospital in Toul, nachdem er beim Absturz seines Flugzeugs schwer verletzt worden war.

Lapize ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten in der Tour-Geschichte, gewann auch dreimal hintereinander Paris-Roubaix (1909-1911) und Paris-Brüssel (1911-1913).

La Mongie vom Col du Tourmalet aus gesehen
Er überquerte bei der 10. Etappe der Tour 2010 den Col du Tourmalet als erster Tour-de-France-Teilnehmer, woran heute noch die 300 Kilo schwere Skulptur erinnert, die übrigens seit 2000 im Winter immer ins Tal nach Gerde bei Bagnères-de-Bigorre gebracht wird, um dann zu Sommeranfang am ersten Samstag im Juni im Rahmen des großen Radsportfestes "Montée du Géant" auf den Gipfel zurückgebracht zu werden.

Ich führte noch einige Gespräche, gab einer Sportkameradin auch noch Tips für eine schöne Rundfahrt in der Nähe von Arreau, die ich dann zwei Tage später mit Jan-Robin auch selbst machte. Als ich ihr sie zeigen wollte, rutschte mir ein "Doo muss ich mool uff  die Kaart gugge..." raus. Die Frage kam sofort: "Saarländer?"

Alpakaherde knapp unterhalb des Passes in der Ostauffahrt
Langsam fröstelte mich. Ich betrachtete mir noch das Denkmal Jean-Raoul Pauls, der die Straße konstruierte, und das des langjährigen Tourdirektors Jacques Goddet (nach ihm ist auch der Sonderpreis benannt, den jeder Tour-Fahrer bekommt, der als erstes den Tourmalet überfährt, das Souvenir Jacques Goddet). Dann machte ich mich auf in die Abfahrt.

Zunächst einmal genoß ich jedoch den Blick ins Tal des Adour, hinunter zur Bettenburg La Mongie und auf die Seilbahn in Richtung Pic du Midi de Bigorre.

Ich hielt schon nach zwei Kehren an, um ein Foto zu machen, als ich erstaunt feststellte, dass hier oben in 2.000 Metern über dem Meer sogar Alpakas rumlaufen! Andenkamele in den Pyrenäen. Die Welt ist bunt!

Die ersten Kurven nahm ich ohne viel Treten und lies die Beine ruhen. Ein Fehler. Auch durch La Mongie rollte ich ziemlich passiv, achtete lediglich auf den Verkehr und hielt die Bremse kurz. Dann, nach dem Ort, kommen drei Kilometer schnurgerade, toller Asphalt, 10% Gefälle.

Der Geschwindigkeitsrausch hatte mich gepackt. Hier wollte ich mal sehen, wie schnell ich würde fahren können, legte die größtmögliche Gängekombination auf (53/11, macht eine Abrolllänge von 10,17 Metern) und fing an, die Trittfrequenz hochzuschrauben.

Merke: Mit Euphorie und Adrenalin weckt man schlafende Dämonen! Ich kam bis zu einer Trittfrequenz von 126 (also knapp 77 km/h), dann schossen die Krämpfe fast gleichzeitig in alle vier Schenkel. Aua!

Sofort hörte ich auf zu treten, lies rollen, schaltete viel leichter und fing vorsichtig, ohne Druck, wieder an zu kurbeln, um die Krämpfe rauszufahren. So hielt ich es während der gesamten Abfahrt, es dauerte allerdings einige Minuten, ehe ich eine Verbesserung bemerkte.

Es lag ja noch einiges vor mir - der Col d'Aspin hat von Sainte-Marie-de-Campan immerhin eine Länge von 12,5 km bei 5,2% durchschnittlicher Steigung mit Spitzen von 8,5%, dabei musste ich noch 649 hm überwinden.

