Mittwoch, 31. Dezember 2014

Letzter Lauf in 2014


Vigny - Longuesse - Théméricourt - Vigny


Mein letzter Lauf im Jahr 2014 sollte ein besonderer werden: Ich lief bei knackig-kalten Frühtemperaturen ca. 15 km durchs Tal der Aubette, eines kleinen Nebenflußes der Seine.

Feldweg von Vigny nach Longuesse
Wir verbrachten die letzten Tage des alten und die ersten des neuen Jahres bei alten Freunden in Vigny im Val d'Oise - Vigny liegt an der Grenze zwischen diesem Departement und dem Departement "Yvelines", in dem auch die Neunkircher Partnerstadt Mantes-La-Ville liegt. Bereits in der Frühe machte ich mich dick eingepackt auf, um direkt nach 500m apshaltierte Wege zu verlassen und auf einem schmalen Feldweg Richtung Longuesse zu laufen.

Unten in Longuesse ging's parallel zur Aubette zurück Richtung Vigny, am Ortseingang dann links vorbei an der Schloßmauer weiter durchs Tal - über einen Feldweg in Richtung Théméricourt. Langsam lichtete sich der Frühnebel, und die Sonne kämpfte sich durch. Es war wunderschön!

Hinter Théméricourt kurz vor der Überquerung der Aubette - danach ging's steil hoch!
Ich war noch ziemlich kaputt von dem sehr harten Lauf in Schönecken zwei Tage zuvor, wo ich mich durch tiefen Schnee und hart festgefrorenes Terrain hatte kämpfen müssen. Hinzu kam die knackige Kälte und dadurch offenbar ein leichtes Anstrengungsasthma. Erst nach ca. 5-6 km kam ich richtig in Laufrhythmus.

Auf der Höhe zwischen dem Aubette- und dem Viosne-Tal
In Théméricourt angekommen durchlief ich den kleinen Ortskern und lief weiter parallel zur Aubette, die ich dann nochmals überquerte und einen kleinen, sehr steilen Feldweg durch ein Waldstück erklomm. Hier sah ich auch drei Rehe.

Und schon war ich wieder oben auf der Höhe der D14, fand den Hauptweg und lief bergab zurück ins Dorf, um dann wieder Kurs auf Vigny zu nehmen.

Auf der "Rue du Pont aux Bois" unterwegs, erkannte ich die Strecke wieder, die wir 2013 auf unserer ersten Tour nach Mantes-La-Ville gefahren waren.

Kurz vor der Rückkehr -
in der Bildmitte der Kirchturm von Vigny
Am Reitsportzentrum von Vigny lief ich wieder bergan und  dann parallel zum Hang durch die Wohnstraßen des malerischen Örtchens zurück in die Avenue Pierre Peineau.

So endete mein Laufjahr 2104, das eigentlich nur ein halbes war: Nach der Ruhepause wegen meiner Plantarfasziitis, die das gesamte erste Halbjahr umfasste, lief ich erstmals wieder Anfang Juni und bekam bis Ende August nur 105 Laufkilometer zusammen, da ich es bewußt langsam angehen ließ.

Dafür konnte ich in den letzten drei Monaten im Schnitt etwas mehr als 200, insgesamt 612 Kilometer abspulen - und das ohne Probleme, der längste Lauf war knapp über 20 km, die schnellsten ein 5er in 3:55/km bzw. ein 10er in 3:58/km. Von daher sehe ich mich fürs Laufjahr 2015 mit dem Boston-Marathon im April gut gerüstet!



Sonntag, 28. Dezember 2014

Nach-Weihnachts-Lauf durch die winterliche Schönecker Schweiz


Schalkenbachtal - Kupferbachtal - Fleringen - Altburgtal

Zweitletzter Lauf im Jahr 2014 - Schöner und schwerer als gedacht!


Unten im Schalkenbachtal
Mit einigermaßen vollem Magen nach dem Familienmittagessen lief ich vom Schwiegermutterhaus aus los in Richtung Schalkenbachtal, und ab ca 1,5 km, als ich die asphaltierten Wege nach der Lindenstraße im Nimstal verließ, hatte ich dann auch richtig Schnee unter den Füßen.

Ich überquerte den Schalkenbach direkt nach dem Taleintritt und stapfte mehr oder weniger durch eine wunderschöne Winterlandschaft, die noch fast unberührt wahr. Nur wenige Spaziergänger hatten Spuren hinterlassen und so etwas ähnliches wie einen Pfad geschaffen. Ich konnte die Herzfrequent noch knapp unter 145 halten, aber merkte schon, dass es ziemlich fordernd war.

Nach ca. 4 km ging's dann das Kupferbachtal hoch, und oben ab dem Verlassen das Bachtals und der Höhe Richtung Fleringen wurde es hart: Zum einen herrschte heftiger Gegenwind, zum anderen zeigten sich die ersten Schneeverwehungen. Ich hatte da ca. 7 km hinter mir.
Der Feldweg nach Fleringen: vereist, verschneit...

Ich kämpfte mich trotzdem durch in Richtung Fleringen. Bei km 8,5 erreichte ich die geschlossene Ortslage, der Puls schlug jetzt schon heftiger, so ca. 155, aber ich war schon fast "oben", so auf ca. 525 m über N.N. - gestartet war ich bei ca. 430, der tiefste Punkt in der Ortsmitte Schönecken war ca. 410.

In Fleringen waren die Straßen recht vereist. Ich suchte mir die schneeverwehten, weißen Stellen, da konnte man einigermaßen ordentlich laufen. Aus dem Ort heraus ging's wieder bergan, ich erreichte jetzt bei km 10,6 den höchsten Punkt der Strecke, fast 540 m über N.N., grandiose Aussicht, tolles Panorama.

Am höchsten Punkt der Strecke mit Blick Richtung Schalkenbachtal
Nun ging's zwar tendenziell bergab, aber heftige Schneeverwehungen auf dem Feldweg und auch die stark vereisten Asphaltwege mit tiefen Reifenspuren der Forst- und Landwirtschaftsfahrzeuge machten ein rundes Laufen schwer bis unmöglich. So konnte ich mich auch trotz flachen oder sogar negativen Profils kaum erholen - zumal auch immer wieder kleine, giftige Steigungen wie z.B. bei km 12,5 den Puls nach oben trieben.

Da war die Schneelast wohl zu hoch...
Aber spätestens beim Ablauf von der Ichterberghöhe runter ins Altburgtal (km 16) drückte ich den Puls dann doch wieder in Richtung 146, den späteren Gesamtschnitt.

Hier konnte man trotz kleiner und auch einem großen Hindernis (ein Baum war auf den Weg gestürzt) wieder recht gut laufen.

Auf den letzten 3 km, als ich vom Altburg- ins Burbachtal abbog, verfehlte ich den Weg noch ein bisschen und lief über die Wiese, was aber ob der gefrorenen Wiese und der geschlossenen Schneedecke keinen großen Unterschied ausmachte.

So erreichte ich kurz danach den westlichen Ortseingang von Schönecken und konnte einigermaßen entspannt den letzten Kilometer in Angriff nehmen.

Der Lauf war superhart, aber auch ein tolles Erlebnis. Im Frühjahr laufe ich die Strecke mal bei "regulären" Bedingungen. Mal sehen, wie das so wird!


Freitag, 26. Dezember 2014

Große Kirkeler-Wald-Runde mit Tafeltour

Große Kirkeler-Wald-Runde mit Tafeltour





Heute habe ich meine Kopfkarte des Kirkeler Waldes mal wieder richtig aufgefrischt und mit der Strecke oberhalb vorbei am Wörschweiler Hof und der Tafeltour zwei neue, tolle Teilstrecken kennengelernt! 

Zu Anfang ging's gleich hoch...
Ich startete am Parkplatz nahe der Unterführung unter der A8 wie meist, dann bog ich gleich links ab und schon gings steil parallel zur A8 hoch, dann auf und ab parallel zur L222 in Richtung Anstieg zur Klosterruine. Dort war ich noch nie gelaufen. Als ich meinte, schon oben zu sein, zeigte sich jedoch erst mal der Schlußanstieg zum Bergrücken: Weitere 500m mit 6-8%.