Es ging nun vorbei an Artigues und durch Hoursentut. Nach den steilsten Stellen der Abfahrt wurden die letzten 5 km etwas flacher, ich konnte wieder vorsichtig Druck aufs Pedal geben, ohne dass die Beine aufschrien. Das stimmte mich vorsichtig optimistisch. So kam ich nach ca 23 Minuten Abfahrt in Sainte-Marie-de-Campan an. Ich fuhr am Denkmal von Eugène Christophe, dem "alten Gallier", vorbei, ohne es wahrzunehmen (das Foto entstand dann zwei Tage später auf einem Familienausflug bzw. an dem Tag, als ich mit Jan-Robin hoch nach Luz-Ardiden fuhr), und machte im Tal kurz halt - einige Schrauben der Getränkehalterung mussten nachgezogen werden.

Im Vergleich zu dem, was Christophe bei der Tour 1913 passiert war, war das Kinderkram - ihm war auf der Abfahrt vom Col du Tourmalet, als er in Führung lag, die Gabel gebrochen. Um das Fahrrad zu reparieren, musste er 14 km zu Fuß zur nächsten Schmiede gehen, in der er sich nicht helfen lassen durfte. Durch den Fußmarsch und die Reparatur verlor er mehr als zwei Stunden Zeit. Dennoch bekam er eine Strafminute, da ein Junge den Blasebalg für ihn bediente. Der Überlieferung nach kommentierte er diese Strafminute mit nicht druckfähigen Ausdrücken. Er wurde insgesamt Siebter, seinen Spitznamen erhielt er nach diesem Rennen. Auch 1919 beendete ein Gabelbruch seine Siegeshoffnungen. Er belegte diesmal den dritten Platz.

Am Col d'Aspin bei La Séoube (3 km nach Pass-Start)
Ähnlich wie der großartige Raymond Poulidor ("Poupou") konnte er nie die Tour gewinnen und ist trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - genau wie dieser heute sehr beliebt und eine absolute Legende, während es Siegertypen wie Jacques Anquetil und Bernard Hinault (Spitzname: "der Dachs") weit weniger gelang, sich auch in die Herzen ihrer Landsleute zu fahren.

Das mag ich so an Frankreich und den Franzosen: Es zählt nicht unbedingt nur der Sieg bzw. der Sieger, sondern die Leistung des Sportlers an sich.

Jetzt also hoch zum letzten Pass! Ich überquerte den  "Adour du Tourmalet" zum letzten Mal einen Kilometer vor seinem Zusammenfluß mit der "großen" Adour, nachdem ich ihn schon während der ganzen Abfahrt begleitet hatte (der Fluß entspringt nahe der zweiten Kurve unterhalb des Gipfels auf 1.900m über N.N.).

Die Hourquette d'Ancizan beginnt genau hier...
Der Col d'Aspin wartete nun also darauf, bezwungen zu werden, aber meine Beine dachten sich was anderes. Immer wieder stachen kleine Krämpfe zu, sobald ich auch nur ein wenig Druck aufs Pedal gab. Ich fuhr also betont defensiv, nutzte Flachpassagen zum Ausruhen, statt zu beschleunigen, und wechselte viel zwischen Sitz- und Wiegetritt, um die Muskeln locker zu halten.

Es ging nun die Adour hoch in Richtung Payolle. Hier zweigt rechts die Hourquette d'Ancizan ab, und man kommt in eine wunderschöne Tallandschaft, wo mehrere Bäche zusammenfließen und dem Adour erstmals die Form eines richtigen Flußes geben. Überall grüne Wiesen, massenhaft Wohnmobile, Kühe - und, was mir gut tat, es war relativ flach, wie überhaupt seit Sainte-Marie-de-Campan.

Nach nunmehr über sieben Kilometern mit nie mehr als 5,4%, meist zwischen 2% und 4%, dachte ich mir in meinem jugendlichen Leichtsinn, daß der Rest nun kein Problem mehr werden könnte. Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!

Der wunderschöne Blick zurück zum Pic du Midi tröstete
mich hier kaum - ich war fix und fertig
Ungefähr bei km acht nämlich beginnt der Col d'Aspin so richtig. Die Straße hebt sich in Serpentinen aus dem Hochtal in einen Wald, urplötzlich fährt man mit 8% Steigung.

Ca. 500m machten meine Beine das mit, dann, kurz vor der zweiten Haarnadelkurve, platzte ich regelrecht. Die Muskulatur versagte komplett den Dienst, nur mit Mühe konnte ich vermeiden, dass ich einfach seitlich vom Rad fiel.

Ich setzte mich erstmal in die Wiese und rief die Familie an. Im Zeitplan war ich noch, aber ein Sich-Abholen-Lassen war nun eine durchaus realistische Option, weshalb ich mich schon mal "voranmeldete". Aber aufgeben wollte ich auf keinen Fall!

Zum Glück hatte ich kurz zuvor meine Wasserflaschen nochmal aufgefüllt, eine mit Dextrogetränk, die andere mit kaltem, klarem Wasser. Das nutzte ich nun, um meinen linken Oberschenkel, der am schlimmsten dran war, zu kühlen und zu massieren. Ansonsten schüttelte ich die Waden aus, massierte auch den rechten Quadrizeps, Semitendinosus, Bizeps fermoris und Adduktor, aß und trank und fasste neuen Mut. Weiter, immer weiter!

Nur noch zwei km bis zur Passhöhe...
Glücklicherweise ist der Col d'Aspin von da an sehr gleichmäßig, immer zwischen 7,7 und 8,3%, ohne Rampen, ohne Überraschungen und mit viel Wald, d.h. Schatten und erträglichen Temperaturen.

Die sanken nun immerhin von 34° C auf ca 30° C, vor allem der Schatten half. Ich fuhr fast nur mit dem rechten Bein, beim linken betrieb ich hauptsächlich Krampfverhinderung - noch einen würde ich nicht überstehen, da war ich mir sicher. Zum Glück hatte das Bein ein (B)einsehen...

Mit jedem Meter zur Passhöhe wuchs meine Müdigkeit, aber auch meine Zuversicht. Würde ich es schaffen, dort oben anzukommen, warteten zur Belohnung ca. 12 km Abfahrt ohne Zwischensteigung bis nach Arreau auf mich, und von da an waren es nur noch knapp ein km bis zurück zur Wohnung!

Letzter Pass - geschafft! Hinten wieder mal der Pic du Midi...
Als ich schliesslich die Passhöhe erreichte, war das ein echt großartiges Gefühl. Trotz meiner Probleme hatte mich kein Rennradfahrer (und auch sonst keiner) überholt - ich aber so ca. 15-20 Fahrer passiert.

Immerhin war ich seit meinem Krampf noch mit 11,5 km/h und ca. 200 Watt gefahren - in Anbetracht der zurückgelegten Strecke und der Probleme mit den Krämpfen war das durchaus akzeptabel.

Leider warnte mein Garmin Edge 800 schon: "Batterien schwach" - ich ahnte, dass er die Strecke wohl nicht komplett aufzeichnen können würde. Ich hatte eigentlich ein Battery Pack mitnehmen wollen, es aber morgends vergessen. Na egal. Am Col erstmal die Aussicht genießen, schnell ein Foto, dann ab ins Tal. Die Abfahrt macht richtig Spaß, die Kurven sind flüßig zu fahren und wunderschön, besonders "Le Fer à Cheval" ca. 2 km nach der Passhöhe.

Arreau vom Col d'Aspin aus, knapp 5 km unterhalb der Passhöhe
Auf dem Weg nach Arreau hielt ich noch einmal an, als ich unseren Urlaubsort endlich sah, um ein schönes Panoramafoto zu machen. Just in dem Moment, 8 km vor dem Ziel, meldete sich mein elektronischer Begleiter ab. Was die schiere Ausdauer angeht, kann er halt seinem Herrn nicht das Wasser reichen...