Oben konnte ich dann aber mal einen Gang zurückschalten und genoss den Blick ins Bliestal gen Blieskastel. Den langen, meist geraden Weg über den Bergrücken in Richtung Sieben Fichten kannte ich noch, war ihn aber lange nicht mehr gelaufen.

An den Sieben Fichten ging's links weiter, ich passierte die Höchenbach- und Bierbachquelle und nahm den Weg weiter Richtung Frauentalgraben.

Blick auf den Schmetterlingspfad
Unten angekommen, erklomm ich die Tafeltour-Route bis hoch zum Eingang des Geologischen Lehrpfades und lief weiter hoch zur Hollerkanzel. Die Tafeltour ist wunderschön, aber sehr fordernd. Man sollte schon ein geübter Trailläufer sein, wenn man sich dort im Laufschritt fortbewegen will. Und auch für Wanderer hält die Tour mit vielen Wurzeln, Steinen und steilen An- und Abstiegen Herausforderungen bereit. Dafür belohnen wunderschöne Aussichten hinunter in den Frauentalgraben.

Von der Hollerkanzel aus nahm ich den Höhenweg zwischen "Hohem Kopf" und Gengelsberg, der den einen oder anderen schönen Blick über den Schmetterlingspfad, aber auch Richtung Mutterbachtal gestattet.

Dann ging's wieder zurück Richtung Parkplatz. Tolle Runde!

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Weihergarten-Wellingen-Waldharmonie-Weihergarten

Weihnachtsbesuch bei den Eltern - da kommt ein kleiner "Verdauungslauf" auf altvertrauten Pfaden gerade recht...

Die "Klassikerstrecke", knapp unter 12 km, tue ich mir immer gerne an, wenn ich auf Heimatbesuch bin. Sie ist nicht ganz einfach, es geht erstmal 2 km fast nur, wenn auch leicht, bergan, und kurz vor dem Finale kommt nochmal ein richtig knackiger Anstieg und eine sehr trailige Waldstrecke.

Ich war von meiner Form angenehm überrascht. Ohne einen Puls von 150 zu überschreiten, lief ich nahezu alle Einzelkilometer unter 5:00/km. Und der Gesamtpuls von 139 lag 6 (!) Schläge unter dem vom 31.03.13, also Ostern vor einem Jahr, als ich die Strecke in vergleichbarer Zeit (14 sec. langsamer) letztmals gelaufen war.

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Brunnenpfad am Heiligmorgen







Das Laufjahr geht so langsam zu Ende, und da die ganzen Weihnachtsvorbereitungen bei uns zuhause schon abgeschlossen sind (na ja, fast...) blieb mir heute morgen noch mal Zeit für eine ganz besondere Laufunternehmung: Der ausgezeichnete Premiumwanderweg "Hangarder Brunnenpfad" war mein Ziel.

Kurz nach halb elf ging's los!
Gewandert war ich diesen Weg schon mehrfach. Von daher wusste ich, was mich erwartete: Jede Menge Trails, weicher Boden, aber immer top in Schuss dank der Wanderpaten-Truppe rund um Valentin Peter, die den Weg immer in Ordnung hält (danke dafür!). Trotzdem: Einige heftige Anstiege und ob des Winters sicher auch tiefes Geläuf und jede Menge rutschiger Schlamm unter dem zahlreichen Laub gemahnten mich zur Vorsicht.

Es ging auch schon gleich gut los: Erstmal die Jean-Mathieu-Straße in Hangard hoch, Richtung Sportplatz und dem Saubach entgegen, gleich auf den ersten 500m 25 Höhenmeter. Aber danach wurd's ja flacher, ehe es nach der Querung des (Hangarder) Saubachs ab auf den ersten Waldtrail in Richtung Kameradschaftsbrunnen ging.

Von dort ging's erstmal ca. 800m bergab ins Ostertal, dorthin, wo der Schönbach in die Oster einmündet. Aber auch hier: Glitschig, rutschig, also vorsichtig laufen. Unten nahm ich dann den Hochwasserpfad entlang der eigentlichen Route parallel zum Schönbach, denn dafür war es klar zu feucht. Auch die Hochwasserumfahrt, obwohl neu gemacht nach dem Ende der Waldernte, war tief.