Schade, dass man dort nicht mehr einkehren kann. Am Bier
kann's nicht gelegen haben!
Fun fact: In einer Kurve sah ich ein verlassenes Hüttchen, in dem früher wohl mal eine Art Kneipe war. Dreimal dürft ihr raten, mit welchem Bier - oder schaut einfach auf das Foto!

Euphorisch sauste ich weiter den Col d'Aspin hinab. Seinen Namen hat der Pass übrigens von dem schmucken Dörfchen Aspin-Aure. Das lag früher direkt am Pass, mittlerweile aber nach einem Neubau des Passes, der diesen ein bisschen länger, dafür besser fahrbar macht (in Aspin gibt's eine superenge Kurve, für LKWs total ungeeignet), etwas abseits.

Trotzdem - oder gerade deshalb -  ist die Fahrt über die D110 entlang des Baches Le Berlan sowohl für PKW- wie auch für Radfahrer, die den Pass mehr als einmal fahren wollen, eine echte Alternative.

Ich fuhr diesmal, bei meiner "Erstbefahrung", aber über die Hauptstraße, zumal ich mir da nicht mal sicher war, ob überhaupt wieder ein Weg aus dem talwärts gelegenen Dorf hinausgeht - das fand ich erst später nach dem Kartenstudium heraus. Zwei Tage später fuhren wir mit dem Auto durch Aspin-Aure. Kann ich nur empfehlen, auch mit dem Rennrad!

Zurück in Arreau! Vorn der Beginn der Auffahrt...
Nach etwas mehr als sechseinhalb Stunden und fast 156 km mit knapp über 23 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit war ich nun wieder in Arreau! Die Krämpfe waren auch verschwunden, den letzten Kilometer zur Wohnung konnte ich trotz des 20%igen Schlußanstieges in der "rue de Lançon" problemlos bewältigen.

Meine Familie war erleichtert, mich wohlbehalten zurückzuhaben, und erfreut, daß ich es dann doch alleine geschafft hatte.

Mit ca. 4.100 hm war dies nach dem "Cinglé du Mont Ventoux" (ca. 4.400 hm) meine zweitgrößte Höhenmeterleistung, seit ich Rad fahre - und in Kombination mit der Länge der Strecke sicher die schwerste.

Da ich die Tour selbst geplant hatte, kann ich auch nicht wie Octave Lapize auf die Organisatoren schimpfen - anders machen würde ich aber schon einiges. Zum einen würde ich die ersten 100 km nach Möglichkeit noch flacher planen, ohne soviele giftige Zwischenanstiege, wie ich sie eingebaut hatte. Zum anderen - und das ist noch viel wichtiger: Mach nie, nie, nie am Tag vor solch einer Fahrt einen anstrengenden Berglauf... ;-)

Ansonsten würde ich alles wieder genau so machen! Es war klasse! Frei nach Walter Goodefrot: "Die Aumann, die ist so stark, die geht nie kaputt!" (with apologies to Udo Böltz...)














Mittwoch, 26. August 2015

Berglauf Lançon - Mont St. Gaillard

Garmin Connect



Erster Lauf nach 29 Tagen - dann aber richtig!

 

Bevor ich mich für den Namen des Blogs rechtfertigen muss, wo ich zur Zeit ja nur von Radfahrten erzähle, dachte ich mir, ich streue mal wieder einen Lauf ein. An unserem Hochzeitstag wollte ich nun nicht gerade vier bis fünf Stunden Radfahren gehen, also nahm ich mir einen knapp einstündigen Berglauf auf den Mont St. Gaillard oberhalb von Lançon vor...

 

Ortsausgang Arreau in Richtung Lançon
Ob das eine gute Idee war? Schliesslich wollte ich doch am nächsten Tag eine 155-km-Tour mit 4.000 Höhernmetern fahren...

Aber ich hatte so richtig Lust, und die Neugier trieb mich auch - Lançon wollte ich unbedingt mal entdecken, und einen Berglauf hatte ich schon ewig nicht mehr gemacht.

Also stiefelte ich um kurz vor halb elf los, und es ging auch gleich und gleichmäßig bergan. Ich kam überraschend gut ins Laufen.

Leider hat die GPS-Justierung der Garmin-Uhr auf den ersten beiden Kilometern verrückt gespielt.

Knapp unterhalb des Gipfels - Blick ins Tal der Neste d'Aure
Schon nach einem Kilometer verschwand ich im Wald, dann fing auch die Steigung richtig an und der Puls wanderte nach oben in den Leistungsbereich.

Was mich trieb, so abzudrücken, weiß ich heute auch nicht mehr - nur, dass es sich am nächsten Tag rächen sollte. Doch dazu später mehr...

Nach zwei Haarnadelkurven verließ ich den Wald und kam ins Hochtal von Lançon, und der Ausblick war schon lohnend: Ruhig, grün, idyllisch.

Über mir thronte das Dorf, noch zwei Kurven und ca. 80 Höhemeter trennten mich vom Ortseingang. Ich machte einige Bilder, aber ich hätte nicht anhalten sollen - so ging total der Rhythmus verloren.

Der Bergablauf hämmerte mir schön auf die Oberschenkel...
Im Ort dann wurde es etwas flacher, aber dann kam die stärkste Steigung in der ca. 80m langen "rue de Baye" mit 15 Höhenmetern.

Danach hatte ich fast Schnappatmung, erholte mich aber und genoß den kurzen Ablauf, ehe ein Waldweg mich hoch zum Gipfel führte. Auch der war recht steil, aber die Aussicht lohnte sich.

Dann kam der Ablauf. Was ich mir entspannend vorgestellt hatte, war eine Hammerbehandlung für meine Oberschenkelmuskulatur. "Dumm, dumm, dumm!" dachte ich mir auf dem Weg zurück nach Arreau. Trotz niedrigem Puls war's recht anstrengend, jedenfalls mehr, als mir gutgetan hat. Schön war's trotzdem.





Dienstag, 25. August 2015

Col de Val Louron-Azet

Garmin Connect


Pyrenäen-Pass-Premiere


Die Neste de Louron wenige km nach dem Start in Arreau

Ein Tag nach unserer Ankunft in Arreau im Tal der Neste testeten Jan-Robin und ich mal das Terrain an - wir fuhren von der Konfluenz der Neste de Louron und der Neste d'Aure an das Louron-Tal hoch, über den Col de Val Louron-Azet und das Tal der Neste d'Aure wieder hinunter.


Mein erster Eindruck vom Abend zuvor hatte mich nicht getäuscht: Die Pyrenäen sind ein Klasse-Rennradrevier. Das Louron-Tal hinauf, wo es auch in Richtung Col de Peyresourde geht, konnte man sich prima einrollen - längere Flachpassagen, kleine Zwischenanstiege, und immer dicht vorbei am Fluß - man wusste gar nicht, wo man hinschauen sollte.

Jan-Robin kurz vor Loudenvielle, unten der See
Durch Bordères-Louron ging's nach Avajan, wo sich die Straße teilt - die D618, die wir nun verließen, führt nach links weg zum Col de Peyresourde, wir fuhren rechts auf die D25 in Richtung Loudenvielle, wo wir uns vor der Passüberfahrt noch den aufgestauten See von Génos ansehen wollten.

Wir fuhren also kurz vor Génos links ins Flußtal an der Staumauer vorbei und auf der anderen Seite wieder hoch, und schon eröffnete sich uns ein wundervoller Blick auf den schönen See. Durch Aranvielle und Loudonvielle ging's dann rund um den See herum zurück nach Génos, wo dann der Pass seinen Anfang nimmt. An einem kleinen Kreisel im Ort geht's plötzlich ab in die Höhe.