Am "Teufelsgraben"
Nun kam ich schon zur Mündung des zweiten "Saubachs" an diesem Tag, diesmal war es der Münchwieser Saubach, der sich in den Schönbach ergießt. Es ging nun immer steiler bergan, hoch zum "Teufelsgraben", wo in den Saubach noch ein kleiner Nebenbach einfließt. Danach fing die Steigung richtig an: Über Wiesenwege führte der Brunnenpfad mich hoch in die Münchwieser Ortslage, ans Ende der Kohlwies, aber bevor man sich an Asphalt gewöhnen könnte, ging's gleich wieder runter ins Saubachtal. Den namensgebenden Bach überquerte ich, nachdem nunmehr knapp 5 km absolviert waren, und bereitete mich seelisch-moralisch auf den härtesten Teil dieses Laufs vor: Die Himmelsleiter.

Auf 600 m erklimmt man hier fast 70 Höhenmeter in kleinen Serpentinen auf tiefem Waldboden, also eine durchschnittliche - und gleichmäßige - Steigung von fast 12%. Wiewohl ich versuchte, mich einzuteilen, ging mir hier der Puls bis auf 173 hoch - das sollte auch der Maximalpuls für diesen Tag sein. Oben an der Schutzhütte "Heiligenwiese" genoss ich dafür den Blick auf Münchwies und machte eine kurze Foto-, aber auch Ruhepause.

Kurz danach die "Himmelsleiter" - in
Münchwies ist's ein kurzer Weg von
ganz unten nach ganz oben... ;-)
Nach fünf Minuten ging's dann aber weiter, vorbei am "Steinernen Mann" (ein römisches Relikt eines Viergöttersteins) und weiter Richtung oberes Bexbachtal. Nachdem man die beiden "Waldhauptstraßen" aus Richtung Hangard nach Frankenholz und auch die aus Richtung Lichtenkopf gequert hat, geht's nämlich ganz scharf links runter in Richtung Frankenbrunnen, der den Fluß, der unserer Nachbarstadt ihren Namen gibt, mit speist. Entlang des jungen Bexbachs wurde die Route des Brunnenpfads leicht verändert, was mich zwar überraschte, aber vor keinerlei Probleme stellte, weil sie wie immer toll ausgeschildert war.

Dann ging's wieder hoch: Karlsbrunnen, Steinberg-Hütte (mit schönem Blick auf Bexbach), hoch zum Hollerbrunnen und hinein in den finalen Anstieg über den Bergrücken wieder in Richtung Hangard, der an Schwierigkeit der Himmelsleiter nicht viel zu konzidieren hat. Mit 413m über N.N. liegt hier der höchste Punkt des Wegs.

Entgegen meiner ursprünglichen Absicht, recht locker zu laufen, stand ich dann doch ganz schön unter Dampf: 151er Puls im Schnitt, und ich fühlte mich, wenn auch nicht am Limit, dann doch ziemlich nah dran. Es ist eben doch ein Unterschied, ob man "Waldautobahnen" läuft oder so richtige Trails wie auf diesem Premiumwanderweg, wo man öfter dem Wurzelwerk ausweichen, Pfützen und Schlammlöcher überspringen oder ganz einfach aufpassen muss, dass man nicht gegen einen Baum läuft ;-).

Blick auf Hangard
Noch einmal ging's ein wenig runter an den Bruderbrunnen, dann zum letzten Mal bergan Richtung Lichtenkopf. Ein letztes Mal kurz die Aussicht genießen, und gleich runter in den langen Ablauf, vorbei an einem historischen bayerisch-preussischen Grenzstein, drei kleinen ehemaligen Steinbrüchen (u.a. den Kaninchenfels) runter ins Dietzloch und dann hinein in den Schluchtenpfad, wo es über Stege, Treppen und Brücken vorbei an einem wilden Bachlauf und am Zimmermannsfels, einer natürlichen Steinpforte, hinunter ins Ostertal geht.

Das Video vermittelt einen ganz guten Eindruck, wenn es auch arg verwackelt ist, aber während des Laufens mit iphone in der Hand geht's halt nicht besser...

Unten im Ostertal angekommen, ging's vorbei an der kleinen Dietzlochquelle zurück in die bebaute Ortslage. Zwei kleine, kurze Anstiege noch, dann war ich nach netto 1:20 und brutto 1:40 (Fotos machen und posten kostet halt ein bisschen Zeit, und eine kurze Ruhepause hab ich mir ja auch gegönnt) wieder am Startpunkt.



Eins ist klar: Das nächste Mal wird der Brunnenpfad wieder gewandert, am besten im Frühjahr! Aber auch laufend kann man diesen tollen Wanderweg sehr intensiv erleben. Lohnt sich!

Frohe Weihnachten!



Montag, 22. Dezember 2014

Rund um den Homerskopf



Gestern war Wintersonnenwende! Das heisst, es wird wieder früher hell und später dunkel! Der Frühling steht also fast vor der Tür! Zeit, die Rennradsaison einzuläuten!

Genau das dachte ich mir heute morgen an meinem dritten Urlaubstag, als die Straße trocken und der Himmel hell schien.

8° C draußen, also die warmen Klamotten incl. Neoprenüberzieher an und rauf aufs Rennrad! Ich fuhr zunächst über Sinnerthal und Landsweiler-Reden nach Stennweiler und merkte schon nach 10 km, dass ich zuletzt am 02.11. auf dem Rennrad gesessen habe. Es ist halt was anderes, ob man läuft, sogar was anderes, ob man MTB fährt (was ich ja zuletzt gestern tat) oder eben Rennrad.

Auch wenn meine lieben MTB-Freunde mich jetzt dissen - es ist nun mal die eleganteste, geschmeidigste, schnellste und damit schönste Art, Rad zu fahren. Aber auch, zumindest, wenn man dauerhaft schnell sein will, die anstrengendste.

Ich fuhr über Welschbach und Hirzweiler das Illtal hoch und in Urexweiler weiter Richtung Remmesweiler. Dann probierte ich mal was Neues - einen Asphaltweg hoch auf die Römerstraße Richtung "Römerkastell" und von dort Richtung Habenichts auf die alte Römerstraße. Hinter der nächsten Marpinger Exklave mit Namen Rheinstraße hat man einen schönen Panoramablick ins obere Bliestal rund um Sankt Wendel.

Blick von Rheinstraße Richtung Sankt Wendel


Ich verliess kurz danach die Römerstraße und bog rechts ab runter nach Winterbach - hier wäre es am Ende der Mecherstraße fast zu einem Unfall gekommen, als ein rücksichtsloser Autofahrer mit Kombi (WND-Kennzeichen) die schmale Straße (die zudem für den normalen PKW-Verkehr gesperrt ist) so befuhr, als sei er alleine drauf. Ich konnte aber bremsen und mich in den Graben "retten", danach problemlos weiterfahren.

Von Winterbach aus ging's Richtung Bliesen, und dort dann über die junge Blies in Richtung Bahntrasse, die ich aber nur kurz parallel befuhr und dann den Radweg in Richtung Güdesweiler nahm. Ich kam am Ortsende in Richtung Namborn wieder auf die Hauptstraße und fuhr auch gleich in Richtung Namborn.

Dort  ging's dann hoch Richtung Heisterberg - hier war ich im Leben noch nie! Nach der Querung der Bahntrasse ging's Richtung Mosberg-Richweiler, ich querte die B41 und fuhr auf einer Strecke, die ich schon kannte, in Richtung Asweiler.

Dort dann die nächste Begegnung der dritten Art mit WND-Autofahrern: In der schmalen Freisbachstraße kam mir hinter einem parkenden Auto ein Mercedes mit Ehepaar entgegen. Schätzungsweise beide um die 75, er fuhr mit Hut, sie saß mit Oma-Dauerwelle daneben. Anstatt vorschriftsmäßig hiner dem parkenden PKW zu warten und mich erst passieren zu lassen, fuhr der Chef neben (!) den parkenden PKW und blieb dann stehen - so blieb nur eine ca. 60 cm breite Gasse. Ich hatte das schon kommen sehen und angehalten, nur machte ich Handzeichen, er möge doch bitte ganz durchfahren. Da hatte ich aber nicht mit der Madame gerechnet. "Ma männt, Du häddsch se nimmeh all! Awei faar!" rief sie und gestikulierte wie wild. Er sagte - gar nichts. Total verdaddert quetschte ich mich durch die 60-cm-Lücke, verpasste haarscharf den linken Außenspiegel und machte, dass ich Land gewann. Mit solchen Leuten legt man sich besser nicht an...