Links vom Helm der Col de Peyresourde...
Der Anstieg ist nicht ohne. 8,6% im Schnitt, 13,6% in der Spitze (gleich bei km 2), 7,5 km lang, mit 620 hm. Wir schraubten uns aber ganz gut hoch, jedenfalls überholte uns keiner, während wir doch einige Sportkameraden passierten. Die Ausblicke sind grandios, hoch ins Tal der Neste de Luron wie auch hinunter auf den See oder hinüber zum Col de Peyresourde.

Ca. 1,8 km vor der Passhöhe kommt eine scharfe Rechtskurve, geradeaus führt ein Weg zur Skistation "Hameau de Belle Sayette". Danach geht's recht leicht hoch zur Passhöhe, die wir nach 36 Minuten erreichten.

Auch hier oben ein grandioser Blick hinunter ins Tal Richtung Azet, das Vallée de la Neste d'Aure und hinüber nach Saint-Lary Pla d'Adet, wo nach der Überquerung dieses Passes die 17. Etappe der Tour de France 2014 hinführte, die Rafal Majka gewann und sich so das Bergtrikot endgültig sicherte.

In der Abfahrt - hinten Pla d'Adet, Zielort 17. Etappe Tour 2014
Jan-Robin und ich begannen euphorisch unsere Abfahrt und machten nur einmal kurz für ein Foto halt - ansonsten fuhren wir die 10,6 km bis Bourisp in 18 Minuten ab, das sind 35,3 km/h im Schnitt - also vorsichtig, weil Azet sehr eng ist und wir nicht zu viel riskieren wollten, so am Beginn des Radurlaubs...

Danach ging's das Tal der Neste d'Aure hinab, durch Guchen, Ancinzan und Cadéac zurück nach Arreau - am Ende waren wir nach knapp zwei Stunden und einem 23,1er-Schnitt wieder zuhause. Das war manierlich zum Einstieg!

Bei YouTube habe ich übrigens ein 30minütiges Video von der 17. Etappe der Tour de France 2014 gefunden, das exakt den Anstieg zeigt:



Donnerstag, 20. August 2015

Pic Saint Loup, Pays de l'Hérault und Étang de Thau

Garmin Connect



Große Runde durch herrliche Landschaften

 

Nach dem Einrollen von vor zwei Tagen nun die große Runde - ein Höhepunkt unserer ersten Urlaubswoche am Meer, ehe es in die Pyrenäen ging. Berg, Fluß und Meer - alles war dabei!

 


Jan-Robin auf dem Weg zum Pic Saint-Loup
Es sollte heiß werden an diesem Donnerstag, und so fuhren Jan-Robin und ich schon um 07.45 Uhr los - wir hatten uns ja einiges vorgenommen.

Es ging zunächst mal in Richtung Castelnau-le-Lez (hier wurden 1890 Knochen gefunden, die auf einen menschlichen Vorfahren aus der Jungsteinzeit hindeuten, der 3,5 Meter groß gewesen sein soll!) und den Fluß hinauf zum Pic Saint-Loup, der wie ein Wahrzeichen im Norden der Stadt Montpellier thront.

Nach etwas mehr als 20 km waren wir am ersten Anstieg des Tages (eigentlich, abgesehen von einer kleinen Zwischenabfahrt, der einzig richtige) in Richtung Saint-Jean-de-Cuculles und auf die D113 hoch zum Pic Saint-Loup - d.h. nicht ganz hoch, denn der karge Fels ragt aus dem Massiv heraus und ist mit dem Rennrad nur im Bereich von ca. 300m unterhalb des Grats befahrbar.