Nun ging's hoch in Richtung Reitscheid. Hier war ich schon mal runtergekommen. Aber auch bergauf machte die Strecke Spaß. Oben in Reitscheid, am höchsten Punkt der Strecke, entschied ich mich dann, statt der geplanten 85-km-Runde abzukürzen und direkt über Sankt Wendel heimzufahren. Der Wind blies heftig, und die Kälte hatte sich schon durch meine Kleider gefressen. Zudem begann es ganz fein und fisselig zu regnen. Der Gegenwind blieb mir über die L133/132 über Furschweiler in Richtung Sankt Wendel auch treu.

Skulptur an der L132
So wie an meinem Garmin Edge begann auch bei mir langsam der Akku leerzuwerden. Ich quälte mich, trotzdem es das Bliestal hinabging. In Sankt Wendel am Bahnhof machte ich eine kurze Essenspause. Aber auch danach wurde es nicht besser. Jede Steigung tat weh, und in Ottweiler war ich völlig lustlos. Egal, ab über Wiebelskirchen - ich nahm nicht mal den Kuchenberg mit, sondern fuhr über den Radweg Schillerstraße.

Mehr schlecht als recht schleppte ich mich in Neunkirchen über Ring- und Brunnenstraße Richtung Heimat. War mein Schnitt oben in Reitscheid noch respektabel mit 25,3 km/h, kam ich zuhause mit gerade einmal 24,7 an. So geht's halt, wenn die Tanks leer sind. Trotz Erkältung im Dezember nur fünf sportfreie Tage und zwei Wettkämpfe - vielleicht sollte ich mal auf die Bremse treten. Über Weihnachten wäre dazu eigentlich ganz gut Gelegenheit...






Sonntag, 14. Dezember 2014

Dogging am Glashütter Weiher

Garmin Connect


Lockeres Auslaufen von der gestrigen Strapaze


Wie soll man das nennen, wenn man mit dem Hund laufen geht? Dog jogging? Oder kurz: "Dogging"?

Heute testeten Luna und ich mal, wie wir uns laufmäßig verstehen. Bisher war ich mit unserer Familienhündin immer nur spazieren, hatte dabei aber stets das Gefühl, sie wolle "mehr". Ich hingegen wollte eigentlich nur locker auslaufen, weil meine Beine vom gestrigen Nachtwächterlauf in Ottweiler doch ein klein wenig dick waren.

video


Am Glashütter Weiher liefen wir zunächst hoch in Richtung Rohrbach, am Anfang kam Luna recht gut mit, der Schnitt lag so knapp unter 6:00 min/km. So nach 2 km merkte ich aber, dass "Zug auf die Leine kam", d.h. die Madame wollte nicht mehr so richtig. Den ersten km war sie noch vorweg gelaufen, den zweiten schon neben mir, jetzt hing sie ein bisschen zurück.

Zum Glück ging's die letzten 1,5 km bergab, und unsere Kleine durfte sich dann wohlverdient im Kofferraum ausruhen, während ich noch eine zweite Runde alleine lief...

Nachtwächterlauf Ottweiler

Garmin Connect

Premiere geglückt

Mein erster "Ottweiler Nachtwächterlauf" (den ich schon mehrfach eingeplant hatte, aber den ich heute zum ersten Mal auch tatsächlich lief) hat richtig schön gepasst. Mein Plan einer Zeit knapp unter 40:00 min ging genau auf, und die Belastung für meinen linken Huf - der erste Wettkampf über 10 km - war auch nicht zuviel. Trotz fiesem Wetter ein schöner Lauf mit tollem Flair!

Jan-Robin und ich kamen gegen 16.30 Uhr in Ottweiler an und holten uns erstmal die Startnummer und den Chip ab, danach hielten wir uns noch einige Gespräche mit befreundeten Läufern und machten uns dann auf eine "Kennenlern-Aufwärmrunde" von 2,50 km (Jan-Robin lief im Gegensatz zu mir die "kurze" Strecke mit 5 km, also zwei Runden). Am Ende traf ich den Kollegen Holger Schäfer aus Ottweiler, der kurz danach den Startschuss geben sollte. Pünktlich um 17.30 Uhr ging's dann los!

Feiner Nieselregen machte den Lauf nicht gerade einfacher. Besonders auf dem Kopfsteinpflaster in der Ottweiler Altstadt und im "Getümmel" der startenden Meute war da Vorsicht geboten. Aber schon nach wenigen hundert Metern hatte jeder seine Nische gefunden, und ich bemühte mich um ein kontrolliertes Tempo um bzw. knapp unter 4:00/km. Zwei kleine Wellen ("Brunnenweg" und "Am Burg") führten uns erst mal auf das flache Plateau der Illinger Straße, wo es zum Wendepunkt ging und dann nochmal zurück, ehe ein letzter langer Anstieg in Richtung Rathaus folgte: Danach ging's hinab zurück zum Start/Ziel.

Dunkel und nass war's, aber schön! (Foto: energis)
Nach einer Runde hatte ich knapp unter 10:00 auf der Uhr, also genau im Plan.

Die zweite Runde ging ich trotzdem etwas mutlos und verzagt an. Ich hatte das Gefühl, ich hätte keine guten Beine und würde das Tempo nicht durchhalten können. Umso erstaunter war ich, dass auch die zweite Runde mit knapp unter 10:00 genau in meinem Plan lag. Also weiter!

Die dritte Runde nahm ich etwas Gas raus. Zum einen, weil es mein erster 10er in 2014 war, zum anderen, weil ich mir noch Körner für die letzte Runde aufheben wollte. Mit 10:08 lag ich auch leicht über Plan, aber konnte mich recht gut erholen und ging daher optimistisch in die letzten 2,5 km.

Trotzdem lief ich den ersten der letzten 2,5 km noch recht verhalten. Der 4:09 lies ich aber eine 3:58 auf dem letzten, schweren Stück hoch Richtung Rathaus folgen - und distanzierte noch drei Konkurrenten, mit denen ich die letzten 4 km fast ständig gemeinsam unterwegs gewesen war. Die letzten 500 Meter Richtung Ziel ließ ich toll laufen, riskierte aber auf dem glitschigen Kopfsteinpflaster nicht allzu viel - dass ich unter 39:45 einlaufen würde, war mir da schon klar.

Nach dem Rennen mit dem Sportkamerad Frank Edelmann
von DREIkraft Neunkirchen (Foto: Energis)
Am Ende reichte die Netto-Zeit von 39:42,9 für Platz 33 im Netto-Klassement, Platz 34 im Einlauf (von 345 Klassierten) und Platz 5 in der Altersklasse M45. Damit war ich äußerst zufrieden!

Der Junior hat mit einer 23:14,3 den 40. Platz im Gesamtklassement des 5-km-Rennens erlaufen und war auf Platz 4 der AK MJU18 gelandet. Super Leistung!

Das Auslaufen dauerte nur ca. 1 km durchs Bliestal und die Seminarstraße hoch. Ein toller Lauf mit schönem Flair, den ich sicher nicht zum letzten Mal gelaufen bin!

Ergebnisse




Montag, 8. Dezember 2014

38. Neunkircher Volksbank Straßenlauf - Schnupperlauf

Garmin Connect


Gelungenes Comeback in den saarländischen Laufzirkus
Sieg beim Schnupperlauf des 38. Neunkircher Volksbank Straßenlauf

Am gestrigen Sonntag startete ich zum meinem ersten richtigen Laufwettkampf nach über einem Jahr, sieht man mal von den beiden Laufeinlagen beim RAID Sarre-Moselle ab, wo ich nicht wirklich gefordert war. Und das so erfolgreich wie möglich: Zu meiner eigenen, großen Überraschung gewann ich den Schnupperlauf über 4.800m in 18:48 min. (3:55/min) ungefährdet mit 12 Sekunden Vorsprung!