Am Pic Saint-Loup am Ende des Zwischentals der Yorgues
Über Cazevielle gelangt man dann auf einer welligen Straße in Richtung Viols-le-Fort - hier wären wir vor zwei Tagen auch hingekommen, wenn wir nach Murles nicht wieder den Weg talabwärts gewählt hätten. Kurz danach, nach nunmehr knapp 55 km, ging's auf einer langen Abfahrt hinunter ins Tal des Flußes Hérault.

Am Tag zuvor waren wir schon mal hier gewesen und hatten in den Schluchten des Hérault wenige Kilometer oberhalb im Fluß gebadet, danach das wunderschöne Dörfchen Saint-Guilhem-le-Désert besucht.

Wir passierten bei km 54 die "Teufelsbrücke", also die Pont du diable, wo der Fluß nach 100 km in schluchtiger Landschaft aus dem Bergmassiv heraustritt und auf seinen letzten 50 km Richtung Mittelmeer das breite Flußtal erreicht - eine beeindruckende Kulisse, die zurecht als "Monument historique" unter Denkmalschutz steht.

Auf der neuen Brücke, im Hintergrund die "Gorges de l'Hérault"
Die Pont du Diable ist die wahrscheinlich älteste romanische Steinbrücke Frankreichs, welche noch vollständig erhalten ist, und fast 1.000 Jahre alt - sie wurde zwischen 1.025 und 1.031 n. Chr. erbaut.

Der Name rührt von einer Legende her:
Der Teufel persönlich hatte etwas gegen den Bau der Brücke. Immer des Nachts kam er und zerstörte jeweils das Tageswerk, welches also stets aufs Neue begonnen werden musste.

Da der Bauherr, man sagt ein Nachkomme Wilhelms von Aquitanien, jedoch nicht gewillt war, den Bau der Brücke aufzugeben, machte er dem Teufel ein ungewöhnliches Angebot, das dieser auch für würdig befand anzunehmen.

Er versprach dem Teufel, dass er sich die erste Seele nehmen dürfe, welche die fertig gestellte Brücke überquerte, wenn er den Bau fortan nicht mehr behinderte. So kam es. Der Brückenbau wurde nunmehr zügig vollendet und der Teufel erwartete gespannt seine Seele, die er zu nehmen bereit war. Allerdings war es nicht der Bauherr oder ein anderes Menschenkind, das über die Brücke kam, sondern es war ein Hund mit laut klappernd an den Schwanz gebundenen Töpfen.
 
Die originale "Pont du diable"

Der Teufel geriet daraufhin derartig in Zorn, dass er nicht etwa die neue Brücke wieder zerstörte, sondern das Gleichgewicht verlor, von der Brücke herabstürzte und in den Fluten des Hérault auf Nimmerwiedersehen verschwand.

Der sich wunderschön türkisfarben hinschlängelnde Fluß konnte früher an dieser Stelle aber durchaus teuflisch sein: Immerhin ist er knapp 100 km lang in Schluchten eingezwängt, und wenn es in den Bergen stark regnete, schwoll er massiv an und sprang an dieser Stelle mit Macht und Wucht als braune Fontäne aus dem Bergmassiv heraus - bei u.U. wolkenlosem Himmel und ohne irgendeine Vorankündigung. Heute ist der Hérault allerdings durch mehrere Stauwerke auf dem Weg dorthin einigermaßen gezähmt, aber wenn es regnet, ist er trotzdem noch wie ein wildes Tier.

Dann gibt sich der Strom auch in der Ebene ganz anders: Als wir vier Tage später nach einem total verregneten Sonntag in Richtung Pyrenäen weiterfuhren und auf der A9 kurz vor Béziers über ihn fuhren, war aus dem schönen Türkis ein schmutziges Braun geworden.

Der Hérault kurz vor Pézenas
Über Saint-Jean-de-Fos fuhren wir nun in die Hérault-Ebene und die nächsten 50 km über Gignac, Pézenas, Saint-Thibéry und Bessan in Richtung Agde, der letzten Stadt, die der Hérault passiert, bevor er das Mittelmeer erreicht.