Ich hatte eigentlich für den Hauptlauf (2 Runden) über 9.600m gemeldet, aber eine eben erst überstandene "Fregg" und die Unsicherheit, wie mein linker Fuß den Strapazen eines echten Tempolaufs gewachsen sein würde, bewogen mich zum "Ummelden" und so holte ich mir eine rote statt einer schwarzen Startnummer.

Kurz vorm Start nochmal die Hände warmblasen...
Autor: Chris Schäfer/SOL.DE,   Aufgenommen am: 07.12.2014
Beim Start standen wir alle an der Hirschberghalle zusammen, und ich traf meinen Freund und Sportkameraden Volker Ostheimer, der wie ich auf den VfA Neunkirchen gemeldet hatte. Er wollte die volle Distanz laufen, und nach kurzer Diskussion entschieden wir uns, die eine Runde nach Möglichkeit gemeinsam zu laufen - Volker sollte mir ein Super-Pacemaker sein, soviel vorweg.

Vom Start weg führte das Streckenprofil erstmal 200m bergab, wir nahmen gut Fahrt auf und bogen so an zehnter Stelle liegend um die erste Kurve Richtung Torhausweg. Nach einem kurzen Flachstück ging's nun erstmal leicht bergan. Wir nahmen etwas Fahrt heraus, 3:30/km waren dann doch zu schnell. Vorne hatte sich also eine Gruppe aus sieben-acht Läufern abgesetzt, alles ambitionierte Volldistanzler. Nach meiner Erkenntnis war ich also der erste Schnupperläufer.

Unmittelbar vor dem Startschuss...
Autor: Chris Schäfer/SOL.DE,   Aufgenommen am: 07.12.2014
Richtung Niederbexbacher Straße ging's nun, erster Kilometer in 3:42. Wir hatten nun unser Renntempo gefunden und glitten den Ablauf runter Richtung Wögerbauer kräftesparend hinunter, auch die folgende Steigung Richtung Höhe Friedhof liefen wir flüssig und relativ entspannt. Auf Höhe Remmengutweg Kilometer zwei, 3:56/km, und schon ging's über die Kuppe runter Richtung Shell-Tankstelle, die ersten acht hatten sich abgesetzt, Volker und ich liefen relativ allein.

Dann ging's die Ludwigsthaler Straße hoch, die erste richtig gut spürbare Steigung, die wir knapp unter 4:00/km an der Ecke Karcherstraße/Sebachstraße beendeten (die Uhr zeigt zwar eine 4:07, aber da waren wir schon längst an der "richtigen" Kilometrierung vorbei).

Nun ging's runter in Richtung Ludwigsthal, und jetzt überholten uns auch Heike Kohler, Joachim Groß und Marcel Luka von den GroJos aus Elversberg - ich blieb da ganz entspannt, da das alles "Schwarznummern" waren und von daher keine Konkurrenz für mich.

Im Ziel mit 12 sec. Vorsprung!
(Foto: Jochen Heringhaus)
Volker und ich hielten aber Kontakt zu der Gruppe, an Kilometer vier liefen wir in der Hauptstraße in Ludwigsthal vorbei - 3:44er-Pace, kein Wunder, bei Netto 17m negativer Höhendifferenz. Und "real" war es wohl eher was in Richtung 3:55...

Ich lief ganz entspannt weiter, es ging für mich ja schon Richtung Schlussspurt, den der Volker nun auch scherzhaft bei mir anmahnte.

Ich blickte mich kurz um und sah, dass ein solcher nicht nötig war, um das Rennen zu gewinnen. Ich verabschiedete Volker, Marcel, Heike und Joachim, wünschte viel Erfolg auf der zweiten Runde und lief zügig in Richtung Ziel. Immerhin noch eine 3:50er-Pace auf den letzten 800 Metern.

So sicherte ich mir in meinem ersten Rennen einen für mich sehr überraschenden ersten Saisonsieg. Letztes Jahr hätte diese Zeit auch nur zu Platz sieben gereicht, da lief der Sieger eine 16:22 und die Top Five alle unter 18 Minuten.

Aber wie heißt es so schön: Unter den Blinden ist der Einäugige König. Oder etwas freundlicher: Tja, Glück gehabt... ;-)