Hier kreuzt auch der Canal du Midi den Hérault, bevor er seine letzten Kilometer in Richtung Étang de Thau nimmt, mit 80 km² einem der größten Lagunenseen Europas.

Wir kamen gut voran, trafen unterwegs noch einen älteren Mitfahrer und wechselten uns schön im Wind ab, während wir größtenteils unter kilometerlangen Plantanendächern geschützt vor der mittlerweile gleissenden Sonne den Hérault hinab rollten. Hier taten wir was für unseren Tagesschnitt, der in diesem Abschnitt zwischen 32 und 35 km/h lag.

Der Canal du Midi in Agde
In Agde angekommen, ging es langsamer voran, was u.a. an dem sehr starken Verkehr in der Stadt lag - es war Wochenmarkt, und die Straßen waren nicht nur vollgestopft mit Autos, sondern auch mit Fußgängern.

Wir verabschiedeten uns vom Hérault und fuhren durch verlandete ehemalige Lagunen in Richtung Étang de Thau nach Marseillan-Plage.

Hier verfuhren wir uns wieder leicht und glaubten, in Richtung Meer zu fahren - dabei fuhren wir in Richtung des Sees, der so groß ist, dass man ihn auch mit dem offenen Meer verwechseln kann.

Blick in Richtung Étang de Thau bei Les Onglous
Wir bemerkten unseren Irrtum aber recht schnell und kehrten um, sodann ging es über die Sandbank "Le Toc" und den wunderschönen "Voie Verte" autofrei in Richtung Sète.

In Sète hatten wir bereits 135 km in den Beinen. Am Vorabend waren wir hier gewesen und hatten mit Pascal, Anne, ihren Kindern und unserer ganzen Familie in einem feinen Restaurant zu Abend gegessen. Jetzt war uns aber mehr nach etwas Kohlehydratreichem, also suchten wir uns ein italienisches Restaurant, an dem wir am Vorabend noch vorbeispaziert waren, und bestellten uns erstmal zwei schöne Portionen Nudeln. Das "Pasta Politi" kann ich durchreisenden Radfahrern nur empfehlen.
Sète erreichten wir gegen 13 Uhr nach 135 km

Direkt am Quai Charles Lemaresquier gelegen, bietet es leckeres Essen zu günstigen Preisen bei schneller und freundlicher Bedienung.

Gut gestärkt fuhren wir weiter entlang des Canal du Rhône á Sète in Richtung Frontignan und entlang der D50 über den Küstenstreifen zwischen Étang d'Ingril und dem Meer nach Nordosten zurück in Richtung Montpellier.

Das Tempo hatten wir schon merklich reduziert: Trotz Rückenwind hatten wir Mühe, einen 30er-Schnitt bei topfebenem Gelände zu halten. Die Hitze und die lange Fahrt forderten schon etwas ihren Tribut.

Der Canal du Rhône á Sète
Trotzdem genossen wir die wunderschöne Landschaft und freuten uns auf die Heimkehr: Am Abend war für die Nicht-Radfahrer noch ein schöner Reitausflug am Étang de l'Arnel geplant. Gar nicht weit von dort überquerten wir ein letztes Mal den Mosson, den wir zwei Tage vorher öfter überfahren hatten, als wir Villeneuve-lès-Maguelone durchfuhren. Nun waren es nur noch knapp 14 km durch Lattes und Montpellier bis nach Hause.

Kurz vor 15 Uhr waren wir wohlbehalten wieder zurück. Für Jan-Robin waren die 177,5 km seine bisher längste Radfahrt, er meisterte die Distanz mit Bravour. Eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 28,2 km/h auf dieser Strecke hätte ich im Leben nicht erwartet, aber der Wind stand auch günstig. Zum Abschluß der Rennradaktivitäten im Languedoc-Roussillon war das aber schon passend. Nun warteten die Pyrenäen auf uns...